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An Inspector calls

Edel Motion VÖ 15.11.19

Diese knapp 90-minütige Verfilmung basiert auf dem “meisterhaften Theaterstück von J.B. Priestley“.
Ich muss gestehen, mir war bisher dies wohl weltweit bekannte Stück nicht bekannt und kann daher hier auch keine Vergleiche ziehen. Angelockt von den auf dem Cover von „An Inspector calls“ abgelichteten Darstellern wie z.B. Ken Stott, der mir z.B. noch aus den „Missias Morden“ gut bekannt ist oder auch David Thewlis, den viele sicherlich aus den Harry-Potter-Filmen kennen, war ich gespannt, was es hier zu sehen gibt:

Handlungsmäßig geht es nach England ins Jahr 1912. Im Mittelpunkt des Geschehens steht die betuchte Fabrikantenfamilie Birling, die zu einem Dinner zusammengekommen ist, da sich die Tochter des Haues, Sheila mit Gerald Croft, dem Sohn des Konkurrenzunternehmers, verloben will. Für kurze Zeit kann das junge Paar diesen Tag genießen und es wird auf sie angestoßen und der schöne Ring am Finger der Braut bestaunt. Doch diese freudige Stimmung wird von einem unerwarteten Besucher unterbrochen:
Die Hausangestellte meldet, dass ein Polizei-Inspector den Hausherrn zu sprechen wünscht….

Da Mister Birling auch noch als Richter tätig ist, wird die jähe Unterbrechung in diese Richtung gedeutet, doch Inspector Goole kommt in einer ganz anderen Sache, denn eine junge Frau mit Namen Eva Smith hat sich umgebracht und nun ist es an ihm diesen Freitod zu hinterfragen…

Dieser „leise“ sehr gut gespielte Krimi kommt ganz ohne die üblichen „Schock-Elemente“ aus, ist deswegen aber nicht weniger spannend. Vielmehr wird hier der „feinen Gesellschaft“ ein Spiegel vorgehalten und die hohe Fassade eingerissen und aufgezeigt, was sie mit ihren verqueren Ansichten und den Klassenunterschieden anrichten können, wenn jemand durch das soziale Gefüge fällt und keinen anderen Ausweg mehr sieht….
Obwohl das Theaterstück vor 70 Jahren Premiere feierte, hat der Inhalt bis heute nicht an Aktualität verloren.
Es müssen nicht immer blutrünstige Morde sein, die einen Krimi ausmachen, diese Theateradaption ist gelungen, was sicherlich auch durch die gute darstellerische Besetzung kommt. Man ahnt zwar schnell, dass hier alle Beteiligten gute Fassadenträger sind, doch durch die geschickte Befragung des Inspectors bröckeln die ganz schnell und bald stehen alle vor einem großen Trümmerhaufen…
Auch wenn das Ende mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt, regt es aber zum Nachdenken an, was ja auch sicherlich vom Autor und von den Filmschaffenden so gewollt ist….
Fazit: Krimi mal etwas anders, aber durchaus sehenswert, da darstellerisch gut besetzt!

 

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