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Andrea Sawatzki: Ein allzu braves Mädchen

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Viele werden Andrea Sawatzki aus dem Fernsehen kennen, wo sie im Tatort die Kommissarin Sänger spielte oder auch aus z.B. Arme Millionäre. Nun hat sie ihren ersten Roman geschrieben. Und diese Bezeichnung finde ich für das Buch auch gut gewählt, denn ein Krimi allein ist dies nicht. Eher eine leidvolle Biographie einer jungen Frau, die durch widrige Umstände jetzt in einer psychiatrischen Klinik therapiert wird.
Diese besagte junge Frau wird eines Tages völlig verstört durch spielende Kinder in einem Wald gefunden. Sie ist mit einem auffallenden Paillettenkleid und hohen schwarzen Stiefeln bekleidet. Da sie völlig verwirrt auf die herbeigerufenen Polizeibeamten wirkt, wird sie in eine psychiatrische Klinik gebracht. Anfangs will oder kann sie ihren Namen und ihren Wohnort nicht nennen und nur langsam kann eine Ärztin in Gesprächen ihr Vertrauen gewinnen. Die Frau schildert erst bruchstückhaft und auch etwas diffus von ihrem Leben, was durch einen an Alzheimer erkranken Vater nicht ganz einfach gewesen ist. Doch es ist erst schwer zu unterscheiden was Realität und was Traum ist, denn die Erzählungen verschwimmen ineinander. Doch eins wird klar, das Leben der jungen Frau geriet schon sehr früh aus den Fugen.
Parallel wird über einen rätselhafter Mord an einem ehemaligen JVA-Leiter, der sehr abgeschieden mit zwei gut abgerichteten Wachhunden in einem sehr schönen Haus lebte, erzählt.  Ein Nachbar wurde durch das ständige Hundebellen darauf aufmerksam, dass irgendetwas nicht stimmen kann und er verständigt die Polizei, die dann erst einmal die Hunde ruhigstellen muss, bevor sie überhaupt das Grundstück betreten können. Im Haus finden sie dann den Mann mit schweren Schädelverletzungen und Spuren von Gewalteinwirkung in seinem Schlafzimmer….
In diesem Buch wird schon nach einigen Seiten klar wer Opfer und wer Täter ist.  Und durch die Rückblenden erfährt der Leser dann, wie es zu der Gewalttat kommen konnte.
Der Schreibstil von Frau Sawatzki ist sehr einfühlsam und ich hatte kurz die Idee, dass Kommissarin Charlotte Sänger hier von den Problemen mit ihren Eltern berichtet, denn zu denen hatte sie ja auch ein etwas schwieriges Verhältnis.
Ein allzu braves Mädchen“ ist ein sehr lesenwertes Psychogramm

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