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Hakan Nesser: Barbarotti und der schwermütige Busfahrer

btb

Es ist schon einige Jahre her als in „ Am Abend des Mordes“ der schwedische Inspektor Gunnar  Barbarotti  seinen letzten Fall gelöst hatte.
Aber nun hat das lange Warten ein Ende „Barbarotti und der schwermütige Busfahrer“  ist erschienen:
Im Privatleben des Ermittlers hat sich etwas getan, denn nun lebt er bereits einige Zeit mit seiner langjährigen Kollegin und mittlerweile auch Lebensgefährtin Eva Backman zusammen.  Bevor die beiden Ermittler sich dem im Buchtitel verankerten schwermütigen Busfahrer zuwenden, dauert es noch etwas und was es mit diesem Mann – sein Name ist übrigens Albin Runge –  auf sich hat, bekommt man aus unterschiedlichen Sichtweisen und verschiedenen Zeitebenen vom Autor erzählt.
In der Jetztzeit – 2018 – muss Eva Backman während eines Einsatzes ihre Schusswaffe gebrauchen um eine bevorstehende Katastrophe abzuwenden, was allerdings für einen jungen Mann dann tödlich endet…
Nicht nur Eva ist nach dem folgenschweren Einsatz „reif für die Insel“ auch Gunnar Barbarotti fühlt sich schon längere Zeit ausgelaugt und so kommen sie mit ihrem Vorgesetzen überein, dass sie sich eine zweimonatige Auszeit nehmen, die sie dann auf der Insel Gotland verbringen wollen.
Dort angekommen, passiert es, dass Barbarotti in einem zufällig vorbeifahrenden Radfahrer an einen Mann erinnert wird, der vor mehr als fünf Jahren auf die Polizeiwache kam und von Drohbriefen und –anrufen erzählte, die er bekommen habe. Er selbst vermutete einen Zusammenhang mit einem fürchterlichen Unfall in den er als Busfahrer verwickelt war und bei dem viele Menschen ihr Leben verloren…
In Rückblenden erfährt der Leser, was dann im weiteren Verlauf passiert und wie es dazu kam, dass der Busfahrer Albin Runge trotz umfangreicher polizeilicher Schutzmaßnahmen selbst Opfer eines Verbrechens wurde….
Wie es handlungsmäßig dann auf Gotland weitergeht, bleibt hier unerzählt….
Ich mag den ganz besonderen Erzählstil von Hakan Nesser. Er ist ein sehr guter Geschichtenerzähler, der genau weiß, wie er seine Leser fesselnd unterhalten kann. Das ist ihm auch in seinem neuen Buch wieder gelungen.
Allerdings hatte ich dann irgendwann eine Ahnung wie bzw. was geschehen sein könnte und lag im Großen und Ganzen richtig, weswegen ich hier einen kleinen Punkt abziehe. Nichtsdestotrotz war es wieder einmal schön vom Inspektor zu hören bzw.  zu lesen, der auch weiterhin in kniffligen Situationen Zwiesprache mit Gott hält.  Auch wie sein Privatleben sich weiterentwickelt hat, nachdem er ja im letzten Buch in eine schwere Krisensituation geraten war, ist gut eingewoben und ein angenehmer Bestandteil der Rahmenhandlung.
Ich für meinen Teil würde gern noch weitere Fälle mit diesem besonderen Ermittler-Pärchen lesen.
 Fazit: Lesenswerter, spannend abgefasster sechster Fall mit Inspektor Barbarotti
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Andreas Gruber: Die schwarze Dame

Goldmann

Nachdem ich eher zufällig vor einiger Zeit auf den letzten Teil der „Rache-Reihe“ mit dem Leipziger Polizisten Walter Pulaski und der Wiener Anwältin Evelyn Meyers gestoßen bin und nach dem Lesen von „Rache-Winter“ so begeistert von dem spannungsgeladenen Thriller war, habe ich nach und nach alle Bücher der Reihe „verschlungen“.
Auf der Suche nach weiteren spannenden Thrillern von Andreas Gruber, bin ich dann auf die „Todesbox“ gestoßen, wo die ersten vier Fälle des niederländischen BKA-Profiler Maarten S. Sneijder nebst seiner Kollegin Sabine Nemez in der Hörbuchversion von Achim Buch vorgetragen werden. Den bisher letzten Teil der Reihe „Todesmal“ habe ich dann natürlich auch noch genossen.
Und nun ist im Taschenbuchformat „Die schwarze Dame“ erschienen, wo der Wiener Versicherungsdetektiv Peter Hogart seinen ersten Einsatz hat. Dies Buch ist auch das Thriller-Debüt von Andreas Gruber, das bisher nur als eBook erschienen war.
Peter Hogart wird von seinem Arbeitgeber nach Prag geschickt um nach seiner verschwundenen Kollegin Alexandra Schelling Ausschau zu halten, die dort einem Versicherungsbetrug auf der Spur war und Beweise dafür gefunden hatte, dass nicht die hoch versicherten Original-Gemälde bei einem Brand vernichtet wurden, sondern es sich dabei um Fälschungen handelte. Wo genau sich die wertvollen Bilder jetzt befinden, hatte sie noch nicht rausbekommen. Dies alles teilt sie ihrem Arbeitgeber in einem  letztem Telefonat mit, denn danach fehlt von ihr jede Spur….
In Prag macht sich Hogart auf die Suche nach seiner Kollegin und den wertvollen Gemälden. Während seiner Nachforschungen macht er zufällig die Bekanntschaft mit der Privatdetektivin Ivona Markovic, die in einer bizarren Mordserie ermittelt. Als die beiden sich zu einem Abendessen in Ivonas Wohnung treffen, kommt es zu einer folgenschweren Explosion und auf  Peter wird geschossen…
Warum Ivonas Wohung in die Luft fliegt und Peter angeschossen wird, das wollen die beiden Detektive gemeinsam herausfinden. Und ob es einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden von Alexandra Schelling, bizarren Morden, verbrannten Gemälden u.v.m.  gibt, sollte jeder selbst lesen, denn die Recherche in Prag an schönen und auch düsteren Ecken dieser Stadt ist spannend, fesselnd und nervenaufreibend, aber in einem angenehmen Erzählstil von Andreas Gruber aufgeschrieben.
Auch der erste Thriller aus der Feder von Andreas Gruber ist spannend, teils düster und nervenaufreibend. Durch seinen wunderbaren Erzählstil fliegen die Seiten nur so dahin und obwohl ich noch nie in Prag war, hatte ich beim Lesen das Gefühl „ich bin vor Ort“. Und wie „nah“ der Autor und die Hauptfigur Peter Hogart sind, erzählt Andreas Gruber in einem Vorwort selbst hier im Buch.
Fazit: Was ist fesselnd, spannend, düster und nervenaufreibend? Die Lösung lautet: Der Debüt-Thriller von Andreas Gruber, den man nicht verpassen sollte!
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Mein etwas anderer Florida Sommer

Ascot Elite VÖ 16.10.20 

Dieser britische Film basiert auf der gleichnamigen Graphic Novel von Joff Winterhart und ist schauspielerisch mit Monica Dolan und Earl Cave (übrigens sein Vater ist der Musiker Nick Cave) in den Hauptrollen toll besetzt.
Daniel Bagnold (Earl Cave) ist ein Teenager, der mit seiner Mutter Sue (Monica Dolan) nach der Trennung der Eltern zusammenlebt. Daniels Traum ist die Gründung einer eigenen Band, denn er ist – wie kleidungsmäßig unverkennbar – ein großer Heavy-Metal-Fan. Sein Leben ist eher trist, er hängt einfach nur rum und hadert mit seiner arbeitssamen, aber etwas bieder daherkommenden Mutter, die als Bibliothekarin ihr Geld verdient.
Um dieser Tristesse zu entfliehen, freut er sich schon auf seine anstehende Reise nach Florida, wo sein Vater mit seiner neuen, aber auch gerade schwangeren Ehefrau lebt….
Doch leider platzt diese schöne Seifenblase ganz schnell, denn wegen der bevorstehenden Geburt kann man Daniel zurzeit in Florida nicht brauchen und die Reise soll verschoben werden…
Ab nun beginnt erst richtig „Mein etwas anderer Florida Sommer“ und es gibt reichlich Wortgefechte zwischen der sehr bemühten Mutter und ihrem trübsalblasenden Sohn, der schon mal folgendes von sich gibt: „Es ist nicht meine Schuld, dass du die langweiligste Person der Welt bist“! Ganz schwierig wird es  dann für ihn, als er sich damit abfinden muss,  dass seine Mutter einen anderen Mann datet…
….aber trotzdem gibt seine Mutter nicht auf, ihrem Sohn einen schönen Sommer zu bereiten und sie fahren gemeinsam ans Meer. Auch wenn es lange dauert, wendet sich das Blatt und die beiden finden zueinander…
Feiner britischer Humor und ein tolles Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren machen diesen teils humorvollen, aber auch durchaus anrührenden Film sehenswert.
Besonders hörenswert ist auch der Soundtrack von „Belle und Sebastian“ der immer mal wieder im Filmgeschehen zu hören ist.
Fazit: Tolles schauspielerisches Zusammenspiel der Hauptfiguren, der einmal mehr diesen humorvollen, charmanten, aber auch nachdenklich machenden Film, sehenswert macht!
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Der junge Inspektor Morse – Staffel 5

Edel Motion VÖ 16.10.20

Zwei Jahre mussten die Fans der Serie warten, bis nun endlich „Der junge Inspektor Morse“ in Staffel 5 ermitteln darf. Schon „Staffel 4“ zeigte den zeitlichen Wandel recht farbenfroh an, denn die 1960ziger Jahre waren damals gestartet…
Aber das lange Warten auf ein Wiedersehen mit Endeavour Morse (Shaun Evans) und seinen Vorgesetzten Fred Thursday (Roger Allam) und dem Rest des Teams hat sich auch ein klitzekleines Bißchen ausgezahlt, denn nicht wie zuvor gibt es vier, sondern diesmal sechs neue 90minütige Folgen der erfolgreichen britischen Krimi-Reihe.
Da ja nun endlich Morse Beförderung zum Sergeant erfolgt ist, heißt es aber für ihn auch mehr Verantwortung zu übernehmen, weswegen ihm nun Anfang 1968 die „Ausbildung“ des neuen Teammitglieds George Fancy von Thursday übertragen wird.
Nicht nur die Welt ringsum befindet sich im Wandel, sondern auch in die Privatleben der Hauptfiguren der Serie kommt neuer Schwung.
Doch über dem umbenannten Polizeirevier Thames Valley schwebt ein Damokles-Schwert und am Anfang der neuen Staffel weiß noch niemand, was „ganz oben“ entschieden wird, wie und ob das Revier weiter bestehen bleibt….
Bis diese Entscheidung kundgetan wird, gibt es aber für das bekannte Team viel zu ermitteln, denn auch in den einschlägigen Verbrecherkreisen stehen Revierkämpfe an, die dann eine blutige Spur durch Oxford und Umgebung ziehen…
Eine Frau wird von ihrem Mann und ihrer Schwester als vermisst gemeldet. Was anfangs wie ein Seitensprung aussieht, entpuppt sich als was ganz anderes…
Was hat ein Fabergé-Ei, das in einer Auktion versteigert werden soll mit mehreren brutalen Morden zu tun?
Gerade ist noch eine Sportveranstaltung mit internationalen Teilnehmern im vollen Gange als einer der Teilnehmer auf der Laufstrecke zusammenbricht, gleichzeitig hört man Hilferufe einer Mutter aus dem Zuschauerraum: ihr kleiner Junge liegt bewusstlos und blutend neben ihr….
Weitere Schauplätze der Ermittlungen sind ein Kino und eine Militärbasis und zu guter Letzt eine Privatschule. Die Ermittlungen vor Ort machen es notwendig, dass Morse nebst seiner Kollegin Trewlove als Lehrerehepaar fungieren und sie undercover nach einem vermissten Lehrer suchen….
Es passiert besonders im Privatleben der Ermittler so einiges, als Zuschauer bangt man mit, wie es in Sachen Umstrukturierung der Polizei weitergeht und wie sich dies auf die Weiterführung der Serie auswirkt.
Die sechs Folgen haben es wieder in sich und sind ausgeklügelt aufgebaut, so dass nichts so ist, wie es anfangs scheint. Die Lösungen der Fälle beinhalten so manches Aha-Erlebnis und punkten in Sachen Spannung von Anfang bis Ende. Der zeitliche Wandel ist in allen Facetten wieder ganz toll ins Geschehen eingewoben und die Macher der Serie haben es erneut geschafft hier eine Krimi-Serie zu kreieren, die ihr hohes Niveau weiterhin mit Bravour hält.
Ich liebe diese Serie, verschlinge die Staffeln meist an einem Stück und hoffe sehr, dass es in absehbarer Zeit eine sechste Staffel gibt!
Als Bonus obendrauf gibt es diesmal Intervies mit Cast und Crew und einen Blick hinter die Kulissen, der sich lohnt!
Fazit: Das hohe Niveau der Serie ist ungebrochen, Spannung, Raffinesse und Zeitgeist vermischen sich hier zu einer Krimi-Serie der Spitzenklasse! Bitte weiter so!
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Simon Beckett: Versteckt

Wunderlich

Etwas „schmaler“ als sonst vom Autor gewohnt, aber formatmäßig besonders gut in eine Handtasche passend, ist nun diese Krimi- Kurzgeschichten-Sammlung mit dem Titel „Versteckt“ erschienen.
Simon Beckett erzählt in einem Vorwort was es mit diesen Kurzgeschichten auf sich hat, die bereits sehr lange Zeit in einer Schublade geschlummert haben, aber auch irgendwie schon den etwas „dunklen Beckett-Stil“ (den ich ganz besonders mag!) durchscheinen lassen.
Zum Inhalt der einzelnen Geschichten möchte ich gar nicht so viel „rauslassen“, dazu sind sie zu spannend und zu lesenswert:
Der Eckpfeiler erinnerte mich ansatzweise beim Lesen an den Film „Stand by me“, der auch schaurig-schön daherkommt und in der aktuellen Kurzgeschichte ein Geheimnis lüftet, das bis in die Gegenwart nachhallt…
Ein kurzer Bericht erzählt über einen Banküberfall bzw. über den nur kurze Zeit glücklichen Rodney…
Wer von Simon Beckett den Thriller „Der Hof“ gelesen hat, der wird in Mutter Gans Anleihen – oder wie der Autor es ausdrückt „DNA“ davon entdecken,  denn diese Kurzgeschichte –  wo ein kleiner, sich verirrter Junge erschöpft auf einem abgelegenen Bauernhof strandet und dort den Alptraum seines Lebens erlebt – ist vor dem nervenaufreibenden Thriller entstanden.
Für Simon Beckett-Fans ist dieses Buch ein Muss, für alle diejenigen, die ihn als Schriftsteller noch gar nicht kennen, ein gut gelungenes „Schnupperbuch“ um es dann  – wie ich –  in Null-Komma-Nichts zu verschlingen!
Fazit: „Verstecken“ müssen sich diese schaurig-schönen Kurzgeschichten sicherlich nicht! Man möchte eigentlich noch mehr davon! Unbedingt lesen!

 

 

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Hans Rosenfeldt: Wolfssommer – E-Book u. Hörbuch

Rowohlt

Mir ist der Autor schon seit langem bekannt, denn er hat bereits zusammen mit seinem Kollegen Michael Hjorth für sehr spannende Unterhaltung gesorgt,  als sie gemeinsam die bisher sechs erschienenen Bücher über den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman geschrieben haben, die ja mittlerweile auch schon mit Rolf Lassgard in der Hauptrolle, verfilmt wurden..
Nun hat er mit „Wolfssommer“ den Startschuss für sein Soloprojekt in der Kategorie „Thriller“ gegeben.
Es geht ins schwedische Haparanda, einem einst blühenden Ort, der in direkter Nachbarschaft zu Finnland liegt. In den umliegenden Wäldern werden von Wanderern eine Wölfin und eines ihrer Welpen tot aufgefunden. Als man genauere Untersuchungen anstellt, entdeckt man menschliche Überreste im Magen der Tiere…
Nun heißt es für die örtliche Polizei und damit für die leitende Ermittlerin Hannah Wester,  herauszubekommen, ob die Wölfe für den Tod des Menschen verantwortlich sind oder was sonst passiert sein könnte. Eine großangelegte Suche nach dem Rest der Leiche wird gestartet…
Im Verlauf der Handlung führen die Nachforschungen zu einem offenbar fehlgeschlagenen Drogendeal mit mehreren Toten,  nur eines an der vorgefundenen Szenerie fehlt, das sind Drogen und das dafür gezahlte Geld….
Nicht nur die Polizei macht sich auf die Suche nach Drogen und Geld, auch der „rechtmäßige“ Besitzer entsendet jemanden, der komme was da wolle sein Eigentum zurückbringen soll….
Die anfängliche Fragestellung bezüglich der toten Wölfe fand ich spannend, auch die Zusammenhänge Richtung Finnland waren ein guter Ansatz, aber dann verliert sich für mich die Spannung wegen der vielen privaten Nebenschauplätze und der recht zahlreichen Mitwirkenden, die mir alle nicht sonderlich sympathisch waren. Auch gute Nerven braucht man hier, denn die Szenerie ist teils schon recht brutal. An manchen Stellen fand ich die Geschichte auch etwas „unrund“ und sie driftet sehr in Richtung Sozialdrama, wo mir dann doch der „Thrill“ fehlte.  Nichtsdestotrotz würde ich gern eine Fortsetzung der Reihe lesen!
Fazit: Spannender Auftakt, der aber im Verlauf in Richtung Sozialdrama driftet, aber durch einem Cliffhanger auch Hoffnung auf eine Fortsetzung macht!

 

Hans Rosenfeldt: Wolfssommer – ungekürzte Hörbuchfassung

Audiobuch

Für die ungekürzte Lesung von „Wolfssommer“ sollte man sich schon etwas Zeit nehmen, aber die 14 Stunden kann man gut aushalten, denn bei der gekonnten Lesung von Vera Teltz verfliegen sie im Nu.
Auch die vielen Mitwirkenden, die sich im Verlauf in Haparanda tummeln, kann man gut durch die Stimmnuancen der Vorleserin auseinanderhalten und einordnen, was im aktuellen Fall auch gut ist, denn die teils dunklen Gestalten die hier auftauchen, haben meistens nichts Gutes im Sinn.
Auch wenn mir wie oben bereits erwähnt, die Handlung etwas zu viele Nebenschauplätze und stellenweise etwas „unrund“ vorkommt, sollte man nicht vergessen, dass Hans Rosenfeldt auch für die erfolgreiche schwedische Krimi-Serie „Die Brücke“ die Drehbücher geschrieben hat und er vielleicht bei seinem  Schreiben seines Solo-Debüts bereits die Verfilmung im Hinterkopf hatte?!
Da ja Hannah am Ende der Geschichte nach den privaten Schicksalsschlägen sich auf die Suche nach der „Akademie“ machen will, bin ich schon gespannt auf die hoffentlich bald erscheinende Fortsetzung.
Fazit: Die Vorleserin ist gut gewählt und schafft mit ihrer Lesung die passende Atmosphäre für diesen recht turbulenten Auftakt der Reihe!

 

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Ragnar Jónasson: Nebel

btb

Nach „Dunkel“ und „Insel“ lichtet sich nun der „Nebel und handlungsmäßig beginnt das letzte Buch der Hulda-Trilogie im Jahr 1988, wo die isländische Kommissarin nach einem schweren Schicksalsschlag versucht wieder im Leben fußzufassen und um andere Gedanken in den Kopf zu bekommen, sich wieder auf ihrer Dienststelle zur Arbeit einfindet.…
Hulda bekommt von ihrem Vorgesetzten den Auftrag, die Ereignisse aufzuklären, die sich auf einem sehr abgelegenen und besonders in der Winterzeit kaum erreichbaren Bauernhof ereignet haben….
Während Hulda sich auf den Weg macht um sich vor Ort ein Bild zu machen, erzählt der Autor aus unterschiedlichen Richtungen und Perspektiven hier eine nervenaufreibende, unvorhersehbare und sehr spannende Kriminalgeschichte, auf die ich hier inhaltlich nicht weiter eingehen möchte, denn dazu ist sie zu gelungen und eigentlich auch die „Krönung“ der Trilogie.
Besonders die landschaftliche Szenerie ist sehr anschaulich dargestellt, wo sich in der schneebedeckten Einsamkeit eines abgelegenen und im Verlauf durch einen schlimmen Schneesturm  auch vom Rest der Zivilisation abgetrennten Bauernhauses sich das ältere Ehepaar Einar und Erla trotz der widrigen Umstände auf die bevorstehenden Weihnachtstage freut. Doch dann wird ihre vertraute Idylle von einem unbekannten Gast durcheinandergewirbelt, was schon gleich zu Beginn irgendwie nichts Gutes ahnen lässt. Da aber in der isländischen Abgelegenheit Gastfreundschaft einen hohen Stellenwert einnimmt, bietet man dem Unbekannten Kost und Logie an….
Was sich dann Hulda auf dem Hof für ein schauriges Bild bietet, sollte jeder nervenstarke Leser selbst herausbekommen…
Ich habe dieses spannungsgeladene Buch gern und in einem Rutsch gelesen, obwohl mir an manchen Stellen schon die Nackenhaare hochstanden!
Fazit: Spannender, nervenaufreibender und wirklich gelungener Abschluss der Trilogie!
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