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Bernd Mannhardt: Giftzwerg

Den wohlbeleibten Ermittler Kriminalhauptkommissar Freisal und seine Kollegin Yasmine Gutzeit, die in Berlin auf Verbrecherjagd gehen, „kenne“ ich schon etwas länger: Sie ermittelten einst in der Krimi-Kurzgeschichte „Alex liest vor“, die man in „Du kommst mir gerade richtig“ nachlesen oder sich von Ernst Mathias Holzmann in der Hörbuchfassung „Mordsalibi“ vortragen lassen kann.
Nun ist im be.bra-Verlag ihr neuer Fall erschienen: In einer Laubenpiperkolonie oder auf hochdeutsch Kleingartenanlage in Berlin-Moabit wird die Leiche eines älteren Mannes gefunden. Ein anonymer Anruf hatte die Polizei alarmiert. Zwar hatte der Tote offensichtlich zu Lebzeiten schon Schwierigkeiten mit seiner Atmung und benötigte ein entsprechendes medizinisches Hilfsmittel,  aber ganz besonders auffällige Male im Bereich des Halses lassen den Kommissar vermuten, dass hier jemand „nachgeholfen“ hat und es sich nicht um eine natürliche Todesursache handelt…
Nachdem der Getötete als Horst Kessler identifiziert wurde und die beiden Ermittler von mehreren Seiten keine netten Sachen über ihn erfahren haben, kommen eigentlich als Tatverdächtige alle Mitglieder der Kleingartenanlage in Frage, denn Kessler alias der „Giftzwerg“ hatte nicht nur an allem oder jeden etwas rumzumeckern, sondern lies die Gemüter immer wieder hochkochen, sei es nun wegen eines zu großen Baumhauses oder tierischer Hinterlassenschaften, die angeblich in großen Mengen vor seiner Gartenpforte platziert wurden….
Aber nicht nur die Gartennachbarn waren nicht gut auf ihn zu sprechen, auch der Sohn des Toten ist nicht gerade zu Tränen gerührt, als er vom Ableben seines Vaters erfährt.  Da schon in der Gegenwart reichlich böses Blut geflossen ist, wird es beim Blick in die Vergangenheit von Horst Kessler nicht besser und so haben Freisal und Gutzeit reichlich viel zu tun um diesen kniffligen Fall aufzulösen….
Es macht einfach Spaß diese beiden doch sehr unterschiedlichen Ermittler-Charaktere bei der Arbeit zu begleiten. Wie ein „altes Ehepaar“ geben sie  sich in den Gesprächen Paroli, lösen aber als „eingespieltes Team“ diesen nicht auf den ersten Blick durchschaubaren/lösbaren Fall. Den Berliner-„Slang“ höre bzw. lese ich sehr gern und ich konnte mir die „Typen“, die hier befragt werden, richtig gut vorstellen. Auch der schwarze Humor hat wieder seinen Platz in diesem Krimi gefunden: Schon allein die Lage der Kleingärten nebst Friedhof lässt einen die Nackenhaare hochstehen, ist aber eine gut ausgesuchte „Kulisse“ für diesen wunderbar gelungen und lesenswerten Krimi!
Fazit: Ein gut gezeichnetes Ermittler-Duo, ein kniffliger Fall, ganz viel Lokalkolorit und reichlich schwarzer Humor ergeben zusammen volle Punktzahl für diesen gelungenen Krimi! Bitte mehr davon!

 

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