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Bernhard Aichner: Dunkelkammer

der Hörverlag

-Ein Bronski Krimi-

Der Autor war mir bis dato nicht bekannt.“Dunkelkammer“ ist der Beginn der neuen Krimi-Reihe um den Pressefotografen David Bronski und eine gute Gelegenheit den Erzählstil von Bernhard Aichner kennenzulernen.
Bei der ungekürzten Hörbuch-Fassung wirken dreizehn(!) verschiedene Sprecher/innen mit. Besonders der Schauspieler Boris Aljinovic war mir dabei ein Begriff und mit seiner markanten Stimme haucht er der Hauptfigur David Bronki Leben ein. Aber auch alle anderen Sprecherstimmen sind gut gewählt, so dass man sie im Verlauf den Figuren gut zuordnen kann.
Die Geschichte setzt sich aus Puzzle-Teilchen zusammen, sie entwickelt sich langsam aus unterschiedlichen Perspektiven und wird spannend von den verschiedenen „Figuren“ teils allein, aber auch als Dialog wiedergegeben. Über der ganzen Handlung schwebt eine düstere Atmosphäre, die bis zum Schluss anhält. Der Erzähl-Stil des Autors hat mir gut gefallen, durch seine bildhafte Sprache verschafft er einen ganz besonderen Einblick ins Geschehen:
Innsbruck: Kurt, ein einstiger Kollege Bronski ist mittlerweile obdachlos und während er auf der Suche nach einem Nachtlager ist, bricht er in eine abgelegen liegende, seit langem unbewohnte Wohnung ein. Dort findet er eine entstellte Leiche, darüber informiert er David Bronski. Wie sich später herausstellt, lag die Tote dort mindestens 20 Jahre unentdeckt…
David Bronski wird mit seiner Kollegin Svenja auf den Fall angesetzt, sie sollen vor Ort Fotos machen, recherchieren und berichten.
Parallel zu dem 20 Jahre alten „Fall“ wird das Leben von David Bronski beleuchtet, der mehrere Schicksalsschläge verkraften musste.
Durch die sehr geschickte Erzählweise des Autors erfährt man dann als Zuhörer, in welchem Bezug Bronskis Schicksalsschläge und die seit 20 Jahren unentdeckte Leiche stehen…
Um was es hier genau geht, möchte ich gar nicht weiter erzählen, dazu ist die Gesamthandlung zu komplex, verschachtelt und wendungsreich. Durch die tolle Sprecherbesetzung entsteht ganz schnell ein fesselndes Kopfkino und die mehr als sieben Stunden dauernde Lesung vergeht wie im Flug!
Das Hörbuch ist sehr unterhaltsam und spannend, was durch den für mich ungewöhnlichen Erzählstil des Autors noch untermauert wurde.
Beim Inhalt der Geschichte möchte ich aber anmerken, dass mir der Realitätsbezug schwerfällt, bzw. kann ich mir kaum vorstellen, dass über 20 Jahre hinweg so eine „Manipulation“ funktioniert. Dies nur am Rande, denn an der schriftstellerischen Freiheit möchte ich nicht rütteln. Nichtsdestotrotz habe ich das Hörbuch genossen und eine Fortsetzung der Reihe würde ich mir durchaus wieder anhören.
Fazit: Gelungener Auftakt der Bronski-Krimi-Reihe, was durch das tolle Sprecher-Ensemble schnell zum Kopfkino wird!

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