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Andreas Gruber: Racheherbst

Goldmann

Ich konnte einfach nicht widerstehen und habe nach dem sehr spannenden und gelungenen Thriller „Rachesommer“  von Andreas Gruber nun auch gleich im Anschluss noch „Racheherbst“ verschlungen, denn zum einen war ich noch mit dem „Ermittlern“ vertraut und außerdem gefällt mir der Erzähl/Schreibstil des Autors sehr gut, denn einmal angefangen zu lesen, ist man ganz schnell im Geschehen gefangen und kommt einfach nicht davon wieder los….
Der Prolog ist unheilverkündend und lässt einen unguten Ausgang erahnen…
Ein Jahr später fängt die Gesamthandlung an, wo Kommissar Pulaski – immer noch in Leipzig im Kriminaldauerdienst tätig – zu einem Leichenfund unter einer Brücke gerufen wird. Die Identität der jungen Frau ist schnell ermittelt, doch der vermutete Selbstmord entpuppt sich als brutaler Mord. Nachdem die Mutter der Toten, sie als ihre Tochter Natalie identifiziert hat, wechselt sie noch einige Worte mit dem Kommissar. Dabei erfährt er, dass Natalie noch eine Schwester mit Namen Dana hat und dass die beiden seit einem Jahr zusammengelebt haben. Doch wo ist Dana? Befindet sie sich ebenfalls in den Fängen des Mörders?
Im Verlauf macht sich Kommissar Pulaski unfreiwillig gemeinsam mit Danas Mutter Mikaela auf die Suche nach ihr…..
Die Wiener Rechtsanwältin Evelyn Meyers hat mittlerweile ihre eigene Kanzlei und sie übernimmt trotz Warnungen aus allen Richtungen einen Fall als Strafverteidigerin, wo es um einen brutalen Frauenmord geht. Sie gerät bald in einen Strudel aus Ereignissen, die undurchsichtig, manipuliert und für Evelyn selbst lebensgefährlich werden….
Die Fäden aus Leipzig und Wien drehen sich irgendwann zusammen und Andreas Gruber hat hier erneut einen dermaßen spannenden, nervenaufreibenden Thriller geschrieben, den man nicht verpassen sollte!
Die Mitwirkenden sind gut gezeichnet und haben sich weiterentwickelt, was neben der mörderischen Handlung ins Geschehen eingewoben wird. Der Kommissar hat so seine „Last“ mit der unberechenbaren, aber mit einem unheimlichen Mutterinstinkt ausgestatten Mikaela, die er immer wieder aus brenzlichen Situationen „retten“ muss und Evelyn Meyers gerät nicht nur selbst in Lebensgefahr, sondern muss auch einige „Tiefschläge“ erleiden, so dass kaum einer der Hauptakteure hier ohne Blessuren aus dem Geschehen herauskommt….
Nervenstarke Leser werden diesen Thriller genauso wie ich lieben und da ich ja als erstes das zuletzt erschienene Buch „Rachewinter“ schon gelesen und hier vorgestellt habe, hoffe ich auf die nächste spannende „Jahreszeit“ in dieser Reihe!
Fazit: Meisterhaft abgefasste Spannung auf hohem Niveau für nervenstarke Leser !

 

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Bernd Mannhardt: Der Hamlet und die Schokolinse

 

Schardt-Verlag

Ich finde es immer wieder spannend und unterhaltsam in das Leben anderer Menschen Einblick zu erhalten.
Bernd Mannhardt, dessen Bücher ich hier bereits mehrfach vorgestellt habe, wie z.B.  den Kriminalroman „Giftzwerg“ und den ich für seinen schwarzen Humor schätze, ist nun hinabgetaucht in seine Kindheit und lässt sie für den geneigten Leser in „Der Hamlet und die Schokolinse“ Revue passieren:
Man erfährt, dass er als „Dreikäsehoch“ regelmäßig bei seinen Großeltern „geparkt“ wurde, was auch Ausgangspunkt für alle sechs hier enthaltenen Kapitel ist.
Ob nun die Großmutter ihren Kochkünsten frönte und Eintöpfe in vielerlei Variationen kochte oder die Spaziergänge mit dem Großvater zum Ku’Damm oder zum Frisör –  wo der sonst eher wortkarge „Steppke“ erstmals seinen Willen kundtut und gegen den Vorschlag des Großvaters rebelliert, als er das Wort „Fassonschnitt“ hört – , es sind die kleinen Dinge des Lebens, die hier Beachtung finden und humorvoll aufgeschrieben wurden.
Der Leser lernt Hamlet kennen, taucht ein in die Anfänge der Fernsehausstrahlungen und erinnert sich vielleicht auch selbst daran als der kauzige Festus in den „Rauchenden Colts“ Einzug ins Wohnzimmer nahm.
Der Autor sinniert und rekapituliert seine Erinnerungen an die Lausbubenstreiche in der Schule,  wandelt auf den Straßen der ehemaligen Wohnbezirke in Berlin, wo er manches noch am „alten Fleck“ vorfindet, aber auch im Laufe der Jahre viele Veränderungen stattgefunden haben…
Man liest von den ersten Gehversuchen als Musiker und Sänger in der Schule, dann als Duo, als Texter von Liedern und Autor von Hörspielen bis er dann zum Krimi-Autor avancierte…
Ich bin gern abgetaucht in die beschriebene Zeit, konnte Parallelen entdecken, oftmals schmunzeln, lachen und auch schwarzen Humor entdecken und es gab auch den einen oder anderen „Ach-Ja-Effekt“, wenn ich daran denke wie schnell die Zeit der Kindheit verflogen ist!
Fazit:  Autobiographische Zeitreise – gekonnt humorvoll in Szene gesetzt!
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Brokenwood – Mord in Neuseeland – Staffel 1

Edel:Motion VÖ 16.08.19

Bislang kannte ich Neuseeland eher aus Natur-Dokumentationen, die ich hier vor einiger Zeit vorgestellt hatte. Die isoliert vom Rest der Welt im südlichen Pazifik liegende Inselgruppe war mir sonst nur noch als Drehort der Fantasy-Reihe „Herr der Ringe“ bekannt. Nun zeigt sich Neuseeland von einer anderen Seite und wird zum  Krimi-Serien-Schauplatz mit dem Titel „Brokenwood – Mord in Neuseeland“.
Die Reihe beginnt mit dem Tod von Nate Dunn, den Angler tot aus dem Wasser fischen. Auf den ersten Blick geht die Polizei von Selbstmord aus, doch Detective Mike Shepherd, dem man nach Brokenwood geschickt hat um dem örtlichen Polizei-Team unter die Arme zu greifen und mit der Untersuchung des Todesfalls beauftragt hat, ermittelt anfangs in alle Richtungen.
Brokenwood ist ein kleiner Ort in der Provinz, wo jeder jeden kennt. Traurig sind wenige über den Tod des verwitweten Farmers, denn viele Bewohner des Ortes meinen, dass Nate Dunn für den Tod seiner Frau verantwortlich war, was aber nie bewiesen wurde….
Im Verlauf der Serie kristallisiert sich Kristin Sims als engagierte und fähige Mitarbeiterin heraus, die mit Mike Shepherd dann ein Team bildet.
Wie auch der erste Fall sind die folgenden drei Fälle nicht auf den ersten Blick zu durchschauen:
Während die Winzer noch auf die Bekanntgabe des „besten Jahresweins“ warten, kommt ein Weinkritiker zu Tode. Seine Leiche wird in einem riesigen Behälter gefüllt mit erlesenem Wein gefunden, der auf dem Weingut der Vorjahressiegerin Amanda James steht. Sie verhält sich merkwürdig und die Ermittler haben sie schnell auf der Verdächtigenliste…
Ein Golfclub ist als nächstes Schauplatz eines Verbrechens: Erst wird mehrfach ins Vereinsheim eingebrochen und einiges gestohlen, aber zuletzt findet mitten auf dem Green die entstellte Leiche einer Frau, der man offenbar eine ätzende Substanz ins Gesicht gesprüht hatte…
Den Abschluss bildet ein Junggesellenabschied, den der Bräutigam nicht überlebt. Seine beiden besten Freunde müssen sich die Frage stellen, ob sie ihn getötet haben….
Sprach Mike Shepherd in den beiden ersten Folgen noch mit den Toten, verliert sich dieses eigenwillige Ritual dann aber im Verlauf und man lernt einen engagierten, klugen und sehr umgänglichen Ermittler kennen. Eine mysteriöse Frau taucht immer mal wieder in Shepherds Nähe auf, was Fragen aufwirft,  doch der hält sich bedeckt. Jeder Mitfahrer in seinem „Oldtimer“ staunt über das Kassettenfach, das der Detective gern mit Country-Musik bestückt, was allerdings nichts für jedermanns Ohren ist…..
Das etwas ungleiche Ermittler-Duo fügt sich im Verlauf gut zusammen. Die Fälle sind auf den ersten Blick nicht zu durchschauen, was dem Unterhaltswert zu Gute kommt und man durchaus noch weitere Fälle vertragen kann.
Fazit: Neuseelands Ermittler-Duo kann durchaus punkten, was durch die kniffligen Fälle noch unterstrichen wird. So darf es gern weitergehen!
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Harlan Coben: Honeymoon

Goldmann Verlag

Harlan Coben ist einer meiner Lieblingsautoren und ich habe auch schon mehrfach hier Thriller aus seiner Feder vorgestellt, wie zuletzt „Suche mich nicht“ in der Hörbuch- und Printversion.
Nun ist sein Erstlingswerk aus dem Jahr 1990 mit dem Titel „Honeymoon“ hier in Deutschland erschienen. Harlan Coben hat hier ein kurzes Statement zu diesem Buch vor der eigentlichen Handlung für seine Leser einfügt, wo der Erstlesern seiner Thriller vom Lesen dieses Buches abrät….
Nun, da ich viele seiner spannenden Bücher kenne, konnte mich dieser Hinweis nicht abschrecken und ich war auf den Inhalt gespannt:
Laura, ein wunderschönes Ex-Model und David, ein Basketballstar schweben auf Wolke Sieben und sie fliegen heimlich nach Australien um dort zu heiraten. Doch ihr Glück hält nicht lange an, denn während Laura für kurze Zeit das Hotel verlässt, geht David zum Schwimmen und verschwindet dann spurlos….
Später spricht man von einem Unfall und von gefährlichen Strömungen im Wasser, doch Laura kann und will nicht an einen Unfalltod glauben und sie stellt auf eigene Faust Nachforschungen an und was sie dabei herausfindet, ist erschreckend, einer Verschwörung gleich und betrifft die Vergangenheit ihrer gesamten Familie….
Nun, dass in den Thrillern des Autors oftmals Sportler eine Hauptrolle spielen, ist mir bekannt, hier taucht man in dieses Metier sehr ausgiebig ein, da hätte man etwas den Rotstift ansetzten können.
Die Liebesgeschichte, die hier verankert ist, erinnert mich an die schöne heile Welt von „Seifenopern“, die weiblichen Personen, die hier im Buch vorkommen, sind von strahlender Schönheit, so dass die Männer von ihrem Anblick verzaubert werden, auch hier wäre weniger mehr gewesen…
Wenn ich die aktuelle Handlung mit den später erschienenen Büchern von Harlan Coben vergleiche, kann ich nur sagen, dass er sich auf jeden Fall weiterentwickelt hat, denn diesmal ist einiges  vorhersehbar und auch wer hier das Böse verkörpert, war für mich schnell erkennbar, obwohl gute Ansätze da sind, es zu verschleiern. Aber wie viel negative Energie das „Böse“ dann tatsächlich freisetzt, war dann doch noch eine Überraschung.
Wie gesagt, es gibt die eine oder andere Länge, manches hätte mehr versteckt werden können, aber trotz allem habe ich dieses Buch gern gelesen. Spannung ist vorhanden und bedenkt man, dass es sich um das Erstlingswerk eines im Verlauf sehr erfolgreichen Thriller-Autors handelt, kann man nur sagen, er hat sich weiterentwickelt und solche „Patzer“ passieren ihm nun nicht mehr.
Fazit: Lesenswerte, erste Gehversuche eines mittlerweile sehr erfolgreichen Thriller-Autors

 

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Kate Penrose: Nachts schweigt das Meer

Fischer Verlage

Der Untertitel von „Nachts schweigt das Meer“ informiert über einen Krimi auf den Scilly Inseln, die übrigens zu Cornwall gehören und vor der Südwestspitze Englands liegen.
DI Ben(esek) Kitto kehrt auf seine Heimatinsel nach Bryher zurück um eine Auszeit vom Polizeidienst in London zu nehmen. Ein Onkel und eine Patentante leben noch im Ort. Sein ehemaliges Elternhaus ist zwar etwas marode, aber für seine Zwecke reicht es aus, um hier zur Ruhe zu kommen.
Es leben nur wenige Menschen auf der Insel und wenn die Urlaubssaison vorbei ist und die Urlauber verschwunden sind, kann es an diesem Ort recht einsam und wettertechnisch auch sehr rau werden.
DI Kittos Onkel Ray erzählt, dass seit kurzem die 16-jährige Laura Trescothick vermisst wird. Ben kennt seit der Schulzeit ihre Eltern. Eine großangelegte Suche nach dem Mädchen wird organisiert, die aber anfangs ergebnislos bleibt. Danny, Lauras Freund sucht bei Wind und Regen nach ihr, bis er sie dann tot am Strand vor den hohen Klippen findet. Scheint anfangs ein Sturz von den Klippen noch wahrscheinlich, ändert sich das beim näheren Betrachten, weswegen bald in Sachen Mord ermittelt wird…
Ben meint die Menschen auf der Insel gut zu kennen, besonders eben auch die Eltern der Toten, weswegen er anbietet die Ermittlungen zu übernehmen, die man ihm dann auch offiziell überträgt. Doch Bens Einschätzung die Gegebenheiten vor Ort und die dort lebenden Menschen gut zu kennen, muss er recht schnell revidieren, denn es wimmelt bald nur so vor Verdächtigen und selbst Menschen, die Ben niemals mit dem Mord an Laura in Verbindung gebracht hätte, lehren ihn eines Besseren und bald kommt fast jeder als Mörder in Betracht….
Doch es bleibt nicht bei der Suche nach Lauras Mörder, denn im Verlauf werden noch weitere Personen vermisst….
So zusammengefasst, klingt alles recht spannend, doch die Handlung plätschert eher so dahin, als dass hier fesselnde Spannung aufkommt. Obwohl es nicht an Verdächtigen mangelt, sind die Aufarbeitung, Suche und Aufklärung eher behäbig und manches auch nicht „rund“ und nachvollziehbar. Auch was hier als „Auflösung“ des Falls präsentiert wird, ist eher ein tragisches Sozialdrama als ein spannender Kriminalroman. Da dies das Debüt der Autorin ist und es heißt, dass es der Anfang einer Krimi-Reihe ist, würde ich gern das nächste Buch abwarten und sehen, ob eine Entwicklung stattgefunden hat, die dann doch eher in Richtung Kriminalroman geht.
Fazit: Dieser Anfang der Krimi-Reihe ist eher ein Sozialdrama als ein spannender Kriminalroman. Der weitere Verlauf der Reihe sollte aber abgewartet werden, in welche Richtung es weiter geht

 

 

 

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Jörg-Michael Günther: Der Fall Max und Moritz

Eichborn VÖ 29.03.19

Wer kennt nicht den Kinderbuch-Klassiker von Wilhelm Busch „Max und Moritz“, der 1865 erstmals erschien?!
Jörg-Michael Günther hat Rechtswissenschaften studiert und hat in seinem Buch „Der Fall Max & Moritz“ nun mal die sieben Streiche der beiden Buben juristisch nach dem aktuell geltenden Strafrecht betrachtet/begutachtet.  Konnte man zu Beginn ihr „Treiben“ vielleicht noch als Streich abtun, zeigt sich aber doch im Verlauf und in der Gesamtschau eher die kriminelle Entwicklung zweier Jugendlicher, die ohne über die möglichen Konsequenzen ihres Tuns nachzudenken, hier ein ganzes Dort in Atem hält…
Mit was für unzähligen Paragraphen, Gesetzen und Gesetzbüchern man es hier zu tun bekommt, wird anhand der von Max und Moritz verübten Straftaten analysiert und von allen Seiten betrachtet. Es wird erklärt wie die Gesetzestexe sondiert, die richtigen Paragraphen zugeordet und welches  Straßmass anzuwenden ist.
Was etwas kompliziert klingt, wird aber durch den besonders guten Erklärstil des Autors auch für den Laien nachvollziehbar und tatsächlich betrachte ich nun dieses, mir gut bekannte Kinderbuch mit anderen Augen…
Was ich sehr interessant fand ist, dass es offenbar real existierende Personen gab, die Wilhelm Busch zu diesem Buch inspirierten, denn es wird hier von den Taufdokumenten der beiden erzählt, was mir bis dato nicht bekannt war.
Hier wird im Buch auch zur Frage Stellung genommen, ob das Kinderbuch auf den Index gehört bzw. ob die existierende Verfilmung nicht jugendgefährdend ist.
Nicht nur die Straftaten von Max und Moritz werden hier juristisch eingeordnet, nein auch die Reaktionen/Taten der Opfer der beiden Spitzbuben kommen hier juristisch auf den Tisch. Und die einstigen Opfer werden ja bekanntermaßen auch zu Tätern und  die Einordnung der Strafmaße sind auch hier im Bereich von Körperverletzung, Totschlag und Mord angesiedelt.
So betrachtet habe ich dies Buch aus Kindertagen noch nie. So mancher Wortlaut ist mir noch bekannt, doch wer nicht mehr alles nachvollziehen kann, dem sei gesagt, alle Streiche sind hier im Buch aufgeführt nebst den bunten Zeichnungen dazu.
Ich fand es spannend die „Lausbubenstreiche“  mal aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten und interessant, welche juristischen Konsequenzen sie zur heutigen Zeit zu befürchten hätten.
Fazit: Auch für Laien geeigneter, gelungener Einblick in die „Juristerei“!
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Harlan Coben – No second chance – Keine zweite Chance

Polyband VÖ 29.03.19

Die sechsteilige Serie basiert auf dem Bestseller-Roman “Keine zweite Chance“ des amerikanischen Schrifstellers Harlan Coben, der übrigens auch eine kleine Rolle in dieser Verfilmung übernommen hat.
Das Buch habe ich nicht gelesen, so dass ich hier keine Vergleiche ziehen kann.
Die Handlung spielt in Frankreich und besonders Paris ist einer der Schauplätze.
Zu Beginn wird der Geburtstag der kleinen Tara gefeiert. Nachdem die Gäste gegangen sind, räumt ihre Mutter, Dr. Alice Lambert den Geschirspüler ein, während Tara in ihrem Laufstall sitzt und auf das Fläschchen wartet, das sie gleich bekommen soll.
Doch dazu kommt es nicht mehr, denn plötzlich fällt ein Schuss und als Zuschauer sieht man wie die lebensgefährlich verletzte Alice Lambert ins Krankenhaus gebracht wird….
Dr. Lambert erwacht nach einigen Tagen im Krankenhaus, in dem sie selbst als Ärztin arbeitet. Dort erfährt sie, dass auf sie geschossen, ihr Mann ermordet und die kleine Tara spurlos verschwunden ist….
Für das ganze Geschehen hat Alice Lambert keine schlüssige Erklärung.  Sie geht von einem Überfall mit Entführung ihrer kleinen Tochter aus, doch die zuständigen Ermittler der Polizei sind skeptisch, glauben eher Dr. Lambert ist selbst in den Vorfall verwickelt, denn am Tatort gibt es zu viele Ungereimtheiten und eine Lösegeldforderung ist auch nicht aufgetaucht.
Als Dr. Lambert aus dem Krankenhaus entlassen wird, hat sie nur einen Gedanken, sie will unbedingt ihre kleine Tochter finden und als dann tatsächlich eine hohe Lösegeldforderung eintrifft, schöpft sie Hoffnung, dass sie Tara bald wieder in den Armen halten kann……

Doch ob die kleine Tara überhaupt wieder auftaucht, bleibt hier unerzählt, denn diese Mini-Serie ist gut gelungen, ist spannend, unvorhersehbar und schauspielerisch gut besetzt. Als Zuschauer bangt man mit der Mutter, die hier auch emotional hin- und hergeworfen wird, denn von einem Hoffnungsschimmer ermutigt, nimmt sie viele Hürden, aber steht immer wieder vor dem „Nichts“ ….
Diese Verfilmung passt zu den Geschichten/Büchern des Autors, von denen ich mittlerweile einige gelesen habe. Harlan Coben ist ein meisterhafter Erzähler und durch die geschickten Twist in der Handlung kann man keinesfalls den Ausgang vorhersehen. Echt klasse!
Die sechsteilige Mini-Serie „Harlan Coben – No Second Chance – Keine zweite Chance“ ist schauspielerisch gut besetzt und zieht durch fesselnde Spannung den Zuschauer in seinen Bann.
Fazit: Volle Punktzahl für diese spannende, sehenswerte Buchverfilmung!

 

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