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Kiefer Sutherland: Reckless & Me

Im Juni letzten Jahres hatte ich hier ja ganz begeistert das Album „Down in a hole“ von Kiefer Sutherland vorgestellt. Ich war überrascht, was für eine tolle Singstimme er hat.
Vielleicht hat der eine oder andere die Weihnachtsshow 2018 von Helene Fischer im Fernsehen angeschaut, dort hat Kiefer mit Helene im Duett den Titel „ Open road“ vorgetragen, was echt klasse war. Ich hatte darüber auch erst im Nachhinein gelesen und bin dann aber auf youtube fündig geworden.
Nun ist das neue Album „Reckless & Me“ erschienen. Darauf findet man auch oben erwähnten Titel neben neun weiteren tollen Songs, alle wieder im Country-Musik-Style aufgenommen. Mit sanften Tönen beginnt das Album und Kiefers tolle Stimme fängt den Zuhörer sofort ein…
Wer ein etwas Englisch versteht, der merkt anhand der Texte wieviel Herzblut darin steckt und es sind Balladen-artige Songs sowie auch rockige vertreten.
Eigentlich sind nur hörenswerte Songs auf dem Album, aber wen nicht gleich der Rhythmus gepackt hat, kann aber bestimmt bei „Blame ist on your heart“ nicht mehr stillsitzen und es kribbelt in den Füßen, die rhythmisch anfangen zu zucken und man kaum an sich halten kann um nicht gleich durch die Wohnung zu tanzen….
Besonders gut gefällt mir aber auch der recht ruhige, sanfte „Song for a daughter“ als Abschluss des Albums.
Das neue Album hat mich von der ersten Note gefangen genommen und die tolle Stimme, die man hier zu hören bekommt, ist einfach nur klasse, genau wie das ganze Album, so dass ich es nur weiterempfehlen kann!
Fazit: Man merkt den Texten an was für ein Herzblut hier einfließt, die Songs berühren und werden wunderbar performend, so dass dieses Album erneut eine volle Punktlandung ist! Bitte mehr davon!

 

 

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Jäger- Tödliche Gier – Staffel 1

Edel Motion VÖ 26.04.19

Was habe ich mich gefreut, als ich las, dass Rolf Lassgård die Hauptrolle des ehemaligen Polizisten Erik Bäckström in der schwedischen Kriminal-Serie „Jäger-Tödliche Gier-Staffel 1“ übernommen hat.
Wer wie ich Krimis aus dem hohen Norden liebt, dem kommt die „Figur“ Erik Bäckström vielleicht bekannt vor. Und tatsächlich gibt es bereits zwei spannende Spielfilme, nämlich Die Spur der Jäger“ und „Die Nacht der Jäger“, die sich um den ehemaligen Kriminalkommissar aus Stockholm drehen und wo ebenfalls Rolf Lassgård die Rolle übernommen hatte.
Kurzer Einblick in die sechsteilige Serie: Erik Bäckström kehrt in seinem etwas abgelegenen kleinen schwedischen Heimatort zurück um eher etwas unfreiwillig seinen Ruhestand dort zu verbringen. Sein Neffe Peter, der gerade als Polizei-Anwärter vor Ort angefangen hat, hält große Stücke auf seinen Onkel, den er für einen hervorragenden und besonders gradlinigen Ermittler hält.

Während Erik an seinem Häuschen werkelt, wo es einiges zu Reparieren gibt, brodelt es im Ort, denn Umweltschützer gehen vehement gegen Markus Lindmark, den Betreiber eines Bergbau-Unternehmens, vor. Dieser plant mit seinem Bruder Karl in den Ort zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen indem er das neu entdeckte Goldvorkommen aus dem Berg fördern will.. Doch offenbar ist nicht alles Gold was glänzt und auch im Unternehmen sind nicht alle Mitarbeiter für die Förderung des Goldes…

Doch Markus Lindmark muss handeln, denn die Kosten laufen ihm davon und ein großer Investor aus Südafrika hat seinen Besuch angemeldet um sich vor Ort ein Bild zu machen…

 

 

Dann wird es lebensgefährlich für Markus Lindmark, denn es wird mit Stahlkugeln auf seinen Wagen geschossen, was dann Erik auf den Plan ruft, der dann als Sicherheitschef von Lindmark engagiert wird.
Erik hinterfragt aber viele Dinge und stößt auch ab und an mit seiner direkten Art auf Widerstand und er gerät zunehmend mit seinem Gewissen in Konflikt, denn sein Arbeitgeber scheint tatsächlich irgendetwas zu verbergen. Während Lindberg auf einer Versammlung die Bewohner des Ortes über sein Vorhaben informiert, kommt es auf dem Gelände der Grube zu einer folgenschweren Explosion, die Erik nur ganz knapp überlebt…

Auch sein Neffe Peter gerät in Gewissenkonflikte, denn zum einen steht sein Job auf dem Spiel wenn er auf seinen Onkel Erik hört und ihn mit Insiderwissen „füttert“ und andererseits ist er sich nicht sicher, ob sein Onkel mit seinen Vermutungen bezüglich der kriminellen Machenschaften des Bergbauunternehmens richtig liegt….
Mehr darf man eigentlich gar nicht im Voraus erzählen, denn die sechs Folgen sind spannend und für die Figur des Erik Bäckström ist Rolf Lassgård einfach die Idealbesetzung!
Ich hätte für diese spannende Krimi-Serie die volle Punktzahl vergeben, wenn nicht die Rolle eines der örtlichen Ermittler dermaßen krass/widersinnig und mit teils kaum nachvollziehbaren Handlungen auf das Geschehen Einfluss nimmt, dass man sich fragt was die Filmemacher damit bewirken wollten, ich fand es jedenfalls fehl am Platz und echt schade für so eine sonst gelungene Serie. Da es sich ja um Staffel 1 handelt, kann man nur hoffen, dass dieser „wunde Punkt“ ausgebügelt wird.
Fazit: Vier von fünf Punkten, da eine „Figur“ in der Handlung diesen Punkt schluckt, ansonsten darstellerisch toll besetzte Spannung aus dem hohen Norden!

 

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Catherine Shepherd: Sündenkammer

Kafel Verlag

Ein Jahr ist seit dem letzten sehr spannenden Zons-KrimiKnochenschrei vergangen und mitSündenkammer“ meldet sich nun die Autorin zurück.
Eigentlich darf man gar keinen Einblick in die Handlung geben, denn egal was ich bisher von Catherine Shepherd gelesen habe, es war durchweg spannend und hatte einen sogartigen Effekt beim Lesen, so dass man nicht mehr aufhören konnte und die Seiten nur so dahinflogen.
Dieses „Phänomen“ tritt hier im Buch erneut auf!
Schon der Prolog lässt einen erschauern…
In der Gegenwart endet ein Waldspaziergang vor einem bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Körper, der auf einem Scheiterhaufen liegt…
Auf den herbeigerufenen Kommissar Bergmann kommt nun reichlich Arbeit zu, denn es bleibt nicht bei der einen verkohlten – wie sich später herausstellt – weiblichen Leiche, sondern Todesfälle auf Scheiterhaufen häufen sich. Zusätzlich scheint jemand ein perfides Spiel mit dem Kommissar zu spielen, denn er erhält kleine Päckchen zu deren Inhalt auch immer geheimnisvolle Zeilen beigefügt sind, die es zu enträtseln gilt…
In der Vergangenheit wird es gruselig, man taucht in eine düstere Szenerie ein, wo eine alte Frau immer wieder Geistererscheinungen auf dem örtlichen Friedhof meldet. Außerdem werden mehre Novizen eines Franziskaner-Klosters außerhalb der Klostermauern tot aufgefunden. Zum einen stellt sich für Bastian Mühlenberg die Frage, wie sie dort hingekommen sind und zum anderen warum und woran sie sterben mussten. Ein Gespräch mit dem zuständigen Abt des Kloster bringt wenig Aufschluss, doch Bastians Bauchgefühl sagt ihm, dass innerhalb des Kloster etwas vor sich geht, dass offenbar mörderisch ist….
Welchen gemeinsamen Nenner die Scheiterhaufenmorde und die Vorfälle in der Vergangenheit haben, erschließt sich dem Leser erst im Verlauf, auch wird erst ganz zum Schluss „das Böse“ demaskiert und war in beiden Zeitebenen nicht verhersehbar! Klasse!
Fazit: Egal ob vor 500 Jahren oder aktuell, das Spannungslevel ist hoch, die Handlung sehr fesselnd, so dass der Autorin erneut ein Page-Turner gelungen ist. Toll! Weiter so!

 

 

 

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Christiane Franke & Cornelia Kuhnert: Zum Teufel mit den fiesen Friesen

rororo 

Genau wie das Cover des vorherigen BuchesMuscheln, Mord und Meeresrauschen dirigiert auch das aktuelle zu „Zum Teufel mit den fiesen Friesen“ den Leser schon mal „sanft“ in Richtung Ostfriesland, wo diese Krimi-Reihe angesiedelt ist.
Da dies erst mein zweites Buch, aber bereits das sechste der Krimi-Reihe ist, hatte ich aber trotzdem keine Mühe mich an die drei Hauptmitwirkenden den Dorfpolizisten Rudi, seinen besten Freund und Postboten des Ortes Henner und die Lehrerin und Hobbydetektivin Rosa zu erinnern. Aber auch alle anderen Mitwirkenden sind gut gezeichnet (und am Ende des Buches mit Kurzportrait aufgelistet), so dass man keine Schwierigkeiten bei der Zuordnung in der Handlung hat.
Hier gibt es nur kurzen Einblick ins Geschehen, denn sonst würde ich den Lesern das Vergnügen nehmen, das ich zumindest bei diesem humorvollen Krimi hatte.
Rosa ist mit ihrem Auto unterwegs und kann gerade noch einem auf sie zurasenden Motorradfahrer ausweichen. Sie kommt glimpflich davon, der Biker stirbt…
Was anfangs wie ein Raser-Unfall aussieht, entpuppt sich dann als Mord, denn auf den Biker wurde geschossen…
Dies bleibt nicht er einzige Mord, der auf den ersten Blick wie ein Unfall aussieht, nein, es folgen noch weitere…
Auf Rudi kommen schwierige Ermittlungen zu, denn eigentlich hatte er sich freigenommen um seinen lange als verstorben geglaubten Vater kennenzulernen, außerdem bekommt er seinen ganz speziellen Kollegen Schnepel von der Wittmunder Polizei zur Seite gestellt, der so viele Ideen hat in welche Richtung die Ermittlungen laufen sollen, dass es Rudi des Öfteren schwerfällt, das Schwindelgefühl zu unterdrücken, dass ihn dabei manchmal ereilt…
Beim Lesen konnte ich den Täter nicht aufspüren, der taucht zum Schluss aus der Versenkung auf, obwohl es reichlich andere Verdächtige gibt.  Die Beweggründe für seine Taten sind nachvollziehbar, auch wenn nur kurz darüber reflektiert wird. Aber für mich stand hier auch mehr das humorvolle Lokalkolorit, die interessanten historischen Hintergründe bzw. die gesamte Szenerie mit seinen so gut gezeichneten „Typen“ mit ihren Ecken und Kanten im Vordergrund und der „Krimi-Teil“ wertet dies nur noch auf, so dass man hier rundum gut unterhalten wird.
Wer gern die im Buch aufgetischten Gerichte ausprobieren/nachkochen möchte, der findet am Ende des Buches einige Rezepte dazu.
Fazit: Rundum gelungenes Lesevergnügen, das mit humorvollem Lokalkolorit, den charmanten drei Hauptfiguren sowie der spannenden, eingewobenen Krimihandlung punktet! Mehr davon und weiter so!

 

 

 

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Joël Dicker: Das Verschwinden der Stephanie Mailer

Piper

Der Autor begeisterte mich im Vorfeld bereits mit seinen Büchern „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ und „Die Geschichte der Baltimores“. Nun ist sein neuer Roman mit dem Titel „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ erschienen.
Gleich nach den ersten Sätzen ist man mitten drin im Geschehen der Ereignisse, die am 30. Juli 1994 in Orphea, einer amerikanischen Kleinstadt, mit dem Mord an der dreiköpfigen Familie des örtlichen Bürgermeisters Joseph Gordon und der offenbar zufällig am Haus vorbei joggenden Meghan Paladin beginnen.
Den beiden vielversprechenden jungen Polizisten Jesse Rosenberg und Derek Scott wird die Aufklärung des Vierfachmordes übertragen. Die beiden gehen akribisch allen Hinweisen nach und tatsächlich gelingt es ihnen den Täter zu ermitteln und den aufsehenerregenden Fall damit zu Abschluss zu bringen.
Als Leser wird man ins Jahr 2014 katapultiert, wo man sich auf dem Empfang anlässlich des Ausscheidens Jesse Rosenbergs aus dem Polizeidienst befindet. Im Publikum ist die Journalistin Stephanie Mailer, die in einem kurzen Gespräch mit Jesse ihn darauf hinweist, dass der Vierfachmord von Orphea aus ihrer Sicht noch nicht geklärt ist und er wahre Täter sich immer noch auf freien Fuß befände, denn Jesse und sein Partner Derek Scott hätten etwas übersehen, dass eigentlich direkt vor „ihrer Nase lag“….
Vor den Augen des verblüfften Jesse steigt die Journalistin in ein wartendes Auto und verschwindet dann spurlos….
Durch die Worte von Stephanie Mailer aufgerüttelt und durch deren spurlosen Verschwindens irritiert, bildet sich bald ein Dreier-Ermittlerteam aus Jesse Rosenberg, seinem ehemaligen Kollegen Derek Scott und der engagierten Kollegin Anna Kanner um den alten Fall von 1994 neu aufzurollen und bald im Vermisstenfall Stephanie Mailer zu ermitteln….
Joel Dicker erzählt hier in zwei Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven eine sich langsam entwickelnde vielschichtige  Geschichte, die wirklich spannend beginnt. Es gelingt dem Autor auch, dass man eine gewisse Zeit gebannt die Entwicklung der Ereignisse verfolgt, aber die doch recht eigenwilligen und auch recht anstrengenden Figuren rings um das ganz „besondere Theaterstück“, fand ich zu überzeichnet und besonders der krasse „Persönlichkeitswandel“ eines ehemaligen Polizisten war irgendwie fehl am Platz/merkwürdig und war dann bald auch nicht mehr „komisch“.
Joel Dicker lässt den Leser bis zum Schluss „mitraten“ wer hier für alles verantwortlich ist, doch der Weg dahin ist recht lang und durch die oben erwähnten Punkte hat der Spannungsbogen darunter etwas gelitten, so dass ich hier vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Anfangs spannungsgeladen, im Verlauf recht umfang-/wendungsreich, durch eigenwillige Mitwirkende dann etwas anstrengend, aber insgesamt unterhaltsam und lesenswert!
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Joseph Jefferson Farjeon: Dreizehn Gäste

Klett-Cotta

Wem der Name des Autors nicht geläufig ist, dem sei gesagt, dass  „Dreizehn Gäste“ in England unter dem Titel Thirteen Guests bereits 1936 erschienen ist. J.J. Farjeon hat bis zu seinem Tode 1955 über 60 Kriminalgeschichten geschrieben. Die bekannte Dorothy L. Sayers war eine große Bewunderin von seinen Arbeiten und Alfred Hitchcock hat ebenfalls einer seiner Werke verfilmt.
Lange  Zeit waren seine Werke in Vergessenheit geraten, wurden jetzt aber wieder entdeckt und „Dreizehn Gäste“ ist nun in Deutschland erschienen.
Aus dem Covertext erfährt man von zwölf Gästen die Lord Aveling auf sein Landgut Bragley Court eingeladen hat. Unter diesen Gästen befindet sich auch die Witwe Nadine Leveridge, die bei der Ankunft auf dem Bahnhof einen verunfallten jungen Mann mit Namen John Foss kurzhand mit auf das Anwesen des Lords mitnimmt. Dort wird der junge Mann verarztet und da er Schwierigkeiten beim Laufen hat, bietet man ihm an zu bleiben. Die anwesende Personenzahl der bunten Gesellschaft  (u.a. ein Maler, ein Klatschreporter, eine Schriftstellerin, eine Schauspielerin, ein Politiker und weitere undurchsichtige Charaktere) erhöht sich somit auf die Unglückszahl 13. Tatsächlich passiert dann im Verlauf einiges: Ein Bild wird zerstört, ein Hund getötet und es passieren mysteriöse Todesfälle, die auf Mord hindeuten. Der hinzugerufene Kriminalkommissar Kendrell hat hier eine harte Nuss zu knacken…
Der Titel Dreizehn Gäste ist etwas irreführend, denn tatsächlich sind es nur zehn Gäste, die drei anderen Personen leben auf Bragley Court, das aber nur am Rande.
Ich hatte etwas Schwierigkeiten dieses Buch zu lesen.  Der Schreibstil des Autors erinnert mich irgendwie an „Um die Ecke gedacht  – Rätsel“. Manche Textpassagen lassen sich hingegen wieder normal lesen/verstehen.
Bis „ etwas Spannendes/Mörderisches“ passiert, dauert es reichlich lange, so dass die Handlung eher dahinplätschert und man mit den unterschiedlichen Personen konfrontiert wird, die alle irgendwie ein Geheimnis verbergen.
Durch den eigenwilligen Erzählstil mit verschachtelten Sätzen und der ohnehin sich recht langsam entwickelnden Handlung verlor sich die Spannung irgendwo dazwischen.
Wer klassische englische Kriminalromane liebt, der mag  ja vielleicht diesen Erzählstil und ist ganz anderer Meinung als ich, daher gilt hier die Devise – selber lesen und sich eine Meinung bilden.
Fazit: Schade, meinen Lese-Geschmack hat dieser Klassiker inhaltlich und auch lesetechnisch leider nicht getroffen

 

 

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Barbara Wendelken: Nur wer die Hölle kennt

Piper Verlag

Das Coverbild zu „Nur wer die Hölle kennt“ ist gut gewählt und wegweisend, was einen handlungsmäßig im vierten Einsatz von Nola van Heerden und ihrem Kollegen Renke Nordmann im ostfriesischen Martinsfehn erwartet:
Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt, wo es 1997 zu einem verheerenden Brand auf einem großen Reiterhof kam. Die Besitzerin Verena Matzke, ihr kleiner Sohn Michel und Daniela, eine Angestellte kommen dabei ums Leben. Alle halten die damals 15-jährige Tochter Melody für schuldig den Brand gelegt zu haben, da ihre strenge Mutter ihr verboten hatte zu Simones Geburtstagsparty zu gehen. Melody verschwindet aus dem Ort, ein anderer Schuldiger für den Brand wird nicht gefunden….
Dann sind 20 Jahre vergangen und wir befinden uns in der Jetztzeit und Melody kommt mit ihrem kleinen Sohn Linus zurück nach Martinsfehn, wo sie neu anfangen will. Es dauert nicht lange und Melody wird von ihrer alten Freundin Simone entdeckt und sie lädt sie spontan zu ihrer anstehenden Geburtstagsfeier ein….
Melody ist der „Überraschungsgast“ auf der Feier. Sie trifft dort „alte Bekannte“, wird aber nicht von allen freundlich empfangen, denn immer noch geistert der Brand von damals in den Köpfen der Menschen herum.  Für besonderes Aufsehen sorgt dann Simones Ankündigung, dass sie ein Buch über die Geschehnisse von einst schreiben will, denn sie kenne den wahren Brandstifter und wolle ihn im Buch entlarven….
Doch zum Schreiben kommt Simone nicht mehr, denn einen Tag nach ihrem Geburtstag brennt ihr Haus lichterloh und sie kommt darin ums Leben…
Schnell brodelt die Gerüchteküche und Melody wird erneut der Brandstiftung bezichtigt…
Schwierige Ermittlungen stehen an, der ungelöste Brandanschlag von vor 20 Jahren wird neu aufgerollt, was einigen Personen im Ort Kopfzerbrechen bereitet und viele Emotionen hochkochen lässt…
Genau wie zuvor bei „Ihr einziges Kind“ aus der Martinsfehn-Krimi-Reihe, ist es der Autorin meisterhaft gelungen, ein sehr fesselndes Buch zu schreiben. Die Aufarbeitung  bzw. die Kombination des alten Falls mit den Geschehnissen in der Jetztzeit ist sehr wendungsreich, aber nie vom „roten Faden“ abweichend, so dass eine „flirrende“ Ungewissheit das ganze Buch durchzieht und somit Spannung bis zuletzt vorhanden ist.
Ich hatte eine klitzekleine Ahnung, wer sich hinter „der Maske des Bösen“ verbirgt und ich lag richtig, was aber dem fesselnden Lesevergnügen keine Minuspunkte einbringt.
Die Figuren sind gut gezeichnet, „man hatte das Gefühl, man kennt sie von irgendwo her“ und auch die kleinen Einsichten in das Privatleben der Ermittler fügen sich gut ins Geschehen ein.  Auch diesmal vergebe ich die volle Punktzahl und kann das Buch nur weiterempfehlen. Die Buchreihe darf gern so spannend weitergehen!
Fazit: Volle Punktzahl für diesen spannungsgeladenen Krimi, der einen so schnell nicht wieder loslässt!  Bitte mehr davon!

 

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