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Catherine Shepherd: Der Böse Mann

Kafel Verlag

Die Autorin schickt in diesem Thriller bereits zum sechsten Mal die Berliner Spezialermittlerin Laura Kern nebst ihrem Kollegen Max Hartung auf Verbrecherjagd. Hatten die beiden es zuletzt mit dem „Behüter“ zu tun, kommt jetzt „Der böse Mann“ zum Zuge. Man kann den aktuellen Thriller ohne Vorkenntnisse der anderen lesen, doch empfehlen kann diese spannende Reihe vom ersten Buch an!
Diesmal bekommen Laura und Max es mit einem perfiden Mörder zu tun, der sich auf einen Frauentyp eingeschworen hat und schwer zu fassen ist, denn er hinterlässt keine Spuren:
Die erste Leiche wird an einem See gefunden. Die junge Frau ist an Armen, Beinen und um den Hals mit rostigem Stacheldraht umwickelt. Auf einer der Schultern trägt sie eine auffällige Tätowierung und in einer ihrer Hosentaschen eine Botschaft, die „Ich bin die Zweite“ lautet und die Ermittler aufhorchen lässt, denn es gibt offenbar ein erstes Opfer, aber wo soll man danach suchen?
Der Mörder sonnt sich darin, dass die Ermittler im Dunkeln tappen und offenbar will er sie mit seinen „Rätseln“ in die Irre führen. Weitere Frauenleichen, ebenfalls mit Stacheldraht fixiert und mit Tätowierungen werden an unterschiedlichen Orten entdeckt. Im Verlauf rücken dann drei Männer, die alle irgendwie in Kontakt mit den jungen Frauen standen, in den Fokus der Ermittlungen. Doch wer die Thriller von Catherine Shepherd kennt, der weiß so einfach ist des Rätsels Lösung nicht!
Je mehr ähnlich aussehende Frauenleichen auftauchen, um so dreister wird das Gebaren des Mörders, er scheint immer irgendwo in der Nähe zu lauern, dabei gut verborgen den Ermittlern auf die Finger zu schauen oder aber sein nächstes Opfer auszuspähen…
 …bis Laura sein perfides Spiel durchschaut und erkennt, auf wen der Täter es eigentlich abgesehen hat…..
Neben dem spannenden Teil dieses Thrillers, kommt auch das Zwischenmenschliche nicht zu kurz; aber Laura schwebt mit ihrem Freund Taylor nicht nur auf Wolke Sieben, es gibt auch Gewitterwolken, die sich erst ganz langsam wieder verziehen….
Mir hat dieser Thriller wieder gut gefallen, der Spannungsbogen wird von Beginn an aufgebaut und mündet dann in einen heftigen Schlussakkord, der nicht vorhersehbar ist. Nur wer – wie ich – die Reihe um Laura Kern von Anfang an gelesen hat, erkennt vielleicht auch die „Zeichen“ und wird nicht so ganz erstaunt sein, wer sich hinter „dem bösen Mann“ versteckt, der in der Handlung aber erst ganz zum Schluss demaskiert wird, was immer ein großer Pluspunkt ist, aber auch ein ganz spezielles „Kennzeichen“ der Thriller von Catherine Shepherd ist, wo sich erst ganz am Schluss der Nebel lichtet und man dann erst „das Böse“ erkennt. Toll!
Fazit: Auch Fall Nr. 6 der Reihe zeichnet sich wie gewohnt durch Spannung auf hohem Niveau aus!
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Joy Ellis: Das Gewissen  der Toten

Osterwold/Hörbuch Hamburg

Die britische Autorin hatte mich mit ihrem Debüt „Der Sohn der Mörderin“ ganz schnell begeistert und auch Krimi Nr 2 „Die verschwundenen Töchter“  ist ein spannender Page-Turner mit Gänsehautgarantie.
Die beiden Ermittler DI Rowan Jackman und DS Marie Evans ermitteln in beiden Büchern, die in den „Fens“, einer Moor- und Marschlandschaft im Osten Englands angesiedelt ist.
Nun bin ich auf das Hörbuch „Das Gewissen der Toten“ gestoßen und es ist der dritte Fall für das obige Ermittler-Team. Die Lesung hat Uve Teschner übernommen, was schon mal ein großer Pluspunkt ist, denn mit seiner Stimme und seiner Vortragsart schafft er schnell die passende Atmosphäre und das „Kopfkino“ beginnt:
Im Prolog wird man Zeuge wie Carter McLean, ein Polizist und Kollege von Jackman und Evans mit seinen vier Freunden in einen Flugzeug sitzt, bis es abstürzt und nur Carter als einziger überlebt….
Die Zeit vergeht und Carter hat sich körperlich von dem Absturz wieder erholt, nur psychisch ist er immer noch nicht fit. Doch er will unbedingt wieder arbeiten, weshalb er nach außen hin eine Fassade aufbaut, die diesen „Zustand“ seiner Ansicht nach gut verbirgt. Tatsächlich ist man in den Reihen der Obrigkeit noch nicht ganz davon überzeugt, dass er wieder arbeitsfähig ist. Was allerdings auch mit der Tatsache zusammenhängt, dass er vor dem Unfall zwar ein sehr guter Ermittler war, aber seine Methoden, die dann den Fall zum Abschluss brachten, eher grenzwertig waren…
Nur Marie Evans, die Carter sehr gut kennt, weiß von seinen Schuldgefühlen, die soweit gehen, dass er seine vier toten Freunde „sieht“ und „mit ihnen spricht“. Um mit seinem Gewissen ins Reine zu kommen, beschließt Carter jedem von ihnen einen letzten „Wunsch“ zu erfüllen, aber ob das mit der täglichen Polizeiarbeit kompatibel ist, bleibt abzuwarten….
Das Ermittler-Team um DI Jackman bearbeitet u.a. den Vermissten-Fall Susan Holland, die vor 1,5 Jahren spurlos verschwand. Nur ein großer Blutfleck in ihrem Zuhause deutet auf etwas Schlimmes hin, aber eine Leiche wurde bisher nicht gefunden, bis dann plötzlich ein Anrufer wichtige Informationen hat…
Ganz besonders heikel wird es dann, als Carter McLean auf den Fall Holland aufmerksam wird, denn Susan ist die Ehefrau von seinem Freund Tom, der ebenfalls bei dem Flugzeugabsturz ums Leben kam….
Joy Ellis hat hier erneut einen sehr spannenden, unvorhersehbaren und wendungsreichen Kriminalroman geschrieben. Besonders wie sie den „gruseligen“ Part bezüglich Carter McLean und seiner „Zwiesprache“ mit seinen verstorbenen Freunden in die Geschichte eingewoben hat, ist ihr glaubhaft und durchaus nachvollziehbar gelungen, was mir gut gefallen hat. Alles in allem vergebe ich hier die volle Punktzahl, denn einmal angefangen, ist man ganz schnell im Geschehen gefangen und durch die Lesung  von Uve Teschner  wird daraus ein fesselndes Hörerlebnis, das man nicht verpassen sollte!
Fazit: Spannender, fesselnder und unvorhersehbarer Kriminalroman , der durch Uve Teschner’s Lesung schnell zum Kopfkino wird! Klasse! Bitte mehr davon!
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Inga Vesper: In Aufruhr

Der Audio Verlag

Die über zehn Stunden dauernde Lesung dieses Krimis haben Uwe Teschner (Detective Mick Blanke), Denise M’Baye (Ruby Wright) und Rike Schmid (Joyce Haney) übernommen.
Die Handlung von „In Aufruhr“ ist im Sommer 1959 angesiedelt und spielt im idyllischen  Sunnylakes  in Kalifornien, wo gut betuchte „weiße“ Familien in ihren schönen Häusern leben. Für die grobe Hausarbeit leistet man sich eine Haushaltshilfe, die zumeist – wie Ruby Wright – farbig ist.
Ruby arbeitet u.a. für die Familie Haney und ihr großer Traum ist es, durch ihre Putzarbeit einmal so viel Geld zusammen zu sparen, dass sie davon auf College gehen kann…
Als sie diesmal das Haus der Haney’s betritt, entdeckt sie nur die beiden kleinen Mädchen, die sich etwas merkwürdig verhalten bzw. unzusammenhängende Worte von sich geben und neben einer großen Blutlache in der Küche stehen. Ruby ruft mehrfach nach Joyce, der Mutter der beiden, bekommt aber keine Antwort, was sie stutzig macht. Sie sucht nach ihr, findet sie aber nicht, was sie beunruhigt. Sie versteht sich gut mit Joyce, die sie nicht wie ihre Putzfrau behandelt, sondern sie gehen sehr freundschaftlich miteinander um, weswegen Ruby sich langsam ernsthaft Sorgen macht, denn das Blut auf dem Boden lässt Schlimmes vermuten…
Joyce bleibt verschwunden und sie taucht auch in der nächsten Zeit nicht wieder auf…
Mit den polizeilichen Ermittlungen wird Detective Mike Blanke betraut, der erst geraume Zeit in diesem Bezirk arbeitet und auf dem Revier als „Außenseiter“ gilt, da er sich so gar nicht mit den „üblichen“ Gepflogenheiten der Gegend und sich ganz besonders nicht mit dem vorherrschenden und praktizierten Rassismus anfreunden kann…
Als der Detective im Haus der Haney’s eintrifft, um sich selbst ein Bild vor Ort zu machen, sind seine Kollegen bereits da und ohne groß Nachzufragen, was genau passiert ist, haben sie erst einmal aufgrund ihrer Hautfarbe Ruby Wright verhaftet!
Nachdem Mike Blanke mit Ruby Wright gesprochen hat, stuft er sie als wichtige Zeugin ein. Außerdem hat er das Gefühl, sie könne ihm durch ihr Insiderwissen bei der Aufklärung des Verschwindens von Joyce Haney eine große Hilfe sein,  weswegen er sie um ihre Mithilfe bittet. Doch Ruby ist sich nicht sicher, ob sie dem weißen „Cop“ trauen kann, denn sie hat in „ihrer Welt“ ganz andere Erfahrungen gemacht.
Im Verlauf kommt es doch zu einer Art Zusammenarbeit  zwischen den beiden.
Bald brökelt die Fassade vom perfekten Familienglück der Haney’s und es wimmelt von Lügen, Unwahrheiten, tief verborgenen Geheimnissen und als dann noch ein Gegenstand zu Bruch geht, tut sich ein Abgrund auf…
Durch das Lesen mit verteilten Rollen, werden die damalige Zeit und ganz besonders die Figuren lebendig.
Auch wenn die Autorin hier ganz bewusst auf Rassismus und Frauenrechte, bzw. deren Stellenwert zu der damaligen Zeit aufmerksam machen will – was ihr gut gelungen und sicherlich immer noch ein aktuelles und wichtiges Thema ist – hätte für mich der Krimi auch ohne dieses „Beiwerk“  gut funktioniert, denn ihr ganz besonderer Erzählstil ist es, der dieses spannende Buch ausmacht und mir gut gefallen hat.
Obwohl die Autorin viele falsche Fährten eingewoben hat, hatte ich bald eine Idee, wer/was hier zum Verschwinden von Joyce Haney geführt hat und ich lag richtig. Aber das nur am Rande, denn nichtsdestotrotz ist dieses Hörbuch unterhaltsam, spannend und hörenswert.
Fazit: Der besondere Erzählstil ist es, der dieses unterhaltsame, spannende Hörbuch ausmacht und durch das gut gewählte Sprecher-Ensemble, hörenswert zum Leben erwacht!
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Catherine Shepherd: Stummes Opfer

Kafel Verlag

Der mittlerweile 11.(!) Zons-Krimi „Stummes Opfer“, der als E-Book oder auch als Taschenbuch erhältlich ist, lässt einen schon gleich zu Beginn die Nackenhaare hochstehen, denn man wird „Zeuge“ während „das Böse“ sein Unwesen treibt….
Wie bei der „Zons-Reihe“ typisch, gibt es gleich zweimal fesselnde Spannung, denn die Kriminalfälle spielen zum einen in der Gegenwart, wo Kommissar Oliver Bergmann die Ermittlungen leitet und zum anderen befindet man sich nach einem Zeitsprung im Mittelalter bzw. im Jahr 1502, wo dann Bastian Mühlenberg von der Zonser Stadtwache für Recht und Ordnung sorgt.
Zum Inhalt:
Gegenwart: Während der Neubau des „Neuen Archivs“ in Zons eingeweiht wird und eine Delegation das Gebäude besichtigt, entdeckt jemand im Eingangsbereich einen Riss in einer der dortigen Säulen. Nach näherem Betrachten/Untersuchen sind die Feierlichkeiten von jetzt auf gleich beendet, denn in der Säule wird ein eingemauerter männlicher Leichnam entdeckt, der in seiner Hand ein dunkelgrünes Teilstück eines alten Wachs-Siegel hält…
Es bleibt nicht bei dem einen gruseligen Fund, es werden weitere Mordopfer entdeckt.  Alle findet man an markanten Plätzen bzw. Gebäuden und man findet Wachsstücke bei ihnen….
1502: Durch Zons dröhnt ein ständiges Hämmern und die Luft ist sehr staubig, denn durch Hochwasser ist ein Teil der Kirchenmauer eingestürzt. Eine Vielzahl an großen Steinen müssen bearbeitet und unter großen Mühen bewegt werden um die Mauer zu reparieren, doch es ist wie „verhext“, kaum fertig, stürzt sie immer wieder ein….
Bastian Mühlenberg muss sich mit dem Verschwinden von mehreren Bettelweibern befassen, die sonst zum Stadtbild gehören. Dann wird eine der Frauen tot und nur notdürftig verscharrt im Wald gefunden. Unter dem Leichnam liegt ein dunkelgrünes Stück Siegelwachs ….
Neben dem Wachsstück als „Verbindung“ zwischen Gegenwart und Vergangenheit, ist natürlich auch wieder „das Knistern“ zwischen Anna und Bastian in die Gesamthandlung eingewoben, was keinesfalls fehlen darf und diese Thriller-Reihe auch „besonders“ macht.
Die Thematik, die hier den roten Faden in der Handlung bildet, ist gut gewählt, bildet sie doch das „passende Ambiente“ für einen Thriller.  Gut gefallen hat mir, wie die Autorin in beiden Zeitzonen dann daraus eine fesselnde und sehr spannende Geschichte gemacht hat. Im „Nachwort“ erzählt sie übrigens, was und wodurch sie für dieses Buch inspiriert wurde und welche Realität sich dahinter verbirgt.
Wie gewohnt, ist es ihr gelungen, durch geschicktes Fährtenlegen, den einen oder anderen Verdächtigen aufzuzeigen, aber „das Böse“ selbst bleibt bis zum Schluss verborgen und somit der Spannungsbogen lange hochgehalten! Klasse!
Fazit: Die Thematik des spannenden Thrillers ist gut gewählt, die wendungsreiche Handlung punktet ganz besonders durch Unvorhersehbarkeit, so dass der Spannungsbogen bis zu Schluss gehalten wird! Bitte weiter so!
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Schitt’s Creek – Staffel 1

Edel Motion  VÖ 16.04.21

Die millionenschwere vierköpfige Familie Rose ist Luxus und Reichtum gewöhnt! Was für ein Schock als das Finanzamt vor der Tür steht und man ihnen offenbart, dass sie durch nebulöse Buchführung nun zur Begleichung ihrer gewaltigen Steuerschulden, ihr großes Vermögen verlieren und ihnen nur ein Minimum an Besitz bleibt. Dieser Besitz ist eine – aus Spaß erworbene –  unscheinbare, trostlose Ortschaft namens „Schitt’s Creek„.
…. und genau dort landet Familie Rose mit Sack und Pack. Nach einigem Hin und Her und nur durch „die Güte“ des Bürgermeisters Roland Schitt kommen die Vier im örtlichen Motel unter. Besonders die verwöhnten, bereits erwachsenen Geschwister Alexis und David müssen sich ein Zimmer teilen, was zu einigen Reibereien führt….
Auch Moira und Johnny Rose versuchen irgendwie mit der Katastrophe umzugehen, wobei sie allerdings bei den Einwohnern und besonders anfangs beim Bürgermeister auf einige Barrieren stoßen. Besagter Bürgermeister ist sehr „sensibel“, wenn es um „seine“ Stadt geht, was die Roses dann spätestens merken, als ihnen die Eingangstüren zu ihren Zimmern fehlen…
Muss sich Familie Rose zuerst noch mit den recht dürftig ausgestatteten und nicht sonderlich gepflegten zwei kleinen Zimmern im Motel arrangieren –  wo auch schon mal „braune Brühe“ durch die Zimmerdecke tropft -,  verblüffen dann aber alle Vier mit kreativen Ideen um irgendwie an Geld zu kommen. Auch nähern sie sich vorsichtig den Einwohnern des Ortes an und knüpfen vorsichtige Kontakte, was im Verlauf ganz besonders Alexis Gefühlswelt durcheinanderbringt…..
Nach einiger Zeit haben sich die vier Roses erst einmal ihrem Schicksal ergeben, doch Vater Johnnys vorherrschender Gedanke ist es, Schitt’s Creek so schnell wie möglich wieder zu verkaufen…
Ob ihm das gelingt?
Die beiden männlichen Hauptdarsteller Eugene und Daniel Levy sind auch im wirklichen Leben Vater und Sohn. Regisseur und Schauspieler Daniel Levy hatte auch die Idee zu dieser mittlerweile mehrfach preisgekrönten kanadischen Comedy-Serie. Im Bonus-Material gibt es übrigens auch Interviews mit Cast und Crew.
Die Serie ist schauspielerisch toll besetzt und punktet durch Situationskomik, die von Anfang an gegeben ist und sich in den dreizehn kurzweiligen Episoden widerspiegelt. Besonders die unzähligen Perücken von Moira und die teils extravaganten Kleidungsstücke von Mutter und Sohn „peppen“ so manche Szene noch extra auf. Ohne besonders noch weiter auf den Inhalt einzugehen, kann ich nur sagen: Hier wird man humorvoll unterhalten!
So ganz unbekannt, ist mir der rote Faden dieser Serie allerdings nicht!  Gab es doch 2005/06 zwei Staffeln der deutsch-österreichischen Comedy-Serie „Arme Millionäre“ mit Andrea Sawatzki und Sky du Mont in den Hauptrollen, auf RTL zu sehen. Die dortige Familie musste ebenfalls von heute auf morgen von ihrem luxuriösem Domizil/Leben Abschied nehmen und dann in einer Plattenbauwohnung unterkommen. Aber dies nur am Rande…
Fazit: Tolles Schauspiel-Ensemble, das Situationskomik auf hohem Niveau präsentiert, so dass hier gute Unterhaltung garantiert ist!
 

 

 

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Arno Strobel: Mörderfinder

argon Verlag

Von Arno Strobel habe ich bereits einige spannende Bücher gelesen, zuletzt „Offline“.
Nun startet er mit Die Spur der Mädchen die neue Thriller-Reihe „Mörderfinder“ um den Fallanalytiker Max Bischoff, der einst bei der Kriminalpolizei in Düsseldorf tätig war; nun in Köln lebt, aber nicht mehr im aktiven Dienst ist, sondern an der Polizeihochschule Vorträge hält.
Nach einer Vorlesung kontaktiert ihn der Vater von Leni Benz, die vor sechs Jahren spurlos verschwunden ist. Er bittet ihn, denn Fall seiner Tochter neu zu untersuchen, denn mit den Ermittlungen von damals sei er unzufrieden. Bischoff lehnt diese Bitte ab, doch irgendetwas regt sich in seinem Inneren und er kontaktiert einen ehemaligen Kollegen um sich nach den näheren Umständen des Verschwindens im „Fall Leni“ zu erkundigen….
….tatsächlich begibt sich er sich dann doch auf die Suche nach Leni, denn etwas in diesem Fall ist merkwürdig, zumal plötzlich im Hause Benz Sachen von der Vermissten auftauchen, die sie bei ihrem Verschwinden bei sich hatte…
Während Max Bischoff sich als Privatermittler durch die alten Akten liest und die Zeugen von damals erneut befragt, verschwinden im Raum Köln erneut junge Mädchen…
Ob die aktuellen Vermisstenfälle und der Fall Leni zusammenhängen, bleibt hier unerzählt, denn dazu ist dieser Thriller einfach zu spannend gelungen, fesselnd und wendungsreich!
Der Figur des „neuen Ermittler“ Max Bischoff ist gut gezeichnet und er kommt sympathisch rüber. Es gibt einen kleinen Einblick in sein Privatleben, was aber nicht stört und gut in die Gesamthandlung eingewoben ist.
Die Lesung dieses spannenden Buches hat Dietmar Wunder übernommen (er ist übrigens u.a. die Synchronstimme von Bond-Darsteller Daniel Craig), was schon mal eine sehr gute Wahl ist, denn durch seine „Stimmenvielfalt“ hat man keine Schwierigkeiten die mitwirkenden Personen zu unterscheiden und durch seine ganz besondere Art und Weise Texte vorzutragen, wird die Handlung lebendig und man befindet sich „mittendrin“ im Geschehen, was bei der „Thematik“ hier allerdings schon recht nervenaufreibend ist, obwohl der Autor sehr sensibel und ohne zu sehr ins Detail zu gehen, damit umgegangen ist.
Der wendungsreiche spannende Thriller hat mir sehr gut gefallen, obwohl die Thematik schon „hard stuff“ ist. Dem Autor sowie dem Vorleser ist es aber gelungen, sie sehr einfühlsam aufzuschreiben und zu präsentieren, so dass ich hier die volle Punktzahl vergebe und auf die Fortsetzung der Reihe gespannt bin.
Fazit: Dieses spannende und wendungsreiche Thriller-Debüt bekommt die volle Punktzahl und wird in der Hörbuchfassung von Dietmar Wunder zum Hörerlebnis der besonden Art! Bitte mehr davon und weiter weiter so in dieser Autoren/Vorleser-Kombination!
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Gustav Skördeman: Geiger

Lübbe

Die Handlung beginnt im Haus der bekannten Fernseh- und Entertainer-Legende Stellan Broman, der in ganz Schweden als „Onkel Stellan“ bekannt ist. Seine rauschenden Feste, wo sich Prominente aus allen Bereichen des Showbusiness, aber auch hohe Politiker aus dem In- und Ausland trafen, sind legendär. Er ist mittlerweile seit vielen Jahren aus dem Showgeschäft heraus und genießt nebst Ehefrau Agneta seinen Ruhestand. Gerade sind die Enkelkinder von ihren Eltern abgeholt worden und es kehrt wieder Ruhe im Hause Broman ein. Doch die ist nur von kurzer Dauer, denn das Telefon klingelt. Als Agneta den Hörer abnimmt, ertönt das Wort „Geiger“ und die Idylle ist dahin….
Agneta hat es plötzlich eilig, sie holt aus einem Versteck eine Waffe, die sie kurze Zeit später auf den Hinterkopf ihres Mannes richtet und abdrückt. Dann verlässt sie das Haus….
Kommissarin Sara Nowak wird von einer Kollegin um Mithilfe gebeten und zu einem Tatort gerufen…
Als Sara die Adresse hört, ist sie elektrisiert, denn sie hat dort die meiste Zeit ihrer Kindheit verbracht, da ihre alleinerziehende Mutter als Haushaltshilfe bei der Familie Broman angestellt war. Sara und sie wohnten auf dem Grundstück und Bromans Töchter Lotta und Malin waren lange Zeit ihre Spielkameradinnen gewesen.
…. und dann betritt Sara das Haus. Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein, obwohl sie schon lange nicht hier war, ist alles noch so wie früher –  nur dass nun Stellan Broman erschossen in einem Sessel sitzt….
Im Verlauf der Handlung wird aus dem umjubelten Entertainer, dann jemand, der offenbar eine sehr dunkle Seite hatte, was nicht nur bei Sara Nowak für Entsetzten sorgt, sondern den Mord an „Onkel Stellan“ plötzlich in ein ganz anderes Licht rückt….
Das Buch liest sich gut und den Beginn der Geschichte fand ich interessant und spannend. Doch dann tauchen recht schnell Worte wie „Spionage, kalter Krieg etc.“ auf, was zu einem recht umfangreichen Handlungsteil führt, wo der Autor Zusammenhänge erklärt und auf das politische Geschehen in der damaligen Zeit eingeht, was zwar einerseits hilfreich für das bessere Verstehen ist, andererseits aber den Spannungsbogen abflachen lässt, zumal man auch noch die vielen undurchsichtigen Mitwirkenden richtig einordnen muss…
Keine der „Hauptfiguren“ war mir sonderlich sympathisch und die „dunkle Seite“ des Mordopfers überraschte mich dann auch nicht sonderlich. Auch was sonst noch „aufgedeckt/enttarnt“ wurde, hatte ich schon recht schnell vermutet und lag dann letztendlich auch richtig.
Da dies ja das Debüt einer mehrteiligen Reihe ist, möchte ich von den oben erwähnten „Unebenheiten“ aber noch erst absehen und den weiteren Verlauf im nächsten Buch abwarten, so dass ich hier drei von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Wendungsreiches, aber eher durchschnittliches Thriller-Debüt
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