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Arno Strobel: Mörderfinder

argon Verlag

Von Arno Strobel habe ich bereits einige spannende Bücher gelesen, zuletzt „Offline“.
Nun startet er mit Die Spur der Mädchen die neue Thriller-Reihe „Mörderfinder“ um den Fallanalytiker Max Bischoff, der einst bei der Kriminalpolizei in Düsseldorf tätig war; nun in Köln lebt, aber nicht mehr im aktiven Dienst ist, sondern an der Polizeihochschule Vorträge hält.
Nach einer Vorlesung kontaktiert ihn der Vater von Leni Benz, die vor sechs Jahren spurlos verschwunden ist. Er bittet ihn, denn Fall seiner Tochter neu zu untersuchen, denn mit den Ermittlungen von damals sei er unzufrieden. Bischoff lehnt diese Bitte ab, doch irgendetwas regt sich in seinem Inneren und er kontaktiert einen ehemaligen Kollegen um sich nach den näheren Umständen des Verschwindens im „Fall Leni“ zu erkundigen….
….tatsächlich begibt sich er sich dann doch auf die Suche nach Leni, denn etwas in diesem Fall ist merkwürdig, zumal plötzlich im Hause Benz Sachen von der Vermissten auftauchen, die sie bei ihrem Verschwinden bei sich hatte…
Während Max Bischoff sich als Privatermittler durch die alten Akten liest und die Zeugen von damals erneut befragt, verschwinden im Raum Köln erneut junge Mädchen…
Ob die aktuellen Vermisstenfälle und der Fall Leni zusammenhängen, bleibt hier unerzählt, denn dazu ist dieser Thriller einfach zu spannend gelungen, fesselnd und wendungsreich!
Der Figur des „neuen Ermittler“ Max Bischoff ist gut gezeichnet und er kommt sympathisch rüber. Es gibt einen kleinen Einblick in sein Privatleben, was aber nicht stört und gut in die Gesamthandlung eingewoben ist.
Die Lesung dieses spannenden Buches hat Dietmar Wunder übernommen (er ist übrigens u.a. die Synchronstimme von Bond-Darsteller Daniel Craig), was schon mal eine sehr gute Wahl ist, denn durch seine „Stimmenvielfalt“ hat man keine Schwierigkeiten die mitwirkenden Personen zu unterscheiden und durch seine ganz besondere Art und Weise Texte vorzutragen, wird die Handlung lebendig und man befindet sich „mittendrin“ im Geschehen, was bei der „Thematik“ hier allerdings schon recht nervenaufreibend ist, obwohl der Autor sehr sensibel und ohne zu sehr ins Detail zu gehen, damit umgegangen ist.
Der wendungsreiche spannende Thriller hat mir sehr gut gefallen, obwohl die Thematik schon „hard stuff“ ist. Dem Autor sowie dem Vorleser ist es aber gelungen, sie sehr einfühlsam aufzuschreiben und zu präsentieren, so dass ich hier die volle Punktzahl vergebe und auf die Fortsetzung der Reihe gespannt bin.
Fazit: Dieses spannende und wendungsreiche Thriller-Debüt bekommt die volle Punktzahl und wird in der Hörbuchfassung von Dietmar Wunder zum Hörerlebnis der besonden Art! Bitte mehr davon und weiter weiter so in dieser Autoren/Vorleser-Kombination!
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Gustav Skördeman: Geiger

Lübbe

Die Handlung beginnt im Haus der bekannten Fernseh- und Entertainer-Legende Stellan Broman, der in ganz Schweden als „Onkel Stellan“ bekannt ist. Seine rauschenden Feste, wo sich Prominente aus allen Bereichen des Showbusiness, aber auch hohe Politiker aus dem In- und Ausland trafen, sind legendär. Er ist mittlerweile seit vielen Jahren aus dem Showgeschäft heraus und genießt nebst Ehefrau Agneta seinen Ruhestand. Gerade sind die Enkelkinder von ihren Eltern abgeholt worden und es kehrt wieder Ruhe im Hause Broman ein. Doch die ist nur von kurzer Dauer, denn das Telefon klingelt. Als Agneta den Hörer abnimmt, ertönt das Wort „Geiger“ und die Idylle ist dahin….
Agneta hat es plötzlich eilig, sie holt aus einem Versteck eine Waffe, die sie kurze Zeit später auf den Hinterkopf ihres Mannes richtet und abdrückt. Dann verlässt sie das Haus….
Kommissarin Sara Nowak wird von einer Kollegin um Mithilfe gebeten und zu einem Tatort gerufen…
Als Sara die Adresse hört, ist sie elektrisiert, denn sie hat dort die meiste Zeit ihrer Kindheit verbracht, da ihre alleinerziehende Mutter als Haushaltshilfe bei der Familie Broman angestellt war. Sara und sie wohnten auf dem Grundstück und Bromans Töchter Lotta und Malin waren lange Zeit ihre Spielkameradinnen gewesen.
…. und dann betritt Sara das Haus. Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein, obwohl sie schon lange nicht hier war, ist alles noch so wie früher –  nur dass nun Stellan Broman erschossen in einem Sessel sitzt….
Im Verlauf der Handlung wird aus dem umjubelten Entertainer, dann jemand, der offenbar eine sehr dunkle Seite hatte, was nicht nur bei Sara Nowak für Entsetzten sorgt, sondern den Mord an „Onkel Stellan“ plötzlich in ein ganz anderes Licht rückt….
Das Buch liest sich gut und den Beginn der Geschichte fand ich interessant und spannend. Doch dann tauchen recht schnell Worte wie „Spionage, kalter Krieg etc.“ auf, was zu einem recht umfangreichen Handlungsteil führt, wo der Autor Zusammenhänge erklärt und auf das politische Geschehen in der damaligen Zeit eingeht, was zwar einerseits hilfreich für das bessere Verstehen ist, andererseits aber den Spannungsbogen abflachen lässt, zumal man auch noch die vielen undurchsichtigen Mitwirkenden richtig einordnen muss…
Keine der „Hauptfiguren“ war mir sonderlich sympathisch und die „dunkle Seite“ des Mordopfers überraschte mich dann auch nicht sonderlich. Auch was sonst noch „aufgedeckt/enttarnt“ wurde, hatte ich schon recht schnell vermutet und lag dann letztendlich auch richtig.
Da dies ja das Debüt einer mehrteiligen Reihe ist, möchte ich von den oben erwähnten „Unebenheiten“ aber noch erst absehen und den weiteren Verlauf im nächsten Buch abwarten, so dass ich hier drei von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Wendungsreiches, aber eher durchschnittliches Thriller-Debüt
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T.Enger/J. Lier Horst: Blutnebel

blanvalet

Nachdem im letzten November die neue Thriller-Reihe der beiden norwegischen Autoren mit „Blutzahl“ sehr spannend und vielversprechend gestartet war, geht es nun mit „Blutnebel“ weiter.
Auch diesmal beginnt die Handlung mit einem Knall. Was anfangs nicht so ganz verwunderlich ist, denn es ist Silvester und aus diesem Grunde haben sich am Rathauskai im Osloer Hafengebiet viele Menschen versammelt – genau wie die Journalistin Emma Ramm – um das neue Jahr zu begrüßen. Allerdings welche Szenerie sich kurz nach dem Knall dort bietet, damit hatten die dort Versammelten sicherlich nicht gerechnet:
Eine gewaltige Explosion und Druckwelle erschüttert das umliegende Gebiet. Um Emma Ramm herum herrscht Panik und Chaos. Als  sie sich selbst einigermaßen wieder gefangen hat, taumelt sie durch die Menge und entdeckt dabei einen Toten, den sie sehr gut kennt und der eigentlich gar nicht hier kein konnte….
Kommissar Blix und seine Kollegin Kovic sind schnell am Unglücksort und verschaffen sich ein erstes Bild vom Geschehen, wobei Blix einen im Wasser treibenden leblosen Menschen entdeckt. Ohne lange nachzudenken, springt er ins eiskalte Hafenbecken. Unter großen Mühen und nur mit Hilfe seiner Kollegin kann er den Körper einer Frau ans Ufer ziehen. Die nahenden Sanitäter bringen die Frau, deren Gesicht durch die Explosion schwer in Mitleidenschaft genommen wurde, ins Krankenhaus, wo sie auch am nächsten Tag noch im Koma liegt…
Im Verlauf wird die Frau als Ruth-Kristine Smeplass  identifiziert. Beim diesem Namen fangen beim Kommissar alle „Erinnerungsglocken“ an zu klingen, denn Ruth-Kristine ist die Mutter von Patricia, dem kleinen Mädchen, das man vor vielen Jahren entführt hatte und bis heute als vermisst gilt und zu einem ungelösten Kriminalfall gehört, der Blix über die ganze Zeit hinweg,  nicht losgelassen hat…
Warum und wieso Kommissar Blix und Emma Ramm diesen „alten Fall“ nun erneut durchleuchten, erzähle ich hier sicherlich nicht, denn dieser Thriller ist so wendungsreich und setzt sich aus vielen unterschiedlichen Hinweisen und mitwirkenden Figuren zusammen, dass ich nur jedem empfehlen kann, diesen fesselnden Page-Turner selbst zu genießen!
Das Privatleben der beiden Hauptfiguren Ramm und Blix bekommt auch etwas Raum in der Handlung bzw. tangiert den roten Faden, was nicht stört und gut ins Geschehen eingewoben ist. Ich bin schon gespannt wie es im nächsten Buch (soll laut Klappentext im Oktober 21 erscheinen) weitergeht!
Fazit: Unbedingt lesen! Sehr spannender, wendungsreicher Page-Turner! Bitte weiter so!

 

 

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Bernhard Aichner: Dunkelkammer

der Hörverlag

-Ein Bronski Krimi-

Der Autor war mir bis dato nicht bekannt.“Dunkelkammer“ ist der Beginn der neuen Krimi-Reihe um den Pressefotografen David Bronski und eine gute Gelegenheit den Erzählstil von Bernhard Aichner kennenzulernen.
Bei der ungekürzten Hörbuch-Fassung wirken dreizehn(!) verschiedene Sprecher/innen mit. Besonders der Schauspieler Boris Aljinovic war mir dabei ein Begriff und mit seiner markanten Stimme haucht er der Hauptfigur David Bronki Leben ein. Aber auch alle anderen Sprecherstimmen sind gut gewählt, so dass man sie im Verlauf den Figuren gut zuordnen kann.
Die Geschichte setzt sich aus Puzzle-Teilchen zusammen, sie entwickelt sich langsam aus unterschiedlichen Perspektiven und wird spannend von den verschiedenen „Figuren“ teils allein, aber auch als Dialog wiedergegeben. Über der ganzen Handlung schwebt eine düstere Atmosphäre, die bis zum Schluss anhält. Der Erzähl-Stil des Autors hat mir gut gefallen, durch seine bildhafte Sprache verschafft er einen ganz besonderen Einblick ins Geschehen:
Innsbruck: Kurt, ein einstiger Kollege Bronski ist mittlerweile obdachlos und während er auf der Suche nach einem Nachtlager ist, bricht er in eine abgelegen liegende, seit langem unbewohnte Wohnung ein. Dort findet er eine entstellte Leiche, darüber informiert er David Bronski. Wie sich später herausstellt, lag die Tote dort mindestens 20 Jahre unentdeckt…
David Bronski wird mit seiner Kollegin Svenja auf den Fall angesetzt, sie sollen vor Ort Fotos machen, recherchieren und berichten.
Parallel zu dem 20 Jahre alten „Fall“ wird das Leben von David Bronski beleuchtet, der mehrere Schicksalsschläge verkraften musste.
Durch die sehr geschickte Erzählweise des Autors erfährt man dann als Zuhörer, in welchem Bezug Bronskis Schicksalsschläge und die seit 20 Jahren unentdeckte Leiche stehen…
Um was es hier genau geht, möchte ich gar nicht weiter erzählen, dazu ist die Gesamthandlung zu komplex, verschachtelt und wendungsreich. Durch die tolle Sprecherbesetzung entsteht ganz schnell ein fesselndes Kopfkino und die mehr als sieben Stunden dauernde Lesung vergeht wie im Flug!
Das Hörbuch ist sehr unterhaltsam und spannend, was durch den für mich ungewöhnlichen Erzählstil des Autors noch untermauert wurde.
Beim Inhalt der Geschichte möchte ich aber anmerken, dass mir der Realitätsbezug schwerfällt, bzw. kann ich mir kaum vorstellen, dass über 20 Jahre hinweg so eine „Manipulation“ funktioniert. Dies nur am Rande, denn an der schriftstellerischen Freiheit möchte ich nicht rütteln. Nichtsdestotrotz habe ich das Hörbuch genossen und eine Fortsetzung der Reihe würde ich mir durchaus wieder anhören.
Fazit: Gelungener Auftakt der Bronski-Krimi-Reihe, was durch das tolle Sprecher-Ensemble schnell zum Kopfkino wird!
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