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Arnaldur Indriðason: Verborgen im Gletscher

Lübbe

Ich habe mich ja schon mehrfach als Fan des isländischen Autors Arnaldur Indriðason „geoutet“ und von ihm bereits viele spannende Bücher gelesen und hier vorgestellt. 2018 gab es mit „Graue Nächte“ und „Der Reisende“  ja gleich zwei Einsätze des Ermittler-Duos Flóvent  und Thorson.
In „Verborgen im Gletscher“ kommt nun der pensionierte Kommissar Konráð  zum Einsatz, der mir bereits durch einen Kurzauftritt in einem der vorherigen oben erwähnten Krimis bekannt ist.
Während einer Wanderung auf dem Langjökull-Gletscher findet eine Reisegruppe die im Eis eingefrorene Leiche eines seit 30 Jahren vermissten Mannes. Nach der Obduktion steht fest, dass man hier in Sachen Mord ermitteln muss…
Die aufwändige, aber frustrane Suche nach Sigurvin hatte damals Konráð geleitet. Zwar gab es einen Verdächtigen, der beteuerte aber stets seine Unschuld und stichfeste Beweise gegen ihn wurden nie gefunden….
Parallel zum  neu von der Polizei aufgerollten Gletscher-Mordfall, gibt es einen weiteren Handlungsstrang, in deren Verlauf dann der ehemalige Kommissar auf Wunsch einer Angehörigen Erkundigungen einzieht. Bald kreuzen sich die Fälle und verschmelzen zu einem großen weitreichenden Kriminalfall.
Eingewoben in die Gesamthandlung sind Einblicke in das Leben von Kommissar Konráð, aktuelle Themen wie der vorherrschende Klimawandel sowie Information zum Leben in Island nebst Kultur und Geschichte.
Auch wenn es hier um „unblutige“ Morde geht und deren Aufarbeitung eher ruhige Ermittler-Arbeit in Form von Befragungen und akribischem Nachfornschen ist, gefällt mir die Art und Weise wie dies Buch erzählt wird, denn es hat mich von Anfang bis Ende gefesselt und kommt ohne „Actionszenen“ und detaillierte Tatortbeschreiben aus, weswegen es von mir die volle Punktzahl erhält.
Fazit: Ruhig erzählter, spannend abgefasster und unbedingt lesenswerter Krimi! Bitte mehr davon!

 

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Hakan Nesser: Der Verein der Linkshänder

btb
Wer kennt sie nicht, die beiden legendären Kommissare, denen Hakan Nesser mit seinen Kriminalromanen Leben eingehaucht hat: Kommissar Van Veeteren, „Sein letzter Fall“ erschien 2004 und/oder Kommissar Barbarotti ermittelte 2014 in „Am Abend des Mordes“ nach einem schweren privaten Schicksalsschlag und es schien auch sein letzter Fall zu sein.
Doch nun hat Hakan Nesser diese beiden Kommissare reaktiviert und in seinem neuen über 600 Seiten starken Kriminalroman „Der Verein der Linkshänder“ zeigen beide erneut ihr Können und jeder geht auf seine ganz spezielle Weise seinem kriminalistischen Spürsinn nach…
Ebenfalls mit von der Partie ist Kommissar Münster, der seinen alten Chef Van Veeteren kurz vor dessen 75. Geburtstag in seinen Antiquariat aufsucht und ihn mit einem alten Fall konfrontiert, den sie beide vor vielen Jahren bearbeitet und erfolgreich abgeschlossen hatten. Damals trafen sich in einer Pension fünf Personen, die alle dem Verein der Linkshänder angehörten. Dann brannte die Pension mitsamt den darin befindlichen Menschen nieder. Da man aber nur vier Leichen fand, nahm man an, dass das fünfte Mitglied der Mörder ist. Leider wurde er nie dingfestgemacht, denn von ihm fehlte bisher jede Spur…
….bis jetzt, denn ganz in der Nähe der abgebrannten Pension werden in einem kleinen Waldstück die sterblichen Überreste des damals als Täter eingestuften Mitglieds gefunden und offenbar wurde er zur gleichen Zeit ermordet wie die anderen vier….
…und somit wurde der Mörder nie gefasst und Kommissar Van Veeteren nebst Kollegen Münster haben damals schlichtweg versagt….
Während Van Veeteren noch diese Nachricht verdaut, wird auf der Veranda eines etwas abgelegenen Ferienhauses unter einer Plastikplane eine männliche Leiche entdeckt. Kommissar Barbarotti und seine langjährige Kollegin Eva Backman werden mit dem Fall betraut und schon auf den ersten Blick ist klar, der Mann ist keines natürlichen Todes gestorben….
Wie alles zusammenhängt, wie es kommt, dass diese beiden Kommissare hier in der Geschichte auftauchen und was es auf sich hat mit diesem ganz besonderen Verein, dass sollte jeder selbst lesen, denn es lohnt sich auf jeden Fall!
Hakan Nesser ist für mich ein Meister der Erzählkunst und es ist ihm wieder einmal gelungen, einen sehr spannenden und fesselnden Kriminalroman zu schreiben. Zwar schweifen die Gedanken beider Kommissare dann und wann etwas ab, doch den roten Faden verlieren sie nie. Auch bei den unterschiedlichen Zeitebenen verliert man nicht den Überblick und alles fügt sich wie kleine Puzzlesteine nach und nach zu einem Gesamtbild zusammen.
Fazit: Gelungenes „Wiedersehen“ zweier legendärer Kommissare, das man nicht verpassen sollte!

 

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Romy Fölck: Sterbekammer

Lübbe

Nach „Totenweg“ und „Bluthaus“ geht es erneut in die Elbmarsch, wo der Apfelhof Paulsen liegt. Die Tochter des Besitzer ist die junge engagierte Polizistin Frida, die zurück auf den elterlichen Hof gezogen ist, denn nach einer schweren Kopfverletzung schafft ihr Vater die Arbeit auf dem Hof kaum noch. Der Hof hat schon bessere Zeiten gesehen, weswegen die Überlegung im Raum steht, ihn zu verkaufen, was Frida aber unbedingt verhindern will….
Das ist nur ein Problem, das Frida irgendwie lösen möchte. Doch bevor sie sie sich damit beschäftigen kann, wird sie aus dem Schlaf geholt, als sie mitten in der Nacht ihren Vater leise mit einer Frau sprechen hört. Frida geht hinunter, wo die Nachbarin aufgeregt davon erzählt, dass der Hund des Deichmühlenbesitzer Josef Hader unaufhörlich kläfft, was ungewöhnlich ist, da er nachts immer im Haus ist…
Der Mühlenbesitzer ist in der Gegend nicht sonderlich beliebt, denn ist er ein aufbrausender Sonderling, der keinen Kontakt zu den Nachbarn pflegt…
Frida macht sich mit ihrem Vater auf den Weg zur Mühle um nachzusehen, was dort vor sich geht. Von Weiten hören sie schon den Hofhund unaufhörlich bellen….  und kurze Zeit später finden sie Josef Hader tot auf. Auf den ersten Blick sieht es nach einem unglücklichen Treppensturz aus…
Während die genauen Todesumstände noch geklärt werden müssen, untersucht Frida die Mühle und stößt dabei auf eine verborgene Bodenluke, die dann ins Kellergeschoß führt, wo sich hinter einer dicken Stahltür ein hermetisch abgeriegelter Raum befindet, der vermuten lässt, dass dort eine Frau gefangen gehalten wurde….
Bjarne Haverkorn ist nach einer Auszeit auch wieder dabei und er erinnert sich, dass vor vielen Jahren in der Gegend eine junge Mutter spurlos verschwand….
Romy Fölck hat mit „Sterbekammer“ erneut eine sehr spannende und auch unheimliche Kriminalgeschichte zu Papier gebracht. Ich mag ihren Schreib-/Erzählstil sehr gerne, denn sie fängt den Leser geschickt schon gleich zu Beginn ein, so dass man das Buch kaum aus den Händen legen mag. Wer die beiden vorherigen Bücher nicht kennt (was schade wäre!), bekommt die notwendigen Infos in kurzen eingewobenen Rückblenden, so dass es hier keine „Wissenlücke“ gibt.
Wer sich hinter der Maske des Bösen verbirgt, hatte ich bald erahnt, was aber kein Minuspunkt ist, denn das Buch liest sich einfach gut und  außerdem bekommt auch wieder  kleine Einblicke ins Privatleben der beiden „Hauptfiguren“ Frida und Bjarne, so dass man gespannt sein darf wie es weitergeht!
Fazit: Volle Punktzahl für diesen spannenden, unheimlichen und unbedingt lesenswerten dritten Fall für Frida und Bjarne!
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Yrsa Sigurdardóttir: R.I.P.

btb

Es geht handlungsmäßig in den Hohen Norden, nach Island,  wo Kommissar Huldar und die Psychologin Freyja in ihrem dritten gemeinsamen Fall ermitteln.
Nachdem Huldar in „DNA“ die Leitung der Ermittlungen übertragen bekam, war dies dann in „Sog“ schon nicht mehr der Fall, da er im Debut nicht so gut bei seinen Vorgesetzten punkten konnte.
Nun arbeitet er mit einem jüngeren, etwas scheuen, aber klugen Kollegen zusammen und Erla leitet das Team. Allerdings ist sie nicht sonderlich gut auf Huldar zu sprechen, weswegen sie ihn gern bei der Arbeit „übersieht“. Doch der brutale Mord an der 16-jährigen Stella erfordert alle Kapazitäten, die sie einsetzen kann und daher sind Huldar und sein junger Kollegen dann doch in die Ermittlungen involviert…
Der Mord an Stella wird von ihrem Mörder gefilmt und auf einer viel benutzten Internetplattform gepostet, so dass alle ihre „Freunde“ die Brutalität des Mordes und ihr Flehen um Entschuldigung sehen konnten…
Da alle Jugendlichen, die die Posts gesehen haben und alle „Freunde“ von Stella befragt werden müssen, wird die Psychologin Freyja zu den Befragungen dazu geholt.
Niemand kann den Ermittlern allerdings eine plausible Erklärung nennen, warum Stella ermordet wurde.
Freyja äußert dann ihre Vermutung, dass „Mobbing“ ein Ermittlungsansatz sein könnte….
Tatsächlich bleibt der Mord an Stella nicht der einzige, den das Ermittler-Team untersuchen muss und sich bald Zusammenhänge herauskristallisieren….
Die Autorin ist thematisch am Puls der Zeit. Man bekommt als Leser hier einen Einblick in die heutige Schulatmosphäre, die für so manchen Schüler kein Zuckerschlecken ist. Was als kleine Neckerei vielleicht anfangs gedacht war, artet in der aktuellen Handlung dann aber dermaßen aus, dass einem die Nackenhaare hochstehen, wenn man liest, was hier „Sache“ ist. Was dann hier mit Hilfe der sozialen Netzwerke noch so verbreitet wird, ist nur schwer zu verdauen und wer dieses Buch mit dem Titel „R.I.P“ liest, sollte schon gute Nerven haben, denn die Autorin beschönigt hier nichts.
Das Buch liest sich gut, obwohl es für mich an einigen Stellen etwas „zäh“ handlungsmäßig weiter ging. Den Ausgang der Geschichte konnte man zu keiner Zeit vorhersehen, was dann wieder ein Pluspunkt ist und wer hier „das Böse“ verkörpert, muss jeder für sich entscheiden, denn die Thematik regt durchaus zum Nachdenken an.
Fazit: Lesenswerte Spannung, aber nichts für schwache Nerven. Die Thematik ist am Puls der Zeit und regt außerdem zum Nachdenken an.
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Joël Dicker: Das Verschwinden der Stephanie Mailer

Piper

Der Autor begeisterte mich im Vorfeld bereits mit seinen Büchern „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ und „Die Geschichte der Baltimores“. Nun ist sein neuer Roman mit dem Titel „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ erschienen.
Gleich nach den ersten Sätzen ist man mitten drin im Geschehen der Ereignisse, die am 30. Juli 1994 in Orphea, einer amerikanischen Kleinstadt, mit dem Mord an der dreiköpfigen Familie des örtlichen Bürgermeisters Joseph Gordon und der offenbar zufällig am Haus vorbei joggenden Meghan Paladin beginnen.
Den beiden vielversprechenden jungen Polizisten Jesse Rosenberg und Derek Scott wird die Aufklärung des Vierfachmordes übertragen. Die beiden gehen akribisch allen Hinweisen nach und tatsächlich gelingt es ihnen den Täter zu ermitteln und den aufsehenerregenden Fall damit zu Abschluss zu bringen.
Als Leser wird man ins Jahr 2014 katapultiert, wo man sich auf dem Empfang anlässlich des Ausscheidens Jesse Rosenbergs aus dem Polizeidienst befindet. Im Publikum ist die Journalistin Stephanie Mailer, die in einem kurzen Gespräch mit Jesse ihn darauf hinweist, dass der Vierfachmord von Orphea aus ihrer Sicht noch nicht geklärt ist und er wahre Täter sich immer noch auf freien Fuß befände, denn Jesse und sein Partner Derek Scott hätten etwas übersehen, dass eigentlich direkt vor „ihrer Nase lag“….
Vor den Augen des verblüfften Jesse steigt die Journalistin in ein wartendes Auto und verschwindet dann spurlos….
Durch die Worte von Stephanie Mailer aufgerüttelt und durch deren spurlosen Verschwindens irritiert, bildet sich bald ein Dreier-Ermittlerteam aus Jesse Rosenberg, seinem ehemaligen Kollegen Derek Scott und der engagierten Kollegin Anna Kanner um den alten Fall von 1994 neu aufzurollen und bald im Vermisstenfall Stephanie Mailer zu ermitteln….
Joel Dicker erzählt hier in zwei Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven eine sich langsam entwickelnde vielschichtige  Geschichte, die wirklich spannend beginnt. Es gelingt dem Autor auch, dass man eine gewisse Zeit gebannt die Entwicklung der Ereignisse verfolgt, aber die doch recht eigenwilligen und auch recht anstrengenden Figuren rings um das ganz „besondere Theaterstück“, fand ich zu überzeichnet und besonders der krasse „Persönlichkeitswandel“ eines ehemaligen Polizisten war irgendwie fehl am Platz/merkwürdig und war dann bald auch nicht mehr „komisch“.
Joel Dicker lässt den Leser bis zum Schluss „mitraten“ wer hier für alles verantwortlich ist, doch der Weg dahin ist recht lang und durch die oben erwähnten Punkte hat der Spannungsbogen darunter etwas gelitten, so dass ich hier vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Anfangs spannungsgeladen, im Verlauf recht umfang-/wendungsreich, durch eigenwillige Mitwirkende dann etwas anstrengend, aber insgesamt unterhaltsam und lesenswert!
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Simon Beckett: Die ewigen Toten

Wunderlich

Der Meister der Spannung hat seine Leserschaft etwas warten lassen, denn den letzten Fall für den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter mit dem Titel „Totenfang“ hatte ich hier im Oktober 2016 vorstellt.
Aber nun ist es soweit und der 6. Band mit dem Titel „Die ewigen Toten“ ist erschienen.
Für die Fans der Reihe brauche ich nicht zu erwähnen, dass man schon gute Nerven haben muss, da es nicht nur bei der Leichenschau ins Detail geht, sondern die Fälle an sich „nicht ganz ohne“ sind. Im aktuellen Geschehen ist nicht nur Dr. Hunters berufliches Wissen gefragt, sondern es gibt auch Einblicke in schwierige soziale Verhältnisse und menschliche Abgründe:
Seine vor einiger Zeit erlittene Stichverletzung zwickt den Doktor immer noch und die Person, die ihn damals niedergestochen hatte, ist untergetaucht, so dass immer noch eine gewisse Gefahrensituation besteht, weswegen er nun in einem gut gesicherten Apartmenthaus wohnt.
Von diesem modernen Apartmenthaus geht es dann handlungsmäßig an einen tristen und sehr baufälligen Gebäudekomplex, nämlich ins kurz vor dem Abriss stehende Krankenhaus St. Jude, wo man auf dem Dachboden eine mumifizierte Leiche gefunden hat, weswegen Dr. Hunter von der zuständigen Ermittlerin um Mitarbeit gebeten wird.  Während des Versuchs die sterblichen Überreste zu bergen, kommt es zu einem folgenschweren Deckeneinbruch. Während der Staub sich langsam verzieht, kann man dann in den darunter liegenden Raum blicken, wo sich mehrere Betten befinden und in denen irgendetwas liegt, was menschenähnliche Konturen aufweist…
Dieser Raum entpuppt sich als ein großes Rätsel für das Bergungsteam, denn es gibt dort keine Türen oder Fenster und außerdem  ist er in keinem Plan verzeichnet. ..
Was soll ich noch schreiben, Simon Beckett ist ein Meister seines Fachs! Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt. Das Gesamtbild der einzelnen Puzzle-Teilchen erschließt sich langsam, aber es wird nie langweilig, sondern die Atmophäre verdunkelt sich langsam und eine nicht greifbare unheilvolle Spannung durchzieht das gesamte Buch und erst ganz zum Schluss zeigt „das Böse“ sein wahres Gesicht. Echt klasse!
Fazit: Für Leser mit starken Nerven, Spannungsliteratur vom Feinsten, die von Anfang an fesselt und meisterhaft erzählt wird!

 

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Arnaldur Indridason: Graue Nächte

Lübbe

Fall Nr. 3 für den isländischen Kriminalkommissar Flóvent und seinem Kollegen Thorson von der Militärpolizeit, die im Jahr 1943 zusammen in Reykjavik in zwei Todesfällen ermitteln.
Anfangs wird man in „Graue Nächte“ Zeuge einer schwierigen Schiffspassage während des 2. Weltkriegs, denn es ist das letzte Schiff, dass 1941 von Dänemark nach Island unterwegs ist und Menschen zurück in ihre Heimat bringt…
Ereignisse, die während dieser Schiffsreise stattfinden, werden dann zwei Jahre später im Verlauf der Ermittlungen von Flóvent und Thorson aufgearbeitet und viele Menschen, die damals an Bord waren müssen befragt werden, denn  einer der damaligen Passagiere liegt im aktuellen Geschehen tot am Strand. Anfangs geht man davon aus, dass er freiwillig ins Wasser gegangen ist. Nur einer ganz genauen Leichenschau ist es zu verdanken, dass Flóvent dann in Sachen Mord ermitteln muss, was dann im Zuge dessen auch zu der besagten Schiffspassage führt….
Eine Kneipe, die gern von Soldaten besucht wird, rückt dann in einem weiteren Todesfall in den Fokus von Ermittlungen. In unmittelbarer Nähe dieser Lokalität wird ein junger Soldat  brutal ermordet aufgefunden, so dass Thorson seine Arbeit aufnimmt und in seinem Umfeld recherchiert.
Da die Identität des jungen Soldaten anfangs nicht zu ermitteln ist, da kein Militärangehöriger vermisst wird, erfährt man im Zuge der Befragungen auch, dass eine junge Frau, die oftmals mit Soldaten gesehen wurde, vermisst wird…
Beide Kommissare führen akribisch ihre Befragungen durch und lassen auch nicht locker wenn es um heikle Themen geht. Und besonders Thorson muss jemandem mit seiner Fragerei zu nahe gekommen zu sein, denn in einer Nacht- und Nebelaktion wird er in seiner Unterkunft überfallen und verschleppt….
Erneut schafft es Arnaldur Indridason  von der ersten Seite an eine unheilvolle, düstere Atmosphäre aufzubauen, die nebulöse Ungewissheit hält das gesamte Buch über an und durch die im Verlauf doch rechts lebensgefährlichen Situationen, in die die Ermittler geraten, bleibt der Spannungsbogen bis zu Letzt erhalten.
Wie gewohnt, berichtet er in seinem ganz besonderen, ruhigen Erzählstil über menschliche Schicksale, die dann wie in diesem Buch auch noch durch die Kriegswirren verkompliziert werden, aber durch die unterschiedlichen Perspektiven/Schilderungen sehr gut nachvollziehbar werden.
Zwar hatte ich im Verlauf der Handlung eine gewisse Ahnung, was in einem Fall passiert sein könnte,  doch letztendlich die Auflösung war dann doch ganz anders, als gedacht.   
Was soll ich noch schreiben, ich bin seit dem ersten Buch, was ich von Arnaldur Indridason gelesen habe – und das ist jetzt schon einige Jahre her – ein ganz großer Fan von seinem unvergleichlichen Erzählstil und seinen oftmals düsteren, aber immer wieder aufs Neue spannenden, fesselnden und unbedingt lesenswerten Kriminalgeschichten!
Fazit: Als Fan dieses Autors kann ich seine unvergleichlichen Bücher nur empfehlen, was ich auch in diesem Falle wieder gerne tue und auf weitere Spannungsliteratur von ihm hoffe!
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