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Chris Heath: Reveal Robbie Williams Enthüllungen

Was passt besser wenn man die biographischen Enthüllungen von Robbie Williams liest, natürlich musikalische Untermalung und „The Heavy Entertnainment Show“, sein neues Album eignet sich ausgezeichnet als „Hintergrundberieselung“.  Die Arbeit an diesem Album und die Suche nach dem ganz besonderen Song/Hit werden auch ausführlich in „Reveal“ geschildert.
Dass das Bühnenleben und das ganze Drumherum auch seine Schattenseiten haben, kann man sich vorstellen, seine Erfahrungen hat der beliebte Entertainer hier dem Musikjournalisten  Chris Heath erzählt und durch enge Zusammenarbeit  der beiden ist dieses Buch enstanden.  Robbie bzw. Rob – wie der Autor ihn nennt – war einige Zeit „abgetaucht“, denn seine inneren Dämonen hatten überhandgenommen und sein Selbstwertgefühl war kaum noch vorhanden bzw. wurde durch düstere Gedanken überschattet …
Am mentalen und wohl auch körperlichen Tiefpunkt durch Drogenkonsum etc. lernte Robbie Ayda Field kennen. Auch hier gibt es Höhen und Tiefen bis die beiden sich füreinander entscheiden. Mittlerweile sind sie verheiratet und haben zwei Kinder. Wie kleine „Post-its“-Zettel  bekommt der Leser Einblick ins Familienleben der Williams, die gerade ihr neues Haus nebst zehn Hunden in Los Angeles bezogen haben.
Ich hatte etwas Schwierigkeiten das  mehr als 650 Seiten starke Buch zu lesen, das wie eine Art unzusammenhängendes Tagebuch abgefasst ist. Zwar sind wage Jahresangaben eingefügt, aber erzähltechisch geht es immer hin und her..
Thematisiert werden neben dem sozialen Engagement für UNICEF auch die schwierige Zeit als Bandmitglied von Take That und wie es zum Wiederaufleben und erneuten Zusammenarbeiten der ehemaligen Boyband kommt.
Man bekommt ein Wechselbad der Gefühle präsentiert, das der Sänger/Songwriter/Mensch Robbie Williams offenbar immer wieder durchlebt.
Ob hier im Buch tatsächlich reale Einblicke in die Welt des Künstlers, Ehemanns und Familienvaters gewährt werden, ist von meiner Seite aus schwer zu beurteilen – bedenkt man aber, dass das Ehepaar Williams selbst gern Reality-TV-Sendungen anschaut, wäre es durchaus möglich, dass man hier „den Alltag“ miterleben darf.
Allerdings sollte man bedenken: Eins ist Robbie Williams ganz bestimmt, nämlich ein wunderbarer Entertainer, der mit seinen Liedern Millionen von Fans immer wieder begeistert (mich eingeschlossen) und dem willigen Publikum auf der Bühne eine tolle Performance bietet! Diese Fassade aufrechtzuerhalten, hinter der sicher nicht immer alles Eitel Sonnenschein ist, beherrscht er excellent! Auch vermittelt das Buch den Eindruck, dass er durch seine Frau Ayda und die beiden Kinder mittlerweile bei sich angekommen ist, was man ihm in dieser rauen Welt des Showbusiness durchaus wünschen möchte….
Fazit: Für Fans ein interessanter Einblick ins Showbusiness und ins Leben des beliebten Entertainers, das er hier mit allen Höhen und Tiefen schildert!

 

 

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Dan Brown: Origin

Lange Zeit war es still um Robert Langdon, den Professor für Kunstgeschichte und Symbolik, der immer wieder ungewollt in rätselhafte Ereignisse hineingezogen wird und dabei auch körperlich einige Blessuren abbekommt. Seinen letzten Einsatz hatte er 2013, als er um den Globus hastete um ein „Inferno“ zu verhindern…
In „Origin “ – das man übrigens zu Deutsch mit Ursprung übersetzen würde – bekommt Robert Langdon eine geheimnisvolle Einladung ins spanische Bilbao von seinem einstigen Schüler an der Harvard Universität, dem Computerwissenschaftler und Futurologen Edmond Kirsch, der seine bahnbrechende Entdeckung der Öffentlichkeit präsentieren will.  Ein Jahr zuvor hatten sich die beiden zuletzt gesehen und überraschenderweise hatten sie sich nicht wie sonst über Kunst, sondern auf Wunsch von Kirsch, einem bekennenden Atheisten, über Gott unterhalten…
Als Robert Langdon sich auf den Weg zum Veranstaltungsort macht, ahnt er noch nicht,  dass sich Kirsch im Vorfeld mit drei angesehenen Geistlichen getroffen hatte um ihnen seine brisante Entdeckung zu präsentieren. Deren anfängliche Skepsis, was dieser Mann wohl für wichtige Dinge herausgefunden haben könnte, verwandelt sich nach ihrem Gespräch in Entsetzen….
Bevor Prof. Langdon nun auf seinen Freund Edmond Kirsch trifft, wird er von seinem persönlichen Guide Winston durch das Guggenheim-Museum begleitet, wo die Präsentation stattfinden soll. Dieser Guide wird im Verlauf von eine wichtige Rolle spielen..
Nachdem die bezaubernde Ambra Vidal, die eine ganz besondere Beziehung zum zukünftigen spanischen König unterhält, die Veranstaltung mit ein paar einleitenden Worten eröffnet, warten alle nur noch auf den Auftritt von Edmond Kirsch und natürlich auf seine bahnbrechende Entdeckung, die sich mit den Fragen nach dem Ursprung des Lebens beschäftigt, was allerdings nicht nur Begeisterungsstürme hervorruft, sondern auch Neider/Gegner aufschreckt, die die Veröffentlichung verhindern wollen…
Als Kirsch dann endlich auf der Bühne erscheint um dem gebannten Publikum seine Entdeckung zu präsentieren, fällt ein Schuss und er bricht tödlich getroffen zusammen……
Robert Langdon hat ab jetzt nur ein Ziel: Er will den Mörder seines Freundes finden und versuchen der Welt die brisante Entdeckung Kirschs doch noch zu enthüllen. Unterstützt wird er dabei von Ambra Vidal…
Nun, mehr mag ich eigentlich nicht verraten, denn wie gewohnt lüftet Robert Langdon im Verlauf einige Geheimnisse und deckt brisante Zusammenhänge auf, die dann für ihn mal wieder lebensgefährlich werden…
Der Thriller führt dabei den Leser an ganz besondere/sehenswerte, aber auch eher (für mich) noch unbekannte Orte, die ich dann mit Hilfe des Internets ebenfalls besucht habe um mir die Örtlichkeiten besser vorstellen zu können, obwohl Dan Brown sie sehr anschaulich schildert. Das Buch liest sich gut, eine spannende Ungewissheit durchzieht die gesamte Handlung bis zum Schluss und führt diesmal u.a. in die Welt der Supercomputer und beeindruckt mit den Fähigkeiten künstlicher Intelligenz…
Fazit: Robert Langdons erneuter Einsatz ist gelungen, Spannung und Unvorhersehbarkeit machen diesen Thriller besonders lesenswert und die Reihe darf gern noch fortgeführt werden.

 

ORIGIN – Das Hörbuch

Wie  bereits bei den vier vorherigen Büchern aus der Reihe hat erfreulicherweise die Lesung für die Hörbuchfassung von „Origin “ wieder Wolfgang Pampel (bekannt auch als Synchronstimme z.B. von Harrison Ford) übernommen, was ein ganz großer Pluspunkt ist! Buch und Hörbuch sind im Bastei Lübbe Verlag erschienen.
Schon bei den ersten Sätzen hänge ich an seinen „Lippen“ und verfolge gebannt seinem Vortrag. Durch ihn werden die Schauplätze wie z.B. im Prolog die Zahnradbahn in Katalonien oder auch die Zusammenkunft der drei Geistlichen des Parlaments der Weltreligionen lebendig. Die Mitwirkenden bekommen durch die unterschiedlichen Stimmen ein „eigenes Gesicht“, so dass man sie gut unterscheiden kann.
Besonders die Gespräche zwischen Winston und Prof. Langdon sind gelungen und es lugt auch untergründig feiner Humor hervor.
Die sechs CD’s habe ich gleich hintereinander genossen und ich kann dieses Hörerlebnis nur jedem empfehlen, der nicht so gern über 600 Seiten Text lesen möchte.
Fazit: Dan Brown’s Thriller werden durch die Lesung von Wolfgang Pampel lebendig und bieten dem Zuhörer ein Hörerlebnis der besonderen Art! Bitte mehr davon!

 

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Yrsa Sigurdardóttir: Sog

Letztes Jahr hatte Kommissar Huldar seinen ersten Auftritt, damals hatte man ihm die Leitung der Ermittlungen im „DNA“-Fall übergeben. Da in den Fall Kinder als Zeugen befragt werden mussten, bekam Huldar Unterstützung durch die Kinderpsychologin Freyja vom Jugendamt. Hatte mir damals die ansonsten in den Büchern der isländischen Autorin bisher immer vorhandene Spannung gefehlt, kann ich gleich im Vorfeld zu dem aktuellen Thriller „SOG“ anmerken, dass dies Buch mich nicht enttäuscht hat.
Im Prolog erfährt man, dass im Jahr 2004 die achtjährige Vaka verschwindet…
2016:  Für ein Schulprojekt wurde vor zehn Jahren eine „Zeitkapsel“ auf einem Schulgelände vergraben.  Nun wurde sie geborgen und man findet Aufsätze von Schülern darin, die beschreiben, wie sie sich das Leben im Jahr 2016 in Island vorstellen. Einer der Aufsätze erregt Aufsehen, denn dort steht: „Im Jahr 2016 werden folgende Menschen getötet…“ Es folgen Buchstaben und –kombination, die vermuten lassen, dass es sich um die Initialen von Personen handeln könnte…
Da Huldar im DNA-Fall nicht sonderlich gut punkten konnte, hat man ihm die Leitung entzogen und nun muss er beweisen, was er kann. Er wird auf den mysteriösen Aufsatz „angesetzt“. Er soll herausbekommen,  wer ihn verfasst hat und was sich hinter den aufgezählten Buchstaben verbirgt. Wie man diese düstere Zukunftsvision deuten soll, dazu will Huldar sich mit Freyja besprechen, die ihm ja schon einmal „assistiert“ hat. Allerdings ist auch zwischen ihnen nicht alles zum Besten, gab es doch zwischenmenschliche Reibereien. Aber auf beruflicher Ebene ist Freyja dann bereit Huldar zu unterstützen…
Zu den Kriminalfällen, die mit abgetrennten Händen beginnen, kommen dann  noch ein bizarrer Todesfall in einem Parkhaus sowie ein gruseliger Fund auf einer Müllkippe hinzu. Doch das sind nur einige der nervenaufreibenden Ereignisse, die sich hier wie Perlen an einer Schnur aufreihen. Die Ermittler haben alle Hände voll zu tun und denkt man als Leser auf der richtigen Spur zu sein, wendet sich das Blatt…
Wie bereits erwähnt, braucht man bei diesem Thriller gute Nerven.  Man wird als Leser durch den fesselnden Erzählstil und die spannende Handlung schnell gefangen genommen.  Durch die anhaltende Ungewissheit und die immer neuen Wendungen gab es zwar reichlich Verdächtige, aber richtig „greifbar“ war keiner davon, was dann noch mit einem überraschenden Ende gekrönt wird, was mir gut gefallen hat!
Fazit: Hier braucht man starke Nerven, eiskalter spannend erzählter Thriller, der noch zusätzlich mit einem unvorhersehbaren Ende punkten kann!

 

 

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Elisabeth Herrmann: Stimme der Toten

Goldmann Verlag

Die Autorin hat sechs Jahre nach der Veröffentlichung des spannenden Thrillers „Zeugin der Toten“ nun die Fortsetzung geschrieben.
Wie es dazu gekommen ist und wer sie inspiriert bzw. motiviert hat, erzählt Elisabeth Herrmann selbst am Ende des Buches in „Danke!“.
Zwar war mir der „rote Faden“ des ersten Buches noch im Gedächtnis geblieben und zu Beginn von „Stimme der Toten“ gibt es auch eine kleine „Einführung“ was im Vorfeld passiert ist, aber zum richtigen „Einstimmen“ habe ich mir dann erst noch einmal die gelungene Verfilmung von Zeugin der Toten mit Anna Loos in der Hauptrolle angeschaut, was sehr hilfreich war.
Darum geht es im aktuellen Buch:
Berlin, 2016: Judith Kepler arbeitet immer noch als Cleanerin (Tatortreinigerin), also wenn die Polizei und Spurensicherung ihre Arbeit an einem Tatort beendet haben, dann ist ihr Einsatz gefragt um die Spuren des Todes zu beseitigen:
Sie wird von ihrem Chef Dombrowski zu dem großen CHL-Bank-Gebäude geschickt, wo ein Mann sich durch Sturz in die Tiefe suizidiert habe. Doch als Judith vor Ort ist und sich die vorhandenen Blutspuren und das „Drumherum“ genauer anschaut und dann auch noch etwas findet, was die Spurensicherung offensichtlich noch nicht in Augenschein genommen hat, ist sie skeptisch ob es sich hier tatsächlich um Selbstmord handelt….
Vorschriftsmäßig präsentiert sie ihre Entdeckung dem zuständigen Ermittler und ist völlig unbedarft nach dem Gespräch und sie ahnt nicht was für eine Flut von Ereignissen sie damit lostritt….
Es dauert nicht lange und sie befindet sich erneut mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und plötzlich taucht ein alter Bekannter, nämlich Quirin Kaiserley, auf und sagt ihr, dass er mal wieder ihr Schutzengel sein muss…. 
Das Buch ist wie gewohnt fesselnd und spannend geschrieben. Obwohl ich mich immer etwas schwer tue mit dem ganzen Tun und Wirken der unterschiedlichsten Geheimdienste, ist mir natürlich durchaus bewusst, dass es sie gibt und so manches, was hier in der Geschichte passiert, einen realen Hintergrund haben könnte.
Die Handlung des Buches ist neben der Aufarbeitung von Judith Keplers Lebensgeschichte, aber auch am Puls der Zeit und die Autorin hat geschickt aktuell/brisante/politische Themen eingearbeitet.
Vielleicht sollte Frau Herrmann wieder etwas Zeit verstreichen lassen und noch ein drittes Buch über das weitere Leben von Judith Kepler schreiben, denn das Ende der Geschichte ist ja eigentlich offen und ich hätte nichts gegen eine erneute spannende Fortsetzung……
Fazit: Trotz erneutem Geheimdienst-Wirrwarr, ist die Fortsetzung spannend gelungen und hat durchaus noch Potential für einen Nachschlag!

 

Elisabeth Herrmann: Stimme der Toten – Hörbuch

der Hörverlag

Ich habe „Zeugin der Toten“ vor sechs Jahren als Hörbuch genossen, was von Nina Petri vorgetragen wurde. Auch bei der Fortsetzung „Stimme der Toten“ hat sie erneut die Lesung übernommen, so dass man ganz schnell durch ihre bekannte sympathische Stimme wieder in der Handlung gefangen ist.
Neben der Vergangenheitsbewältigung und dem aktuellen „Fall“ gibt es diesmal noch eine kleine Parallelhandlung, die Judith Kepler selbst zu einer Art „Beschützerin“ eines kleinen Mädchens namens Tabea werden lässt, das in einem Haus gegenüber ihrer Wohnung lebt.
Mehrfach war sie Judith aufgefallen und sie wirkte auf sie irgendwie „hilflos/verloren“. Als sich dann eines Abends die Situation zuspitzt, ist Judith genau zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle und kann der Kleinen in einer traumatischen Situation beistehen, was zu dem teils wieder sehr turbulenten „Wirrwarr“ der Geheimdienste ein schöner Ausgleich ist.
Allerdings ist auch in der „Nebenhandlung“ nicht alles nur eitel Sonnenschein, denn nachdem Tabea Berlin verlassen musste, lebt sie bei mit ihrem Vater in einem kleinen Ort, wo Judith als Besucherin auftaucht. Ihr Erscheinen wird von den Bewohnern aufmerksam beäugt und es herrscht eine merkwürdige Stimmung vor.  Als Judith Tabea schweren Herzens, aber diese merkwürdige Gemeinschaft nur zu gern verlassen will, werden plötzlich Hunde auf sie gehetzt und sie muss um ihr Leben fürchten…..
Fazit: Spannende Fortsetzung des Thrillers, der durch Nina Petri gekonnt vorgetragen wird.

 

 

 

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Arnaldur Indridason: Tage der Schuld

Der junge Kommissar Erlendur ermittelt mit seinem Kollegen Marian Briem.
Wer bereits die Bücher und Verfilmungen über den isländischen grüblerischen Kommissar Erlendur kennt, der wird sich freuen ihn nun verjüngt in den Anfängen seiner beruflichen Laufbahn als Ermittler zu erleben. Sein langjähriger Freund und Kollege Marian Briem ist ebenfalls mit von der Partie.
Zeitlich ist die Handlung 1978 angesiedelt und dem Autor ist es gelungen hier mit dem Leser eine Zeitreise zu unternehmen, die man direkt vor Augen hat. Besonders interessant ist auch die geschichtliche „Untermalung“, so dass man Einblick in die  isländischen „Vorbehalte“ gegen den amerikanischen Stützpunkt und das Leben dort auf dem Militärgelände bekommt.
Zur Handlung: Um für ihre Gesundheit etwas Gutes zu tun, schwimmt eine Frau in einem etwas schwer zugänglichen Warmwassersee, der als Geheimtipp gilt und mitten in  einer bizarren Lavalandschaft  liegt. Im Wasser entdeckt sie die Leiche eines Mannes treiben…..
Erlendur und Marian übernehmen die Ermittlungen. Nachdem dann endlich die Identität des Toten feststeht, führt die berufliche Tätigkeit des Mannes auf die nahegelegene US-Militärbasis, wo aber die isländischen Ermittler nicht gern gesehen sind und sie viele Hürden nehmen müssen um überhaupt ermitteln zu können, was den ganzen Fall noch zusätzlich verkompliziert, denn im See ist der Mann nicht gestorben……
Neben dem aktuellen Fall geht Erlendur wieder seinem Hobby nach und beschäftigt sich mit alten Vermisstenfällen, die ihm keine Ruhe lassen. Auch diesmal durch den aktuellen Fall und den Ermittlungen auf der US-Militärbasis erinnert er sich an die Suche nach einem jungen Mädchen, die in den 50ziger Jahren spurlos verschwand und bald gibt es keinen mehr der sich an einen so alten Fall erinnert, deswegen wendet sich Erlendur an die einzige noch lebende Verwandte der Vermissten, die ihn dann beauftragt noch ein letztes Mal auf Spurensuche zu gehen…….
Beide Fälle entfalten von Anfang an eine Spannung, die so fesselnd ist, dass man „Tage der Schuld“ nicht aus der Hand legen mag. Besonders die Hartnäckigkeit  und Akribie die Erlendur hier wieder an den Tag legt und auf seine besonnene Art und Weise den Vermisstenfall erneut aufrollt, macht einfach nur Spaß zu Lesen und ich bedanke mich bei dem Autor, das er die Zeit zurückgedreht hat, so dass der grüblerische, aber ganz besondere Denker und Spurensucher Kommissar Erlendur wieder präsent ist und nun auch mit seinem Freund Marian im Einsatz ist, so dass der geneigte Leser vielleicht noch auf weitere Kriminalfälle aus der Jugend Erlendurs hoffen kann.
Fazit: Klasse! Kommissar Erlendur ist verjüngt zurück und er zeigt erneut,  dass man selbst verzwickte Kriminalfälle auch nur durch Denkarbeit lösen kann! Bitte mehr davon!

 

 

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Gisa Klönne: Die Toten, die dich suchen

Die Autorin war mir bis dato unbekannt, so dass ich auch die vorherigen Bücher mit der hier im Mittelpunkt des Geschehens stehenden Ermittlerin Judith Krieger nicht gelesen habe. Aber da hier wohl einige Jahren zwischen der letzten Veröffentlichung und Judith Krieger nach einem Auslandsaufenthalt in Kolumbien nun wieder als Ermittlerin in Köln in der Vermisstenabteilung neu anfängt und nicht mehr bei der Abteilung Mord arbeitet, war ich gespannt, was mich hier für ein Lesestoff erwartet:
Ein seit Wochen vermisster Goldhändler aus Kolumbien, der aus seinem Hotel spurlos verschwunden war, wird in einem dunklen Keller eines leerstehenden Gebäudes tot aufgefunden. Er ist angekettet in vielerlei Hinsicht und wurde hier offenbar gefangen gehalten, so dass er am Ende wohl verdurstet ist…
Kein schöner Anblick für die Ermittler und besonders der jungen Kommissarin Dinah Makowski, die anfangs für die Suche nach Angelo Jaramillo zuständig war, schlägt nun der Anblick des Gesuchten, der zusammengeschnürt vor ihr liegt, auf den Magen…
Die Ermittlungen sind kompliziert, da Dinah sich krankmeldet und besonders weil der zuständige Ermittler in Kolumbien nur schwer erreichbar ist, damit man Kontakt mit der Ehefrau des Toten aufnehmen kann….
Parallel zu diesem Teil der Handlung berichtet eine Daniela über Tagebucheintragungen ihrer Freundin Inez, die spurlos verschwunden ist. Der Gang zur Polizei ist keine Option für sie, denn beide Frauen sind illegal in Deutschland und daher macht sich Daniela selbst auf die Suche nach ihrer Freundin….
So weit, so gut. Das Buch liest sich gut. Doch der geübte Leser kann sich bald vorstellen, wer hier der Entführer/Mörder ist.
Die Ermittler haben allesamt privat ihr Päckchen zu tragen und „erschweren“ die Gesamthandlung, was ich entbehrlich fand.
Wie es zu der Story-Line bzw. die Idee zu diesem Buch gekommen ist, erfährt man am Ende von „Die Toten, die dich suchen“ unter „Danke“. Zwar finde ich es immer interessant, wenn man über andere Länder und deren „Geflogenheiten“ etwas erfährt, aber hier im Buch fand ich es dann etwas zuviel des Guten, denn dass die Kommissarin nun gerade ihre Auszeit in Kolumbien verbracht hat und ihr erster Fall gleich mit einem toten Kolumbianer zu tun hat, okay das geht gerade noch, aber dann nimmt es überhand, ein undurchsichtiger Dolmetscher, die politischen und kriminellen Gegebenheiten und dann auch noch eine extra Lokalität mit Salsa-Klängen in Köln, puh so viele Zufälle/Ermittlungsansätze! Da wird die Handlung für mich bausteinhaft bzw. austauschbar.
Fazit: Schade, überfrachtete Handlung mit schwierigen Ermittlern, obwohl lesetechnisch das Buch gut gelungen ist.

 

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Loriot: Dramatische Werke

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und bald ist wieder Weihnachten. Bei uns in der Familie gehört seit vielen Jahren „Weihnachten bei Hoppenstedts“ zum Fest dazu, denn auf einem Fernsehsender gibt es dieses Juwel aus der Feder von und natürlich mit Loriot (als Opa Hoppenstedt) jedes Jahr wieder. Textpassagen bzw. Sätze wie „Früher war mehr Lametta“ oder auch der Beginn von Dickis Weihnachtsgedicht: „Zicke, zacke Hühnerkacke…“ haben schon Kultcharakter.
Eigentlich bin ich mit dem Humor von Loriot großgeworden und wenn Evelyn Hamann und Vicco von Bülow (Loriot) dann auf dem berühmten Sofa platznahmen, waren vergnügliche Sketche an der Tagesordnung. Und einer dieser ganz besonderen Darbietungen fängt mit dem Satz an: Wissen Sie, Hildegard, dass wir uns jetzt fast ein Jahr kennen?  —– Richtig! Hier handelt es sich um „Die Nudel“.
Nun, die bereits oben erwähnten und viele andere „Dramatische Werke“ von Loriot gibt es jetzt zum Nachlesen in einem mit vielen Fotos aus den Verfilmungen und unverwechselbaren Zeichnungen angereicherten Buch, das im Diogenes-Verlag erschienen ist.
Allein wenn man das Buch einfach erst einmal durchblättert, bleibt man hier und da „hängen“, denn schon allein bei den Karikaturen z.B. mit zwei Männern in einer Badewanne (S. 28), fallen mir sofort die beiden Namen der Herren ein, nämlich Doktor Klöbner und Herr Müller-Lüdenscheidt, die sich im Verlauf ihrer Unterhaltung um eine Plastikente streiten und zum Sketch „Herren im Bad“ gehören.
Die Verfilmung von „Bettenkauf“ ist mir gleich wieder präsent nachdem ich auf S. 144 die vier „Testpersonen“ in einem Bett liegen sehe.
Gegen Ende dieses wunderbaren Buches, dass übrigens ein von Loriot verfasste Vor- und Nachwort hat, wird es „tierisch“ bzw. das Kapitel heißt „Das Tier als solches“ und „Der sprechende Hund“ beginnt, führt über „Die weiße Maus“ zur berühmten „Steinlaus“.
Ich habe dieses wunderbare Buch mit Begeisterung gelesen und mich oftmals dabei ertappt, dass ich die Textzeilen ohne weiteres vervollständigen konnte. Leider verstarb der „Meister des Humors“ vor einigen Jahren genau wie seine langjährige Film- und Sketchpartnerin Evelyn Hamann, aber in diesem Buch werden sie wieder lebendig und begeistern erneut ihr Publikum!
Wer wie ich diesen ganz besonderen Humor mag, dem kann ich nur dies Buch empfehlen und übrigens wurde auch „Der Lottogewinner“ hier nicht vergessen….
Fazit: Loriots ganz besonderen Humor in Wort, Bild und Zeichnung auf über 300 Seiten bekommt man hier geboten und da ist Lachen garantiert!

 

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