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Dan Brown: Origin

Lange Zeit war es still um Robert Langdon, den Professor für Kunstgeschichte und Symbolik, der immer wieder ungewollt in rätselhafte Ereignisse hineingezogen wird und dabei auch körperlich einige Blessuren abbekommt. Seinen letzten Einsatz hatte er 2013, als er um den Globus hastete um ein „Inferno“ zu verhindern…
In „Origin “ – das man übrigens zu Deutsch mit Ursprung übersetzen würde – bekommt Robert Langdon eine geheimnisvolle Einladung ins spanische Bilbao von seinem einstigen Schüler an der Harvard Universität, dem Computerwissenschaftler und Futurologen Edmond Kirsch, der seine bahnbrechende Entdeckung der Öffentlichkeit präsentieren will.  Ein Jahr zuvor hatten sich die beiden zuletzt gesehen und überraschenderweise hatten sie sich nicht wie sonst über Kunst, sondern auf Wunsch von Kirsch, einem bekennenden Atheisten, über Gott unterhalten…
Als Robert Langdon sich auf den Weg zum Veranstaltungsort macht, ahnt er noch nicht,  dass sich Kirsch im Vorfeld mit drei angesehenen Geistlichen getroffen hatte um ihnen seine brisante Entdeckung zu präsentieren. Deren anfängliche Skepsis, was dieser Mann wohl für wichtige Dinge herausgefunden haben könnte, verwandelt sich nach ihrem Gespräch in Entsetzen….
Bevor Prof. Langdon nun auf seinen Freund Edmond Kirsch trifft, wird er von seinem persönlichen Guide Winston durch das Guggenheim-Museum begleitet, wo die Präsentation stattfinden soll. Dieser Guide wird im Verlauf von eine wichtige Rolle spielen..
Nachdem die bezaubernde Ambra Vidal, die eine ganz besondere Beziehung zum zukünftigen spanischen König unterhält, die Veranstaltung mit ein paar einleitenden Worten eröffnet, warten alle nur noch auf den Auftritt von Edmond Kirsch und natürlich auf seine bahnbrechende Entdeckung, die sich mit den Fragen nach dem Ursprung des Lebens beschäftigt, was allerdings nicht nur Begeisterungsstürme hervorruft, sondern auch Neider/Gegner aufschreckt, die die Veröffentlichung verhindern wollen…
Als Kirsch dann endlich auf der Bühne erscheint um dem gebannten Publikum seine Entdeckung zu präsentieren, fällt ein Schuss und er bricht tödlich getroffen zusammen……
Robert Langdon hat ab jetzt nur ein Ziel: Er will den Mörder seines Freundes finden und versuchen der Welt die brisante Entdeckung Kirschs doch noch zu enthüllen. Unterstützt wird er dabei von Ambra Vidal…
Nun, mehr mag ich eigentlich nicht verraten, denn wie gewohnt lüftet Robert Langdon im Verlauf einige Geheimnisse und deckt brisante Zusammenhänge auf, die dann für ihn mal wieder lebensgefährlich werden…
Der Thriller führt dabei den Leser an ganz besondere/sehenswerte, aber auch eher (für mich) noch unbekannte Orte, die ich dann mit Hilfe des Internets ebenfalls besucht habe um mir die Örtlichkeiten besser vorstellen zu können, obwohl Dan Brown sie sehr anschaulich schildert. Das Buch liest sich gut, eine spannende Ungewissheit durchzieht die gesamte Handlung bis zum Schluss und führt diesmal u.a. in die Welt der Supercomputer und beeindruckt mit den Fähigkeiten künstlicher Intelligenz…
Fazit: Robert Langdons erneuter Einsatz ist gelungen, Spannung und Unvorhersehbarkeit machen diesen Thriller besonders lesenswert und die Reihe darf gern noch fortgeführt werden.

 

ORIGIN – Das Hörbuch

Wie  bereits bei den vier vorherigen Büchern aus der Reihe hat erfreulicherweise die Lesung für die Hörbuchfassung von „Origin “ wieder Wolfgang Pampel (bekannt auch als Synchronstimme z.B. von Harrison Ford) übernommen, was ein ganz großer Pluspunkt ist! Buch und Hörbuch sind im Bastei Lübbe Verlag erschienen.
Schon bei den ersten Sätzen hänge ich an seinen „Lippen“ und verfolge gebannt seinem Vortrag. Durch ihn werden die Schauplätze wie z.B. im Prolog die Zahnradbahn in Katalonien oder auch die Zusammenkunft der drei Geistlichen des Parlaments der Weltreligionen lebendig. Die Mitwirkenden bekommen durch die unterschiedlichen Stimmen ein „eigenes Gesicht“, so dass man sie gut unterscheiden kann.
Besonders die Gespräche zwischen Winston und Prof. Langdon sind gelungen und es lugt auch untergründig feiner Humor hervor.
Die sechs CD’s habe ich gleich hintereinander genossen und ich kann dieses Hörerlebnis nur jedem empfehlen, der nicht so gern über 600 Seiten Text lesen möchte.
Fazit: Dan Brown’s Thriller werden durch die Lesung von Wolfgang Pampel lebendig und bieten dem Zuhörer ein Hörerlebnis der besonderen Art! Bitte mehr davon!

 

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Candice Fox: Crimson Lake

Handlungsmäßig geht es nach Down Under bzw. zum australischen „Crimson Lake“, wohin sich der ehemalige Detective des Drogendezernats Ted Confaffey nach seinem mehrmonatigen Haftaufenthalt „verzieht“. Anfangs dachte er noch an einen schlechten Scherz seiner Kollegen als er sich im Verhörraum wiederfindet und man ihm Vergewaltigung und versuchten Mord vorwirft….
In Rückblicken erfährt der Leser, wie es zu diesem Tatvorwurf kommt.  Besonders wegen des großen Medien-Interesses an diesem Fall ist Teds Gesicht auf allen Titelseiten vertreten und die Bevölkerung macht regelrecht Jagd auf ihn…
Ted verkriecht sich dann in einem abgelegenen Haus und er ist psychisch durch das Geschehen angeschlagen, sein Anwalt rät ihm zur Kontaktaufnahme mit einer gewissen Amanda Pharrell, die wie sich im Verlauf rausstellt eine verurteilte Mörderin ist. Amanda ist eine „Erscheinung“, überall tätowiert und seit frühester Jugend offenbar bereits eine Außenseiterin. Genau diese Frau hat ein Detektivbüro eröffnet und sie bietet Ted einen Job als Ermittler an, denn der bekannte, aber auch umstrittene Schriftsteller Jake Scully ist verschwunden und seine Frau will endlich Klarheit darüber, was mit ihm passiert ist…
Das Buch, das im Suhrkamp-Verlag erschienen ist, liest sich gut, doch die Handlung selbst finde ich etwas „kopflastig“ durch die vielen „Schauplätze“ bzw. die unterschiedlichen Ermittlungen, nichtsdestotrotz ein sehr spannendes Buch!
Bei der Figur „Ted“ hätte ich mir etwas mehr Kampfgeist gewünscht um seinen „Fall“ aufzuarbeiten, zumal er ja von jetzt auf gleich sein bisheriges Leben verloren hat. Das ungewöhnliche Ermittler-Duo findet dann aber gut zusammen und da für mich noch einige Fragen offen sind, könnte ich mir durchaus einen weiteren Einsatz der beiden vorstellen.
Die Umgebung in der dieser Thriller spielt, ist gut gezeichnet besonders die „Schlüsselszene“ im Regenwald nebst anwesenden Krokodilen etc. kann man sich gut vor Augen führen, so dass hier die Nackenhaare Arbeit bekommen.
Fazit: Australien, Krokodile und ein sehr ungewöhnliches Ermittler-Duo kommen hier zum Einsatz und bilden ein sehr spannendes Leseerlebnis, das durchaus fortgesetzt werden darf!

 

 

Candice Fox: Crimson Lake – Das Hörbuch

Wenn man das Cover des Hörbuchs aufschlägt, zuckt man erst einmal etwas zusammen, schaut man doch direkt ins Maul eines riesigen Krokodils. Das hat ja auch einen wichtigen Part in der spannenden Handlung übernommen, denn menschliche Überreste wurden im Magen eines solchen gefunden…….
Ein ehemaliger Polizist, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und eine vorbestrafte Mörderin als Privatdetektivin – Was für eine Kombination um ein Ermittler-Duo zu bilden! Die beiden stellen sich aber dann im Verlauf der Gesamthandlung jedoch als effektiv und erfolgreich heraus und Candice Fox hat einen spannungsgeladenen Thriller mit ihnen als Hauptakteure geschrieben. Echt klasse!
Die passende ungekürzte Lesung des spannenden Thrillers „Crimson Lake“ ist bei DAV erschienen. Uve Teschner hat hier den Part des Vorlesers übernommen und ich muss sagen, das ist eine sehr gute Wahl!
Er moduliert seine Stimme für die jeweilige Person in der Handlung, die man sich dann bildlich gut vorstellen kann. Auch die angespannte Atmosphäre bringt er dem Zuhörer treffend näher und durch den etwas ungewöhnlichen Erzählstil ist man durch den tollen Vorleser dann ganz schnell im Geschehen gefangen und „hängt regelrecht an seinen Lippen“.
Die Gesamthandlung ist für mich noch nicht „auserzählt“, das eigenwillige Ermittler-Duo bekommt im Verlauf durchaus Sympathiepunkte und ich könnte mir einen neuen Fall mit ihnen durchaus vorstellen.
Fazit: Uve Teschner als Vorleser ist hier eine sehr gute Wahl um den spannungsgeladenen australischen Thriller lebendig werden zu lassen, den Candice Fox mit einem sehr ungewöhnlichen Ermitter-Duo ausgestattet hat, das dann im Verlauf aber voll punkten kann, so dass die beiden durchaus weiter ermitteln sollten!

 

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Jens Henrik Jensen: Oxen – Das erste Opfer

In Dänemark landete Jens Henrik Jensen mit „Oxen: Das erste Opfer“ auf Nr. 1 der Bestseller-Liste. Nun ist der erste Band der Thriller-Trilogie in Deutschland erschienen.
Ich habe mich für die ungekürzte Lesung mit Dietmar Wunder entschieden, was mal wieder spannende Unterhaltung der Spitzenklasse war, was natürlich zum Einen durch die fesselnd geschriebene Buchvorlage von Herrn Jensen kam, aber dann durch den meisterhaften Vortrag von Herrn Wunder zum Ohrenschmaus wurde.
Zum Inhalt:
Im Mittelpunkt des Geschehens steht der ehemalige Elitesoldat Niels Oxen, der sich zwar mit vielen Tapferkeitsauszeichnungen schmücken kann, aber psychisch durch Einsätze in vielen Krisen/Kriegsgebieten schwer gezeichnet ist, weshalb er sich mit seinem Hund Mr. White in die Einsamkeit der dänischen Wälder zurückgezogen hat, wo er mit seinen inneren Dämonen reichlich zu kämpfen hat.
Während er mal wieder durch die Wälder streift, ist es bereits dunkel geworden und Oxen erreicht das Gelände um das gut gesicherte Schloss Nørlund. Um nicht vom Wachpersonal oder den Videokameras erfasst zu werden, zieht er sich ins Unterholz zurück, wo er dann plötzlich auf einen erhängten Hund stößt….
Leider ist das nicht die einzige Leiche in diesem Gebiet, denn auch der Schlossbesitzer, ein ehemaliger Botschafter wird ermordet…
Im Verlauf gerät Niels Oxen dann in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen, die auch noch den PET, den dänischen Geheimdienst, auf den Plan rufen und er gilt bald als Mordverdächtiger Nr. 1….
Um aus diesem Schlamassel heil rauszukommen, lässt er sich auf einen Deal mit dem Geheimdienst ein und ermittelt dann nebst der sehr engagierten Geheimdienstmitarbeiterin Margarethe Frank auf eigene Faust um seine Unschuld zu beweisen…
Doch bald müssen die beiden feststellen, dass der Botschafter nicht der einzige Todesfall ist, den sie genauer untersuchen müssen, sondern je weiter bei ihren Recherchen kommen, je größer wird das Ausmaß und die Brisanz und sie bekommen es mit einem mächtigen Gegner zu tun, was dann in der Handlung zu reichlich Actionszenen führt, die Dietmar Wunder so bildhaft vorträgt, dass man mit den beiden „Ermittlern“ regelrecht mitfiebert und hofft, dass sie heil aus der ganzen Sache herauskommen….
Ob sie es schaffen, dem übermächtigen Gegner Paroli zu bieten, bleibt hier mal wieder unerzählt, sollte man sich aber auf gar keinem Fall entgehen lassen und ganz besonders die Hörbuchfassung kann ich da empfehlen, denn das Kopfkino springt hier ganz schnell an und auch nach 13 Stunden Hörgenuss, hätte es für mich noch weitergehen können….
Da es ja eine Trilogie ist, hoffe ich dass das nächste Buch bald veröffentlicht wird!
Hier gehts lang zur Hörprobe auf der DAVVerlags-Seite
Fazit: Der hochspannende erste Einsatz des sympathischen dänischen Ermittler-Duos aus der Feder von Jens Henrik Jensen wird durch die Lesung von Dietmar Wunder zum Kopfkino und somit zu einem besonderen Hörerlebnis! Unbedingt anhören!

 

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Harlan Coben: In ewiger Schuld

Es gibt neuen spannenden Lesestoff von Harlan Coben!
Der amerikanische Autor hat es bei mir persönlich in die erste Reihe von herausragenden Autoren geschafft,  da seine spannenden Thriller – wie z.B. „Ich schweige für Dich“  – mich immer wieder begeistern konnten. Er hat einen sehr fesselnden, aber auch bildhaften Schreibstil, so dass man von Beginn an sofort ins Geschehen „gezogen“ wird.  Auch bei  „In ewiger Schuld“ ist ihm das wieder wunderbar gelungen, die spannende Handlung fesselt, verblüfft und berührt, was eine tolle Kombination ist.
Die ehemalige Militärangehörige Maya Burkett muss ihren Ehemann Joe beerdigen. Er kam bei einem versuchten Raubüberfall ums Leben. Während die Polizei ermittelt, versucht Maya ihren Alltag mit ihrer kleinen zweijährigen Tochter Lily zu meistern. Da Joe aus gutem Hause stammte und es dort so üblich ist, war von Anfang an klar, dass eine Nanny für Lily engagiert wird…
Maya’s beste Freundin schenkt ihr einen digitalen Bilderrahmen mit eingebauter Kamera, damit sie „ein Auge“ auf die Nanny hat, wenn sie mit Lily spielt. Maya kann sich anfangs nicht für die Idee begeistern, jemanden heimlich zu beobachten, doch das ändert sich schlagartig:
Als sie dann einige Zeit später tatsächlich einen Blick auf die Aufnahmen wirft, erstarrt sie, denn dort spielt ihr vor einigen Tagen beerdigter Ehemann Joe liebevoll mit seiner kleinen Tochter, wie kann das sein???
Ab hier erzähle ich nicht weiter, denn sonst nehme ich allen anderen das Lesevergnügen.
Was sich hinter der Ermordung von Joe Burkett für eine Geschichte verbirgt, hätte ich niemals erahnt! im Verlauf der Handlung gibt es immer wieder Wendungen bzw. entwirren sich so manche Knoten, die dann zu einem Art „Showdown“ führen, der wirklich überrascht!
Erneut hat Harlan Coben einen Thriller der besonderen Art geschrieben, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat, so dass ich das Buch innerhalb eines Wochenendes „verschlungen“ habe und ich erneut mit Begeistung eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen möchte!
Fazit: Spannung auf hohem Niveau bekommt man bei diesem Thriller geboten, der mit unvorhersehbaren Wendungen noch zusätzlich punktet! Unbedingt lesen!

 

Harlan Coben: In ewiger Schuld – Das Hörbuch

Das passende Hörbuch, beziehungsweise die Lesung von „In ewiger Schuld“ wird von Detlef Bierstedt, den bestimmt viele auch als Synchronstimme von George Clooney kennen und Thomas Petruo, der ebenfalls als Synchronsprecher z.B. von Gary Oldman tätig ist, übernommen, was schon allein ein großer Pluspunkt ist, denn hier sind zwei Sprecher, die etwas von ihrem Metier verstehen, so dass aus der spannenden Buchvorlage  ein Hörgenuss vom Feinsten wird!
Ich habe mir das Hörbuch angehört, nachdem ich das Buch  gelesen habe und aus der Perspektive der „Wissenden“,  wie die Geschichte ausgeht, erkennt man die besonderen Feinheiten dieser komplexen Geschichte noch viel besser. 
In vielen Büchern des Autors wird gleich zu Anfang  jemand vermisst und als Leser begibt man sich dann auf die  spannende Suche nach dieser Person. Im aktuellen Thriller ist das Handlungsgeschehen etwas anders angelegt, denn hier geht es gleich auf Mördersuche:
Genau betrachtet sind hier viele „kleine“ Geschichten/Geschehnisse in der Handlung vereint worden, wie z.B. Mayas militärischer Auslandseinsatz, die Liebesgeschichte von Joe und Maya, das Leben von Maya und ihrer Tochter nach dem Tod von Joe und dann noch die undurchsichtigen Geschäfte und Machenschaften der reichen Familie Burkett, die lange im Verborgenen bleiben, dann aber einen ganz besonderen Part in der Story übernehmen….
Egal ob man sich für die Buchfassung oder die Lesung entscheidet, die gesamte Handlung ist in keinster Weise vorhersehbar und auch so einen „Showdown“ hätte ich nicht erwartet und durch den „Epilog“ der viele Jahre später spielt, hat dieser Thriller auch letztendlich noch etwas Anrührendes.
Harlan Coben ist einer meiner Lieblingsautoren und egal welches Buch ich bisher von ihm gehört oder gelesen habe, die Geschichten, die er erzählt sind von Anfang an fesselnd und nie vorhersehbar, was mich immer wieder fasziniert und ich mich auch diesmal wieder frage, gibt es wohl einen realen Hintergrund zu diesen „wie aus dem Leben“ gegriffenen Geschichten?!
Fazit: Die Hörbuchfassung wird von zwei bekannten markanten „Stimmen“ vorgetragen, die aus der spannenden Vorlage dann ein besonderes Hörerlebnis machen. Empfehlenswert!

 

 

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Elisabeth Herrmann: Stimme der Toten

Goldmann Verlag

Die Autorin hat sechs Jahre nach der Veröffentlichung des spannenden Thrillers „Zeugin der Toten“ nun die Fortsetzung geschrieben.
Wie es dazu gekommen ist und wer sie inspiriert bzw. motiviert hat, erzählt Elisabeth Herrmann selbst am Ende des Buches in „Danke!“.
Zwar war mir der „rote Faden“ des ersten Buches noch im Gedächtnis geblieben und zu Beginn von „Stimme der Toten“ gibt es auch eine kleine „Einführung“ was im Vorfeld passiert ist, aber zum richtigen „Einstimmen“ habe ich mir dann erst noch einmal die gelungene Verfilmung von Zeugin der Toten mit Anna Loos in der Hauptrolle angeschaut, was sehr hilfreich war.
Darum geht es im aktuellen Buch:
Berlin, 2016: Judith Kepler arbeitet immer noch als Cleanerin (Tatortreinigerin), also wenn die Polizei und Spurensicherung ihre Arbeit an einem Tatort beendet haben, dann ist ihr Einsatz gefragt um die Spuren des Todes zu beseitigen:
Sie wird von ihrem Chef Dombrowski zu dem großen CHL-Bank-Gebäude geschickt, wo ein Mann sich durch Sturz in die Tiefe suizidiert habe. Doch als Judith vor Ort ist und sich die vorhandenen Blutspuren und das „Drumherum“ genauer anschaut und dann auch noch etwas findet, was die Spurensicherung offensichtlich noch nicht in Augenschein genommen hat, ist sie skeptisch ob es sich hier tatsächlich um Selbstmord handelt….
Vorschriftsmäßig präsentiert sie ihre Entdeckung dem zuständigen Ermittler und ist völlig unbedarft nach dem Gespräch und sie ahnt nicht was für eine Flut von Ereignissen sie damit lostritt….
Es dauert nicht lange und sie befindet sich erneut mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und plötzlich taucht ein alter Bekannter, nämlich Quirin Kaiserley, auf und sagt ihr, dass er mal wieder ihr Schutzengel sein muss…. 
Das Buch ist wie gewohnt fesselnd und spannend geschrieben. Obwohl ich mich immer etwas schwer tue mit dem ganzen Tun und Wirken der unterschiedlichsten Geheimdienste, ist mir natürlich durchaus bewusst, dass es sie gibt und so manches, was hier in der Geschichte passiert, einen realen Hintergrund haben könnte.
Die Handlung des Buches ist neben der Aufarbeitung von Judith Keplers Lebensgeschichte, aber auch am Puls der Zeit und die Autorin hat geschickt aktuell/brisante/politische Themen eingearbeitet.
Vielleicht sollte Frau Herrmann wieder etwas Zeit verstreichen lassen und noch ein drittes Buch über das weitere Leben von Judith Kepler schreiben, denn das Ende der Geschichte ist ja eigentlich offen und ich hätte nichts gegen eine erneute spannende Fortsetzung……
Fazit: Trotz erneutem Geheimdienst-Wirrwarr, ist die Fortsetzung spannend gelungen und hat durchaus noch Potential für einen Nachschlag!

 

Elisabeth Herrmann: Stimme der Toten – Hörbuch

der Hörverlag

Ich habe „Zeugin der Toten“ vor sechs Jahren als Hörbuch genossen, was von Nina Petri vorgetragen wurde. Auch bei der Fortsetzung „Stimme der Toten“ hat sie erneut die Lesung übernommen, so dass man ganz schnell durch ihre bekannte sympathische Stimme wieder in der Handlung gefangen ist.
Neben der Vergangenheitsbewältigung und dem aktuellen „Fall“ gibt es diesmal noch eine kleine Parallelhandlung, die Judith Kepler selbst zu einer Art „Beschützerin“ eines kleinen Mädchens namens Tabea werden lässt, das in einem Haus gegenüber ihrer Wohnung lebt.
Mehrfach war sie Judith aufgefallen und sie wirkte auf sie irgendwie „hilflos/verloren“. Als sich dann eines Abends die Situation zuspitzt, ist Judith genau zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle und kann der Kleinen in einer traumatischen Situation beistehen, was zu dem teils wieder sehr turbulenten „Wirrwarr“ der Geheimdienste ein schöner Ausgleich ist.
Allerdings ist auch in der „Nebenhandlung“ nicht alles nur eitel Sonnenschein, denn nachdem Tabea Berlin verlassen musste, lebt sie bei mit ihrem Vater in einem kleinen Ort, wo Judith als Besucherin auftaucht. Ihr Erscheinen wird von den Bewohnern aufmerksam beäugt und es herrscht eine merkwürdige Stimmung vor.  Als Judith Tabea schweren Herzens, aber diese merkwürdige Gemeinschaft nur zu gern verlassen will, werden plötzlich Hunde auf sie gehetzt und sie muss um ihr Leben fürchten…..
Fazit: Spannende Fortsetzung des Thrillers, der durch Nina Petri gekonnt vorgetragen wird.

 

 

 

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Donato Carrisi: Der Nebelmann

Die ungekürzte Lesung dieses sehr spannenden, fesselnden, aber auch düsteren Thrillers hat Uve Teschner übernommen, was eine sehr gute Wahl ist, denn sein lebendiger Vortrag schafft die passende Atmosphäre und seine Stimme variiert er bei den unterschiedlichen Mitwirkenden so gekonnt, dass sie „ein Gesicht“ bekommen.
Der Autor hat einen ganz besonderen Erzählstil, der immer wieder von einem Datum zum anderen hin- und herschwenkt, was aber so gut gelungen ist, dass man überhaupt kein Problem hat sich in den unterschiedlichen Zeiten zurechtzufinden und auch die Gesamthandlung wird nie undeutlich, sondern ist zwar zum Ende überraschend, aber immer gut nachvollziehbar.
Ein kleines abgeschiedenes Alpendorf mit seiner teils sehr religiösen und andererseits durch Landverkauf zu Geld gekommenen Bevölkerung bildet die Kulisse.
Die Handlung beginnt im Februar wo man den Sonderermittler Kommissar Vogel blutverschmiert und verwirrt wirkend nach einem Unfall zur Befragung ins Polizeirevier des Ortes gebracht hat. Die Staatsanwältin hatte im Vorfeld einen Fall mit dem Kommissar bearbeitet und ist zum einen erstaunt, warum er überhaupt noch vor Ort ist und andererseits kommt ihr das Verhalten des Ermittlers merkwürdig vor, so dass man den ortsansässigen Psychiater zur Befragung hinzuzieht.
Bei dem Gespräch zwischen Psychiater und Sonderermittler wird in Rückblenden der Fall rekonstruiert, weswegen der Kommissar im Ort zuvor ermittelt hatte: Um Weihnachten herum ist  die junge Anna Lou verschwunden. Ihre sehr gläubigen Eltern sind sich sicher, dass Anna Lou nicht aus eigenen Stücken verschwunden ist.
Sonderermittler Vogel fällt vielleich durch seinen eleganten Kleidungsstil auf, aber sonst ist er kein sonderlich sympathisch daherkommender Mann. Er hat seine ganz genauen Vorstellungen wie die Ermittlungen zu verlaufen haben, denn er will sich schnell vor der Presse mit Ergebnissen präsentieren. Allerdings hat sein Image Schaden erlitten, denn ein vorheriger Fall lief etwas aus dem Ruder. Aber im Fall von Anna Lou soll das nicht mehr passieren und im Verlauf rückt dann ein Verdächtiger in sein Blickfeld, was fatale Folgen für die Person hat, denn die Presse macht plötzlich Jagd auf ihn…..
Lange Zeit ist nicht klar, was eigentlich mit dem verschwundenen Mädchen passiert ist, denn durch die geschickte Erzählweise dreht sich der Handlungsverlauf ständig und selbst wenn man eine Vermutung hat, was passiert sein könnte, wird die wieder durch neue Informationen entkräftet, so dass besonders der Schluss des Hörbuchs, dann noch mit einer Überraschung aufwartet, die man nicht vorhersehen konnte!
Fazit: „Der Nebelmann“  ist ein von Anfang an ein fesselnd/spannender und sehr geschickt erzählter Thriller, der durch Uve Teschners Vortrag dann noch an Atmosphäre gewinnt. Für den unvorhersehbaren „Schluss-Akkord“ gibt es von mir noch einen Extrapunkt für dieses ganz besondere Hörerlebnis!

 

 

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Max Bentow: Das Porzellanmädchen

Diesmal schickt der Autor nicht seinen Berliner Kommissar Nils Trojan auf Mördersuche, sondern er hat einen ganz eigenständigen Thriller mit Gänsehautfaktor geschaffen. Axel Milberg hat die Lesung übernommen, was echt klasse ist, denn hier zeigt er mal wieder wie wandelbar doch seine Stimme ist und besonders die krächzenden, unheimlichen Puppenstimmen bzw. die Stimme des Insekts machen das Hörbuch „Das Porzellanmädchen“  zu einem Hörerlebnis mit Gruselfaktor!
Die Handlung dreht sich immer wieder, bzw. wird aus einem anderen Blickwinkel erzählt, was ungewöhnlich, aber ganz besonders spannend gelungen ist, so dass die über neun Stunden lange Lesung wie im Pflug vergeht!
Zum Inhalt:
Im Juni 2003 gerät ein 16-jähriges Mädchen in die Fänge eines Mannes, der sich ihr nur mit einer ganz besonderen Maske präsentiert und dadurch einem Insekt ähnelt. Was das Mädchen erleiden muss ist bizarr und nur eine Porzellanpuppe mit unterschiedlichen Augen hilft ihr ihre Ängste zu unterdrücken…
Es erfolgt ein Szenenwechsel und man lernt die erfolgreiche Schriftstellerin Luna Moor kennen, die besonders einfühlsam über menschliche Abgründe schreibt. Was niemand ahnt, ist,  dass sie in ihrer Jugend entführt und für einige Zeit festgehalten wurde bis sie fliehen kann….
Das Haus, in dem sie gefangen gehalten wurde, steht zum Verkauf und deswegen wagt sie den Schritt und will sich ihren schlimmen Ängsten und Erinnerungen an damals stellen.  Sie mietet sich für einige Zeit in dem Haus ein, was im Nachhinein kein so guter Gedanke war, denn es fangen an merkwürdige Dinge zu passieren….
Mehr möchte ich von diesem spannenden und ganz besonders fesselnden, aber auch Gänsehaut erzeugenden Hörbuch nicht verraten. Nur so viel möchte ich noch sagen: Axel Milberg als Vorleser ist die perfekte Besetzung für diesen Thriller und Max Bentow zeigt sich hier von einer ganz anderen schriftstellerischen Seite, obwohl mir seine Bücher wie z.B. Das Hexenmädchen auch gut gefallen haben.
Fazit: Nervenkitzel vom Feinsten hat Max Bentow niedergeschrieben und Axel Milberg macht daraus ein Hörerlebnis der besonderen Art! Unbedingt anhören!

 

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