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Heine Bakkeid: … und morgen werde ich dich vermissen

Die gekürzte Lesung dieses Hörbuchs hat Frank Stieren übernommen, der seine Stimme sehr gut abwandeln kann, so dass man die verschiedenen Mitwirkenden hier gut unterscheiden kann.
Hier gibt es Einblick in das Krimi-Debüt des norwegischen Autors:
Nach seinem Gefängnisaufenthalt ist der ehemalige interne Ermittler der Polizei Thorkild Aske nun arbeitssuchend, da er in seinem Beruf nicht mehr tätig sein darf. Sein Gefühlsleben scheint völlig aus dem Ruder gelaufen zu sein und ein immer wiederkehrender Hinweis auf die notwendige Einnahme von Psychopharmaka und starken Schmerzmitteln lässt nichts Gutes erahnen, zumal auch immer wieder der  Kontakt zu seinem Psychiater  inhaltlich thematisiert wird.
Um Thorkild aus seinem seelischen Tief zu holen, ist sich sein Psychiater sicher, dass Arbeit die beste Medizin ist, weswegen er ihn mit einem befreundeten Ehepaar bekannt macht, deren erwachsener Sohn Rasmus vermisst wird. Rasmus war dabei auf einer abgelegenen Leuchtturminsel in Eigenregie ein Erlebnishotel aufzubauen. Die ortsansässige Polizei vermutet einen Tauchunfall, doch sein Leichnam wurde bisher nicht gefunden. Torkild soll sich im Auftrag der Eltern vor Ort selbst ein Bild machen…..
Als Thorkild sich dann während sehr schlechter Witterungsverhältnisse auf der Insel umschaut, macht er eine gruselige Entdeckung:  Durch die unruhige See wird ein schon sehr in Mitleidenschaft genommener Leichnam angespült….
Rückblickend hätte die Suche nach Rasmus durchaus eine spannende Sache sein können, was sie aber leider nicht ist, denn der eigenwillige Erzählstil des Autors, der sich einerseits zu ausführlich mit der psychischen Verfassung des Ermittlers beschäftigt und man andererseits „zwischen der Ermittlung“ bruchstückhaft „Erinnerungsfetzen Thorkilds an eine Frau“ präsentiert bekommt oder dann plötzlich wieder Gespräche mit der örtlichen Polizei einfließen, ist  gewöhnungbedürftig, aber keineswegs spannungsfördernd.
Zusammengefasst, kann ich nur sagen, der Vorleser hat gute Arbeit geleistet, denn durch seine Stimmnuancen waren die Figuren gut zu unterscheiden. Die Gesamthandlung von „…und morgen werde ich dich vermissen“  hat mich nicht richtig fesseln können und besonders mit dem psychisch angeschlagenen Ermittler konnte ich mich nicht anfreunden. Der Erzählstil des Autors ist eigenwillig, bruchstückhaft und schwammig/undurchsichtig, so dass hier Spannung zwar punktuell aufgeflackert ist, aber mehr auch nicht.
Fazit: Guter Vorleser, aber durch den eigenwilligen Erzählstil des Autors  flackert nur stellenweise Spannung auf, was schade ist!

 

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Ingar Johnsrud: Der Hirte

Bei Thriller-Debüts greife ich gern auf die Hörbuchfassung zurück und da Dietmar Wunder die gekürzte Lesung von „Der Hirte“  übernommen hat, war das für mich schon mal ein wichtiger Aspekt, denn alles war ich bisher von diesem Vorleser gehört habe, war mit Hörgenuss verbunden……
Der Osloer Hauptkommissar Frederik Beier ist körperlich und seelisch angeschlagen, weswegen einige Vorgesetzte ihn nur unter Vorbehalt einsetzen wollen. Als dann Anette, die erwachsene Tochter der Politikerin Lise Wetre vermisst wird, ist Beiers Einsatz gefragt. Kaum das er nebst seinem Kollegen  die Eltern der Vermissten befragt und von ihnen erfahren hat, dass Anette mit ihrem kleinen Sohn der Glaubensgemeinschaft „Gottes Licht“ angehört, werden die beiden Ermittler zu einem abgelegenen Hof abgebordert.  Auf diesem Hof haben sich die Mitglieder  von „Gottes Licht“ angesiedelt und nun wurden dort mehrere Personen auf brutalste Weise ermordet, aufgefunden. Bei der näheren Untersuchung des Geländes stoßen Beier und Co auf einen Keller, der extrem gesichert ist und ein furchteinflößendes Labor beinhaltet….
Obwohl das ganze Gelände untersucht wird, fehlt von weiteren Mitgliedern der Glaubensgemeinschaft jede Spur. Auch die dort lebende Anette mit ihrem kleinen Sohn ist nirgend aufzufinden, wurden sie entführt oder was war auf dem Gelände geschehen???
Leider begnügt sich der Autor nicht mit der Suche nach den Vermissten, sondern er packt so viel „Input“ in die Handlung, dass einem schwindlig werden kann. Nicht nur das die unterschiedlichsten Örtlichkeiten eine Rolle spielen – wie z.B. im Prolog Afghanistan – sondern auch Zeitsprünge in die 1940ziger Jahre werden handlungsmäßig mit vielen „Mitwirkenden“ eingebaut. Dann geht es themenmäßig nicht nur um Mord und Entführung, sondern um verabscheuungswürdige Experimente an Menschen, Terror, unterschiedliche Religionen, Bruderschaften, Sekten und Identitätswechsel, was mir ehrlich gesagt ein bisschen zu viel „des Guten“ ist.
Der Schreib- bzw. Erzählstil ist eigentlich ganz angenehm und anschaulich und wenn es bei einem Thema geblieben wäre, hätte es durchaus spannend/fesselnd werden können aber durch das ständige „Switchen“ und die vielen Personen/Namen/Orte/Themen wird es dann trotz des sehr guten Vorlesers undurchsichtig und man muss sehr aufpassen, dass man nicht den Faden verliert….
Fazit: Schade, trotz exzellentem Vorleser gibt es hier zu viel Handlungswirrwarr, so dass man aufpassen muss, das man nicht den Faden verliert. Oftmals ist weniger mehr!

 

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Klaus-Peter Wolf: Totenstille im Watt

Der Autor selbst hat hier die Lesung übernommen, was schon mal ein großer Pluspunkt ist!
Die Ostfriesenkrimis haben nun mit „Totenstille im Watt“ einen Ableger bekommen.  In bekannter Landschaft bzw. Örtlichkeit haben  bekannte Figuren wie Ann Kathrin Klaasen oder auch Rupert aber nur einen kleinen Auftritt, denn dafür ist das Ego der Hauptfigur hier zu groß…….
Und dieses Ego hat sich per Mausklick im Internet eine neue Identität beschafft und arbeitet nun  erfolgreich als praktischer Arzt (tatsächlich hat er ein paar Semester Medizin studiert, aber mehr kann er nicht vorweisen) unter dem Namen Dr. Bernhard Sommerfeldt in Norddeich….
Das geht einige Zeit gut, doch nicht alle Mitmenschen sind ihm wohl gesonnen, wie z.B. der Porschefahrer, der meint, Dr. Sommerfeldt habe durch die Behandlung seiner Oma sich einen Platz in ihrem Testament erschlichen….
Ein prügelnder Ehemann, der sich nicht nur an seiner Ehefrau vergreift, sondern auch der kleine Sohn hat unter ihm zu leiden,  lernt eines schönen Tages Dr. Sommerfeldt kennen…..
Der falsche Mediziner erzählt aus seinem früheren Leben und wie es dazu gekommen ist, dass er sich einen neuen Namen zugelegt hat.  Dann dauert es einige Zeit und er lernt seine große Liebe Beate kennen und sie ziehen zusammen. Alles könnte so schön sein, aber Beates ehemaliger Freund tritt wieder in ihr Leben und er scheint sie mit irgendetwas zu erpressen. Auch hier macht Dr. Sommerfeldt einen seiner speziellen Hausbesuche um das Problem zu lösen….
Im Bezug auf Dr. Sommerfeldt fällt mir ein Zitat aus einem Western ein: „…. und Leichen pflastern seinen Weg“….. Mehr möchte ich dazu nicht preisgeben, denn Klaus-Peter Wolf hat es mal wieder geschafft die Balance zwischen spannendem Krimi und einer guten Prise Humor zu finden und herausgekommen ist (hoffentlich) der Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe um einen (falschen) Mediziner, dessen spezielle Hausbesuche es in sich haben……
Fazit: Diese Autorenlesung punktet auf der ganzen Linie mit Spannung und Humor und einem neuen Hauptdarsteller, von dem man sicherlich noch hören wird! Klasse! Unbedingt anhören!

 

 

 

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Christine Cazon: Endstation Côte d’Azur

Die gekürzte Lesung des vier CD’s umfassenden Hörbuchs wird von Gert Heidenreich übernommen, was eine gute Wahl ist, denn seine angenehme Stimme, die er außerdem sehr abwandeln kann –  z.B. um Personen besser erkennbar zu machen – nimmt den Zuhörer sofort mit Richtung Frankreich….
Commissaire Léon Duval ermittelt hier in seinem vierten Fall, für mich war dies Hörbuch Premiere, da ich eher die Verfilmungen französischer Krimis bevorzuge, als dass ich sie lese/höre.
Auf der Rückseite des Covers wird „Flair, Romantik, Charme und mit fünf Sternen versehen „Spannung“ versprochen, was schon mal gute Voraussetzungen für eine Kriminalgeschichte sind…..
Während Duval eigentlich frei hat, wird die traute Zweisamkeit mit seiner Freundin Annie durch einen Toten am Strand jäh unterbrochen, denn seine Vorgesetzten setzen auf seinen Instinkt und Einfühlungsvermögen…
Und der tote Mann liegt nicht irgendwo am Strand, nein er liegt am Bijou Place,  einem der angesagtesten Strände von Cannes, wo man  durchaus den einen oder andern Prominenten erblicken könnte…….
Damit nicht genug, denn augenscheinlich handelt es sich um einen Afrikaner, dessen Identität herauszufinden etwas schwierig ist. Schnell kommt der Verdacht auf, es könnte sich um einen Flüchtling handeln, denn an der Grenze zu Italien harren immer noch Hunderte aus bzw. versuchen übers Meer nach Frankreich zu gelangen…
Die Ermittlungen führen dann aber auch in eine andere Richtung, denn fliegende Händler bevölkern mit ihren Ständen die Stadt und bieten ihre Waren feil. Der Tote scheint einer von ihnen gewesen zu sein. Duvals Recherchen führen an den Stadtrand in eine heruntergekommene Wohnung, wo auf engstem Raum mehrere dieser Händler leben. Der älteste von ihnen erzählt Duval einiges über sein bewegtes Leben und mit welchen Familienstrukturen dieses Händlerdasein verwoben ist. Doch mittlerweile gibt es starke Konkurrenz. Hat die zum Tod des Mannes vom Strand in Cannes geführt? Während Duval noch ermittelt, gibt es einen weiteren Toten……
So in der Zusammenfassung klingt der Fall ganz interessant. Allerdings konnte ich „fesselnde Spannung“, die sich durch die Gesamthandlung zieht und die ich persönlich dann auch mit fünf Sternen markieren würde, nicht erkennen. Alles plätschert irgendwie dahin. Der Einblick in die Handelsstrukturen fliegender Händler und die Einbindung der aktuellen Flüchtlingssituation nebst multikultureller Schwierigkeiten in Sachen Beziehung überdecken die ganze Kriminalgeschichte und machen so aus „Endstation Côte d’Azur“  eher einen Roman, der als Nebenschauplatz auch ungeklärte Todesfälle beinhaltet.
Wie oben schon erwähnt, macht der Vorleser Gert Heidenreich seine Sache sehr gut, was auch der Grund für mich war um dies Hörbuch bis zum Schluss anzuhören.
Fazit: Eher Roman als Krimi. Das Hörbuch punktet durch den guten Vortrag von Gert Heidenreich
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Dora Heldt: Wir sind die Guten

Nachdem im letzten Jahr die Autorin mit „Böse Leute“ ihr Krimi-Debüt veröffentlicht hatte, gibt es jetzt „Nachschlag“ in dieser Richtung, welches in Buchform bei dtv erschienen ist.  Erneut kombiniert Dora Heldt den bekannten Humor aus ihren bisher veröffentlichten Romanen mit einer spannenden Kriminalgeschichte, die wiederum auf der Insel Sylt angesiedelt ist.
Das bewährte private „Ermittlerteam“ um Karl Sönningsen, der früher ja mal Revierleiter der Polizei in Westerland war und nun eigentlich seinen Ruhestand genießen könnte, was aber ganz gegen sein Naturell ist, hat wieder alle Hände voll zu tun und diesmal kreuzen auch Walter und Heinz in der Geschichte auf und mischen dann bald in Sachen eigene Ermittlungen in der turbulenten, aber auch sehr spannenden Geschichte mit!
Zu Beginn ist für Charlotte und Inge aus obigem Ermittlerteam noch alles märchenhaft, gönnen sie sich doch heimlich eine Putzfee, namens Sabine, während ihre Männer Heinz und Walter saunieren.  Doch die beiden dürfen davon nichts mitbekommen, handelt es sich hier doch um „Schwarzarbeit“…
Im Verlauf wird dann genau diese Putzfee Sabine durch ihre Vermieterin bei Karls Team als vermisst gemeldet. Aus anfänglichem zaghaften Vortasten, wo die Vermisste sein könnte, entpuppt sich die Suche, dann als weitreichender Kriminalfall, dessen Lösung in die Vergangenheit und aufs Festland führt, wo dann auch wieder der eine oder andere Eierlikör bei der Ermittlung hilft……
Die Sylter Polizistin Maren Thiele ist auch wieder mit von der Partie. Sie beschäftigt sich damit den rätselhaften Tod eines Mannes aufklären, den man erst nach einigen Tagen unterhalb der roten Klippen aufgefunden hatte. Die Identifizierung ist schwierig und als man dann endlich die Angehörigen benachrichtigen kann, weiß niemand warum er sich auf der Insel aufgehalten hat…..
Es ist Dora Heldt erneut mit „Wir sind die Guten“ ein wunderbares Buch gelungen.  Es liest sich flüssig und einmal angefangen, kann man sich schwer wieder davon lösen. Die Charaktere sind so gut beschrieben, dass man das Gefühl hat, diese Leute kennt man persönlich und auch die privaten und polizeilichen Ermittlungen – die sich zum Ende hin dann noch dramatisch zuspitzen – sind anschaulich und wieder mit dem bekannten Augenzwinkern versehen.
Fazit: Volle Punktzahl für diesen spannenden und humorvollen Krimi, der noch einen Extrapunkt für die wunderbare Besetzung der privaten wie auch polizeilichen Ermittler von mir bekommt! Unbedingt lesen!

 

Dora Heldt: Wir sind die Guten – Hörbuch

Bei GoyaLit ist das gleichnamige Hörbuch erschienen. Hatte ich das Krimi-Debüt „Böse Leute“ als Hörbuch, vorgetragen von der Autorin selbst, genossen, hat bei „Wir sind die Guten“ nun die Schauspielerin Anneke Kim Sarnau diesen Part übernommen, womit ich mich nicht so ganz anfreunden konnte. Was nicht heißen soll, dass Frau Sarnau ihre Sache schlecht macht, eher ungewohnt, verbinde ich die Romane und Bücher von Dora Heldt doch bisher auch immer mit ihrer eigenen Stimme, der ich persönlich auch schon mal bei einer Lesung lauschen durfte!
Von der ungewohnten Vorleserin mal abgesehen, ändert das aber an der spannenden und fesselnden Kriminalgeschichte überhaupt nichts, die nun auch noch durch zwei weitere „Spürnasen“ mit Namen Walter und Heinz verkomplettiert wird. 
Fans der Bücher von Dora Heldt braucht man die beiden Herren nicht extra vorstellen,  haben sie sich doch durch ihren ganz besonderen Charme, schon ihn die Herzen der Leser geschlichen.  Kennt man doch ihr Engagement und ihre Hilfsbereitschaft schon z.B. aus  „Urlaub mit Papa“ oder „Tante Inge haut ab“. Hier kommen nun ihre ganz besonderen Talente wie „durchdachtes Handeln“ mit ganz „spontanen Eingebungen“ in Sachen Ermittlungen zum Einsatz und bilden somit den humorvollen Part der Kriminalgeschichte. Außerdem wandeln sie sich von charmanten Romanhelden zu kriminalistischen Spürnasen und ich könnte mir gut vorstellen, dass sie beim nächsten „Einsatz“ ins private „Ermittlerteam“ um Karl Sönnigsen integriert werden….
Fazit: Trotz ungewohnter Lesestimme – diesmal von Anneke Kim Sarnau  und nicht wie gewohnt von der Autorin selbst vorgetragen – vereint dies Hörbuch Spannung und Humor und somit ist gute Unterhaltung garantiert. Bitte weiter so und mehr davon!  
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Bernd Mannhardt: Herr Schreiber blockiert

Wie der Titel des Hörbuchs schon suggeriert, geht es hier um die Schreibblockade eines Schriftstellers.
Da ich gefühlt rund um die Uhr lese, staune ich immer wieder darüber, wie es Autoren/innen gelingt spannende, humorvolle und vor allen Dingen, flüssig lesbare Texte zu verfassen. Wenn ich mich da an meine Schulzeit zurück erinnere und an die Aufsätze denke, die man dort abfassen sollte, die einen thematisch überhaupt nicht lagen, so dass man sich regelrecht einen Text „abgestottert „ hat, da kann ich gut nachempfinden, dass „Herr Schreiber blockiert“…..
Obwohl, wenn man dem Vorleser (Matthias Ernst Holzmann) hier so zuhört, dann ist der Herr Schreiber gar nicht so blockiert, nein er sinniert eher herum, erzählt dies und das, mal dringt er tiefer in ein Thema ein, mal verzweifelt er fast oder es lugt plötzlich böser Humor hervor…..
Um überhaupt etwas zu Papier zu bringen, begibt Herr Schreiber sich z.B. in den Tierpark um am Pavian-Gehege zu verweilen, was ihn allerdings dann auch nicht sonderlich inspiriert, obwohl er anscheinend schon des Öfteren hier auf eine zündende Idee gehofft hat, denn er kennt die Tiere schon beim Vornamen….
Er lässt seine Gedanken schweifen und er findet sich dann irgendwann in seiner Lieblingskneipe wieder um sich einen „Schluck“ zu genehmigen….
Man erfährt, dass das Schreiben für ihn nicht sonderlich einträglich und er mit den Mietzahlungen schon seit Monaten im Rückstand ist. Er wäre schon obdachlos, wäre da nicht seine Exfrau auf die er immer wieder zurückgreifen kann und die ihn „über Wasser hält“….
Wie bereits erwähnt hat erneut Matthias Ernst Holzmann – wie auch schon bei „Mordsalibi“ – mit seiner sonoren Stimme die Lesung übernommen. Der Text ist bereits vor einiger Zeit  im Sammelband „Spielverderber“ erschienen und wurde schon als Bühnenstück aufgeführt.
Die unterschiedlichen „Gedankengänge“ werden durch schmissige Musik kurz unterbrochen, was gut passt – verleitet es doch zum einen oder anderen Tanzschritt – .  Das unterhaltsame „Possen-Stück“ ist mit feinem Humor durchzogen und gibt anschaulich Einblick in die „Gedankenwelt“ eines engagierten, aber oftmals strauchelnden Schriftstellers, der übrigens die Ablehnungsschreiben seiner Werke zu einem wertvollen Leder-Ordner hat zusammenbinden lassen….
Fazit:  Wer feinen wortgewandten Humor liebt, ist hier genau richtig, wenn sich der Poet in seiner eigenen Gedankenwelt verliert…….
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J.M. Peace: Die Hatz

Die gekürzte Lesung des Hörbuchs übernimmt hier Stephanie Kellner, deren angenehme Stimme den Zuhörer durch die Handlung begleitet:
Der Titel „Die Hatz“ und auf der Coverrückseite „Lauf, Sammie, lauf! lässt schon erahnen, dass hier jemand bzw. Sammie vor etwas oder jemanden weglaufen soll…
Doch von Anfang an: Sammie Willis hat mal wieder einen ihrer Streits mit ihrem Lebensgefährten, weswegen sie sich mit einer Freundin trifft um dann in einer Bar etwas zu trinken. Während der Abend voranschreitet und Sammies Freundin ausgiebig flirtet, verabschiedet sich Sammie bald und nach dem Verlassen der Bar ruft sie sich ein Taxi….
……“soll ich Dich mitnehmen? Taxis kommen hier nicht so schnell“….., ein Wagen hält neben Sammie und der Mann, der am Steuer sitzt, hatte eben noch in der Bar gearbeitet…
Ja, was soll ich sagen, tatsächlich steigt Sammie ein und ab da passiert genau das, was man schon vermuten kann, der Mann ist nicht der nette Wohltäter, der Sammie nach Hause bringt, sondern er setzt sie unter Drogen und verschleppt sie in den australischen Busch, wo er dann nebst einen großen Hund Jagd auf sie macht……..
Was der Entführer geraume Zeit nicht weiss, ist, dass Sammie von Beruf Polizistin ist und im Verlauf nur noch eines will: Ü b e r l e b e n !
Gleich wie ich erfahren habe, dass Sammie Polizistin ist, habe ich mich gefragt, wie sie so naiv sein und in diese Falle tappen konnte. Dass der Entführer dies nicht zum ersten Mal gemacht hat, erstaunt auch nicht sonderlich, was im Verlauf der Handlung deutlich wird.
Die Autorin schreibt sehr bildhaft bzw. anschaulich, so dass man sich durchaus die mörderische Jagd durch den australischen Busch gut vorstellen kann. Vom Titel ausgehend, hatte ich mir allerdings dann eine spannendere Geschichte erhofft, hier  plätschert die Handlung eher seicht dahin, als dass man knisternde Spannung erlebt, was etwas schade ist. Da der Täter von vorn herein sichtbar ist, kommt auch bei der Fahndung nach ihm wenig Tempo auf, was sich dann in der polizeilichen Vernehmung auch nicht steigert…
Fazit: Schade, eher nur durchschnittliche Krimi-Handlung, die zu vorhersehbar ist und nur wenig Spannung beinhaltet

 

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