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Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verwand

Einst hatte der schwedische Schriftsteller Jonas Jonasson mit seiner Romanvorlage „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ einen großen Erfolg gelandet, wo Allan Karlsson der Name der Titelfigur ist. Dieser Roman wurde dann mit Robert Gustafsson in der Hauptrolle ebenso erfolgreich verfilmt.
Und nun gibt es eine filmische Fortsetzung mit dem Titel „Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand“. Die schauspielerische Besetzung hat sich nicht geändert und wer den ersten Film nicht gesehen hat, (hat zwar etwas Sehenswertes verpasst) findet aber ganz schnell in die sehr gut gelungene, turbulente und humorvolle Handlung hinein.
Allan Karlsson ist nach seiner aufregenden Reise um die Welt mit einem Koffer voller Geld nebst einigen Freunden auf Bali gelandet. Nun ist bis auf einen ganz kleinen Teil das Geld aufgebraucht, was aber Allans Freunde nicht davon abhält auf seinen 101. Geburtstag anzustoßen. Benny und Miriam werden bald Eltern und deswegen möchte Miriam nicht mit Alkohol anstoßen. In Allans Besitz befindet sich noch eine Flasche Volksbrause, die Miriam dann kostet und sofort hellauf begeistert vom Geschmack ist und sogar eine Art Sucht danach entwickelt. Doch mehr als eine Flasche gibt es nicht mehr und auch die Produktion ist seit vielen Jahren eingestellt…
Allan wäre nicht Allan, wenn er nicht zu besagter Limonade eine spannende Geschichte auf Lager hätte, die zurück führt in die Zeit des Kalten Kriegs als er noch als Spion tätig war und die Mächtigen der Welt wie Breschnew und Nixon einen wichtigen Part in der Handlung übernommen haben…..
Die filmische Fortsetzung hat mir sogar noch etwas besser gefallen, als der erste Teil, denn diesmal gab es nicht ständige Schwenks und neue Geschichten aus dem turbulenten Lebens Allans, sondern man hat sich auf die Suche nach dem Rezept für die leckere Limonade beschränkt, was aber trotzdem mit viel Witz und Situationskomik in Szene gesetzt wurde und somit wiederum ein filmisches Vergnügen daraus geworden ist.
Hier gibt es einen kleinen Vorgeschmack: „Trailer
Fazit: Gelungene filmische Fortsetzung, die wieder mit turbulenter humorvoller Handlung und toller schauspielerischer Besetzung punkten kann!

 

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Max Bentow: Das Porzellanmädchen

Diesmal schickt der Autor nicht seinen Berliner Kommissar Nils Trojan auf Mördersuche, sondern er hat einen ganz eigenständigen Thriller mit Gänsehautfaktor geschaffen. Axel Milberg hat die Lesung übernommen, was echt klasse ist, denn hier zeigt er mal wieder wie wandelbar doch seine Stimme ist und besonders die krächzenden, unheimlichen Puppenstimmen bzw. die Stimme des Insekts machen das Hörbuch „Das Porzellanmädchen“  zu einem Hörerlebnis mit Gruselfaktor!
Die Handlung dreht sich immer wieder, bzw. wird aus einem anderen Blickwinkel erzählt, was ungewöhnlich, aber ganz besonders spannend gelungen ist, so dass die über neun Stunden lange Lesung wie im Pflug vergeht!
Zum Inhalt:
Im Juni 2003 gerät ein 16-jähriges Mädchen in die Fänge eines Mannes, der sich ihr nur mit einer ganz besonderen Maske präsentiert und dadurch einem Insekt ähnelt. Was das Mädchen erleiden muss ist bizarr und nur eine Porzellanpuppe mit unterschiedlichen Augen hilft ihr ihre Ängste zu unterdrücken…
Es erfolgt ein Szenenwechsel und man lernt die erfolgreiche Schriftstellerin Luna Moor kennen, die besonders einfühlsam über menschliche Abgründe schreibt. Was niemand ahnt, ist,  dass sie in ihrer Jugend entführt und für einige Zeit festgehalten wurde bis sie fliehen kann….
Das Haus, in dem sie gefangen gehalten wurde, steht zum Verkauf und deswegen wagt sie den Schritt und will sich ihren schlimmen Ängsten und Erinnerungen an damals stellen.  Sie mietet sich für einige Zeit in dem Haus ein, was im Nachhinein kein so guter Gedanke war, denn es fangen an merkwürdige Dinge zu passieren….
Mehr möchte ich von diesem spannenden und ganz besonders fesselnden, aber auch Gänsehaut erzeugenden Hörbuch nicht verraten. Nur so viel möchte ich noch sagen: Axel Milberg als Vorleser ist die perfekte Besetzung für diesen Thriller und Max Bentow zeigt sich hier von einer ganz anderen schriftstellerischen Seite, obwohl mir seine Bücher wie z.B. Das Hexenmädchen auch gut gefallen haben.
Fazit: Nervenkitzel vom Feinsten hat Max Bentow niedergeschrieben und Axel Milberg macht daraus ein Hörerlebnis der besonderen Art! Unbedingt anhören!

 

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Carl-Johan Vallgren: Schweine

Wow, was für ein Buch! Der Titel „Schweine“ fasst in einem Wort zusammen um was es hier geht: Nein, nicht um die Tierart, sondern um Menschen, die ohne Rücksicht auf Verluste agieren und sie schrecken auch vor Entführung, Sexualverbrechen oder Mord nicht zurück und einige dieser Personen tauchen hier im Geschehen auf, denen ich in Realität nie begegnen möchte…
Ich hatte vor einiger Zeit den Debüt-Thriller „Schattenjunge“ von C. J. Vallgren mit Begeisterung gelesen. Dort hatte das „Dreiergespann“ ihren ersten Auftritt. Dabei handelt es sich um Danny Katz, den sprachbegabten Computerfachmann, seinen besten Freund Jorma Hedlung, der jetzt ans Aussteigen aus dem kriminellen Milieu denkt, allerdings steht noch ein krummes Ding an, bevor es soweit ist und Dannys Jugendliebe und jetzige Staatsanwältin Eva Westin, die zurzeit Amtshilfe für bosnische Kollegen leistet, wo es um Geldwäsche im großen Stil geht.
Während Jorma sein „letztes“ Ding dreht, geht einiges schief, es fallen Schüsse und er befindet sich auf der Flucht und kann aber nur anfangs untertauchen…..
Danny Katz ist auf dem Weg zu seinem alten Kumpel Ramon mit dem ihn eine kriminelle Vergangenheit verbindet und außerdem verdankt er ihm sein Leben als „Drogen“ noch bei ihm an der Tagesordnung waren. Und dieser Suchtdruck hat ihn plötzlich nach Jahren wieder im Griff und er will sich bei Ramon „eindecken“.  In Ramons Wohnung lernt er dessen Freundin Jenny kennen, die wunderbar zeichnen kann, allerdings auch an der Nadel hängt…
Und genau diesen alten Kumpel Ramon findet Katz einige Zeit später tot in der Wohnung und Jenny ist spurlos verschwunden…
An eine Überdosis bei Ramon – wie von der Polizei vermutet – kann Katz nicht richtig glauben, ihn beschleicht das ungute Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt und er macht sich auf die Suche nach Jenny. Lange Zeit fischt er im Trüben und taucht ab ins Milieu, wo man für Geld alles Kaufen kann. Und genau dort findet er einen Hinweis auf Jenny, die offenbar ihren Körper verkauft um an Drogen zu kommen…..
Während Katz langsam aber sicher einem geheimen Pornoring auf die Spur kommt, versucht Jorma herauszubekommen, warum der letzte Coup fehlgeschlagen ist. Eva unterstützt Katz auf ihre Weise bei der Suche nach Jenny und irgendwann führen alle drei Handlungsstränge zu einem abgelegenen Sommerhaus, wo sich dann schreckliche Szenen ereignen…..
Obwohl der Autor kein Blatt vor den Mund nimmt und hier ganz krass, aber durchaus realistisch die Abgründe Drogensucht, Menschenhandel, Prostitution, Geldwäsche, Korruption u.w.m. dem Leser eiskalt präsentiert, hat das Buch etwas derart Fesselndes, dass man es nur ungern aus der Hand legt. Bei der bildhaften Sprache zuckt man schon dann und wann zusammen wenn man hier unverblümt vor Augen geführt bekommt, was es doch für brutale Machenschaften gibt um Süchte zu stillen, Abarten auszuleben bzw. über Leichen zu gehen um Macht auszuüben.
Fazit: Hier braucht man starke Nerven um in diese Abgründe vorzustoßen, was sich spannungsmäßig aber unbedingt lohnt, denn einmal angefangen, lässt einen dieser Thriller nicht mehr los! Klasse!

 

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Catherine Shepherd: Engelsschlaf

Das Berliner LKA-Team –  Laura Kern und Max Hartung  – hat einen neuen Fall, der allerdings anfangs von dem Kriminalpolizisten Taylor Field bearbeitet wird und der sich bald als „dritter Ermittler“ in der Handlung herauskristallisiert, außerdem bringt er dann auch noch das Gefühlsleben von Laura Kern ganz schön durcheinander….
Zum Kriminalfall:
In einem Park in unmittelbarer Nähe eines Krankenhauses liegt eine junge Frau – auf den ersten Blick wie schlafend, denn sie liegt auf einem Kopfkissen und auf  einer Decke – doch bei genauerem Hinsehen leblos auf einer Parkbank. Der hinzugezogene Notarzt hatte bereits den Totenschein ausgestellt, doch als man sie abtransportieren will, kommt die plötzlich wieder zu sich und kann in letzter Minute gerettet werden.  Nachdem sie sich einige Tage im Krankenhaus erholt hat, steht fest, dass sie körperlich unversehrt ist und nur ein paar Hautabschürfungen davongetragen hat, aber auch, dass sie entführt und unter Drogen gesetzt wurde. Die junge Frau kann den Ermittlern nur bruchstückhafte Erinnerungsfetzen bieten, nur dass sie regelmäßig ein Fitness-Center besucht, ist ihr noch präsent…..
Im Verlauf der Handlung gibt es noch weitere Opfer, die fast alle in letzter Minute gerettet werden können, doch dann läuft etwas schief…..
Hat man dann als Leser einen in Frage kommenden Verdächtigen ausgemacht, wendet sich das Blatt ganz entscheidend und die Suche nach dem eigentlichen Täter geht weiter, denn der bleibt bis zum Schluss gut verdeckt, was mir wieder sehr gut gefallen hat.
  „Zwischen“ den Ermittlungen lässt die Autorin den Hintergrund des Täters und seine Beweggründe für seine Taten aufblitzen, was dann schon „Gruselcharakter“ annimmt und auch sonst braucht man schon starke Nerven um diesen spannenden und sehr fesselnden Thriller zu verfolgen, womit ich allerdings keine Schwierigkeiten hatte.
Besonders interessant fand ich den Teil der Handlung,  der in Italien angesiedelt ist, wo es zu einem real existierenden Ort bzw. Anschauungsobjekt geht….
Alle bisherigen Bücher wie z.B. „Krähenmutter“, Mooresschwärze“ oder auch „Tränentod“, die ich von Frau Shepherd gelesen habe, haben von der ersten Seite an einen Sog-Effekt, so dass man sich dem Inhalt gar nicht entziehen kann, was ihr auch diesmal bei „Engelsschlaf“ wieder ganz wunderbar gelungen ist.
Fazit: Wer starke Nerven hat, der sollte sich diesen rundum gelungenen, fesselnden Thriller nicht entgehen lassen! Bitte mehr davon!

 

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Heine Bakkeid: … und morgen werde ich dich vermissen

Die gekürzte Lesung dieses Hörbuchs hat Frank Stieren übernommen, der seine Stimme sehr gut abwandeln kann, so dass man die verschiedenen Mitwirkenden hier gut unterscheiden kann.
Hier gibt es Einblick in das Krimi-Debüt des norwegischen Autors:
Nach seinem Gefängnisaufenthalt ist der ehemalige interne Ermittler der Polizei Thorkild Aske nun arbeitssuchend, da er in seinem Beruf nicht mehr tätig sein darf. Sein Gefühlsleben scheint völlig aus dem Ruder gelaufen zu sein und ein immer wiederkehrender Hinweis auf die notwendige Einnahme von Psychopharmaka und starken Schmerzmitteln lässt nichts Gutes erahnen, zumal auch immer wieder der  Kontakt zu seinem Psychiater  inhaltlich thematisiert wird.
Um Thorkild aus seinem seelischen Tief zu holen, ist sich sein Psychiater sicher, dass Arbeit die beste Medizin ist, weswegen er ihn mit einem befreundeten Ehepaar bekannt macht, deren erwachsener Sohn Rasmus vermisst wird. Rasmus war dabei auf einer abgelegenen Leuchtturminsel in Eigenregie ein Erlebnishotel aufzubauen. Die ortsansässige Polizei vermutet einen Tauchunfall, doch sein Leichnam wurde bisher nicht gefunden. Torkild soll sich im Auftrag der Eltern vor Ort selbst ein Bild machen…..
Als Thorkild sich dann während sehr schlechter Witterungsverhältnisse auf der Insel umschaut, macht er eine gruselige Entdeckung:  Durch die unruhige See wird ein schon sehr in Mitleidenschaft genommener Leichnam angespült….
Rückblickend hätte die Suche nach Rasmus durchaus eine spannende Sache sein können, was sie aber leider nicht ist, denn der eigenwillige Erzählstil des Autors, der sich einerseits zu ausführlich mit der psychischen Verfassung des Ermittlers beschäftigt und man andererseits „zwischen der Ermittlung“ bruchstückhaft „Erinnerungsfetzen Thorkilds an eine Frau“ präsentiert bekommt oder dann plötzlich wieder Gespräche mit der örtlichen Polizei einfließen, ist  gewöhnungbedürftig, aber keineswegs spannungsfördernd.
Zusammengefasst, kann ich nur sagen, der Vorleser hat gute Arbeit geleistet, denn durch seine Stimmnuancen waren die Figuren gut zu unterscheiden. Die Gesamthandlung von „…und morgen werde ich dich vermissen“  hat mich nicht richtig fesseln können und besonders mit dem psychisch angeschlagenen Ermittler konnte ich mich nicht anfreunden. Der Erzählstil des Autors ist eigenwillig, bruchstückhaft und schwammig/undurchsichtig, so dass hier Spannung zwar punktuell aufgeflackert ist, aber mehr auch nicht.
Fazit: Guter Vorleser, aber durch den eigenwilligen Erzählstil des Autors  flackert nur stellenweise Spannung auf, was schade ist!

 

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Nancy Bush: Dafür wirst Du leiden

Das Geschwister-Ermittler-Duo September und August Rafferty haben in „Dafür wirst du leiden“ nur einen kleinen Auftritt. Nancy Bush lässt diesmal zwei Journalisten auf Spurensuche gehen und die fängt gleich mal mit einer Bombe an:
Der Enthüllungsjournalist Jay Danziger hat die Explosion tatsächlich überlebt und liegt nun im Krankenhaus. Für wen diese Bombe gedacht war, kann er nur mutmaßen und es wird sein Part in der Geschichte sein, dieser Frage nachzugehen.
Als er im Krankenhaus erwacht, teilt man ihm mit, dass seine Ehefrau ihn besuchen möchte, doch die Frau, die an sein Bett tritt, ist ihm völlig unbekannt. Aber  um aus dem Krankenhaus herauszukommen, ist ihm jedes Mittel recht und so lässt er sich auf die Hilfe dieser Unbekannten ein…
Jay erfährt, dass es sich bei der Frau um die ihn bewundernde junge Journalistin Johanna Winters handelt. Sie bringt den verwundeten Mann nach Rock Springs, wo sie aufgewachsen ist und im  mittlerweile heruntergekommenen und unbewohnten Farmhaus der Familie finden sie Unterschlupf.
Während Jay sich ausruht und darüber nachdenkt, weshalb sein Freund Max nicht vor Ort war als die Bombe hochging und wem sie galt, ist Johanna auf der Suche nach einer interessanten Story. Als sie dann erfährt, dass man vor einiger Zeit ganz in der Nähe des Farmhauses einen unbekannten Toten aufgefunden hatte, der gebrandmarkt war, wird sie hellhörig und als dann im Verlauf noch zwei Personen unauffindbar sind, ist ihr journalistischer Instinkt geweckt und sie fängt an Nachforschungen zu betreiben. Allerdings stößt sie dabei auch immer wieder auf einen wunden Punkt aus ihrer familären Vergangenheit, was zu einigen Komplikationen führt. Ihr Instinkt hat sich allerdings nicht geirrt, denn tatsächlich spitzt sich die Lage zu und es geht auf Mörderjagd….
Die Bombenexplosion wird von den beiden Rafferty-Dectives untersucht, allerdings eher nebensächlich, was etwas schade ist. Zwar ist auch das vierte Buch aus der Reihe wieder fesselnd geschrieben und die Seiten fliegen nur so dahin, aber so ein paar kleine Abstriche in der Handlung gab es dann doch für mich im Vergleich zu den drei anderen aus der Reihe „Nirgends wirst du sicher sein„, „Niemals wirst du ihn vergessen“ und „Niemand kannst du trauen“ denn letztendlich finde ich Jay’s Fall zu wenig beleuchtet/erklärt und etwas verwirrend fand ich auch die Krankheitgeschichte, die hier eingewoben ist. Nichtsdestotrotz war in beiden „Fällen“ der Täter im Vorfeld nicht erkennbar und offenbarte sich erst ganz zum Schluss, so dass man  wieder spannende Unterhaltung  geboten bekommt.
Obwohl diesmal handlungsmäßig ein kleiner Punkteabzug anzumerken ist, hoffe ich, dass beim nächsten Mal die Geschwister Rafferty wieder ermittlungstechnisch im Vordergrund stehen….
Fazit: Zwar Page-Turner, aber handlungsmäßig gibt es einen kleinen Punkt- Abzug im Vergleich zu den drei vorherigen Büchern aus der Reihe!

 

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Ingar Johnsrud: Der Hirte

Bei Thriller-Debüts greife ich gern auf die Hörbuchfassung zurück und da Dietmar Wunder die gekürzte Lesung von „Der Hirte“  übernommen hat, war das für mich schon mal ein wichtiger Aspekt, denn alles war ich bisher von diesem Vorleser gehört habe, war mit Hörgenuss verbunden……
Der Osloer Hauptkommissar Frederik Beier ist körperlich und seelisch angeschlagen, weswegen einige Vorgesetzte ihn nur unter Vorbehalt einsetzen wollen. Als dann Anette, die erwachsene Tochter der Politikerin Lise Wetre vermisst wird, ist Beiers Einsatz gefragt. Kaum das er nebst seinem Kollegen  die Eltern der Vermissten befragt und von ihnen erfahren hat, dass Anette mit ihrem kleinen Sohn der Glaubensgemeinschaft „Gottes Licht“ angehört, werden die beiden Ermittler zu einem abgelegenen Hof abgebordert.  Auf diesem Hof haben sich die Mitglieder  von „Gottes Licht“ angesiedelt und nun wurden dort mehrere Personen auf brutalste Weise ermordet, aufgefunden. Bei der näheren Untersuchung des Geländes stoßen Beier und Co auf einen Keller, der extrem gesichert ist und ein furchteinflößendes Labor beinhaltet….
Obwohl das ganze Gelände untersucht wird, fehlt von weiteren Mitgliedern der Glaubensgemeinschaft jede Spur. Auch die dort lebende Anette mit ihrem kleinen Sohn ist nirgend aufzufinden, wurden sie entführt oder was war auf dem Gelände geschehen???
Leider begnügt sich der Autor nicht mit der Suche nach den Vermissten, sondern er packt so viel „Input“ in die Handlung, dass einem schwindlig werden kann. Nicht nur das die unterschiedlichsten Örtlichkeiten eine Rolle spielen – wie z.B. im Prolog Afghanistan – sondern auch Zeitsprünge in die 1940ziger Jahre werden handlungsmäßig mit vielen „Mitwirkenden“ eingebaut. Dann geht es themenmäßig nicht nur um Mord und Entführung, sondern um verabscheuungswürdige Experimente an Menschen, Terror, unterschiedliche Religionen, Bruderschaften, Sekten und Identitätswechsel, was mir ehrlich gesagt ein bisschen zu viel „des Guten“ ist.
Der Schreib- bzw. Erzählstil ist eigentlich ganz angenehm und anschaulich und wenn es bei einem Thema geblieben wäre, hätte es durchaus spannend/fesselnd werden können aber durch das ständige „Switchen“ und die vielen Personen/Namen/Orte/Themen wird es dann trotz des sehr guten Vorlesers undurchsichtig und man muss sehr aufpassen, dass man nicht den Faden verliert….
Fazit: Schade, trotz exzellentem Vorleser gibt es hier zu viel Handlungswirrwarr, so dass man aufpassen muss, das man nicht den Faden verliert. Oftmals ist weniger mehr!

 

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