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Joseph Jefferson Farjeon: Dreizehn Gäste

Klett-Cotta

Wem der Name des Autors nicht geläufig ist, dem sei gesagt, dass  „Dreizehn Gäste“ in England unter dem Titel Thirteen Guests bereits 1936 erschienen ist. J.J. Farjeon hat bis zu seinem Tode 1955 über 60 Kriminalgeschichten geschrieben. Die bekannte Dorothy L. Sayers war eine große Bewunderin von seinen Arbeiten und Alfred Hitchcock hat ebenfalls einer seiner Werke verfilmt.
Lange  Zeit waren seine Werke in Vergessenheit geraten, wurden jetzt aber wieder entdeckt und „Dreizehn Gäste“ ist nun in Deutschland erschienen.
Aus dem Covertext erfährt man von zwölf Gästen die Lord Aveling auf sein Landgut Bragley Court eingeladen hat. Unter diesen Gästen befindet sich auch die Witwe Nadine Leveridge, die bei der Ankunft auf dem Bahnhof einen verunfallten jungen Mann mit Namen John Foss kurzhand mit auf das Anwesen des Lords mitnimmt. Dort wird der junge Mann verarztet und da er Schwierigkeiten beim Laufen hat, bietet man ihm an zu bleiben. Die anwesende Personenzahl der bunten Gesellschaft  (u.a. ein Maler, ein Klatschreporter, eine Schriftstellerin, eine Schauspielerin, ein Politiker und weitere undurchsichtige Charaktere) erhöht sich somit auf die Unglückszahl 13. Tatsächlich passiert dann im Verlauf einiges: Ein Bild wird zerstört, ein Hund getötet und es passieren mysteriöse Todesfälle, die auf Mord hindeuten. Der hinzugerufene Kriminalkommissar Kendrell hat hier eine harte Nuss zu knacken…
Der Titel Dreizehn Gäste ist etwas irreführend, denn tatsächlich sind es nur zehn Gäste, die drei anderen Personen leben auf Bragley Court, das aber nur am Rande.
Ich hatte etwas Schwierigkeiten dieses Buch zu lesen.  Der Schreibstil des Autors erinnert mich irgendwie an „Um die Ecke gedacht  – Rätsel“. Manche Textpassagen lassen sich hingegen wieder normal lesen/verstehen.
Bis „ etwas Spannendes/Mörderisches“ passiert, dauert es reichlich lange, so dass die Handlung eher dahinplätschert und man mit den unterschiedlichen Personen konfrontiert wird, die alle irgendwie ein Geheimnis verbergen.
Durch den eigenwilligen Erzählstil mit verschachtelten Sätzen und der ohnehin sich recht langsam entwickelnden Handlung verlor sich die Spannung irgendwo dazwischen.
Wer klassische englische Kriminalromane liebt, der mag  ja vielleicht diesen Erzählstil und ist ganz anderer Meinung als ich, daher gilt hier die Devise – selber lesen und sich eine Meinung bilden.
Fazit: Schade, meinen Lese-Geschmack hat dieser Klassiker inhaltlich und auch lesetechnisch leider nicht getroffen

 

 

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Geschenkt ist noch zu teuer

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Es gibt Filme, die kann man sich immer wieder ansehen, egal wie alt sie sind und auch wenn man genau weiß, was als nächstes passiert, man kann nicht an sich halten und prustet lauthals los. Mir geht es immer so, wenn ich mir „Geschenkt ist noch zu teuer “ ansehe.
Bei „Koch media“ ist jetzt dieser Film jetzt als Blu-ray erschienen und er hat als Bonusmaterial einiges zu bieten: 2 Synchronfassungen und zwar die Kino- und DVD-Version, ein Making of, eine Bildergalerie mit seltenem Werbematerial und natürlich die englischen und deutschen Trailer. Das nur vorweg als kleiner Hinweis.
Nun zum Film selbst: Zwei blutjunge Darsteller begegnen uns hier, nämlich Shelly Long als Anna und Tom Hanks als Walter neben noch weiteren bekannten Darstellern.

 

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Anna und Walter sind ein junges Paar, das in New York erfolgreich in unterschiedlichen Bereichen des Musikbusiness arbeitet. Von heute auf morgen müssen sie aus ihrer Wohnung heraus und sich eine neue Bleibe suchen, was nicht so einfach ist. Als sie dann doch wie durch ein Wunder ihr Traumhaus gefunden haben und sie ihr Glück kaum glauben können, fängt der Alptraum an:
Was als kleine Reparatur beginnt, artet aus und die Handwerker kommen und gehen, wenn ein Leck gestopft ist, bahnt sich schon die nächste Katastrophe an und bald ist aus dem schmucken Haus eine riesige Baustelle geworden, die fast unbewohnbar ist, denn plötzlich bricht die Treppe nach oben ab, es gibt kein Wasser und keine Elektrizität und wenn anfangs Anna immer noch optimistisch den Kopf oben behält, sieht Walter das wenige Kapital schwinden und um das Traumhaus entstehen lassen zu können, muss er sich Geld leihen, was auch ein Fass ohne Boden ist…

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Wenn diese Probleme nicht schon groß genug sind und aus zwei angedachten Reparaturwochen über vier Monate und mehr geworden sind, kommt auch noch Eifersucht ins Spiel und am Ende steht das einst so verbliebte Paar auch noch vor den Trümmern ihrer Beziehung. Ob die beiden Pechvögel noch die Kurve kriegen wird hier natürlich nicht verraten…..

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Was nach Katastrophenfilm klingt, ist hier aber eine quirlige Komödie mit zwei wunderbaren Hauptdarstellern, die beim Dreh noch ganz am Anfang ihrer Schauspielkarriere standen. Sollte jemand diesen Angriff auf die Lachmuskeln tatsächlich noch nicht kennen, dem kann ich nur raten:
 
Unbedingt ansehen!

 

 

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Georges Simenon: Maigret stellt eine Falle/ Maigret kennt kein Erbarmen

 

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Zwei Krimi-Klassiker mit Jean Gabin als Kommissar Maigret in der Hauptrolle wurden digital überarbeitet und erfreuen den Zuschauer jetzt in toller Bildqualität auf DVD oder Blu-ray
Wer die in Schwarz/Weiß gedrehten französischen Kriminalfilme bzw. –fälle noch nicht kennt, der bekommt hier einen kleinen Vorgeschmack um was es hier geht:
In „Maigret stellt eine Falle ist anfangs nichts los im Pariser Polizeirevier und Kommissar Maigret hat vor Angeln zu gehen. Doch das muss warten und auch die Ruhe im Revier ist schlagartig vorbei, denn in den dunkeln Straßen wird eine Frau auf bestialische Weise getötet. In Tatortnähe wird ein Fleischermesser gefunden. Was liegt also näher als alle Fleischer der Gegend zu überprüfen…
Doch so einfach ist der Fall nicht, denn es passieren weitere Morde und es sind alles Frauen, die eine besonders weibliche Figur haben und sie werden alle in der Nähe des ersten Tatort getötet. Langsam geht die Angst in Paris um, denn der Frauenmörder könnte jederzeit wieder zuschlagen. Aber so weit will es Maigret nicht kommen lassen und er stellt dem Mörder eine Falle…..
In weiteren Rollen habe ich Lino Ventura und Annie Girardot entdecken können.

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In „Maigret kennt kein Erbarmen“ reist Maigret in seine eigene Vergangenheit.  Sein Vater war früher Gutsverwalter bei einem Grafen. Der Graf ist mittlerweile verstorben, doch seine hochbetagte und gesundheitlich angeschlagene Witwe bittet Maigret um Hilfe, denn sie hat einen anonymen Brief bekommen, in dem steht: „Die Stunde der Sühne hat geschlagen“. Die Gräfin holt Maigret ab und fährt mit ihm auf das Schloss, das so gut wie leer ist, denn viel kostbares Mobiliar oder auch Gemälde sind verkauft worden um, wie sich später herausstellt, den ausschweifenden Lebensstil des jungen Grafen zu ermöglichen.
Die Wiedersehensfreude von Maigret und der Gräfin wehrt nicht lange, denn sie stirbst während der Morgenmesse, der auch Maigret beiwohnt und ihm ist gleich klar, sie starb keines natürlichen Todes, auch wenn der herbeigerufene Doktor ihm von einer Herzschwäche erzählt. Sein Verdacht wird noch erhärtet, als das Gebetbuch der Gräfin, dass sie ständig bei sich trug, verschwunden ist……
Es war ein Genuss Jean Gabin als Kommissar Maigret wieder spielen zu sehen, denn mit Hut und Pfeife als Erkennungszeichen verkörpert er die Rolle im wahrsten Sinne des Wortes.
Die beiden Kriminalfälle haben nichts an Spannung verloren, im Gegenteil durch die Schwarz/Weiß-Verfilmung sind die Pariser Gassen noch düsterer und es kribbelt beim Zusehen im Nacken bei der Vorstellung, dass ein Frauenmörder um geht.
Beide Filme zeigen auf, dass der Kommissar durchaus ein Genussmensch ist und Essen und Trinken seinen kriminalistischen Spürsinn aufrecht hält. Außerdem kann er so ganz beiläufig in einem Gasthaus sitzen, genüßlich speisen und dann auch gleich vor Ort unauffällig ermitteln, denn wo wird am meisten über wichtige Themen gesprochen, da wo die Zunge besonders locker sitzt: In den Gaststätten und Kneipen rings um einen Tatort.
Fazit: Sehr zu empfehlen! Jean Gabin verkörpert mit Leib und Seele Kommissar Maigret
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Das schwarze Schaf/Er kanns nicht lassen

Am 03.10. vor 20 Jahren verstarb einer der ganz großen deutschen Schauspieler: Heinz Rühmann!
Zwei Klassiker der Filmgeschichte sollen an ihn erinnern:
Erstmals auf Blu-ray und dafür technisch überarbeitet,  ist es ein Genuss diese Schwarz-Weiß-Produktionen anzusehen. Als Bonus gibt es eine Bildergalerie und Bio- und Filmografien der Schauspieler.
Für diejenigen, die tatsächlich diese Schmankerl nicht kennen fasse ich hier noch einmal die Handlung etwas zusammen:
Das schwarze Schaf:

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Neben Heinz Rühmann als Pater Brown gibt es ein Wiedersehen mit Lina Carstens als seine Haushälterin. In weiteren Rollen sieht man u.a. Karl Schönböck, Siegfried Lowitz, Maria Sebaldt und Herbert Tiede als Inspector Graven.
Die Handlung spielt in Irland. Pater Brown sagt selbst von sich, dass seine literarischen Vorlieben neben der Bibel Kriminalromane sind.  Als nach dem Gottesdienst ein Toter vor der Kirche gefunden wird, der offensichtlich erschlagen wurde, ist Pater Brown dem Täter schneller auf der Spur als der Polizei-Inspektor, denn der hatte  jemand anderes in Verdacht…
Der Presse bleibt natürlich nicht verborgen, dass durch den Spürsinn des Paters der Mörder überführt wurde und so landet ein großer Bericht nebst Foto des Geistlichen auf der ersten Seite der Tageszeitung.
Pater Brown wird kurz darauf zum Bischoff zitiert und nach einer Standpauke, dass er sich nicht in die  Arbeit der Polizei einmischen soll, versetzt er ihn in eine ganz ruhige Gemeinde. Doch auch dort dauert es nicht lange und es passiert ein Mord…
Das geht noch einige Male so weiter und er wird  immer in eine noch friedfertigere Gemeinde versetzt, aber wo Pater Brown auftaucht, passieren Verbrechen und er fängt an zu ermitteln..
Der Bischoff verbannt zu guter Letzt „Das schwarze Schaf auf die abgelegene Insel Abbotts Rock, aber auch dort schläft das Verbrechen nicht….
Er kanns nicht lassen:

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Nachdem Pater Brown auf der einsamen Insel Abbotts Rock seine Zeit absitzt bzw. sich die Zeit mit dem Lesen von Kriminalromanen vertreibt, taucht ab und zu eine kleine Katze auf, die die Aufmerksamkeit des Paters auf sich zieht, denn sie verschwindet in einem Kellerfenster und taucht dann wieder ganz woanders auf. Der Pater vermutet einen Geheimgang. Er geht dem nach und entdeckt dabei dann ein kostbares Gemälde..
Durch diesen spektakulären Fund landet der Pater mal wieder in der Presse und muss kurzerhand beim Bischoff antreten. Der will ihn wieder woanders einsetzen, doch diesmal hat der Pater Glück im Unglück, denn das Gemälde wird während seiner Abwesenheit von der Insel gestohlen und der Bischoff setzt auf den Spürsinn des Paters, denn er will das Gemälde zurück……
Bei „Er kann’s nicht lassen“ gibt es ein Wiedersehen mit Ruth-Maria Kubischek, Grit Böttcher, Horst Tappert und Rudolf Forster.
Es ist einfach herrlich, diese beiden Filme mit dem wunderbaren Heinz Rühmann anzusehen. Sein verschmitztes Lächeln, wenn er mal wieder gegen das Rauchverbot von Mrs. Smith verstoßen hat oder er einfach nur durch eine ganz kleine Geste die Situation erklärt, machen das Besondere an seiner Darstellung des Pater Brown aus. Keine Neuverfilmung bzw. anderer Darsteller hat in meinen Augen dieses Charisma der Rolle je wieder erreicht!
Fazit: Heinz Rühmann als Pater Brown ist und bleibt Kult!
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Arthur Conan Doyle: Der Hund der Baskervilles

Der Hund der Baskervilles von Arthur Conan Doyle
Schon das Cover dieses Hörbuches ist düster und hat Retro-Charme. Das Innenleben mit Booklet hat etwas von einer Verneigung vor dieser vor vielen Jahren geschriebenen Gruselgeschichte, der sich kein anderer als Bastian Pastewska angenommen und daraus eine Hörspielfassung gemacht hat, wo man seine markante Stimme allerdings nicht findet, denn er war hier für die Regie zuständig.
Auf die eine oder andere Weise hat bestimmt bereits jeder Krimiliebhaber von den Ermittlungen Sherlock Holmes und Dr. Watson in Dartmoor gehört. Ein besonderes Augenmerk sollte auf den aktuellen TitelDer Hund der Baskervillesfallen, denn bisher sprach man immer von Der Hund VON Baskerville. Doch wie Bastian Pastewka im Booklet erzählt, hat man den Originaltitel noch einmal genau getrachtet und deswegen den Hund der Familie Baskerville zugeordnet.
Die Geschichte will ich hier nicht noch einmal erzählen, denn die Sprecher wie z.B. Frank Röth als Sherlock Holmes, Gerhard Garbers als Dr. Watson oder Peter Jordan als Sir Henry um nur einige zu nennen, können das viel besser als ich!
Mit einem Spazierstock, der irgendwo vergessen wurde beginnt das Hörspiel und die unheimliche Stimmung ist sofort präsent und man taucht als Zuhörer fast zwei Stunden ab in die gruselige, nebelverhangene Moorlandschaft Dartmoors und dort gehen merkwürdige Dinge vor und man erzählt sich von einer hundeartigen Bestie, die dort ihr Unwesen treibt…
Obwohl dies ja ein Hörkrimi ist, kann man sich durch die Geräuschkulisse, die einen umfängt, die glühenden Augen des Hundes vorstellen und die Gänsehaut kriecht langsam an einem hoch…..
Unter Bastian Pastewskas Regie ist hier ein Hörspiel entstanden, das so gelungen ist, dass man ganz schnell in einem Kopfkino eintaucht und mit Holmes und Watson in Dartmoor unterwegs ist….
Fazit: Hommage an Arthur Conan Doyle, die man sich nicht entgehen lassen sollte!
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