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Harlan Coben: In deinem Namen – Hörbuch

der Hörverlag

Die Hörbuchfassung des neuen Thrillers  von Harlan Coben „In deinem Namen“ wird von Detlef Bierstedt vorgetragen, was eine sehr gute Wahl ist, denn mit seiner markanten wandelbaren Stimme, die er als Synchronsprecher z.B. auch George Clooney leiht, schafft er ganz schnell eine „Hörkulisse“, die einen ins Geschehen zieht.
Erzählt wird die Geschichte von dem Polizisten Napoleon Dumas, kurz Nap genannt, der einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat und auch schon mal auf seine Art und Weise „Dinge geraderückt“. Vor 15 Jahren erlitt Nap ein persönliches Trauma, denn sein Zwillingsbruder Leo und dessen Freundin Diana starben auf schreckliche Weise. Die Umstände, die zu ihrem Tod führten, sind bis heute nicht ganz geklärt. Aber nicht nur der Verlust seines Bruders hat an seinen Nerven gezerrt, sondern ganz besonders getroffen hat ihn, dass seine große Liebe Maura kurze Zeit später spurlos verschwand, was ihn bis heute nicht hat zur Ruhe kommen lassen…
Dann passiert in der Jetztzeit etwas,  was Nap aufhorchen lässt, denn Mauras Fingerabdrücke tauchen im Zusammenhang mit einem Mordfall auf……
Trotz einer Vielzahl mitwirkender Personen wird die Handlung  nie unübersichtlich, sondern ist von Anfang an so fesselnd und bildhaft abgefasst, dass die über neun Stunden dauernde Lesung wie im Flug vergeht, was zum einen dem wunderbaren Vorleser zu verdanken ist, aber natürlich nur durch die hervorragende Buchvorlage des Autors zustande gekommen ist.
Fazit: Detlef Bierstedt ist genau die richtige Besetzung um mit seiner markanten Stimme, diesen spannungsgeladenen Thriller vorzutragen und man bekommt als Zuhörer Hörgenuss vom Feinsten serviert! Unbedingt anhören!

 

Harlan Coben: In Deinem Namen – Taschenbuch

Goldmann

Da die Hörbuchfassung gekürzt ist und mir netterweise auch die Print-Fassung von „In deinem Namen“ zur Verfügung gestellt wurde, habe ich es mir nicht nehmen lassen und auch das Buch selbst noch einmal gelesen, dass mit einer Anmerkung von Harlan Coben beginnt und man erfährt, wie die Geschichte entstanden ist.
Nap Dumas erzählt übrigens die Geschichte so, als wenn er sich mit seinem (verstorbenen) Bruder Leo unterhält und teils in Erinnerungen schwelgt, aber auch dann im Verlauf hinterfragt, ob er seinen Bruder tatsächlich gekannt hat….
Durch das Auftauchen der Fingerabdrücke seiner Jugendliebe Maura, kommt die Handlung langsam in Gang und führt teils 15 Jahre zurück, wo Naps Bruder Leo und einige seiner Freunde/innen einen „geheimen Club“ gründeten, denn sie hatten reges Interesse an einem abgeschirmten und gut bewachtem Gelände, dass sich dann als geheime Militärbasis herausstellte…..
Ob Nap nach so vielen Jahren Klarheit über den schrecklichen Tod seines Bruders bekommt und ob er seine große Liebe in kriminelle Machenschaften verwickelt ist, bleibt hier unerzäht, denn an diesem spannenden Thriller kommt man einfach nicht vorbei!
Die Figur des Nap Dumas ist trotz seines etwas eigenwilligen Gerechtigkeitssinns sympathisch, man kann sich gut in die Geschehnisse hineindenken und besonders die „Unterhaltung“, die Nap mit Leo das Buch hindurch führt, finde ich gelungen. Ich mag einfach den leicht zu lesenden Erzählstil des Autors, der nur wenige Worte braucht um mich in seinen Bann zu ziehen und beim Lesen dieser  spannenden Geschichten „verliere ich immer Zeit und Raum“ und es fiel mir echt schwer das Buch aus der Hand zu legen. Besonders gut gefällt mir auch, dass man bis zum Schluss nicht ahnt, wie alles zusammenhängt, wer hier Opfer oder Täter ist, denn dafür hat Halan Coben auch diesmal wieder einen ganz besonderen Schlussakkord parat!
Fazit: Großen Applaus für einen spannungsgeladenen und fesselnd geschriebenen Thriller, der zusätzlich noch mit  einem unvorhersehbaren Ende punktet! Unbedingte Leseempfehlung!
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Der junge Inspektor Morse – Staffel 4 –

Edel:Motion VÖ 15.06.18

Die vierte Staffel „Der junge Inspektor Morse“ geht an den Start und vier Folgen zeigen eine ereignisreiche Fortsetzung der Serie:
Nachdem zuletzt in „Staffel 3“ Joan Thursday bei Nacht und Nebel ohne sich von jemanden zu verabschieden aus Oxford verschwand, lies sie nicht nur ihre Eltern mit gebrochenem Herzen zurück, sondern besonders Morse erkennt, was er für Gefühle für sie hegt….
Hofft Morse noch anfangs auf seine anstehende Beförderung, kommt diese durch widrige Umstände nicht zustande…

Aber Trübsal blasen ist nichts für den brillanten Denker und so widmet er sich den folgenden Kriminalfällen:
Man schreibt das Jahr 1967. Die Leiche eines seit geraumer Zeit vermissten Professor wird gefunden. Dieser befasste sich zu Lebzeiten mit der Entwicklung eines Schachcomputers. Als dann noch weitere Leichen auftauchen, kombiniert Morse, dass Schach hier den  Zusammenhang der Mordfälle bildet……
Dann wird es bunt in Oxford, denn Flower-Power und psychodelische Substanzen bilden den Rahmen der nächsten Folge. Gegen das ausschweifende Leben der jungen Generation wettert die Sittenwächterin Joy Pettybon, was dazu führt, dass sie Morddrohungen erhält und Morse wird von „ganz oben“ als ihr persönlicher Bewacher abkommandiert….

In der dritten Folge bricht Chief Superintendent Bright plötzlich in seinem Büro zusammen. Er wird ins Cowley Krankenhaus eingeliefert. Allerdings steht sein Aufenthalt unter keinem guten Stern, denn in letzter Zeit kam es dort gehäuft zu merkwürdigen Todesfällen…….
Zuletzt rollen die Ermittler einen fünf Jahre alten Vermisstenfall wieder auf. Hier prallen dann Mythen und Riten der Vergangenheit auf die Neuzeit und besonders ein nahegelegenes Atomkraftwerk wirft Fragen auf….
Auch diesmal sind wieder alle Kriminalfälle vielschichtig und unvorhersehbar. Die Kulisse ist im Stil 1960ziger Jahre, aber auch die Gesamtausstattung der Serie ist immer am „Puls der Zeit“!
Das Privatleben von Morse und seinem väterlichen Kollegen Thursday spielt diesmal eine größere Rolle, ist in die Kriminalfälle gut hineingearbeitet und lenkt nicht von den Ermittlungen ab, sondern ist eine interessante Weiterentwicklung der mitwirkenden Figuren….

Für meinen Teil kann es so noch viele Episoden lang so weitergehen, denn den Machern der Serie ist bis jetzt immer wieder etwas Neues eingefallen. Besonders gut gefällt mir auch, das der sich wandelnde Fortschritt bei den Ermittlungsmethoden, der Spurensicherung oder auch im medizinischen Bereich etc. in jeder Staffel berücksichtigt wird und zum jeweiligen Zeitgeschehen passt.
Fazit: So kann es noch viele Episoden/Staffeln weitergehen, denn Langeweile kommt hier nie auf, ganz im Gegenteil die Macher der Serie überraschen immer wieder mit interessanten vielschichtigen Kriminalfällen, so dass auch diesmal spannende Unterhaltung garantiert ist!
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Midnight Sun – Staffel 1 –

Studiocanal VÖ 12.06.18

Wie der Titel „Midnight Sun“ der acht Episoden umfassenden ersten Staffel schon erahnen lässt, geht es landschaftlich hinauf nach Schweden und die Handlung spielt zur Zeit der „Mitternachtssonne“, wo es im Hohen Norden bekanntlich ja nicht richtig dunkel wird….

Zum Inhalt:

Die ersten Bilder lassen den Zuschauer schon mal den Atem anhalten, denn es beginnt gleich „mordsmäßig“: In der Nähe der nördlichsten schwedischen Stadt Kiruna wird die Leiche eines Mannes gefunden, der auf die Rotorblätter eines Hubschraubers gebunden wurde….
Der schwedische Ermittler Burlin übernimmt tatkräftig den Fall und als die Identität des Toten endlich geklärt ist, wird klar, es handelt sich um einen französischen Staatsbürger, weswegen die Polizistin Kahina Zadi (Leïla Bekhti) von ihrem Vorgesetzten von Paris nach Kirurna geschickt wird um mit den schwedischen Ermittlern den Mord aufzuklären…

Der nächste mysteriöse Todesfall lässt nicht lange auf sich warten,  denn der Pilot des besagten Hubschraubers wird gefesselt und von Wölfen zerfleischt, aufgefunden…
Mitten in den Ermittlungen stirbt Chefermittler Burlin (Peter Stormare) plötzlich an einem Herzinfarkt!?

 

Der etwas unsicher wirkende Staatsanwalt Anders Harnesk  (Gustaf Hammarsten) übernimmt dann zusammen mit Zadi die Ermittlungen.

Es bleibt nicht bei diesen beiden Morden, sondern es folgen noch einige und an allen Tatorten gibt es Hinweise auf die Sitten und Gebräuche, der in der Gegend ansässigen ethnischen Minderheit der Sami. Der Staatsanwalt ist selbst zur Hälfte Sami und kennt sich deshalb sehr gut mit diesem Thema aus, weswegen er sich nicht beirren lässt und auch anderen Hinweisen nachgeht, wo es z.B. um ein lange zurückliegendes Geheimnis geht, dass offenbar von einer Gruppe von Menschen gehütet wurde, die jetzt einer nach dem anderen von dem umtriebigen Mörder aufgespürt und umgebracht werden…

Ganz besonders gut hat mir die landschaftliche Kulisse nebst Erzbergbau gefallen, vor der diese Serie gedreht wurde. Die mystisch anmutenden Riten und Gebräuche der Sami, die hier in die Krimi-Handlung eingewoben sind, halten die Spannung aufrecht.
Wenn die Macher der Serie sich nur auf die „Ermittlungen“, der doch recht brutalen Morde konzentriert hätten, wäre es für mich eine gelungene Krimi-Serie gewesen, doch jetzt kommt ein ganz großen ABER:
Eine Ermittlerin, die psychisch dermaßen angeschlagen ist, dass sie selbst ihr Leben kaum auf die Reihe bekommt und einem Ermittler, bei dem es privat auch nicht „rund“ läuft, hier als „kompetentes“ Duo  zu präsentieren, ist schon gewagt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die beiden bei so brutalen Morden und den doch komplizierten Zusammenhängen überhaupt „durchblicken“, denn man hat das Gefühl bei den vielen gefühlsmäßigen „Irrungen und Wirrungen“ haben sie ganz andere Dinge im Kopf.
Besonders die Rückblenden ins Privatleben lenken von der schönen Kulisse und dem eigentlichen Thema „Mordermittlung“ ab und sind für mich hier einfach fehl am Platz bzw. entbehrlich.
Fazit: Schade, man hätte daraus eine spannende Serie machen können, zumal die Naturkulisse richtig gut zur Handlung passt, aber dieses psychisch sehr angeschlagene Ermittler-Duo kann ich mir im realen Leben einfach nicht als kompetente Ermittler vorstellen, weswegen ich hier nur drei von fünf möglichen Punkten vergebe

 

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C.J. Tudor: Der Kreidemann

Der Hörverlag

Die sechs CD’s umfassende –  jedoch gekürzte Hörbuchfassung – wird einfühlsam, aber auch sehr lebendig mit wunderbaren Stimmnuancen von dem bekannten Schauspieler Devid Striesow vorgetragen,  so dass ich ganz schnell „reinstes Kopfkino“ vor Augen hatte! Echt klasse!
Diese Vorschusslorbeeren weiten sich noch aus, denn „Der Kreidemann“ hat alles was man sich unter spannender Unterhaltung nebst Gruselfaktor und Arbeit für die Nackenhaare, so vorstellen kann:
Durch die Jugendclique und das Geschehen, erinnerte mich die Szenerie hier im Buch anfangs an den Film „Stand by me“, aber im weiteren Verlauf war doch sehr Vieles anders, aber nicht weniger spannend:
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des zwölfjährigen Eddie, der mit einigen Freunden eine Jugendclique bildet, die sich anfangs noch gegen eine Bande von größeren Jungs „verteidigen“ müssen. Um untereinander zu kommunizieren ohne dass jemand von außen ihre Zeichen versteht, bringen Eddie und Co. mit Kreide Symbole an bestimmten Stellen an. Einige Zeit macht es den Freunden richtig Spaß durch die Kreidezeichen Botschaften zu hinterlassen, doch das ändert sich schlagartig, als sie durch diese Kreidezeichnungen zur Leiche eines jungen Mädchens geführt werden, d.h. eigentlich sind es nur einzelne Teile von ihr, die gefunden werden und bis zuletzt ist sie nicht vollständig….
Im zeitlichen Wechsel geht es dann 30 Jahre vorwärts und Eddie ist Lehrer geworden und die Freunde von damals haben sich in alle Winde verstreut. Eddie meint die aufregende Zeit von damals hinter sich gelassen zu haben, doch dann meldet sich einer seiner alten Freunde bei ihm und will unbedingt mit seiner Hilfe ein Buch/Drehbuch über die Sache mit der Mädchenleiche schreiben und er behauptet, er kennt den wirklichen Mörder…
Mehr darf man einfach von diesem tollen Buch/Hörbuch nicht verraten, dazu ist der Debüt-Krimi zu gut gelungen. Nur eins noch: Neben Spannung und Grusel kommt auch eine gute Prise Humor hier auch zum Tragen, so dass man von Hörvergnügen pur sprechen kann.  Auf jeden Fall werde ich mir den Namen der Autorin merken und immer einen Blick auf Neuerscheinungen aus ihrer Feder haben.
Fazit: Was für eine Kombination: C.J. Tudors spannende Debüt-Krimi-Vorlage, die wunderbar fesselnd und lebendig von Devid Striesow vorgetragen wird, so dass man Kopfkino pur präsentiert bekommt! Unbedingt anhören!

 

 

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Kommissar Beck – Staffel 6 – Episoden 1 – 4 –

Edel Motion VÖ 25.05.18

Im November 2016 hieß es ja Abschied nehmen von der Filmfigur Gunvald Larsson, die die Serie „Kommissar Beck“ mitgeprägt hat und der ich immer noch ein wenig nachtrauere….
Nun ist einige Zeit vergangen und Kommissar Beck hatte sich ja  inStaffel 5“ in den Ruhestand verabschiedet, den er auch in der ersten Folge „Kommissar Beck Staffel 6“  u.a. zusammen mit seiner Tochter Inger zwar geniest, aber er ist auch nachdenklicher geworden und man hat das Gefühl, der „Mittelpunkt des Lebens“ war seine Arbeit als Kriminalist, die ihm nun doch irgendwie fehlt. 
Als ihn dann jemand vom Nachrichtendienst kontaktiert und ihn um Hilfe in einem brisanten Fall bittet, da er bereits früher beruflich Kontakt zu einer Familie mit Migrationshintergrund hatte und nun der älteste Sohn wegen Terrorverdacht gesucht wird, braucht es nicht viel und Martin Beck schlüpft wieder in die Ermittlerrolle…
Durch den Fall um eine vermisste Studentin, der von Becks altem Team bearbeitet wird, welches vorerst von Steinar Hovland geleitet wird, kreuzen sich immer wieder ihre Wege, denn offenbar war die Vermisste mit dem jüngeren Bruder des Terrorverdächtigen befreundet…..
Wie es dazu kommt, dass Martin Beck doch wieder auf der Polizeidienststelle anzutreffen ist, verrate ich nicht, denn die vier Fälle sind wie gewohnt thematisch interessant/brisant, verlangen viel Ermittlungsarbeit vom Team und halten auch weiterhin den „Charakter“ der Serie aufrecht.
Besonders spannend und sehr gut gespielt fand ich die dritte Episode auf dieser DVD, wo es um den (Unfall)Tod einer Frau geht, die nebst ihrer Tochter unter falscher Identität gelebt hat um ihrem brutalen Ex-Mann zu entkommen. Das ging einige Zeit gut, da er eine Haftstrafe absaß, nun ist er frei. Hat er herausgefunden, wo die beiden leben?
Wie bereits oben erwähnt, trauere ich immer noch etwas um die Serienfigur Gunvald Larsson und da hilft auch der „nette Nachbar“ von Martin Beck mit seinen ganz besonderen „Balkon-Gesprächen“ nicht so ganz darüber hinweg. Die Serie lebte für mich vom „Zusammenspiel“ zwischen Beck und Larsson, was meiner Ansicht nach  von keiner neuen Figur in der aktuellen Staffel der Serie aufgefangen werden kann. Nichtsdestotrotz ist auch die sechste Staffel spannend, unterhaltsam und sehenswert.
Fazit: Der reaktivierte „Beck“ kommt gut an und die neue Staffel ist wieder spannend, unterhaltsam und sehenswert.

 

 

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Christiane Franke & Cornelia Kuhnert: Muscheln, Mord und Meeresrauschen

Rowohlt Verlag

Das Cover des Buchs  „Muscheln, Mord und Meeresrauschen“ verheißt Urlaubsidylle, doch die wird dem Leser gleich von Anfang genommen, denn bei einem Großbrand auf einer Baustelle in Neuharlingersiel wird bei den Löscharbeiten die Leiche eines polnischen Arbeiters gefunden. Ob nun das dort geplante neue Entspannungszentrum überhaupt in nächster Zeit eröffnet wird, darüber denkt der Geldgeber Geflügelzüchter Johann Gehrken erst mal nicht nach, denn die Polizei ermittelt noch ob es Brandstiftung oder gar ein „warmer Abriss“ war…
Da in dieser windumwogenen Ortschaft den Bewohnern nichts unbemerkt bleibt, kommt schnell auch die Gerüchteküche in Gang. Auch Hobbydetektivin Rosa Moll ist voll in ihrem Element, denn sie hat so ihre eigenen Vorstellungen, wer für die recht schnell ermittelte Brandstiftung auf der Baustelle verantwortlich ist und so hält sie ihre Spürnase in den Wind. Der beste Platz um etwas zu erfahren ist für sie der ortsansässige Friseursalon, wo dann auch schnell unter vorgehaltener Hand von zwei weiteren Toten gemunkelt wird……
Während die Polizei noch ein Auge auf Gehrkens selbst und sein Umfeld hat, um die Hintergründe für die Tat zu ermitteln, verkündet der Geflügelzüchter recht bald öffentlich, er wisse wer den Brand gelegt hat und er setzt demjenigen ein Ultimatum sich selbst bei der Polizei zu stellen, sonst gebe er den Namen bekannt…..
Dieses öffentliche Bekenntnis hat für Johann Gehrkens fatale Folgen, denn kurze Zeit später wird er blutüberströmt tot aufgefunden……
Für mich war dies der erste Ostfriesenkrimi dieses Schriftstellerinnen-Duos. Doch offenbar gab es schon vier vorherige Einsätze von Rosa Moll und Co.. Da ich Neuharlingersiel und auch die Küstenregion schon mehrfach besucht habe, konnte ich mir die Handlung dort gut vorstellen. Allerdings hatte ich so meine Schwierigkeiten mit der richtigen Einordnung der vielen Personen/Mitwirkenden und deren verwandtschaftliche Verhältnisse. Da wäre das Personenverzeichnis, das ich dann nach Beendigung des Lesens am Ende des Buches entdeckt habe, vor der eigentliche Handlung besser platziert gewesen, da hätte man dann zum besseren Einordnen mal nachschlagen können.
Fazit: Das Buch liest sich gut, aber die Handlung an sich ist eher seichte Krimikost mit humorvollen Einlagen, die ich dann in Richtung Urlaubslektüre für den Strandkorb (vielleicht gleich an der Nordseeküste?!) einordnen würde.
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Poznanski/Strobel: Invisible

Wunderlich
Dies ist der zweite Einsatz des Ermittlerduos Nina Salomon und Daniel Buchholz, die in Hamburg ihren Dienst tun.
Das Buch beginnt mit einem bizarren Mordfall, wo während einer Herz-Op plötzlich ein angesehener Chirurg des Krankenhauses im Op-Saal auftaucht, den eigentlichen Operateur wegschiebt und vor aller Augen den Patienten mit einem Skalpell ersticht…..
Dies ist nicht der einzige bizarre Mord der im Verlauf der Handlung passiert. Nina und Daniel haben alle Hände voll zu tun um in den Fällen zu ermitteln. Alle Täter sprechen im Verhör davon „irgendwie fremdgesteuert/manipuliert“ gewesen zu sein  und was die Ermittlungen noch weiter erschwert ist, dass Opfer und Täter sich meist nicht bzw. nur oberflächlich kannten….
Da es viel Arbeit gibt, bekommt das Ermittlerteam mit Phillip einen neuen Kollegen hinzu. Daniel hat so seine Schwierigkeiten mit dem Neuen, ganz im Gegenteil zu Nina, was im Verlauf dann noch zu einigen Turbulenzen führt. Aber nicht nur der neue Kollege bereitet Daniel Kopfzerbrechen, auch die Beziehung zu Isabell strapaziert seine Nerven, was bei diesen komplizierten Mordermittlungen so gar nicht in sein Konzept passt….
Dachte ich bei dem Titel „Invisibleirgendwie an eine „chemische/toxische“ Manipulation, die die Menschen zu diesen weitreichenden Handlungen bringt, so war ich da schon mal auf dem Holzweg! Genau wie der erste Fall der beiden Ermittler mit dem Titel „Anonym“, der ja auf eine Internetplattform führte, geht es im aktuellen Fall auch in Richtung Internet, führt zu riesigen Datensammlungen, die dann für manipulative Zwecke genutzt wurden….
Wie das alles zusammenfängt, werde ich hier nicht verraten. Das Buch liest sich gut, wird immer abwechselnd aus Ninas oder Daniels Sicht erzählt, was mir gut gefallen hat. Lange Zeit hatte ich keine Ahnung in welcher Richtung „der Täter“ zu suchen ist, was die Spannung hochgehalten hat. Doch dann gibt es nach ca. Zweidrittel der Handlung einen  unschönen „Break“:  Eine Person verschwindet plötzlich aus der Handlung,  die sich daraus ergebene Situation ist kaum nachvollziehbar und letztendlich die Auflösung der Mordfälle war dann doch überraschend.  Zwar war das Motiv nach der „Vernehmung“ dann erkennbar, aber doch irgendwie anders als ich es erwartet hatte, was ja auf der einen Seite positiv ist, da die Spannung lange gehalten wird, aber so ganz schlüssig nachvollziehen konnte ich es nicht, weswegen ich hier auch nur vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Spektakuläre Mordfälle halten den Leser und die Ermittler lange in Atem, bis es dann zu einem unschönen „Break“ kommt, weswegen ich hier dem anfänglichen Page-Turner einen Punktabzug gebe, so dass es nur noch 4 von 5 am Ende sind! Nichtsdestotrotz sollte die Reihe aber fortgesetzt werden!

 

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