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Grantchester – Staffel 1

Edel VÖ 31.05.19

Aus dem großen Pool von britischen Serien kommt mit der ersten Staffel von „Grantchester“ mal wieder etwas nach Deutschland „geschwappt“, was wirklich unterhaltsam, spannend und sehenswert ist!
Robson Green, vielen Krimi-Fans sicherlich noch gut bekannt aus der spannenden Serie „Hautnah – Die Methode Hill„ wo er den Psychologen Tony Hill verkörperte, der zusammen mit der Polizistin DCI Carol Jordan ganz besondere Kriminalfälle aufklärte.
Hier hat er sozusagen die Seiten gewechselt und mimt den Polizeikommissar bzw. DI Geordie Keating, was für die Fans von Tony Hill zwar etwas ungewöhnlich ist, aber Robson Green überzeugt in der Rolle des Ermittlers, Familienvaters und im Verlauf der Serie als guter Freund von Vikar Sidney Chambers und bildet mit ihm ein ungleiches, aber wunderbar agierendes Team, das mit kriminalistischem Gespür, erfolgreichen Ermittlungen und einer guten Portion Humor punkten kann.

Die Handlung der Serie spielt Anfang der 1950ziger Jahre und ist in der englischen Grafschaft Cambridgeshire angesiedelt, wo sich das kleine Örtchen Grantchester befindet. Sidney Chambers (wunderbar besetzt mit James Norton) ist der „Mann Gottes“ bzw. der örtliche Vikar, der nicht nur ein besonderes „Händchen“ im Umgang mit seinen Mitmenschen, sondern auch Schlag bei den Frauen hat, wovon ihm besonders Amanda Kendall ans Herz gewachsen ist und die er insgeheim liebt..

Die Ladies umschwirren den Vikar und da kommt er schon mal ins Grübeln über romantische Gefühle.  Aber er „stolpert“ auch immer wieder in Kriminalfälle, so dass er seine Gabe auf Menschen zuzugehen und ihnen zuzuhören im Verlauf der Serie erfolgreich einsetzt um mit detektivischem Gespür so manches Puzzle-Teilchen aufdeckt, das dem guten DI Keating vielleicht verborgen geblieben wäre.
Auf die Kriminalfälle möchte ich hier im Einzelnen nicht eingehen, denn Grantchester ist eine gelungene sehenswerte Krimi-Serie, die nicht zuletzt von dem Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller lebt, denn man sieht ihnen die Spielfreude an und ihr Charisma macht diese Serie aus.
Da bereits weitere Staffeln in Großbritannien veröffentlicht wurden, kann ich nur hoffen, dass wir hier in Deutschland auch in den Genuss kommen, die Fortsetzung der Serie anschauen zu können.
Als Bonus gibt es noch einen Blick hinter die Kulissen und ein Making-of
Fazit: Dieses britische Serien-Highlight punktet durch die charismatische schauspielerische Besetzung, spannende Kriminalfälle, die in einem passendenden Ambiente gedreht und einer Storyline, die sich im Verlauf der Serie weiterentwickelt! Unbedingt ansehen!
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L. Jackson, N.Bush, R. Noonan: Greed – Tödliche Gier

Droemer-Knaur

Wie man aus dem Cover-Text erfährt, haben sich hier drei amerikanische Bestseller- Autorinnen zusammengetan um „ Greed – Tödliche Gier“ abzufassen. Mir war bisher nur Nancy Bush bekannt, deren gesamte sehr spannende Krimi-Reihe um die Detectives Rafferty ich gelesen habe, weswegen ich auf diesen Thriller sehr gespannt war:
Die Familienmitglieder um Ira Dillinger, die auf einem großen Anwesen in Wyoming – genauer gesagt Prairie Creek – leben sind Mittelpunkt der Handlung.
Gleich zu Beginn des Buches passiert ein grauenvoller Mord an einer jungen Frau und man bekommt „Einblick“ in die Gedankenwelt des Killers, dessen oberstes Ziel ist, die gesamte Familie Dillinger zu töten und der nur auf den richtigen Zeitpunkt wartet, um zuzuschlagen…
Ira Dillinger will wieder heiraten, was nicht jeden in der Familie begeistert, denn seine erwachsen Kinder trauern noch um ihre kürzlich verstorbene Mutter und sie glauben Pilar habe es eher auf das Geld des Vater abgesehen. Doch Ira ist wild entschlossen Pilar, eine wesentlich jüngere Frau zu ehelichen, die zudem noch einen zwölfjährigen Sohn mit in die Ehe bringt, der noch eine ganz besondere Rolle in einem Teil der Handlung einnimmt.
Während Pilar in den Hochzeitsvorbereitungen steckt und alle mit ihren Ansprüchen „nervt“, passiert der nächste Mord und die Kirche, die für die Trauung vorgesehen war, brennt nieder und in den Überresten findet man eine bizarr entstellte Leiche….
Der rote Faden mit den bizarren Morden durchzieht die Handlung, ist aber nicht vordergründig das Thema hier, sondern der weit größere Teil ist die Aufarbeitung unterschiedlicher Romanzen, die in der Kindheit bereits begannen und nach 20 vergangenen Jahren immer noch unter der Oberfläche brodeln und wieder aufflammen…
Ich hätte mir etwas weniger Romantik bzw. eine weniger komplizierte, unschöne Zusammensetzung des großen Familien-Clans gewünscht. Das Eintauchen in die Gedankenwelt des Mörders ist nervenaufreibend und spannend, verliert sich aber leider im Verlauf wie bereits oben schon erwähnt. Ein Pluspunkt dagegen ist, dass man die Identität des „Bösen“ beim Lesen nicht erkennen kann und sich dieses Rätsel erst ganz zum Schluss löst.
Lesen kann man das Buch gut, es ist flüssig geschrieben, die Figuren gut gezeichnet und die Zusammenhänge im Verlauf nachvollziehbar und Spannung ist durchaus vorhanden, aber als Thriller würde ich es nicht unbedingt einordnen, sondern als Familiengeschichte mit eingewobener Krimi-Handlung, der man allerdings einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen kann, da Spannung durchaus vorhanden ist und durch diesen „Mix“ vielleicht auch eine andere Gruppe Leser angesprochen wird.
Fazit: Gut lesbarer Mix aus Familiengeschichte, Romantik und eingewobenem spannenden Krimi-Teil, so dass man gut unterhalten wird

 

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Stockholm Requiem

Edel Motion VÖ 24.05.19

Die fünfteilige Reihe basiert auf den Kriminalromanen der schwedischen Schriftstellerin Kristina Ohlsson, wovon ich nur die Hörbuchfassung „Aschenputtel“ kenne, die ich vor langer Zeit angehört, aber als recht spannend erinnere.
Die Kriminalfälle, die in „Stockholm Requiem“ verfilmt wurden, sind alle recht speziell, düster und mörderisch, weswegen auch ein besonderes Ermittlerteam, das für schwere Straftaten in Stockholm zuständig ist, darauf angesetzt wird.
Fredrika Bergman kommt neu in das Team um Alex Recht und Peder Rydh. Das Besondere an ihr ist, dass sie keine Polizistin ist, sondern Juristin und Kriminologin, die nach einem schweren Unfall nun das Team mit „frischem Blick und anderer Herangehensweise“ unterstützen soll, was kein leichtes Unterfangen ist, doch tatsächlich gelingt es ihr im Verlauf der Serie im Team anerkannt zu werden.

Im ersten Fall geht es um das Verschwinden der kleinen Lilian, die aus der Obhut ihrer Mutter auf dem Hauptbahnhof in Stockholm in einem unbeobachteten Moment „abhanden kommt“. Während die Suche auf Hochtouren läuft und eine vermutete Lösegelderpressung ausbleibt, wird eine weitere Kindesentführung gemeldet….
Der nächste Fall bereitet dem Team großes Kopfzerbrechen, denn der anfänglich als gemeinsamer Selbstmord eingeordnete Tod eines älteren Ehepaares, entpuppt sich als Mord und ein Motiv ist nicht erkennbar…
Fall Nr. 3 dreht sich um zwei Jungen, die man später ermordet und mit einer Papiertüte über den Kopf im Schnee liegend, auffindet, ein altes jüdisches Märchen rückt in den Fokus der polizeilichen Lösungsansätze..
Als nächstes muss ein alter Vermisstenfall neu aufgerollt werden, denn die Leiche einer vor drei Jahren verschwundenen Studentin wird auf einer Baustelle gefunden.  Eine mörderische Kinderliederkomponistin und alte VHS-Kassetten mit Snuff-Inhalt sind nur einige Anhaltspunkte dieser Ermittlung.
Den Abschluss bildet die Folge „Auge um Auge“, wo mehrere Morde passieren. Der Täter muss über Insiderwissen verfügen, denn die Opfer sind ehemalige Verdächtige in Kriminalfällen, denen man eine Täterschaft aber nicht nachweisen konnte. Tatsächlich hat das Team jemanden aus den eigenen Reihen im Verdacht, doch der kann nicht erhärtet werden, aber die Morde hören nicht auf….
Die Rollen sind schauspielerisch gut besetzt.

Die Kriminalfälle sind spannend und nicht vorhersehbar. Aber leider rücken die ganzen Ermittlungen fast in den Hintergrund, da alle Ermittler psychisch angeschlagen sind, kein intaktes Familienleben haben, so dass private Probleme sich mit den Fällen vermischen. Was dann wiederum die Frage aufwirft,  ob sie überhaupt fit genug sind um diese schweren Fälle richtig zu bearbeiten, denn viele Reaktionen/Aktionen sind merkwürdig und passen nicht zu einem Kriminalermittlungsteam, das für „ganz besondere und schwere Fälle“ zuständig ist.
Warum müssen in vielen Kriminal-Serien die Ermittler wie psychische Wracks rüberkommen, denn wie oben bereits erwähnt, lenkt das von den spannenden Fällen ab. Besonders im vierten Fall muss man sich fragen, wie Fedrika Bergman überhaupt noch Teil des Teams sein kann….
Fazit: Hier wäre es besser gewesen, den Fokus auf die Kriminalfälle und nicht auf die Befindlichkeiten der Ermittler zu richten. Da es wesentlich bessere Krimi-Serien aus dem hohen Norden gibt, ist dies leider nur durchschnittliche düstere Krimi-Kost
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Robin Hood

Studiocanal VÖ 23.05.19

Robin Hood“, der Name ist hinlänglich bekannt und steht für den Wohltäter der Armen, was ihn aber auch zu einem Dieb macht, der allerdings die Sympathien auf seiner Seite hat. Viele Male ist der einst durch Balladen überlieferte Name und sein Tun verfilmt worden, sei es nun als Spielfilm,  als „Zeichentrick“ von Walt Disney oder auch als „Serie. In die Rolle des Robin Hood oder Robin von Locksley schlüpften bekannte Schauspieler wie z.B. Erol Flynn, Russel Crowe, Kevin Kostner und nun Taron Egerton, was ganz gut passt, denn diesmal ist die „Figur“ etwas jugendlicher und schelmisch/spitzbübisch mit flotten Sprüchen auf den Lippen ausgelegt.
Auch handlungsmäßig bekommt man einen etwas anderen Einblick in die bekannte Geschichte: Robin und Marian treffen aufeinander und verlieben sich. Dann muss Robin auf Geheiß des Sheriff von Nottingham in den Krieg ziehen…
Während Robin auf den Schlachtfeldern kämpft, wird er durch den Sheriff enteignet, sein Zuhause zerstört und Marian bekommt die Nachricht von seinem Tod überbracht. Einige Zeit später tut diese sich mit Will zusammen….
Zwei Jahre später kehrt Robin zurück nach England und findet verarmte, hungernde Menschen vor, denn es werden immer mehr Abgaben von ihnen gefordert, die sie  nicht aufbringen können, aber rigoros von den Schergen des Sheriffs eingetrieben werden. …
Ab hier kommen dann Pfeil und Bogen zum Einsatz um dem machtbesessenen Sheriff Einhalt zu gebieten.
John, den Robin auf den Schlachtfeldern kennengelernt hat, wird sein Lehrmeister und Ideengeber um den Sheriff zu stürzen und Marian wieder zu gewinnen….
Gelungen fand ich die Besetzung des jungen Robin Hood mit Taron Egerton. Auch Jamie Foxx als John passt gut.

Schwierigkeiten hatte ich aber mit der Besetzung der Rollen von Marian, dem Sheriff und dem guten Bruder Tack, irgendwie sprang der Funke da nicht rüber.
Merkwürdig waren auch die Kostüme, die nicht zu der mittelalterlichen Kulisse, in der ja eigentlich die Geschichte von Robin Hood spielt, passten, teils wirkten sie zu modern wie z.B. beim Sheriff von Nottingham.
Es gab ein paar schöne Szenen mit „Pfeil und Bogen“, aber ansonsten kam Robin Hood nicht als Wohltäter, der im Wald mit seinen Gefolgsleuten lebt daher, sondern war eher ein „Einzelkämper“, der sich dann im Verlauf zu einem redenschwindenden Anführer wandelte, der das Volk aktiviert.
Zum Schluss fiel mir noch auf: Was war eigentlich mit dem König?
Zusammenfassend bleibt mir nur zu sagen, es gibt Filme, die muss man nicht ansehen, kann es aber, das bleibt jedem selbst überlassen ob er sich diese Neuverfilmung anschauen möchte, aber verpassen tut man dabei nichts, denn ein besonderes Highlight ist diese Neufassung meiner Ansicht nach nicht!
Als Bonus gibt es noch einen Blick hinter die Kulissen mit einem Making of
Fazit: Es gibt zwar die eine oder andere schöne „Pfeil-und-Bogen-Szene, aber ein besonderes Highlight ist diese Neuverfilmung nicht

 

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Kate Penrose: Nachts schweigt das Meer

Fischer Verlage

Der Untertitel von „Nachts schweigt das Meer“ informiert über einen Krimi auf den Scilly Inseln, die übrigens zu Cornwall gehören und vor der Südwestspitze Englands liegen.
DI Ben(esek) Kitto kehrt auf seine Heimatinsel nach Bryher zurück um eine Auszeit vom Polizeidienst in London zu nehmen. Ein Onkel und eine Patentante leben noch im Ort. Sein ehemaliges Elternhaus ist zwar etwas marode, aber für seine Zwecke reicht es aus, um hier zur Ruhe zu kommen.
Es leben nur wenige Menschen auf der Insel und wenn die Urlaubssaison vorbei ist und die Urlauber verschwunden sind, kann es an diesem Ort recht einsam und wettertechnisch auch sehr rau werden.
DI Kittos Onkel Ray erzählt, dass seit kurzem die 16-jährige Laura Trescothick vermisst wird. Ben kennt seit der Schulzeit ihre Eltern. Eine großangelegte Suche nach dem Mädchen wird organisiert, die aber anfangs ergebnislos bleibt. Danny, Lauras Freund sucht bei Wind und Regen nach ihr, bis er sie dann tot am Strand vor den hohen Klippen findet. Scheint anfangs ein Sturz von den Klippen noch wahrscheinlich, ändert sich das beim näheren Betrachten, weswegen bald in Sachen Mord ermittelt wird…
Ben meint die Menschen auf der Insel gut zu kennen, besonders eben auch die Eltern der Toten, weswegen er anbietet die Ermittlungen zu übernehmen, die man ihm dann auch offiziell überträgt. Doch Bens Einschätzung die Gegebenheiten vor Ort und die dort lebenden Menschen gut zu kennen, muss er recht schnell revidieren, denn es wimmelt bald nur so vor Verdächtigen und selbst Menschen, die Ben niemals mit dem Mord an Laura in Verbindung gebracht hätte, lehren ihn eines Besseren und bald kommt fast jeder als Mörder in Betracht….
Doch es bleibt nicht bei der Suche nach Lauras Mörder, denn im Verlauf werden noch weitere Personen vermisst….
So zusammengefasst, klingt alles recht spannend, doch die Handlung plätschert eher so dahin, als dass hier fesselnde Spannung aufkommt. Obwohl es nicht an Verdächtigen mangelt, sind die Aufarbeitung, Suche und Aufklärung eher behäbig und manches auch nicht „rund“ und nachvollziehbar. Auch was hier als „Auflösung“ des Falls präsentiert wird, ist eher ein tragisches Sozialdrama als ein spannender Kriminalroman. Da dies das Debüt der Autorin ist und es heißt, dass es der Anfang einer Krimi-Reihe ist, würde ich gern das nächste Buch abwarten und sehen, ob eine Entwicklung stattgefunden hat, die dann doch eher in Richtung Kriminalroman geht.
Fazit: Dieser Anfang der Krimi-Reihe ist eher ein Sozialdrama als ein spannender Kriminalroman. Der weitere Verlauf der Reihe sollte aber abgewartet werden, in welche Richtung es weiter geht

 

 

 

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Kallentoft & Lutteman: Der Schrei des Engels

Klett-Cotta/Tropen VÖ 20.04.19

Dies ist mein erstes Buch aus der Reihe um den Ermittler Zack Herry und seine Kollegin Deniz, die beide zu einer schwedischen  Sonderermittlungseinheit gehören.
Schon gleich nach den ersten Seiten von „Der Schrei des Engels“ stehen einem die Nackenhaare hoch und man braucht schon starke Nerven um den Inhalt des Buches zu verdauen.
Die Handlung führt nach Stallhagen einem Vorort von Stockholm, wo die engagierte junge Sozialarbeiterin Helene Svensson ihr Büro hat, das sich in einem sozialen Brennpunkt befindet, wo es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen multikulturellen Gruppierungen kommt.  Sie genießt bei den dort lebenden Menschen ein gewisses Ansehen und wird auch „Heroine“, die Heldin oder wie in einem Zeitungsartikel „Engel des Vororts“ genannt, da sie für jene kämpft, die von der Gesellschaft im Stich gelassen wurden…
Und jener „Engel des Vororts“ wird entführt, vergewaltigt und gezwungen in eine Handy-Kamera zu schauen und zu lächeln, wie man später überall im Netz ansehen kann, wo sich das Video rasend schnell verbreitet…
Zack Herry nebst seiner Kollegin Deniz werden beauftragt sich vor Ort ein Bild zu machen und die hoffentlich noch lebende Helene Svensson zu finden und zum anderen ihre Peiniger dingfest zu machen…
Eine schwierige, gefährliche und im Verlauf auch explosive Aufgabe für die beiden Ermittler….
Mehr möchte ich von diesem atemberaubenden, nervenaufreibenden und von der ersten Seite an fesselnden Thriller hier gar nicht preisgeben, nur dass ich das Lesen des Buch nur ungern unterbrochen habe, es daher in die Kategorie „Page-Turner“ einordne,  die volle Punktzahl vergebe und meine Leseempfehlung aussprechen möchte!
Fazit: Nichts für schwache Nerven, aber Spannung pur aus der Kategorie „Page-Turner“, dem gerne noch weitere Bücher aus der Reihe folgen dürfen.

 

 

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Pierre Lagrange: Schatten der Provence

Fischer/Scherz

Anfang des Jahres hatte ich hier den ersten Fall von Albin Leclerc vorgestellt, dem pensionierten Commissaire, der im französischen Carpentras lebt, der in „Tod in der Provence“ charmant rüberkam und einen spannenden Fall löste.
Mittlerweile hat er bereits in zwei weiteren Fällen sein Können bewiesen, die ich aber leider verpasst habe, dies ist nun Fall Nr. 4!
Obwohl Albins „Kollegen“ Caterine Castel und Alain Theroux zwar hartnäckig seine „Mitarbeit“ und seine Spürnase nicht an Tatorten wünschen, schafft er es aber immer wieder – ob sie es wollen oder nicht – mit hilfreichen Tipps, allerdings auch mit seinen „berühmten“ Alleingängen immer wieder  bei den Ermittlungen dazwischen zu funken…
Aktuell kümmert er sich liebevoll um seine kleine Enkelin Clara, die er gern vom Kindergarten abholt. Auch ist er bemüht, nicht mehr täglich auf dem Revier nach Neuigkeiten nachzufragen und auch nicht mehr „rumzuschnüffeln.
Offenbar hatte ihn der gerade gelesene Zeitungsartikel über den aufsehenerregenden schwerbewaffneten Raubüberfall auf einen Transporter einer Sicherheitsfirma, der sehr wertvolle Bilder  von Paul  Czésanne in ein naheliegendes Museum transportieren sollte, so ergriffen, dass er  gedankenverloren nichtt den Weg zum Kindergarten einzuschlägt um Clara abzuholen,  sondern zum nahegelegenen Tatort des Überfalls fährt….
Die zu dem Überfall hinzugezogenen zwei Streifenwagen konnten nach einem Schusswechsel, der Verwundete und Tote zur Folge hatte, die Kunstschätze sicherstellen. Aber als man das Depot der Diebesbande in Augenschein nimmt, finden sich dort weitere wertvolle Bilder, die allerdings noch ihren Besitzer suchen, man vermutetet, dass es sich um Nazi-Raubkunst handeln könnte. So eine brisante Nachricht spricht sich schnell herum und es dauert nicht lange bis Ermittler von Inter- und Europol auftauchen, die den Fall an sich reißen wollen….
Während noch die interne Rangelei um Zuständigkeiten läuft, wird ein wichtiger Zeuge im Kunstraubfall ermordet und wie es kommt, dass Albin Leclerc dann im Wohnzimmer des Toten auf dem Sofa liegt, wird hier nicht erzählt…
Ich habe mich wieder gut unterhalten bei diesem spannenden, aber auch mit humorvollen Szenen besetzten Kriminalfall. Der Autor hat geschickt geschichtliche und landschaftliche Informationen eingewoben und den charmanten Leclerc diesmal auch in eine recht lebensgefährliche Situation hineingeschrieben…
Wer „Schatten der Provence“ von Anfang an genau geliest, der kann sich „ausmalen“, wer hier für alles verantwortlich ist, was aber dem Unterhaltungswert des Buches, in keiner Weise schmälert, da man das Finale auf gar keinem Fall vorhersehen kann.
Fazit:  Meine Leseempfehlung, denn Spannung, Humor, französisches Flair und ein charmanter Ermittler punkten hier!

 

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