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Catherine Shepherd: Nachtspiel

Eigentlich war „Nachtspiel“ noch gar nicht an Reihe von mir gelesen zu werden, denn es warten noch ein paar andere Exemplare darauf. Doch kaum hatte ich die Postsendung geöffnet, wagte ich einen kurzen Blick in den Prolog. Ja, und dann habe ich nicht aufhören können zu lesen, denn der fesselnde Schreibstil der Autorin hat mich ganz schnell in die Handlung abtauchen lassen und innerhalb kürzester Zeit habe ich das Buch „verschlungen“.
Es ist übrigens nach „Moores Schwärze“ der zweite Einsatz der Rechtsmedizinerin Julia Schwarz,  die nicht nur wegen ihrer Fachkompetenz immer wieder von Kommissar Florian Kessler um Mithilfe bei Ermittlungen gebeten wird. Ein Handlungsstrang befasst sich diesmal mit ihr persönlich, da sie in letzter Zeit immer wieder von Alpträumen geplagt wird, die sich um den gewaltsamen Tod ihres Bruders drehen. Warum gerade nach so vielen Jahren plötzlich wieder Alpträume ihr die nächtliche Ruhe zerstören, kann sich Julia nicht erklären, aber sie wirkt auf ihre Umwelt psychisch angeschlagen und man rät ihr, sich auszuruhen…..
Doch daraus wird anfangs nichts, denn der brutale Mord an einer Polizistin gibt Rätsel auf. Zwar begeht der mutmaßliche Mörder kurze Zeit später offensichtlich Selbstmord, aber so ganz anfreunden kann sich Julia damit nicht. Während sie sich noch einmal in der Wohnung der ermordeten Polizistin umschaut, gerät sie selbst in höchste Lebensgefahr und nur der beherzte Einsatz von Kommissar Kessler kann Schlimmeres verhindern….
Dies ist nur ein kleiner Einblick ins spannende Geschehen. Im Verlauf ereignen sich noch weitere Morde, wovon einer dann Julia zu einer Auszeit zwingt. Ihr  Nervenkostüm wird bis zum Zerreißen strapaziert, was der Leser hautnah mitbekommt. Auch sonst sollte man wieder starke Nerven haben, denn der Einblick in der Rechtsmedizin und auch die Todesfälle haben es in sich und lassen einen die Nackenhaare hochstehen.
Besonders gut gefällt mir der Schreibstil der Autorin, sie erzählt ohne Längen bzw. die Details, die man präsentiert bekommt, sind genau richtig dosiert. Diesmal passieren auf den ersten Blick nicht zusammenhänge Morde, es gibt reichlich Nebenschauplätze, die sogar auf eine dubiose Internetplattform führen, aber man verliert nie den Überblick, gekonnt werden die Fäden zum Schluss entwirrt,  die dann den „Vorhang“ öffnen und die Puzzleteilchen fallen alle an ihren richtigen Platz. Ich hatte zwar zwischenzeitlich eine kleine Ahnung, was es mit den Alpträumen von Julia auf sich hat, aber den Ausgang des Thrillers hätte ich in keiner Weise vorhergesehen, was ein ganz großer Pluspunkt ist! Aber nicht nur der „Thrill“ kommt in diesem Buch zum Einsatz, es knistert auch zwischenmenschlich ganz zart bei Julia und Florian, was aber vom roten Faden nie ablenkt, sondern ab und an geschickt in die Handlung eingewoben ist.
So muss ein Thriller sein: Von der ersten Seite an fesselnd, niemals langweilig und obwohl viele Nebenschauplätze vorkommen, ist das nie verwirrend und bis zum Schluss handlungsmäßig nicht vorhersehbar.
Wer starke Nerven hat, der sollte sich dieses Buch auf keinem Fall entgehen lassen!
Fazit:  Meisterhaft erzählter, unbedingt lesenswerter nervenaufreibender Thriller, dessen Reihe unbedingt fortgesetzt werden sollte!

 

 

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Rillington Place – Der Böse

Basierend auf einer wahren Begebenheit führt diese britische dreiteilige Mini-Serie ins Jahr 1938, wo sich das Ehepaar Christie „wiederfindet“.  „Rillington Place “ No 10 lautete die neue Adresse, wo das Ehepaar dann im Erdgeschoss eine Reihenhauswohnung bezieht.

Der Film erzählt aus drei Perspektiven den schockierenden Fall des Serienmörders John Reginald (Reg) Christie, der zwischen 1943 und 1953 mehrere Morde begangen hat. Entsorgt wurden die Leichen von ihm im Garten, im Fußboden der Wohnung und in den Wänden des Hauses…..

Besondere Aufmerksamkeit erregte der Fall außerdem, da Timothy Evans, ein ehemaliger Mitbewohner des Hauses, durch die Zeugenaussage Reginald Christies untermauert, für drei Morde – darunter der an seiner eigenen Frau und Tochter – verurteilt und gehängt wurde!
Die erste Folge wird aus Sicht der Ehefrau Ethel Christie erzählt, als sie 1938 nach neun Jahren „Ungewissheit“ mit ihrem Mann einen Neuanfang startet. Dieser steht unter keinem guten Stern und offenbar ahnt Ethel, dass mit ihrem Mann irgendetwas nicht stimmt, obwohl sie immer wieder zu ihm hält, ihn verlässt und wieder zu ihm zurückkehrt. Als das junge Ehepaar Evans in die obere Wohnung einzieht, beäugt Ethel misstrauisch das wachsende Interesse ihres Mannes an dem Ehepaar….

Timothy Evans schicksalshafte Begegnung mit Reginald Christie und die Gerichtsverhandlung,  wo er wegen Mordes an Frau und Tochter angeklagt wird, ist Thema der zweiten Folge.

Folge Nr. 3 widmet sich Reginald Christie und seinem kriminellen Treiben, das er jahrelang gekonnt hinter einer Fassade verbergen konnte!
Düster, unheimlich und auch gruselig ist diese Mini-Serie. Das Ehepaar Christie ist mit  Samantha Morton und Tim Roth darstellerisch sehr gut besetzt, wie auch der Rest der Mitwirkenden, so dass man hier schauspielerisch und handlungsmäßig gut unterhalten wird. 
Welche Beweggründe Ethel veranlasst haben immer wieder zu ihrem Mann zurückzukehren, kann ich nicht nachvollziehen.  Obwohl sie offenbar irgendetwas hinter seinem teils merkwürdigen Verhalten vermutete, schafft er es aber immer wieder alle ihre Bedenken „wegwischen“,  was allerdings letztendlich für sie mit fatalen Folgen endet….
Im Nachspann wird dann noch Bezug auf den offenbar zu Unrecht exekutierten Timothy Evans genommen…
Fazit: Düster, unheimlich und schauspielerisch sehr gut besetzt wird hier britische Kriminalgeschichte aufgezeigt, die einem immer noch die Nackenhaare hochstehen lässt.

 

 

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Dan Brown: Origin

Lange Zeit war es still um Robert Langdon, den Professor für Kunstgeschichte und Symbolik, der immer wieder ungewollt in rätselhafte Ereignisse hineingezogen wird und dabei auch körperlich einige Blessuren abbekommt. Seinen letzten Einsatz hatte er 2013, als er um den Globus hastete um ein „Inferno“ zu verhindern…
In „Origin “ – das man übrigens zu Deutsch mit Ursprung übersetzen würde – bekommt Robert Langdon eine geheimnisvolle Einladung ins spanische Bilbao von seinem einstigen Schüler an der Harvard Universität, dem Computerwissenschaftler und Futurologen Edmond Kirsch, der seine bahnbrechende Entdeckung der Öffentlichkeit präsentieren will.  Ein Jahr zuvor hatten sich die beiden zuletzt gesehen und überraschenderweise hatten sie sich nicht wie sonst über Kunst, sondern auf Wunsch von Kirsch, einem bekennenden Atheisten, über Gott unterhalten…
Als Robert Langdon sich auf den Weg zum Veranstaltungsort macht, ahnt er noch nicht,  dass sich Kirsch im Vorfeld mit drei angesehenen Geistlichen getroffen hatte um ihnen seine brisante Entdeckung zu präsentieren. Deren anfängliche Skepsis, was dieser Mann wohl für wichtige Dinge herausgefunden haben könnte, verwandelt sich nach ihrem Gespräch in Entsetzen….
Bevor Prof. Langdon nun auf seinen Freund Edmond Kirsch trifft, wird er von seinem persönlichen Guide Winston durch das Guggenheim-Museum begleitet, wo die Präsentation stattfinden soll. Dieser Guide wird im Verlauf noch eine wichtige Rolle spielen..
Nachdem die bezaubernde Ambra Vidal, die eine ganz besondere Beziehung zum zukünftigen spanischen König unterhält, die Veranstaltung mit ein paar einleitenden Worten eröffnet, warten alle nur noch auf den Auftritt von Edmond Kirsch und natürlich auf seine bahnbrechende Entdeckung, die sich mit den Fragen nach dem Ursprung des Lebens beschäftigt, was allerdings nicht nur Begeisterungsstürme hervorruft, sondern auch Neider/Gegner aufschreckt, die die Veröffentlichung verhindern wollen…
Als Kirsch dann endlich auf der Bühne erscheint um dem gebannten Publikum seine Entdeckung zu präsentieren, fällt ein Schuss und er bricht tödlich getroffen zusammen……
Robert Langdon hat ab jetzt nur ein Ziel: Er will den Mörder seines Freundes finden und versuchen der Welt die brisante Entdeckung Kirschs doch noch zu enthüllen. Unterstützt wird er dabei von Ambra Vidal…
Nun, mehr mag ich eigentlich nicht verraten, denn wie gewohnt lüftet Robert Langdon im Verlauf einige Geheimnisse und deckt brisante Zusammenhänge auf, die dann für ihn mal wieder lebensgefährlich werden…
Der Thriller führt dabei den Leser an ganz besondere/sehenswerte, aber auch eher (für mich) noch unbekannte Orte, die ich dann mit Hilfe des Internets ebenfalls besucht habe um mir die Örtlichkeiten besser vorstellen zu können, obwohl Dan Brown sie sehr anschaulich schildert. Das Buch liest sich gut, eine spannende Ungewissheit durchzieht die gesamte Handlung bis zum Schluss und führt diesmal u.a. in die Welt der Supercomputer und beeindruckt mit den Fähigkeiten künstlicher Intelligenz…
Fazit: Robert Langdons erneuter Einsatz ist gelungen, Spannung und Unvorhersehbarkeit machen diesen Thriller besonders lesenswert und die Reihe darf gern noch fortgeführt werden.

 

ORIGIN – Das Hörbuch

Wie  bereits bei den vier vorherigen Büchern aus der Reihe hat erfreulicherweise die Lesung für die Hörbuchfassung von „Origin “ wieder Wolfgang Pampel (bekannt auch als Synchronstimme z.B. von Harrison Ford) übernommen, was ein ganz großer Pluspunkt ist! Buch und Hörbuch sind im Bastei Lübbe Verlag erschienen.
Schon bei den ersten Sätzen hänge ich an seinen „Lippen“ und verfolge gebannt seinem Vortrag. Durch ihn werden die Schauplätze wie z.B. im Prolog die Zahnradbahn in Katalonien oder auch die Zusammenkunft der drei Geistlichen des Parlaments der Weltreligionen lebendig. Die Mitwirkenden bekommen durch die unterschiedlichen Stimmen ein „eigenes Gesicht“, so dass man sie gut unterscheiden kann.
Besonders die Gespräche zwischen Winston und Prof. Langdon sind gelungen und es lugt auch untergründig feiner Humor hervor.
Die sechs CD’s habe ich gleich hintereinander genossen und ich kann dieses Hörerlebnis nur jedem empfehlen, der nicht so gern über 600 Seiten Text lesen möchte.
Fazit: Dan Brown’s Thriller werden durch die Lesung von Wolfgang Pampel lebendig und bieten dem Zuhörer ein Hörerlebnis der besonderen Art! Bitte mehr davon!

 

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Yrsa Sigurdardóttir: Sog

Letztes Jahr hatte Kommissar Huldar seinen ersten Auftritt, damals hatte man ihm die Leitung der Ermittlungen im „DNA“-Fall übergeben. Da in den Fall Kinder als Zeugen befragt werden mussten, bekam Huldar Unterstützung durch die Kinderpsychologin Freyja vom Jugendamt. Hatte mir damals die ansonsten in den Büchern der isländischen Autorin bisher immer vorhandene Spannung gefehlt, kann ich gleich im Vorfeld zu dem aktuellen Thriller „SOG“ anmerken, dass dies Buch mich nicht enttäuscht hat.
Im Prolog erfährt man, dass im Jahr 2004 die achtjährige Vaka verschwindet…
2016:  Für ein Schulprojekt wurde vor zehn Jahren eine „Zeitkapsel“ auf einem Schulgelände vergraben.  Nun wurde sie geborgen und man findet Aufsätze von Schülern darin, die beschreiben, wie sie sich das Leben im Jahr 2016 in Island vorstellen. Einer der Aufsätze erregt Aufsehen, denn dort steht: „Im Jahr 2016 werden folgende Menschen getötet…“ Es folgen Buchstaben und –kombination, die vermuten lassen, dass es sich um die Initialen von Personen handeln könnte…
Da Huldar im DNA-Fall nicht sonderlich gut punkten konnte, hat man ihm die Leitung entzogen und nun muss er beweisen, was er kann. Er wird auf den mysteriösen Aufsatz „angesetzt“. Er soll herausbekommen,  wer ihn verfasst hat und was sich hinter den aufgezählten Buchstaben verbirgt. Wie man diese düstere Zukunftsvision deuten soll, dazu will Huldar sich mit Freyja besprechen, die ihm ja schon einmal „assistiert“ hat. Allerdings ist auch zwischen ihnen nicht alles zum Besten, gab es doch zwischenmenschliche Reibereien. Aber auf beruflicher Ebene ist Freyja dann bereit Huldar zu unterstützen…
Zu den Kriminalfällen, die mit abgetrennten Händen beginnen, kommen dann  noch ein bizarrer Todesfall in einem Parkhaus sowie ein gruseliger Fund auf einer Müllkippe hinzu. Doch das sind nur einige der nervenaufreibenden Ereignisse, die sich hier wie Perlen an einer Schnur aufreihen. Die Ermittler haben alle Hände voll zu tun und denkt man als Leser auf der richtigen Spur zu sein, wendet sich das Blatt…
Wie bereits erwähnt, braucht man bei diesem Thriller gute Nerven.  Man wird als Leser durch den fesselnden Erzählstil und die spannende Handlung schnell gefangen genommen.  Durch die anhaltende Ungewissheit und die immer neuen Wendungen gab es zwar reichlich Verdächtige, aber richtig „greifbar“ war keiner davon, was dann noch mit einem überraschenden Ende gekrönt wird, was mir gut gefallen hat!
Fazit: Hier braucht man starke Nerven, eiskalter spannend erzählter Thriller, der noch zusätzlich mit einem unvorhersehbaren Ende punkten kann!

 

 

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Susanne Mischke: Alte Sünden

Getreu dem Motto des letzten Krimis aus dem Jahr 2016 mit dem Titel „Warte nur ein Weilchen“, ist die Zeit jetzt rum und die Autorin hat mit „Alte Sünden“ einen neuen Kriminalfall für Kommissar Bodo Völxen und sein Team, das in und um Hannover ermittelt, veröffentlicht.
Im „Prolog“ geht es über zehn Jahre zurück und dem Leser offenbart sich – wie man dann im Verlauf des Buches erfährt – Einblick in den Mordfall der 15-jährigen Schülerin Kristina Brandt, deren Mörder nun in der Jetztzeit in der Haft verstorben ist. Das Brisante an der Sache ist, dass der Mörder nur aufgrund von Indizien und wegen seines auffälligen Verhaltens bzw. Stalking des Opfers verurteilt wurde…
Kurz vor seinem Ableben hatte der Verurteilte noch ein Gespräch mit einem Geistlichen und dort beteuert er, nicht der Mörder von Kristina zu sein und erzählt dann von einer Beobachtung, die er gemacht hat…
Wurde ein Unschuldiger verurteilt? Sollte der wahre Mörder tatsächlich noch dort draußen sein?
Kommissar Völxen und noch einigen älteren Kollegen ist der Fall noch präsent. Als er vom Geistlichen über die Beobachtung unterrichtet wird, setzt der Kommissar Jule Wedekin nochmals an die Akten des alten Falls, denn sie war damals noch nicht beim Team…..
Parallel zu dem „alten Fall“ ist bei Jule Wedekin privat einiges los, denn sie will ihren Fernando heiraten, was dann im Verlauf zu einigen Turbulenzen führt. Als dann endlich alle vor der Kirche eintreffen, wo die Trauung stattfinden soll, sind alle da, nur der Geistliche nicht, denn der liegt tot in seiner Wohnung….
Ich lese die Bücher um das Team von Kommissar Völxen immer gern, da der Erzählstil der Autorin einfach zum Lesen „auffordert“. Das Ermittlerteam ist mittlerweile bestens bekannt (ist ja schon der 7. Fall), die Handlung ist gut nachvollziehbar, auch wenn Zeitsprünge und einige Wendungen eingearbeitet sind.
Ob tatsächlich ein Unschuldiger in Haft saß, wird hier natürlich nicht verraten, nur so viel noch: Des Rätsels Lösung lugt ab und zu durch und berührt letztendlich auch etwas!
Fazit: Ein alter Fall sorgt für Aufregung, eine Hochzeit mit Turbulenzen lockert das Geschehen auf, so dass man gute Krimi-Unterhaltung präsentiert bekommt. Bitte mehr davon!

 

 

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Der junge Inspektor Morse

Als großer Fan der britischen Krimi-Reihe „Lewis“ war ich erst skeptisch ob ich mir den „Ableger“  (Inspektor Morse ist der spätere „Ausbilder“ von Inspektor Lewis“)  anschauen sollte. Doch schon nach dem Pilotfilm hatte mich „Der junge Inspektor Morse“ „eingefangen“ und ich kann nur sagen, die Briten verstehen was davon, Kriminalserien zu produzieren und da gibt es ja schon einige, die man allerdings auch nicht mehr missen möchte wie z.B. „Vera“ oder „Inspector Banks“ usw.
Schauplatz der Serie ist Oxford in den 1960ziger Jahren mit seiner schönen Kulisse, die auch handlungsmäßig gleich zu Beginn zur Universität der Stadt führt.
Jung, unerfahren, schlaksig, scheu bzw. und immer irgendwie verloren wirkend, das ist der erste Eindruck, den man vom jungen Endeavor Morse hat, der seinen Dienst bei der örtlichen Polizei antritt. Fred Thursday nimmt ihn unter seine Fittiche.

Photographer – Jonathan Ford

Der Vermisstenfall einer 15-Jährigen  beschäftigt die Ermittler und Morse achtet auf Feinheiten bzw. er stellt Verbindungen her, die im Kollegenkreis Aufsehen erregen, allerdings nicht unbedingt im positiven Sinne. Aber als er merkwürdig ausgefüllte Kreuzworträtsel in Zimmer der Vermissten genauer betrachtet und dahinter einen verschlüsselten Code entdeckt, der maßdienlich bei der Aufklärung des Falles dient, wird er bei den kommenden Fällen dann zumindest bei den Ermittlungen hinzugezogen und er verblüfft seine Kollegen immer wieder mit seinem „brillianten Gespür“ für die Dinge.

Der neue Polizeichef Bright ist allerdings nicht so angetan von den eigenwilligen und für ihn nicht immer ganz nachvollziehbaren, von der damaligen Norm abweichenden Ermittlungsmethoden von Morse, so dass Thursday ihn nur zur Probe an seine Seite bekommt und sollte Morse auch nur zu weit „vom Weg“ abkommen, sitzt er wieder am Schreibtisch…
Im Verlauf der Serie gibt es Einblick ins Privatleben von Morse, der ein leidenschaftlicher Hörer von klassischer Musik ist, was dann im „Mord nach Noten“ für die Ermittlungen ein ganz besonderer Pluspunkt ist. Auch als Zuschauer wird man mit tollen klassischen Musikeinlagen verwöhnt, die wunderbar in die Handlung hineinpassen.
Auch das zwiespältige Verhältnis zu seinem Vater ist ein Teil der Handlung, das neben den spannenden Fällen eingewoben ist. Die Rolle des jungen Morse wird sehr sympathisch von Shaun Evans und die seines kollegialen, väterlichen Fürsprechers Fred Thursday von Roger Allam dargestellt. Man merkt der ganzen Schauspielbesetzung die Spielfreude an und auch die Ausstattung und die gesamte Aufmachung dieser Serie ist wieder mal ein Highlight in der vielfältigen Serienlandschaft.
Den jungen Morse hat man schnell in sein Herz geschlossen und die Serie um ihn darf/soll unbedingt fortgesetzt werden, denn hier passt mal wieder alles zusammen, tolle Darsteller, schöne Rundumkulisse und spannende, nicht auf den ersten Blick durchschaubare/lösbare Kriminalfälle, so dass man hier sehr gut unterhalten wird.
Fazit: Diese Serie ist mal wieder ein Highlight in der Vielfalt der Kriminalserien und sollte unbedingt fortgesetzt werden!

 

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Thomas Enger: Tödlich

Ich weiß noch ganz genau, wie begeistert ich  2011 gewesen bin, als ich das erste Buch „Sterblich“ aus der Henning-Juul-Reihe gelesen hatte. Ich konnte die Veröffentlichungen der weiteren Bücher „Vergiftet“, „Verleumdet“ und „Gejagt“ kaum erwarten und es waren für mich alles unbedingt lesenswerte spannende Thriller, denn besonders der rote Faden bzw. die unermüdliche Suche nach den Hintergründen für den mysteriösen Wohnungsbrand sind auch über die Jahre bei mir im Gedächtnis geblieben….
Nun ist mit „Tödlich“ der fünfte und offenbar auch finale Teil der Reihe erschienen!
Vom ersten Buch an beschäftigt den Journalisten Henning Juul die Frage: Weshalb es in seiner Wohnung zu einem Brand kam, der dann seinem Sohn Jonas der Leben kostete. Auch Juul selbst ist nur knapp dem Flammentod damals entronnen und viele Brandnarben am Körper erinnern ihn täglich daran…
Nach seiner langsamen Genesung kehrt Juul dann an seinen alten Arbeitsplatz bei der Onlinezeitung „123nyheter“ zurück. Der Gedanke, dass es sich bei dem Brand in seiner Wohnung um Brandstiftung handeln könnte, lässt ihn nicht los und er fängt an Nachforschungen zu betreiben.
Einen wichtigen Hinweis darauf, dass er mit seiner Vermutung richtig liegt, bekommt Juul von einem in Haft sitzenden verurteilten Mörder und ehemaligen Geldeintreiber. Als Henning alle Informationen erhalten soll, ist seine Quelle für immer versiegt….
Besonders schockierend wird die Suche nach dem Warum und Wieso, als sich Henning Juul fragen muss, was eigentlich seine Schwester mit der Sache zu tun hat?
Henning bleibt über viele Hindernisse hinweg immer am Ball und oftmals steht er vor dem ersehnten Durchbruch, aber dann sterben seine Hinweisgeber oder er selbst gerät immer mal wieder in akute Lebensgefahr, wie man es gleich im „Prolog“ zum aktuellen Buch lesen kann.
Bevor aber sich alle Puzzle-Teile am richtigen Fleck befinden, vergeht noch einige Zeit. Ein alter Todesfall aus dem Jahre 1996 bringt dann endlich Licht ins Geschehen…
Tatsächlich lüftet Thomas Enger in diesem Thriller endlich das Geheimnis um den Brand in Henning Juuls Wohnung und auch was dahinter steckt. Wer aber keines der vier vorherigen Bücher der Reihe kennt, wird es schwer haben sich in der Gesamthandlung zurechtzufinden, denn die besonderen Feinheiten bzw. die weitreichenden Zusammenhänge werden nur ansatzweise reflektiert und selbst mir ist es beim Lesen anfänglich etwas schwer gefallen, die Personen und Fakten wieder zuzuorden.
Besonders einige Teile der Handlung gehen unter die Haut, da viele Menschen aus Juuls Umgebung bzw. mit denen er Kontakt hatte, sterben und meistens nicht eines natürlichen Todes…..
Ganz viel kriminelle Energie durchzieht das aktuelle Buch, es geht um Erpressung, Geldwäsche und Mord und bald weiß Henning Juul nicht mehr wem er überhaupt noch trauen kann
Das Buch ist genau wie seine Vorgänger sehr fesselnd geschrieben. Bis dann endlich Klarheit herrscht, passiert noch einiges, so dass man auch hier wie gewohnt spannende Unterhaltung geboten bekommt.
Fazit: Keine einfache Rätsellösung, da viele Verwicklungen erst einmal entwirrt und die vielen Puzzleteile in die richtige Position gebracht werden müssen. Nichtsdestotrotz spannender und wichtiger Abschluss der Reihe, den man nicht verpassen sollte!

 

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