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Jussi Adler-Olsen: Miese kleine Morde

DAV

Endlich gibt es wieder einmal etwas von Jussi Adler-Olsen zu lesen bzw. zu hören, denn auch diesmal habe ich mich für die ungekürzte Lesung mit Wolfram Koch entschieden, der dem Hörbuch „Miese kleine Morde“ mit seiner Stimme Leben einhaucht.
Dass Jussi Adler-Olsen auch ohne den Einsatz des Sonderdezernats Q spannende Kriminalgeschichten schreiben kann, das hat er ja schon mehrfach wie z.B. in „Das Versteck“ bewiesen und auch diesmal ist die Geschichte eigenständig und in sich abgeschlossen, aber eine nicht minder hörenswerte Krimi-Kurzgeschichte mit folgendem Inhalt:
Lars Hvilling Hansen ist in den Augen seiner Frau ein Langweiler und sie verlässt ihn kurzerhand und lässt ihn anschließend mit ganz wenig dastehen, so dass er in böse Rachephantasien verfällt, es sich dann aber doch anders überlegt und nach kurzem Innehalten sich schnurstracks in den ortsansässigen Kosmetik- und Frisiersalon von François begibt, wo er sich rundum „erneuern“ lässt. Da dies in seinem Alter ein etwas länger andauernder Prozess ist und auch einiges von seiner restlichen Barschaft verschlingt,  verbringt Lars einige Zeit an dem Ort, wo sich eine Vielzahl Frauen verschönen lässt und sich währenddessen tuschelnd und hinter vorgehaltener Hand über das ersehnte Ableben ihrer meist sehr wohlhabenden Gatten unterhält…
Und genau hier kommt Lars der Gedanke, warum nicht er diesen Frauen diesbezüglich helfen sollte und gegen eine angemessene Entlohnung sein leeres Konto wieder gefüllt werden könnte. Doch einfach so morden, das ist nicht sein Ding, nein, wenn Lars mordet ist Raffinesse im Spiel…
Gesagt, getan! Was einige Zeit ein recht florierendes Geschäft wird, endet dann doch anders als geplant….
Die gut zwei Stunden dauernde Krimikost ist dem Autor mal wieder wunderbar gelungen und durch seine genauen Beobachtungen der menschlichen Beweg- und Abgründe gibt es hier etwas zum Schmunzeln, aber auch viel „bösen Humor“, der durch Wolfram Kochs sehr wandelbare Stimme dann lebendig wird.
Fazit: Herrlich! Über zwei Stunden hörenswerte Krimi-Unterhaltung vom Feinsten, die mit bösem aber auch feinem Humor angereichert ist!

 

 

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Julian Hannes „Jarow“: Die Welt ist böse!

Audiobuch

Die gekürzte Autorenlesung der wahren Kriminalgeschichten mit dem Titel „Die Welt ist böse! “ dauert 145 Minuten und beinhaltet ungelöste Kriminalfälle, die sich quer über den Globus ereignet haben. Der Autor selbst war mir bis dato genau wie sein YouTube-Kanal „Jarow“ nicht bekannt, was sicherlich damit zusammenhängt, dass ich einer ganz anderen Generation angehöre.
Nun Detektive und Menschen, die sich für ungelöste Kriminalfälle interessieren gibt es bestimmt seit vielen Generationen und sein „Faible“ nun mit anderen Interessierten zu teilen, ist heute ja heutzutage Gang und gebe und soll hier auch nicht kommentiert werden.
Zu Beginn der Lesung gibt es ein paar einleitende Worte und im Anschluss daran berichtet der Autor über sechs ungeklärte Kriminalfälle. Da alle bis heute immer noch Rätsel aufgeben, analysiert und „beleuchtet“ Julian Hannes die bisherigen Erkenntnisse und gibt Denkanregungen und fragt sich wie z.B. ein Flugzeug in 3000 m Höhe entführt werden konnte bzw. wie der Entführer ungesehen in dieser Höhe aus dem Flugzeug verschwinden konnte….
Etwas gruselig wird es dann bei der Schilderung wie eine 21-jährige junge Frau in einem heruntergekommenen Hotel tot in einem Wassertank auf dem Dach gefunden wurde…
Bis heute ranken sich die tollsten Vermutungen darum, wie sechs Menschen mit einer Spitzhacke auf einem Bauernhof in Oberbayern unbemerkt ermordet werden konnten und wer der Täter ist….
Besonders mysteriös ist auch  der Fall zweier Freundinnen, die einen Fremden fotografieren und dieses Bild als letztes Lebenszeichen auf Snapchat posten, denn später werden sie tot aufgefunden und um ihren Tod ranken immer noch viele Fragezeichen…
Dies sind nur einige der unaufgeklärten Kriminalfälle, über die hier zu hören ist. Da die Ermittler in allen Fällen bis heute zu keiner Lösung gekommen sind, haben diese Fälle natürlich auch etwas Unheimliches, Erschreckendes und geben für „Hobby-Detektive“ viel Stoff zu Spekulationen.
Das Hörbuch ist sicherlich für die jüngere Generation  geeignet, die sich in den sozialen Netzwerken auskennen und sich darin „bewegen“, denn wenn der Autor und sein „Jarow“-Kanal „im Netz“  bei so vielen Fans angesagt ist, können die nicht irren….
Ich persönlich fand die Lesung etwas zu monoton. Auch fehlte mir ein wenig die Abgrenzung bei den einzelen Fällen, was nun Fakten sind und was eigene Analyse des Autors ist, das verschwimmt mir etwas zu ineinander. Doch das nur am Rande, wie bereits erwähnt, hat jede Generation ihre Vorlieben und ihre angesagten Persönlichkeiten und das ist auch richtig so!
Fazit: Für die jüngere Generation an „Hobby-Detektiven“ sicherlich spannend und hörenswert!
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Andreas Gruber: Rachewinter

Ich muss gestehen, dies ist mein erster Thriller aus der Feder von Andreas Gruber. Als ich das seitenstarke Buch „Rachewinter“ in Händen hielt, war mein erster Gedanke „Was für ein Wälzer“ und war gespannt, was mich auf den über 550 Seiten handlungsmäßig erwartet….
Schon gleich im Prolog wird man ins Geschehen katapultiert und man kann gar nicht anders als Seite um Seite weiter zu „verschlingen“!
Die Gesamthandlung spielt in zwei Städten, nämlich Leipzig, wo Kommissar Walter Pulaski im Kriminaldauerdienst ermittelt und eher unfreiwillig von seiner detektivisch veranlagten Tochter Jasmin und deren Freundin Nina im Verlauf „unterstützt“ wird.
Als Kommissar Pulaski in ein Motel gerufen wird, wo es zu einem merkwürdigen Unfall mit Todesfolge gekommen war, lässt  ihn der Name des Toten aufhorchen und beim näheren Betrachten der Leiche ist er sicher, dass es sich um Ninas Vater handelt..
Die andere Stadt ist Wien, wo die Anwältin Evelyn Meyers und ihr Assistent Florian Zock durch einen neuen Mandanten, der im Verdacht steht einen Mord begangen zu haben, mit einem undurchsichtigen Geflecht an Halbwahrheiten und Lügen konfrontiert werden, dass noch durch einen mächtigen Familien-Clan und deren Machenschaften verkompliziert wird.
Dies sind nur zwei von mehreren  brutalen Todesfällen, die sich im Verlauf ereignen. Doch das es tatsächlich raffinierte Morde sind, in deren Zusammenhang eine schöne Frau eine Rolle zu spielen scheint, das dauert etwas bis die zuständigen Ermittler das erkennen. Nur Kommissar Pulaski wittert einen Zusammenhang und auch die Wiener Rechtsanwältin glaubt nicht an Zufälle und Unfälle und sie fängt an tiefer zu graben, als sie es eigentlich sollte und stößt dann auf eine Spur, die nach Deutschland führt und daher kontaktiert sie ihren alten Bekannten Kommissar Pulaski. Wie sich herausstellt, hängen die Todesfälle in Leipzig und Wien tatsächlich zusammen, so dass der Kommissar und die Rechtsanwältin nebst Assistenten fortan zusammenarbeiten. Bald befinden sie sich in einer lebensbedrohlichen  Konfrontation mit einem sehr mächtigen und einflussreichen Gegner, der alles daran setzt seine tadellose Fassade aufrecht zu halten und da ist ihm jedes Mittel recht…
Die teils recht pikanten Szenen, die hier das Gesamtgeschehen durchziehen sind wohldosiert und die damit zusammenhängende Thematik wird gut erklärt und in den spannenden Thriller eingefügt. Trotz umfangreicher Szenen- und auch Identitätswechsel verliert man nie den roten Faden, was ein großer Pluspunkt für den gelungenen Erzählstil des Autors ist.
Ich kann nur sagen, mich hat dies Buch von Anfang an gefesselt und die vielen Seiten sind nur so dahingeflogen und die Spannung wird bis zuletzt gehalten, so dass ich hier nur die volle Punktzahl geben kann! Echt klasse!
Fazit: Wow, was für ein Thriller! Seitenstark, spannungsgeladen und unbedingt lesenswert! Bitte mehr davon!
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