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Harlan Coben: In ewiger Schuld

Es gibt neuen spannenden Lesestoff von Harlan Coben!
Der amerikanische Autor hat es bei mir persönlich in die erste Reihe von herausragenden Autoren geschafft,  da seine spannenden Thriller – wie z.B. „Ich schweige für Dich“  – mich immer wieder begeistern konnten. Er hat einen sehr fesselnden, aber auch bildhaften Schreibstil, so dass man von Beginn an sofort ins Geschehen „gezogen“ wird.  Auch bei  „In ewiger Schuld“ ist ihm das wieder wunderbar gelungen, die spannende Handlung fesselt, verblüfft und berührt, was eine tolle Kombination ist.
Die ehemalige Militärangehörige Maya Burkett muss ihren Ehemann Joe beerdigen. Er kam bei einem versuchten Raubüberfall ums Leben. Während die Polizei ermittelt, versucht Maya ihren Alltag mit ihrer kleinen zweijährigen Tochter Lily zu meistern. Da Joe aus gutem Hause stammte und es dort so üblich ist, war von Anfang an klar, dass eine Nanny für Lily engagiert wird…
Maya’s beste Freundin schenkt ihr einen digitalen Bilderrahmen mit eingebauter Kamera, damit sie „ein Auge“ auf die Nanny hat, wenn sie mit Lily spielt. Maya kann sich anfangs nicht für die Idee begeistern, jemanden heimlich zu beobachten, doch das ändert sich schlagartig:
Als sie dann einige Zeit später tatsächlich einen Blick auf die Aufnahmen wirft, erstarrt sie, denn dort spielt ihr vor einigen Tagen beerdigter Ehemann Joe liebevoll mit seiner kleinen Tochter, wie kann das sein???
Ab hier erzähle ich nicht weiter, denn sonst nehme ich allen anderen das Lesevergnügen.
Was sich hinter der Ermordung von Joe Burkett für eine Geschichte verbirgt, hätte ich niemals erahnt! im Verlauf der Handlung gibt es immer wieder Wendungen bzw. entwirren sich so manche Knoten, die dann zu einem Art „Showdown“ führen, der wirklich überrascht!
Erneut hat Harlan Coben einen Thriller der besonderen Art geschrieben, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat, so dass ich das Buch innerhalb eines Wochenendes „verschlungen“ habe und ich erneut mit Begeistung eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen möchte!
Fazit: Spannung auf hohem Niveau bekommt man bei diesem Thriller geboten, der mit unvorhersehbaren Wendungen noch zusätzlich punktet! Unbedingt lesen!

 

Harlan Coben: In ewiger Schuld – Das Hörbuch

Das passende Hörbuch, beziehungsweise die Lesung von „In ewiger Schuld“ wird von Detlef Bierstedt, den bestimmt viele auch als Synchronstimme von George Clooney kennen und Thomas Petruo, der ebenfalls als Synchronsprecher z.B. von Gary Oldman tätig ist, übernommen, was schon allein ein großer Pluspunkt ist, denn hier sind zwei Sprecher, die etwas von ihrem Metier verstehen, so dass aus der spannenden Buchvorlage  ein Hörgenuss vom Feinsten wird!
Ich habe mir das Hörbuch angehört, nachdem ich das Buch  gelesen habe und aus der Perspektive der „Wissenden“,  wie die Geschichte ausgeht, erkennt man die besonderen Feinheiten dieser komplexen Geschichte noch viel besser. 
In vielen Büchern des Autors wird gleich zu Anfang  jemand vermisst und als Leser begibt man sich dann auf die  spannende Suche nach dieser Person. Im aktuellen Thriller ist das Handlungsgeschehen etwas anders angelegt, denn hier geht es gleich auf Mördersuche:
Genau betrachtet sind hier viele „kleine“ Geschichten/Geschehnisse in der Handlung vereint worden, wie z.B. Mayas militärischer Auslandseinsatz, die Liebesgeschichte von Joe und Maya, das Leben von Maya und ihrer Tochter nach dem Tod von Joe und dann noch die undurchsichtigen Geschäfte und Machenschaften der reichen Familie Burkett, die lange im Verborgenen bleiben, dann aber einen ganz besonderen Part in der Story übernehmen….
Egal ob man sich für die Buchfassung oder die Lesung entscheidet, die gesamte Handlung ist in keinster Weise vorhersehbar und auch so einen „Showdown“ hätte ich nicht erwartet und durch den „Epilog“ der viele Jahre später spielt, hat dieser Thriller auch letztendlich noch etwas Anrührendes.
Harlan Coben ist einer meiner Lieblingsautoren und egal welches Buch ich bisher von ihm gehört oder gelesen habe, die Geschichten, die er erzählt sind von Anfang an fesselnd und nie vorhersehbar, was mich immer wieder fasziniert und ich mich auch diesmal wieder frage, gibt es wohl einen realen Hintergrund zu diesen „wie aus dem Leben“ gegriffenen Geschichten?!
Fazit: Die Hörbuchfassung wird von zwei bekannten markanten „Stimmen“ vorgetragen, die aus der spannenden Vorlage dann ein besonderes Hörerlebnis machen. Empfehlenswert!

 

 

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Gisa Pauly: Venezianische Liebe

Die Autorin wandelt mal wieder auf „Abwegen“ und hat wie bereits schon mal zuvor bei  Der Mann ist das Problem“ nun erneut einen eigenständigen Roman mit dem Titel „Venezianische Liebe“ geschrieben, der zwar in Italien spielt, aber Mamma Carlotta kommt nicht darin vor.
Maria ist voll im „glückseligen Stress“ gefangen, denn ihre einzige Tochter Amelie will in Venedig heiraten! Während sie sich gedanklich mit Gästelisten, Tisch-Deko etc. beschäftigt, kommt sie in dem angemieteten Haus in Venedig an, so ist die ganze Familie unter einem Dach untergebracht, was einerseits praktisch gedacht ist, aber auch Maria etwas Bauchschmerzen bereitet, denn sie wird nach langer Zeit ihren Ex-Mann Adrian wiedersehen und auch ihr Bruder Cyrill, ein berühmter Modeschöpfer, der natürlich für das perfekte Brautkleid zuständig ist, plant sich hier mit seiner großen Liebe zu treffen, was heikel ist, darf doch niemand von dieser Liebe wissen. Außerdem soll auch noch Marias beste Freundin Judy mit in dem Haus wohnen, die als Patentante von Amelie natürlich bei den Hochzeitsvorbereitungen unbedingt dabei sein will….
Obwohl Maria durch das bevorstehende Zusammentreffen mit ihrem Ex-Mann ja schon etwas angespannt ist, passiert dann etwas, was sie völlig aus der Bahn wirft, denn während sie ihren Espresso auf einem der idyllischen Plätze Venedigs einnimmt, ertönt plötzlich eine ihr sehr bekannte Melodie, die von einem etwas ungepflegt wirkenden Mann auf einer Geige gespielt wird. Maria erstarrt, denn der Künstler, der vor vielen Jahren mit dem Lied „Venezianische Liebe“ berühmt wurde, ist tot! Doch irgendetwas an dem Mann, der da vor ihr steht, erinnert sie an den Künstler von einst, aber kann das sein???? Plötzlich verschwindet er aus Marias Sichtfeld und ist wie vom Erdboden verschluckt….
Maria unternimmt einiges um herauszufinden, wer der Mann ist. Sollte es wirklich der Künstler von einst sein, dann käme es zu reichlich Komplikationen bei der anstehenden Hochzeit, denn July, ihre beste Freundin war einst mit ihm verheiratet und ihr Bruder Cyrill bekäme sicherlich eine seiner „Krisen“, wenn er dem Totgeglaubten begegnen würde, hat er doch noch ein „Hühnchen mit ihm zu rupfen“…
Durch den Covertext wird man ja schon auf ein „Verwirrspiel“ hingewiesen und durch den mysteriösen Geigenspieler, der eine wichtige Rolle spielt, gibt es auch eine Ungewissheit im Handlungsablauf, die dann mit einigen humorvollen Einlagen vermengt wird. Aber mir waren es einfach zu viele Geheimnisse, die hier verdeckt/aufgedeckt wurden. Das Gefühlswirrwarr verkompliziert die Handlung und auch der Erzählstil ist irgendwie anders als sonst bzw. wie man ihn aus den „Sylt-Krimis“ kennt.
Fazit: Zwar kann man das italienische Flair spüren und sich auch durch die bildhafte Beschreibung der Örtlichkeiten gut in Venedig zurechtfinden, aber für mich war es einfach zu „emotional“, turbulent und durch die Geheimniskrämerei zu verwirrend um an das gewohnte Lesevergnügen anzuknüpfen, so dass ich nur 4 von 5 Sternchen vergebe.

 

 

 

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Carl-Johan Vallgren: Schweine

Wow, was für ein Buch! Der Titel „Schweine“ fasst in einem Wort zusammen um was es hier geht: Nein, nicht um die Tierart, sondern um Menschen, die ohne Rücksicht auf Verluste agieren und sie schrecken auch vor Entführung, Sexualverbrechen oder Mord nicht zurück und einige dieser Personen tauchen hier im Geschehen auf, denen ich in Realität nie begegnen möchte…
Ich hatte vor einiger Zeit den Debüt-Thriller „Schattenjunge“ von C. J. Vallgren mit Begeisterung gelesen. Dort hatte das „Dreiergespann“ ihren ersten Auftritt. Dabei handelt es sich um Danny Katz, den sprachbegabten Computerfachmann, seinen besten Freund Jorma Hedlung, der jetzt ans Aussteigen aus dem kriminellen Milieu denkt, allerdings steht noch ein krummes Ding an, bevor es soweit ist und Dannys Jugendliebe und jetzige Staatsanwältin Eva Westin, die zurzeit Amtshilfe für bosnische Kollegen leistet, wo es um Geldwäsche im großen Stil geht.
Während Jorma sein „letztes“ Ding dreht, geht einiges schief, es fallen Schüsse und er befindet sich auf der Flucht und kann aber nur anfangs untertauchen…..
Danny Katz ist auf dem Weg zu seinem alten Kumpel Ramon mit dem ihn eine kriminelle Vergangenheit verbindet und außerdem verdankt er ihm sein Leben als „Drogen“ noch bei ihm an der Tagesordnung waren. Und dieser Suchtdruck hat ihn plötzlich nach Jahren wieder im Griff und er will sich bei Ramon „eindecken“.  In Ramons Wohnung lernt er dessen Freundin Jenny kennen, die wunderbar zeichnen kann, allerdings auch an der Nadel hängt…
Und genau diesen alten Kumpel Ramon findet Katz einige Zeit später tot in der Wohnung und Jenny ist spurlos verschwunden…
An eine Überdosis bei Ramon – wie von der Polizei vermutet – kann Katz nicht richtig glauben, ihn beschleicht das ungute Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt und er macht sich auf die Suche nach Jenny. Lange Zeit fischt er im Trüben und taucht ab ins Milieu, wo man für Geld alles Kaufen kann. Und genau dort findet er einen Hinweis auf Jenny, die offenbar ihren Körper verkauft um an Drogen zu kommen…..
Während Katz langsam aber sicher einem geheimen Pornoring auf die Spur kommt, versucht Jorma herauszubekommen, warum der letzte Coup fehlgeschlagen ist. Eva unterstützt Katz auf ihre Weise bei der Suche nach Jenny und irgendwann führen alle drei Handlungsstränge zu einem abgelegenen Sommerhaus, wo sich dann schreckliche Szenen ereignen…..
Obwohl der Autor kein Blatt vor den Mund nimmt und hier ganz krass, aber durchaus realistisch die Abgründe Drogensucht, Menschenhandel, Prostitution, Geldwäsche, Korruption u.w.m. dem Leser eiskalt präsentiert, hat das Buch etwas derart Fesselndes, dass man es nur ungern aus der Hand legt. Bei der bildhaften Sprache zuckt man schon dann und wann zusammen wenn man hier unverblümt vor Augen geführt bekommt, was es doch für brutale Machenschaften gibt um Süchte zu stillen, Abarten auszuleben bzw. über Leichen zu gehen um Macht auszuüben.
Fazit: Hier braucht man starke Nerven um in diese Abgründe vorzustoßen, was sich spannungsmäßig aber unbedingt lohnt, denn einmal angefangen, lässt einen dieser Thriller nicht mehr los! Klasse!

 

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Dora Heldt: Wir sind die Guten

Nachdem im letzten Jahr die Autorin mit „Böse Leute“ ihr Krimi-Debüt veröffentlicht hatte, gibt es jetzt „Nachschlag“ in dieser Richtung, welches in Buchform bei dtv erschienen ist.  Erneut kombiniert Dora Heldt den bekannten Humor aus ihren bisher veröffentlichten Romanen mit einer spannenden Kriminalgeschichte, die wiederum auf der Insel Sylt angesiedelt ist.
Das bewährte private „Ermittlerteam“ um Karl Sönningsen, der früher ja mal Revierleiter der Polizei in Westerland war und nun eigentlich seinen Ruhestand genießen könnte, was aber ganz gegen sein Naturell ist, hat wieder alle Hände voll zu tun und diesmal kreuzen auch Walter und Heinz in der Geschichte auf und mischen dann bald in Sachen eigene Ermittlungen in der turbulenten, aber auch sehr spannenden Geschichte mit!
Zu Beginn ist für Charlotte und Inge aus obigem Ermittlerteam noch alles märchenhaft, gönnen sie sich doch heimlich eine Putzfee, namens Sabine, während ihre Männer Heinz und Walter saunieren.  Doch die beiden dürfen davon nichts mitbekommen, handelt es sich hier doch um „Schwarzarbeit“…
Im Verlauf wird dann genau diese Putzfee Sabine durch ihre Vermieterin bei Karls Team als vermisst gemeldet. Aus anfänglichem zaghaften Vortasten, wo die Vermisste sein könnte, entpuppt sich die Suche, dann als weitreichender Kriminalfall, dessen Lösung in die Vergangenheit und aufs Festland führt, wo dann auch wieder der eine oder andere Eierlikör bei der Ermittlung hilft……
Die Sylter Polizistin Maren Thiele ist auch wieder mit von der Partie. Sie beschäftigt sich damit den rätselhaften Tod eines Mannes aufklären, den man erst nach einigen Tagen unterhalb der roten Klippen aufgefunden hatte. Die Identifizierung ist schwierig und als man dann endlich die Angehörigen benachrichtigen kann, weiß niemand warum er sich auf der Insel aufgehalten hat…..
Es ist Dora Heldt erneut mit „Wir sind die Guten“ ein wunderbares Buch gelungen.  Es liest sich flüssig und einmal angefangen, kann man sich schwer wieder davon lösen. Die Charaktere sind so gut beschrieben, dass man das Gefühl hat, diese Leute kennt man persönlich und auch die privaten und polizeilichen Ermittlungen – die sich zum Ende hin dann noch dramatisch zuspitzen – sind anschaulich und wieder mit dem bekannten Augenzwinkern versehen.
Fazit: Volle Punktzahl für diesen spannenden und humorvollen Krimi, der noch einen Extrapunkt für die wunderbare Besetzung der privaten wie auch polizeilichen Ermittler von mir bekommt! Unbedingt lesen!

 

Dora Heldt: Wir sind die Guten – Hörbuch

Bei GoyaLit ist das gleichnamige Hörbuch erschienen. Hatte ich das Krimi-Debüt „Böse Leute“ als Hörbuch, vorgetragen von der Autorin selbst, genossen, hat bei „Wir sind die Guten“ nun die Schauspielerin Anneke Kim Sarnau diesen Part übernommen, womit ich mich nicht so ganz anfreunden konnte. Was nicht heißen soll, dass Frau Sarnau ihre Sache schlecht macht, eher ungewohnt, verbinde ich die Romane und Bücher von Dora Heldt doch bisher auch immer mit ihrer eigenen Stimme, der ich persönlich auch schon mal bei einer Lesung lauschen durfte!
Von der ungewohnten Vorleserin mal abgesehen, ändert das aber an der spannenden und fesselnden Kriminalgeschichte überhaupt nichts, die nun auch noch durch zwei weitere „Spürnasen“ mit Namen Walter und Heinz verkomplettiert wird. 
Fans der Bücher von Dora Heldt braucht man die beiden Herren nicht extra vorstellen,  haben sie sich doch durch ihren ganz besonderen Charme, schon ihn die Herzen der Leser geschlichen.  Kennt man doch ihr Engagement und ihre Hilfsbereitschaft schon z.B. aus  „Urlaub mit Papa“ oder „Tante Inge haut ab“. Hier kommen nun ihre ganz besonderen Talente wie „durchdachtes Handeln“ mit ganz „spontanen Eingebungen“ in Sachen Ermittlungen zum Einsatz und bilden somit den humorvollen Part der Kriminalgeschichte. Außerdem wandeln sie sich von charmanten Romanhelden zu kriminalistischen Spürnasen und ich könnte mir gut vorstellen, dass sie beim nächsten „Einsatz“ ins private „Ermittlerteam“ um Karl Sönnigsen integriert werden….
Fazit: Trotz ungewohnter Lesestimme – diesmal von Anneke Kim Sarnau  und nicht wie gewohnt von der Autorin selbst vorgetragen – vereint dies Hörbuch Spannung und Humor und somit ist gute Unterhaltung garantiert. Bitte weiter so und mehr davon!  
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Ariane Grundies: Die Toten am Sund

Dieser Ostsee-Krimi führt nach Stralsund und zu Gisela Klawitter und Rosi Hafenmeister. Die beiden Frauen kennen sich von früher, haben sich aber viele Jahre nicht gesehen und dann zufällig wieder getroffen. Während der Freude über das Wiedersehen kommt ihnen ein Gedanke, wie man aus der Arbeitslosigkeit herauskommen könnte: Die beiden tun sich zusammen und werden Gästeführerinnen in Stralsund, denn da kennen sie jeden Winkel und bald stehen sie in ihren „I-love-Touris-Shirts“ vorm Rathaus um mal wieder zu einer Stadtführung der besonderen Art zu starten…
Aktuell fehlt noch ein angemeldeter Herr, der bereits im Vorfeld bezahlt hatte. Auf mehrmalige telefonische Kontaktaufnahme durch Gisela meldet er sich nicht… Merkwürdig!
Nachdem Gisela wieder zuhause ist und ihrem Mann vom Besuch mit der Touristengruppe auf „Fietes Kutter“ erzählt, wo man seinen Fisch selbst räuchern konnte und sie den mitgebrachten Aal auspackt, fällt ihr Blick auf die auf dem Tisch liegende Tageszeitung, wo über einem Foto steht: „Wer hat Christine Lohmeier gesehen?“
Erschrocken greift Gisela zur Zeitung und sagt: „Ich! Ich habe Christine Lohmeier gesehen!“ Sie gehörte zu einer Gruppe von Touristen, die vor ein paar Tagen an ihrer ersten Führung durch Stralsund teilgenommen hatte…
Der Titel des Krimis „Die Toten am Sund“ verheißt ja schon mal nichts Gutes und im Verlauf kommt es auch dazu, das mehrere Leute nicht auffindbar sind, die alle irgendwie mit Giselas und Rosis besonderen Stadführungen zu tun haben….
Da ich Stralsund auch schon mehrmals bereist habe und durch das Cover und den Klappentext neugierig geworden bin, war ich auf die Stadtführung gespannt, die man hier geboten bekommt…
Die Autorin hat einiges an Mundart einfließen lassen, was für den einen oder anderen Leser vielleicht zu einigen Verständnisschwierigkeiten führen könnte. Auch der Erzählstil ist nicht ganz einfach und wenn man nicht aufpasst, kann es passieren, dass man den Faden verliert, denn an Nebenschauplätzen ereignet sich einfach zu viel bzw. es wird in Rückblicken erzählt. Eine gewisse humorvolle Note ist zu erkennen, ändert aber nichts daran, dass der Handlungsverlauf etwas holprig ist, so dass ich hier drei von fünf Punkten geben würde.
Fazit: Durch den nicht ganz einfachen Erzählstil wirkt die Handlung etwas holprig, was auch die humorvolle Note nicht ganz auffangen kann
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John Katzenbach: Die Grausamen

Offenbar gibt es schon reichlich spannungsgeladene und auch preisgekrönte Bücher von diesem Autor, für mich war „Die Grausamen“ mein erstes Buch, was ich von John Katzenbach gelesen habe.
Zum Inhalt:
Der Prolog befasst sich mit einer furchterregenden Nacht im Jahr 1996, denn da verschwandt die dreizehnjährige Tessa Gibson spurlos auf dem kurzen Nachhauseweg von ihrer Freundin Sarah….
Ein Zeitsprung von ca. 20 Jahren erfolgt dann und man lernt die beiden „ausgemusterten“ Ermittler Gabriel (kurz Gabe) Dickinson und Marta Rodriguez-Johnson kennen, die beide mit ihren Dämonen zu kämpfen haben und vom Polizeichef noch eine letzte Chance bekommen um als Ermittler tätig zu sein. Eine extra für sie geschaffene Abteilung soll sich mit „Cold Cases“, – immer noch offenen Kriminalfällen beschäftigen -. Die beiden Ermittler sind auf sich gestellt und sollen diese Fälle auf neue Aspekte hin untersuchen und man erwartet schnelle Erfolge…
Tatsächlich finden sich dann vier auffällige Akten, die zu zwei ehemaligen Detectives führen, die damals die Fälle bearbeitet haben. Während Gabe und Marta sich auf den Weg machen um die beiden zu den Fällen zu befragen, führt sie ein Weg ins Altenheim, wo einer der beiden lebt und an Demenz erkrankt ist, so dass die Befragung nichts erbringt, nur ein Wort bleibt im Raum hängen: “Tessa”.
Auch die Befragung des anderen damaligen Ermittlers führt zu nichts, den die vier Fälle sagen ihm so nichts, doch als die Frage nach “Tessa” aufkommt, reagiert völlig anders als erwartet…...
Gleich nachdem ich etwas über die extra geschaffene Abteilung für Cold Cases gelesen habe, erinnerte ich mich an die spannenden Fälle des Sonderdezernat Q von Jussi Adler-Olsen.
Doch so hoch punkten konnte allerdings  dieses Buch bei mir nicht wie die Fälle des Sonderdezernat Q. Wenn John Katzenbach sich auf die Aufarbeitung des durchaus spannenden Vermisstenfalles Tessa und die schwierige Arbeit der beiden Cold-Cases-Ermittler beschränkt hätte, dann wäre sicherlich mein Fazit anders ausgefallen. Aber zwischendrin gibt es in der Gesamthandlung zu viele „Hänger“ und die ständigen eingewobenen „Gedanken“ fand ich dann etwas textlastig. Allerdings war die „Auflösung“ für mich auch nicht ganz überraschend, denn die findet man heraus, wenn am ein wenig „zwischen den Zeilen“ liest ….
Also 3 von 5 Punkten würde ich hier vergeben, denn die Story an sich ist gut gewählt, hätte nur etwas anders rübergebracht werden müssen. In der wechselnden zeitlichen Einordnung findet man sich gut zurecht und auch die beiden „ausgemusterten“ Ermittler sind gut gezeichnet, so dass man sie sich im Handlungsverlauf direkt vorstellen kann.  Vielleicht gibt es ja einen „Nachschlag“, der etwas ausgefeilter ist,  denn die in der Rahmenhandlung verankerten Geschehnisse lassen doch noch Fragen offen…
Fazit: Guter spannender Story-Ansatz, der allerdings im Verlauf nachlässt, so dass ich hier 3 von 5 möglichen Punkten vergebe
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Ursula Poznanski: Schatten

Dies ist zwar nicht mein erstes gute Buch, dass ich von der Autorin gelesen bzw. gehört habe, aber vom Salzburger Ermittler-Duo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger ist „Schatten“ mein erster Fall und für die beiden aus dem Dezernat „Leib und Leben“ bereits der vierte.
Die beiden werden zu einem grausam zugerichteten Toten gerufen, den man in seiner nicht sonderlich aufgeräumten Wohnung auf einem Stuhl sitzend mit gefesselten Händen und durchschnittener Kehle aufgefunden hatte.  Bei den Nachbarn war er nicht sonderlich beliebt und wegen seines Alkoholkonsums offenbar auch sehr streitsüchtig….
Als Beatrice in der Wohnung des Toten an der Wand hängende Bilder betrachtet, durchfährt es sie, denn sie kennt den Toten. Sein Name ist Markus Wallner und sie hatte vor vielen Jahren beruflich mit ihm zu tun, denn er hatte jemanden niedergeschlagen und erheblich verletzt und als sie ihn verhaften wollte, kam es zu einem Zwischenfall…
Im Präsidium klickt sie sich durch die Tatortfotos und plötzlich hält sie inne, denn auf einem der Fotos erkennt sie eine Zeitung, dessen Titelblatt sie sehr gut kennt, hat sie es doch selbst aufbewahrt, denn es handelt sich um eine 16 Jahre alte Berichterstattung  über  ihre beste Freundin Evelyn, die von einem Unbekannten brutal ermordet wurde, der Täter ist nie gefasst worden…..
Was hat dieser alte ungelöste Mordfall mit dem aktuellen Fall zu tun, war Markus Wallner der Mörder von Evelyn?
Fragen über Fragen, die auf Beatrice einstürmen, doch bevor sie sich diesen Fragen stellen kann, wird wieder eine Leiche gefunden, diesmal die einer Frau, ertrunken in einem Bach und auch diese Person war Beatrice von früher bekannt, besonders sympathisch war sie ihr zu Lebzeiten nicht….
Viel Arbeit kommt auf das Ermittler-Team zu und es bleibt nicht bei den erwähnten Toten, sondern in Beatrice Umfeld kommen noch einige hinzu…
Das Buch liest sie flüssig, die Personen und Situationen sind gut beschrieben, so dass man sie sie direkt vor Augen hat. Das Privatleben der Ermittler ist in die Handlung gut eingefügt, lenkt aber nicht von der eigentlichen Mördersuche ab, sondern auch die Rückblicke in die Vergangenheit sind so eingewoben, dass man immer genau erkennt, in welcher Zeit man sich befindet.
Fazit: Hut ab, Frau Poznanski! Bis zum Schluss bleibt der Täter im Verborgenen, ab und zu hat man einen klitzekleinen Verdacht, der sich dann aber wieder verflüchtigt und am Ende ist es doch ganz jemand anders! So liebe ich spannende Krimis! Bitte mehr davon!

 

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