TOP

Carl-Johan Vallgren: Schweine

Wow, was für ein Buch! Der Titel „Schweine“ fasst in einem Wort zusammen um was es hier geht: Nein, nicht um die Tierart, sondern um Menschen, die ohne Rücksicht auf Verluste agieren und sie schrecken auch vor Entführung, Sexualverbrechen oder Mord nicht zurück und einige dieser Personen tauchen hier im Geschehen auf, denen ich in Realität nie begegnen möchte…
Ich hatte vor einiger Zeit den Debüt-Thriller „Schattenjunge“ von C. J. Vallgren mit Begeisterung gelesen. Dort hatte das „Dreiergespann“ ihren ersten Auftritt. Dabei handelt es sich um Danny Katz, den sprachbegabten Computerfachmann, seinen besten Freund Jorma Hedlung, der jetzt ans Aussteigen aus dem kriminellen Milieu denkt, allerdings steht noch ein krummes Ding an, bevor es soweit ist und Dannys Jugendliebe und jetzige Staatsanwältin Eva Westin, die zurzeit Amtshilfe für bosnische Kollegen leistet, wo es um Geldwäsche im großen Stil geht.
Während Jorma sein „letztes“ Ding dreht, geht einiges schief, es fallen Schüsse und er befindet sich auf der Flucht und kann aber nur anfangs untertauchen…..
Danny Katz ist auf dem Weg zu seinem alten Kumpel Ramon mit dem ihn eine kriminelle Vergangenheit verbindet und außerdem verdankt er ihm sein Leben als „Drogen“ noch bei ihm an der Tagesordnung waren. Und dieser Suchtdruck hat ihn plötzlich nach Jahren wieder im Griff und er will sich bei Ramon „eindecken“.  In Ramons Wohnung lernt er dessen Freundin Jenny kennen, die wunderbar zeichnen kann, allerdings auch an der Nadel hängt…
Und genau diesen alten Kumpel Ramon findet Katz einige Zeit später tot in der Wohnung und Jenny ist spurlos verschwunden…
An eine Überdosis bei Ramon – wie von der Polizei vermutet – kann Katz nicht richtig glauben, ihn beschleicht das ungute Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt und er macht sich auf die Suche nach Jenny. Lange Zeit fischt er im Trüben und taucht ab ins Milieu, wo man für Geld alles Kaufen kann. Und genau dort findet er einen Hinweis auf Jenny, die offenbar ihren Körper verkauft um an Drogen zu kommen…..
Während Katz langsam aber sicher einem geheimen Pornoring auf die Spur kommt, versucht Jorma herauszubekommen, warum der letzte Coup fehlgeschlagen ist. Eva unterstützt Katz auf ihre Weise bei der Suche nach Jenny und irgendwann führen alle drei Handlungsstränge zu einem abgelegenen Sommerhaus, wo sich dann schreckliche Szenen ereignen…..
Obwohl der Autor kein Blatt vor den Mund nimmt und hier ganz krass, aber durchaus realistisch die Abgründe Drogensucht, Menschenhandel, Prostitution, Geldwäsche, Korruption u.w.m. dem Leser eiskalt präsentiert, hat das Buch etwas derart Fesselndes, dass man es nur ungern aus der Hand legt. Bei der bildhaften Sprache zuckt man schon dann und wann zusammen wenn man hier unverblümt vor Augen geführt bekommt, was es doch für brutale Machenschaften gibt um Süchte zu stillen, Abarten auszuleben bzw. über Leichen zu gehen um Macht auszuüben.
Fazit: Hier braucht man starke Nerven um in diese Abgründe vorzustoßen, was sich spannungsmäßig aber unbedingt lohnt, denn einmal angefangen, lässt einen dieser Thriller nicht mehr los! Klasse!

 

Read More
TOP

Dora Heldt: Wir sind die Guten

Nachdem im letzten Jahr die Autorin mit „Böse Leute“ ihr Krimi-Debüt veröffentlicht hatte, gibt es jetzt „Nachschlag“ in dieser Richtung, welches in Buchform bei dtv erschienen ist.  Erneut kombiniert Dora Heldt den bekannten Humor aus ihren bisher veröffentlichten Romanen mit einer spannenden Kriminalgeschichte, die wiederum auf der Insel Sylt angesiedelt ist.
Das bewährte private „Ermittlerteam“ um Karl Sönningsen, der früher ja mal Revierleiter der Polizei in Westerland war und nun eigentlich seinen Ruhestand genießen könnte, was aber ganz gegen sein Naturell ist, hat wieder alle Hände voll zu tun und diesmal kreuzen auch Walter und Heinz in der Geschichte auf und mischen dann bald in Sachen eigene Ermittlungen in der turbulenten, aber auch sehr spannenden Geschichte mit!
Zu Beginn ist für Charlotte und Inge aus obigem Ermittlerteam noch alles märchenhaft, gönnen sie sich doch heimlich eine Putzfee, namens Sabine, während ihre Männer Heinz und Walter saunieren.  Doch die beiden dürfen davon nichts mitbekommen, handelt es sich hier doch um „Schwarzarbeit“…
Im Verlauf wird dann genau diese Putzfee Sabine durch ihre Vermieterin bei Karls Team als vermisst gemeldet. Aus anfänglichem zaghaften Vortasten, wo die Vermisste sein könnte, entpuppt sich die Suche, dann als weitreichender Kriminalfall, dessen Lösung in die Vergangenheit und aufs Festland führt, wo dann auch wieder der eine oder andere Eierlikör bei der Ermittlung hilft……
Die Sylter Polizistin Maren Thiele ist auch wieder mit von der Partie. Sie beschäftigt sich damit den rätselhaften Tod eines Mannes aufklären, den man erst nach einigen Tagen unterhalb der roten Klippen aufgefunden hatte. Die Identifizierung ist schwierig und als man dann endlich die Angehörigen benachrichtigen kann, weiß niemand warum er sich auf der Insel aufgehalten hat…..
Es ist Dora Heldt erneut mit „Wir sind die Guten“ ein wunderbares Buch gelungen.  Es liest sich flüssig und einmal angefangen, kann man sich schwer wieder davon lösen. Die Charaktere sind so gut beschrieben, dass man das Gefühl hat, diese Leute kennt man persönlich und auch die privaten und polizeilichen Ermittlungen – die sich zum Ende hin dann noch dramatisch zuspitzen – sind anschaulich und wieder mit dem bekannten Augenzwinkern versehen.
Fazit: Volle Punktzahl für diesen spannenden und humorvollen Krimi, der noch einen Extrapunkt für die wunderbare Besetzung der privaten wie auch polizeilichen Ermittler von mir bekommt! Unbedingt lesen!

 

Dora Heldt: Wir sind die Guten – Hörbuch

Bei GoyaLit ist das gleichnamige Hörbuch erschienen. Hatte ich das Krimi-Debüt „Böse Leute“ als Hörbuch, vorgetragen von der Autorin selbst, genossen, hat bei „Wir sind die Guten“ nun die Schauspielerin Anneke Kim Sarnau diesen Part übernommen, womit ich mich nicht so ganz anfreunden konnte. Was nicht heißen soll, dass Frau Sarnau ihre Sache schlecht macht, eher ungewohnt, verbinde ich die Romane und Bücher von Dora Heldt doch bisher auch immer mit ihrer eigenen Stimme, der ich persönlich auch schon mal bei einer Lesung lauschen durfte!
Von der ungewohnten Vorleserin mal abgesehen, ändert das aber an der spannenden und fesselnden Kriminalgeschichte überhaupt nichts, die nun auch noch durch zwei weitere „Spürnasen“ mit Namen Walter und Heinz verkomplettiert wird. 
Fans der Bücher von Dora Heldt braucht man die beiden Herren nicht extra vorstellen,  haben sie sich doch durch ihren ganz besonderen Charme, schon ihn die Herzen der Leser geschlichen.  Kennt man doch ihr Engagement und ihre Hilfsbereitschaft schon z.B. aus  „Urlaub mit Papa“ oder „Tante Inge haut ab“. Hier kommen nun ihre ganz besonderen Talente wie „durchdachtes Handeln“ mit ganz „spontanen Eingebungen“ in Sachen Ermittlungen zum Einsatz und bilden somit den humorvollen Part der Kriminalgeschichte. Außerdem wandeln sie sich von charmanten Romanhelden zu kriminalistischen Spürnasen und ich könnte mir gut vorstellen, dass sie beim nächsten „Einsatz“ ins private „Ermittlerteam“ um Karl Sönnigsen integriert werden….
Fazit: Trotz ungewohnter Lesestimme – diesmal von Anneke Kim Sarnau  und nicht wie gewohnt von der Autorin selbst vorgetragen – vereint dies Hörbuch Spannung und Humor und somit ist gute Unterhaltung garantiert. Bitte weiter so und mehr davon!  
Read More
TOP

Ariane Grundies: Die Toten am Sund

Dieser Ostsee-Krimi führt nach Stralsund und zu Gisela Klawitter und Rosi Hafenmeister. Die beiden Frauen kennen sich von früher, haben sich aber viele Jahre nicht gesehen und dann zufällig wieder getroffen. Während der Freude über das Wiedersehen kommt ihnen ein Gedanke, wie man aus der Arbeitslosigkeit herauskommen könnte: Die beiden tun sich zusammen und werden Gästeführerinnen in Stralsund, denn da kennen sie jeden Winkel und bald stehen sie in ihren „I-love-Touris-Shirts“ vorm Rathaus um mal wieder zu einer Stadtführung der besonderen Art zu starten…
Aktuell fehlt noch ein angemeldeter Herr, der bereits im Vorfeld bezahlt hatte. Auf mehrmalige telefonische Kontaktaufnahme durch Gisela meldet er sich nicht… Merkwürdig!
Nachdem Gisela wieder zuhause ist und ihrem Mann vom Besuch mit der Touristengruppe auf „Fietes Kutter“ erzählt, wo man seinen Fisch selbst räuchern konnte und sie den mitgebrachten Aal auspackt, fällt ihr Blick auf die auf dem Tisch liegende Tageszeitung, wo über einem Foto steht: „Wer hat Christine Lohmeier gesehen?“
Erschrocken greift Gisela zur Zeitung und sagt: „Ich! Ich habe Christine Lohmeier gesehen!“ Sie gehörte zu einer Gruppe von Touristen, die vor ein paar Tagen an ihrer ersten Führung durch Stralsund teilgenommen hatte…
Der Titel des Krimis „Die Toten am Sund“ verheißt ja schon mal nichts Gutes und im Verlauf kommt es auch dazu, das mehrere Leute nicht auffindbar sind, die alle irgendwie mit Giselas und Rosis besonderen Stadführungen zu tun haben….
Da ich Stralsund auch schon mehrmals bereist habe und durch das Cover und den Klappentext neugierig geworden bin, war ich auf die Stadtführung gespannt, die man hier geboten bekommt…
Die Autorin hat einiges an Mundart einfließen lassen, was für den einen oder anderen Leser vielleicht zu einigen Verständnisschwierigkeiten führen könnte. Auch der Erzählstil ist nicht ganz einfach und wenn man nicht aufpasst, kann es passieren, dass man den Faden verliert, denn an Nebenschauplätzen ereignet sich einfach zu viel bzw. es wird in Rückblicken erzählt. Eine gewisse humorvolle Note ist zu erkennen, ändert aber nichts daran, dass der Handlungsverlauf etwas holprig ist, so dass ich hier drei von fünf Punkten geben würde.
Fazit: Durch den nicht ganz einfachen Erzählstil wirkt die Handlung etwas holprig, was auch die humorvolle Note nicht ganz auffangen kann
Read More
TOP

John Katzenbach: Die Grausamen

Offenbar gibt es schon reichlich spannungsgeladene und auch preisgekrönte Bücher von diesem Autor, für mich war „Die Grausamen“ mein erstes Buch, was ich von John Katzenbach gelesen habe.
Zum Inhalt:
Der Prolog befasst sich mit einer furchterregenden Nacht im Jahr 1996, denn da verschwandt die dreizehnjährige Tessa Gibson spurlos auf dem kurzen Nachhauseweg von ihrer Freundin Sarah….
Ein Zeitsprung von ca. 20 Jahren erfolgt dann und man lernt die beiden „ausgemusterten“ Ermittler Gabriel (kurz Gabe) Dickinson und Marta Rodriguez-Johnson kennen, die beide mit ihren Dämonen zu kämpfen haben und vom Polizeichef noch eine letzte Chance bekommen um als Ermittler tätig zu sein. Eine extra für sie geschaffene Abteilung soll sich mit „Cold Cases“, – immer noch offenen Kriminalfällen beschäftigen -. Die beiden Ermittler sind auf sich gestellt und sollen diese Fälle auf neue Aspekte hin untersuchen und man erwartet schnelle Erfolge…
Tatsächlich finden sich dann vier auffällige Akten, die zu zwei ehemaligen Detectives führen, die damals die Fälle bearbeitet haben. Während Gabe und Marta sich auf den Weg machen um die beiden zu den Fällen zu befragen, führt sie ein Weg ins Altenheim, wo einer der beiden lebt und an Demenz erkrankt ist, so dass die Befragung nichts erbringt, nur ein Wort bleibt im Raum hängen: “Tessa”.
Auch die Befragung des anderen damaligen Ermittlers führt zu nichts, den die vier Fälle sagen ihm so nichts, doch als die Frage nach “Tessa” aufkommt, reagiert völlig anders als erwartet…...
Gleich nachdem ich etwas über die extra geschaffene Abteilung für Cold Cases gelesen habe, erinnerte ich mich an die spannenden Fälle des Sonderdezernat Q von Jussi Adler-Olsen.
Doch so hoch punkten konnte allerdings  dieses Buch bei mir nicht wie die Fälle des Sonderdezernat Q. Wenn John Katzenbach sich auf die Aufarbeitung des durchaus spannenden Vermisstenfalles Tessa und die schwierige Arbeit der beiden Cold-Cases-Ermittler beschränkt hätte, dann wäre sicherlich mein Fazit anders ausgefallen. Aber zwischendrin gibt es in der Gesamthandlung zu viele „Hänger“ und die ständigen eingewobenen „Gedanken“ fand ich dann etwas textlastig. Allerdings war die „Auflösung“ für mich auch nicht ganz überraschend, denn die findet man heraus, wenn am ein wenig „zwischen den Zeilen“ liest ….
Also 3 von 5 Punkten würde ich hier vergeben, denn die Story an sich ist gut gewählt, hätte nur etwas anders rübergebracht werden müssen. In der wechselnden zeitlichen Einordnung findet man sich gut zurecht und auch die beiden „ausgemusterten“ Ermittler sind gut gezeichnet, so dass man sie sich im Handlungsverlauf direkt vorstellen kann.  Vielleicht gibt es ja einen „Nachschlag“, der etwas ausgefeilter ist,  denn die in der Rahmenhandlung verankerten Geschehnisse lassen doch noch Fragen offen…
Fazit: Guter spannender Story-Ansatz, der allerdings im Verlauf nachlässt, so dass ich hier 3 von 5 möglichen Punkten vergebe
Read More
TOP

Ursula Poznanski: Schatten

Dies ist zwar nicht mein erstes gute Buch, dass ich von der Autorin gelesen bzw. gehört habe, aber vom Salzburger Ermittler-Duo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger ist „Schatten“ mein erster Fall und für die beiden aus dem Dezernat „Leib und Leben“ bereits der vierte.
Die beiden werden zu einem grausam zugerichteten Toten gerufen, den man in seiner nicht sonderlich aufgeräumten Wohnung auf einem Stuhl sitzend mit gefesselten Händen und durchschnittener Kehle aufgefunden hatte.  Bei den Nachbarn war er nicht sonderlich beliebt und wegen seines Alkoholkonsums offenbar auch sehr streitsüchtig….
Als Beatrice in der Wohnung des Toten an der Wand hängende Bilder betrachtet, durchfährt es sie, denn sie kennt den Toten. Sein Name ist Markus Wallner und sie hatte vor vielen Jahren beruflich mit ihm zu tun, denn er hatte jemanden niedergeschlagen und erheblich verletzt und als sie ihn verhaften wollte, kam es zu einem Zwischenfall…
Im Präsidium klickt sie sich durch die Tatortfotos und plötzlich hält sie inne, denn auf einem der Fotos erkennt sie eine Zeitung, dessen Titelblatt sie sehr gut kennt, hat sie es doch selbst aufbewahrt, denn es handelt sich um eine 16 Jahre alte Berichterstattung  über  ihre beste Freundin Evelyn, die von einem Unbekannten brutal ermordet wurde, der Täter ist nie gefasst worden…..
Was hat dieser alte ungelöste Mordfall mit dem aktuellen Fall zu tun, war Markus Wallner der Mörder von Evelyn?
Fragen über Fragen, die auf Beatrice einstürmen, doch bevor sie sich diesen Fragen stellen kann, wird wieder eine Leiche gefunden, diesmal die einer Frau, ertrunken in einem Bach und auch diese Person war Beatrice von früher bekannt, besonders sympathisch war sie ihr zu Lebzeiten nicht….
Viel Arbeit kommt auf das Ermittler-Team zu und es bleibt nicht bei den erwähnten Toten, sondern in Beatrice Umfeld kommen noch einige hinzu…
Das Buch liest sie flüssig, die Personen und Situationen sind gut beschrieben, so dass man sie sie direkt vor Augen hat. Das Privatleben der Ermittler ist in die Handlung gut eingefügt, lenkt aber nicht von der eigentlichen Mördersuche ab, sondern auch die Rückblicke in die Vergangenheit sind so eingewoben, dass man immer genau erkennt, in welcher Zeit man sich befindet.
Fazit: Hut ab, Frau Poznanski! Bis zum Schluss bleibt der Täter im Verborgenen, ab und zu hat man einen klitzekleinen Verdacht, der sich dann aber wieder verflüchtigt und am Ende ist es doch ganz jemand anders! So liebe ich spannende Krimis! Bitte mehr davon!

 

Read More
TOP

Susanne Kliem: Das Scherbenhaus

Im November 2015 hatte ich hier das Hörbuch „Trügerische Nähe“ von Susanne Kliem vorgestellt und ich war begeistert von ihrem spannenden Erzähl-Stil.
Nun gibt es von ihr mit „Das Scherbenhaus“ Nachschub in Sachen Spannung.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Carla Brendel, die in Stade beheimatet ist und als Köchin im Restaurant ihres Schwagers Hauke mitarbeitet. Diese Arbeit ist alles was Carla noch an Außenaktivitäten wahrnimmt, denn sie hat seit einigen Monaten einen Stalker, der sie mit Briefen und beängstigenden Mitteilungen und Bildern in Angst und Schrecken versetzt. Die hinzugezogene Polizei kann wenig machen und als dann nach einer kleinen „Verschnaufpause“ wieder ein Brief bei ihr eintrudelt, flüchtet Carla nach Berlin zu ihrer Halbschwester Ellen, die sich nach einer langen „Funkstille“ plötzlich an sie wendet und dringend um Hilfe bittet…
Ellen ist eine ausgezeichnete Architektin, die in Berlin ein ganz besonderes Wohnhaus besitzt, das sie selbst entworfen hat und wo sie auch selbst ein Appartement bewohnt.  Das „Save Haven“  ist mit dem neuesten Hightech-Sicherheitssystem ausgestattet  und ist schon von außen betrachtet sehr luxuriös.  Ellen erwartet Carla bereits im Foyer und sie „entführt“ sie gleich zum Essen in ein Restaurant, wo sie merkwürdige Andeutungen macht und Ängste äußert, es könne ihr etwas passieren. Doch ehe sie Carla mehr erzählen kann, klingelt Ellens Handy und sie verlässt das Lokal auf Nimmerwiedersehen….
Carla wendet sich an die Polizei und ein paar Tage später informiert man sie über Ellens Unfalltod…..
Carla bleibt vorerst in der Wohnung von Ellen und kann das Geschehene noch nicht richtig fassen, denn eigentlich kannte sie Ellen auch gar nicht richtig. So versucht sie durch die anderen Bewohner des Hauses mehr über sie zu erfahren….
Obwohl Carla etwas Kontakt zu den Bewohnern knüpfen kann und sie einiges über Ellen erfährt, schwebt eine angespannte merkwürdige Atmosphäre über der Wohnanlage.  Trotz allem Luxus und neuester Sicherheitstechnik im Haus kann Carla sich nicht richtig einleben und entspannen. Als es dann auch noch zu einem tragischen Zwischenfall im Schwimmbad des Hauses kommt, will Carla nur noch raus aus diesem Haus……
Das Buch liest sich flüssig und die Autorin entwickelt im Verlauf der Handlung eine spannungsgeladene Szenerie, die durch geschickte Wendungen den Leser immer wieder von einer aufgenommenen Fährte in eine andere Richtung laufen lässt, was hat mir gut gefallen.
Allerdings hatte ich bald den Verdacht, wer hinter dem ganzen „Terror“ steckt, was sich dann auch am Ende bewahrheitet hat, obwohl immer wieder Richtungswechsel kleine Zweifel aufkommen ließen. Trotz allem ich diese Ahnung hatte, habe ich das Buch gern gelesen, denn der ganze Schreibstil ist fesselnd und die anhaltende flirrende Athmosphäre, die über der ganzen Geschichte schwebt war direkt spürbar, so dass spannende Unterhaltung hier gegeben ist. 
Zwar gab es für mich auch kleinere „Wackler“ bei dem Konstrukt aus Gut und Böse bzw. wie der Unfalltod Ellens in Berlin und der Stalker aus Stade erklärt werden, aber das sind nur Kleinigkeiten und schränken den Lesewert diese Buches nicht ein.
Fazit: Lesenswerter Psychothriller, der immer wieder mit neuen Wendungen in der Handlung überrascht

 

Read More
TOP

Andrea Sawatzki: Ihr seid natürlich eingeladen

Bei Familie Bundschuh ist wieder Trubel angesagt: Nachdem der 19-jährige Rolf,  der älteste Spross der drei Kinder von Gundula und Gerald Bundschuh seine Mutter aus Amerika anruft und ihr ganz nebenbei mitteilt, dass sie demnächst Oma wird und man plane noch vor der Niederkunft seiner geliebten Candy in Deutschland zu heiraten, ist Gundula erst einmal baff, sprachlos und dann fließen bei ihr die Tränen, denn ohne ein weiteres Wort legt Rolfi auf….
Nun sind Gerald Bundschuhs angeblichen gute Englischkenntnisse gefragt um Näheres über die geplante Anreise und Hochzeit zu erfahren. Doch das Telefonat mit den Eltern der Braut ist dann alles andere als klärend und führt dann doch über den Teich hinweg zu einigen Mißverständnissen…
Nach der ersten Schockphase plant Gundula Bundschuh dann die Hochzeit ihres Sohnes. Besonders für die Unterbringung der über zehn anreisenden neuen Mitglieder der Familie muss gesorgt werden, da ja auch Gundulas Eltern, Bruder Hadi nebst Gattin Rose und ihre Schwiegermutter zu diesem Fest zu Besuch kommen. Um die Feier ganz familiär zu gestalten, plant man eine Gartenparty, wo dann Gerald ein Spanferkel grillen will, was sich noch als große Herausforderung entpuppen soll…
Nun wer die beiden vorherigen Bücher über Familie Bundschuh gelesen hat, der weiß ganz genau, bei „Ihr seid natürlich eingeladen“ sind mit Sicherheit Turbulenzen zu erwarten und Gundula malt sich ja bereits einige Holpersteine aus, aber dass was hier alles rund um die Hochzeit ihres Sohnes passiert, ist schon alptraumhaft und verlangt von ihr mal wieder stahlharte Nerven und da ist es gut, dass ihr Psychotherapeut gleich in der Nähe wohnt…
Wer die turbulenten  Geschichten über die Familie Bundschuh noch nicht kennt, da bietet sich handlungsmäßig  jetzt zur  Weihnachtszeit das erste Buch der Reihe mit dem Titel „Tief durchatmen, die Familie kommt“ an und auch Buch Nr. 2 „Von Erholung war nie die Rede“ sollte man ebenfalls nicht verpassen!
Ich fand es wunderbar, dass Andrea Sawatzki auch gleich bei der Verfilmung des ersten Buches die Hauptrolle der Gundula Bundschuh übernommen hat. Axel Milberg als Gerald Bundschuh finde ich auch treffend besetzt, genau wie Judy Winter als Gundulas weinselige Schwiegermutter Susanne. Durch die Verfilmung hatte ich beim Lesen des wieder wunderbar erzählten und mit ganz viel Humor angereicherten  „Hochzeits-Chaos“ genau die mitwirkenden  Personen vor Augen, was dann wie ein Kopfkino war und mir sehr gut gefallen hat.
Fazit: Hier bleibt kein Auge trocken, gelungene humorvolle Fortsetzung der „Bundschuh“-Reihe, die hoffentlich in dieser Form fortgesetzt wird.

 

Read More