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Gisa Pauly: Jeder lügt, so gut er kann

Prendo

Das Coverbild vonJeder lügt, so gut er kannist ansprechend.
Die 60jährige Anna aus Deutschland fährt mit ihrem kleinen weißen Fiat in Richtung Italien um sich einen Traum zu erfüllen, den schon ihre Eltern hatten, ihn aber wegen ihres untadeligen Lebenswandels selbst nicht verwirklichen konnten …
Nachdem Annas Ehemann verstorben ist, will sie einen Neuanfang starten und im italienischen Siena ein Hotel errichten, was bei ihrer Tochter Henrieke auf völliges Unverständnis stößt, hatte sie doch gehofft, ihre Mutter würde ihr und ihren Freund Dennis mit einer kräftigen Finanzspritze unter die Arme greifen. Doch Anna verlässt Deutschland und denkt gar nicht daran, dem „windigen Dennis“ mal wieder irgendein tolles Projekt zu finanzieren.
Doch bis das Hotel öffnen kann und alles so ist wie es sich Anna erträumt hat, ist noch ein weiter Weg, auf dem sie zwar Hilfe bekommt in Form ihres Nachbarn Konrad und seinem Sohn, der als Architekt die Umbaumaßnahmen für das Hotel leitet, aber ganz reibungslos geht das nicht von Statten.  Dann taucht völlig unverhofft Annas Tochter bei ihr auf und ins noch unfertige wird Hotel wird eingebrochen…
Nun kommt langsam Fahrt in die Handlung, denn dem sehr charmanten italienischen Commissario kann Anna nicht erzählen, was gestohlen wurde, dass ist ihr strenggehütetes Geheimnis und so lügt sie ihm vor, dass zwar alles durchwühlt, aber nicht gestohlen wurde…..
So zusammengefasst, klingt der Inhalt des Buches noch amüsant und und man hofft zu Beginn vielleicht auf eine mit italienischem Flair angehauchte Kriminalgeschichte oder einen heiteren Roman, worin sich eine Kriminalgeschichte versteckt.
Aber bei mir konnte dieses Buch nicht richtig punkten. Zwar passiert handlungsmäßig einiges, es tauchen viele Personen auf, so das reichlich Turbulenzen aufkommen, aber so richtig „rund“ ist die Story nicht.
In jedem „zweiten Satz“, der von Henrieke fällt, spielt sie auf das Alter ihrer Mutter an und meint, dies und das passt nicht zu ihr, was etwas „nervig“ ist. Die „vielen emotionalen Farben“, die hier im Text verarbeitet wurden, lenken eher vom Handlungsgeschehen ab, als dass sie die Szenen besser verständlich machen. Beim „Zwiegespräch“ zwischen Anna und demjenigen, der das Buch liest, hatte man teils das Gefühl, die Autorin rechtfertigt sich, warum sie den Teil der Handlung so abgefasst hat, was etwas eigenwillig ist. Das „besondere Feeling“ das herüberkommt, wenn ich die Geschichten der Autorin über „Mamma Carlotta“ lese, fehlt mir hier im Buch ganz und auch darüber können auch die schönen Augen des Commissario nicht hinweghelfen.
Ich würde lieber ein Buch mehr im Jahr mit „Mamma Carlotta“ und ihrem italienischen Temperament lesen, als noch einen Roman, der zwar in Italien angesiedelt ist, dem aber dem irgendwie der Pepp fehlt.
Fazit: Schade, mich konnte dieses Buch nicht recht begeistern, mir fehlte der „frische Wind von Sylt, wenn z.B. Mamma Carlotta ihr kriminalistisches Gespür einsetzt“!

 

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Arne Dahl: Fünf plus Drei

Piper Verlag

Im September 2016 hatte ich hier den spannenden Page-Turner des schwedischen Erfolgsautors mit dem Titel „Sieben minus Eins“ vorgestellt, wo Arne Dahl sein „neues“ Ermittler-Duo Sam Berger und Molly Bloom präsentierte. Gemeinsam untersuchten die beiden das Verschwinden mehrerer junger Frauen und ermittelten bald in einem komplizierten Fall, der sie tief in ihre eigene Vergangenheit führte…
Dann erschien genau ein Jahr später das nächste Buch der Reihe mit dem Titel „Sechs mal Zwei“, wo Sam Berger und Molly Bloom in dem „großen weißen Nichts“ untergetaucht waren, da ihr vorheriger Fall in Geheimdienstkreisen für reichlich Wirbel gesorgt hatte…
Fand ich Band 1 noch sehr spannend, verlangte Band 2 mir doch einiges ab, da viele offene Fragen aus dem ersten Teil nicht beantwortet wurden und die Rahmenhandlung dadurch etwas undurchsichtig und verworren erschien, aber trotz allem sehr spannend aufgeschrieben war.
Nun ist endlich der dritte Band mit dem Titel „Fünf plus Drei“ erschienen und dieses Buch nimmt handlungsmäßig wie erhofft Bezug auf Teil 1 und 2 und ist wieder ein sehr spannender und „actionreicher“ Page-Turner geworden, in dessen Geschehen man gleich wieder problemlos eintauchen kann.
Aktuell ist Sam Berger anfangs allein im Einsatz, da Molly Bloom im Krankenhaus liegt….
Sam steht im Verdacht einen Mord begangen zu haben und daher kann nur verdeckt agieren, aber sein Einsatz wird dann sehr wichtig, denn eines der Frauen, die im ersten Teil der Reihe entführt wurden, ist immer noch nicht wieder aufgetaucht. Nur Sam verfügt über spezielle Kenntnisse in diesem Fall um die Frau aus den Fängen des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Carsten zu befreien, was ein sehr schwieriges Unterfangen ist…..
Und was dieser Handlungsteil mit einem geplanten terroristischen Anschlag in Schweden zu tun hat und welche Figuren aus anderen Büchern des Autors hier einen kurzen Auftritt haben, das sollte jeder Fan spannungsgeladener Literatur selbst herausfinden! Ich für meinen Teil habe diesen bis zum Schluss fesselnden Thriller genossen und gern gelesen, so dass ich ihn nur weiterempfehlen kann!
Fazit: Buch Nr. 3 der Reihe – die hoffentlich hier nicht zu Ende ist – überzeugt wieder durch fesselnde Spannung bis zum Schluss, so dass ich hier nur meine Leseempfehlung aussprechen kann!

 

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Shari Lapena: A Stranger in the House

Im Februar d.J. hatte ich hier den Debüt-Krimi „The Couple next door“ vorgestellt.
Nun ist der nächste Thriller aus der Feder von Shari Lapena mit dem Titel  „A Stranger in the House“ erschienen und ich kann sagen, hatte das erste Buch handlungsmäßig für mich noch einige Wackler, so hat die Autorin diesmal in meinen Augen alles richtig gemacht und es ist ein spannender Page-Turner geworden.
Da das Buch einfach angenehm lesbar und fesselnd geschrieben ist, möchte ich nur einen ganz kleinen Einblick ins Geschehen geben, damit der Lesegenuss nicht genommen wird.
Zum Inhalt:
Im Prolog rast eine Frau in der Dunkelheit mit ihrem Wagen durch die Straßen, sie missachtet rote Ampeln, bis sie dann die Kontrolle über das Fahrzeug verliert und gegen einen Strommasten prallt…
Zur gleichen Zeit kommt Tom Krupp nach Haus und freut sich auf seine Frau Karen, doch die ist nicht daheim. Anfangs denkt er noch sie kommt gleich zur Tür herein, doch das passiert nicht und langsam macht er sich Sorgen und telefoniert rum, doch nirgends gibt es einen Hinweis auf ihren Verbleib, bis die Polizei an der Tür klingelt und ihm mitteilt, dass Karen einen schweren Autounfall hatte und im Krankenhaus liegt…
Da auf dem Cover „Thriller“ steht, fängt jetzt auch erst die Handlung richtig an, denn Karen kann sich nicht an den Unfall erinnern….
Besonders spannend wird es dann, als in der Nähe des Unfallortes in einem alten verlassenen Restaurant die Leiche eines Mannes gefunden wird, der erschossen wurde und im Verlauf der Ermittlungen Hinweise gefunden werden, dass Karen am Tatort war….
Mehr Informationen zum Geschehen gibt es von meiner Seite nicht, dann dazu ist die Geschichte einfach viel zu spannend und sie entwickelt sich Seite um Seite weiter und durch immer neue Wendungen kann man sich als Leser auch nicht festlegen, wer hier die Wahrheit sagt, denn es werden immer neue Geheimnisse zu Tage gefördert und ich muss sagen, weiße Westen haben alle Mitwirkenden (ausgenommen die Ermittler) nicht und so bleibt des Rätsels Lösung,  was genau passiert ist, ganz lange im Verborgenen und die Autorin hat auch noch einen Schlussakkord parat, der dann nochmal alles in ein anderes Licht rückt!
Fazit: Klasse! Volle Punktzahl für diesen Page-Turner, der bis zum Schluss fesselt und mit einem unvorhersehbaren Ende noch Zusatzpunkte sammelt! Bitte weiter so und mehr davon!

 

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Gilly Macmillan: Bad Friends

Knaur

„Was habt ihr getan?“ Diese Frage stellen sich die Familien der beiden Jungen, die hier im Mittelpunkt des Geschehens stehen.
Bad Friends“ ist ein spannendes Buch, das aus unterschiedlichen Sichtweisen bzw. von mehreren Personen erzählt wird. Auch setzt sich die Gesamthandlung aus mehreren Ereignissen zusammen, die teils aktuell in Bristol stattfinden, aber auch in Somalia einige Zeit zuvor.
Die beiden 15 Jahre alten besten Freunde Noah Sadler, mit dessen Gesundheit es nicht zum Besten steht und Abdi Mahal, der mit seiner Familie aus Somalia geflohen ist, gehen zusammen in eine Schulklasse, verbringen viel Zeit miteinander und sind eigentlich unzertrennlich, bis es zu einer Katastrophe kommt:
Offenbar haben die beiden Freunde sich heimlich nachts zusammen weggeschlichen um etwas zu erleben. Doch dieses Abenteuer endet in einem Desaster, denn Noah wird bewusstlos aus einem Kanal geborgen und Abdi spricht seitdem kein Wort mehr…..
Was genau am Kanal passiert ist, dieses Rätsel gilt es für die herbeigerufene Polizei zu lösen. Was ein sehr schwieriges Unterfangen ist, denn durch die angespannte Lage hinsichtlich der vielen Flüchtlinge und die schwerwiegende Erkrankung Noahs müssen die Ermittler mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen.
Das Buch liest sich eigentlich gut und die Erzähltechnik der Autorin, wie sie die einzelnen Handlungsstränge zusammenfügt, ist interessant, aber eine bessere Abgrenzung/Markierung aus welcher Sicht hier gerade erzählt wird, wäre doch ganz hilfreich gewesen.
So ganz einfacher „Stoff“ ist dieses Buch wirklich nicht, es geht ganz schön unter die Haut, was man hier zu lesen bekommt. Die „Auflösung“, was am Kanal letztendlich passiert ist, klärt sich erst ganz am Schluss, so dass lange Zeit eine düstere Anspannung/Ungewissheit vorherrscht. Allerdings hatte ich bald  eine Ahnung, die sich dann als richtig erwiesen hat. Auch bezüglich der traumatischen Ereignisse, die die Mitglieder der Familie Mahal hinter sich haben, lag ich richtig und ich konnte mich mit dem Ausgang dieses Handlungsstrangs auch nicht so ganz anfreunden. Das aber nur am Rande, denn letztendlich dreht sich dieses spannend abgefasste Buch um eine ganz besondere Freundschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird und die Aufarbeitung der Frage wie es zu der Katastrophe gekommen ist, ist der Autorin gut gelungen.
Fazit: Trotz kleiner „Wackler“ in der Handlung, ist das Buch über eine Freundschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird, spannend abgefasst und lesenswert!

 

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Thomas Chatwin: Post für den Mörder

rowohlt POLARIS

Das Cover von „Post für den Mörder“ stimmt einen schon auf den idyllischen Handlungsort Fowey ein, der an der Südküste Cornwalls lieg. Dort lebt Daphne Penrose mit ihrem Mann Francis.  Durch ihren Job als Postbotin kennt sie eigentlich jeden im Ort und bei ihrer Postverteilung per Rad fällt ihr schon mal auf, wenn sich bei der täglichen Routine etwas  ändert bzw. wenn offenstehende Türen Einblick ins Häuserinnere geben und am nächsten Tag die ihrerseits abgelegte Post immer noch unberührt da liegt.  Und genau das macht Daphne bei dem Haus von Sandra McKallan stutzig.  Auch auf mehrmaliges Rufen und beim Rundgang ums Haus kann Daphne sie nicht entdecken, weswegen sie vorsichtig einen Blick durch die offenstehende Haustür wirft, dort liegt auf dem Boden ein Zettel, der mit „Dein Ed“ unterschrieben ist, aber von der Bewohnerin des Hauses fehlt jede Spur..
Während Daphne noch über diesen merkwürdigen Vorfall nachdenkt, hat ihr Mann, der als Flussmeister tätig ist, keinen schönen Anblick zu verdauen, denn er muss die Leiche des ortsansässigen Reeders Edward Hammett bergen, der offenbar ermordet wurde….
DCI James Vincent ist zurück in seinem Heimatort Fowey und der zuständige Ermittler, was Daphne erst ein wenig aus dem Konzept wirft, zum einen weil sie in jungen Jahren ein kurzes Intermezzo mit ihm hatte, aber ganz besonders weil sie ihn für ungeeignet hält im Mordfall des Reeders zu ermitteln, zumal er die Menschen hier gar nicht mehr richtig kennt, denn dazu war er zu lange fort. 
Während Daphne einen Zusammenhang zwischen dem spurlosen Verschwinden von Sandra McKallan und dem Mordfall Ed Hammett sieht, ist der DCI gedanklich mit ganz anderen Dingen beschäftigt, was Daphne dann dazu verleitet, eigene Recherchen anzustellen und sie ihren Mann dazu motiviert „undercover“ zu arbeiten.  Allerdings hat das fatale Folgen, denn Daphne stolpert über zwei weitere Leichen….
Dass der Autor hier viel Herzblut in den Krimi hat einfließen lassen, merkt man gleich. Man fühlt sich wohl im Geschehen, auch wenn es hier um mehrere Morde geht, die nur durch das kriminalistische Gespür von Daphne und Francis Einsatz in die richtigen Bahnen gelenkt und letztendlich aufgeklärt werden können.
Die Figuren sind charmant und die ganze Szenerie gut vorstellbar präsentiert, so dass man sich schnell in die Gegend und den Fall eingelesen hat. Da der Mörder erst ganz zum Schluss entlarvt und in keiner Weise vorher erkennbar war, ist die Spannung bis zum Schluss gegeben und ich könnte mir durchaus einen weiteren Einsatz von Daphne und Co vorstellen.
Fazit: Gelungener „Wohlfühlkrimi“, der mit einer sympathischen Hobby-Ermittlerin punktet, aber durchaus spannungsgeladen ist, denn der Täter ist nicht erkennbar und tritt er ganz am Ende aus seinem Versteck! Toll, bitte weiter so!
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Poznanski/Strobel: Invisible

Wunderlich
Dies ist der zweite Einsatz des Ermittlerduos Nina Salomon und Daniel Buchholz, die in Hamburg ihren Dienst tun.
Das Buch beginnt mit einem bizarren Mordfall, wo während einer Herz-Op plötzlich ein angesehener Chirurg des Krankenhauses im Op-Saal auftaucht, den eigentlichen Operateur wegschiebt und vor aller Augen den Patienten mit einem Skalpell ersticht…..
Dies ist nicht der einzige bizarre Mord der im Verlauf der Handlung passiert. Nina und Daniel haben alle Hände voll zu tun um in den Fällen zu ermitteln. Alle Täter sprechen im Verhör davon „irgendwie fremdgesteuert/manipuliert“ gewesen zu sein  und was die Ermittlungen noch weiter erschwert ist, dass Opfer und Täter sich meist nicht bzw. nur oberflächlich kannten….
Da es viel Arbeit gibt, bekommt das Ermittlerteam mit Phillip einen neuen Kollegen hinzu. Daniel hat so seine Schwierigkeiten mit dem Neuen, ganz im Gegenteil zu Nina, was im Verlauf dann noch zu einigen Turbulenzen führt. Aber nicht nur der neue Kollege bereitet Daniel Kopfzerbrechen, auch die Beziehung zu Isabell strapaziert seine Nerven, was bei diesen komplizierten Mordermittlungen so gar nicht in sein Konzept passt….
Dachte ich bei dem Titel „Invisibleirgendwie an eine „chemische/toxische“ Manipulation, die die Menschen zu diesen weitreichenden Handlungen bringt, so war ich da schon mal auf dem Holzweg! Genau wie der erste Fall der beiden Ermittler mit dem Titel „Anonym“, der ja auf eine Internetplattform führte, geht es im aktuellen Fall auch in Richtung Internet, führt zu riesigen Datensammlungen, die dann für manipulative Zwecke genutzt wurden….
Wie das alles zusammenfängt, werde ich hier nicht verraten. Das Buch liest sich gut, wird immer abwechselnd aus Ninas oder Daniels Sicht erzählt, was mir gut gefallen hat. Lange Zeit hatte ich keine Ahnung in welcher Richtung „der Täter“ zu suchen ist, was die Spannung hochgehalten hat. Doch dann gibt es nach ca. Zweidrittel der Handlung einen  unschönen „Break“:  Eine Person verschwindet plötzlich aus der Handlung,  die sich daraus ergebene Situation ist kaum nachvollziehbar und letztendlich die Auflösung der Mordfälle war dann doch überraschend.  Zwar war das Motiv nach der „Vernehmung“ dann erkennbar, aber doch irgendwie anders als ich es erwartet hatte, was ja auf der einen Seite positiv ist, da die Spannung lange gehalten wird, aber so ganz schlüssig nachvollziehen konnte ich es nicht, weswegen ich hier auch nur vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Spektakuläre Mordfälle halten den Leser und die Ermittler lange in Atem, bis es dann zu einem unschönen „Break“ kommt, weswegen ich hier dem anfänglichen Page-Turner einen Punktabzug gebe, so dass es nur noch 4 von 5 am Ende sind! Nichtsdestotrotz sollte die Reihe aber fortgesetzt werden!

 

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Chevy Stevens: Ich beobachte Dich

Fischer Scherz

Das Buchcover zeigt ein idyllisches Landschaftsbild, so wie man es durchaus an der kanadischen Westküste oder auf einen der vorgelagerten Inseln vorfinden kann, wo auch die Handlung des Buches, nämlich in Vancouver und auf Vancouver Island angesiedelt ist.
Doch wer die Bücher von Chevy Stevens kennt, der weiß, hinter der schönen Fassade liegt meistens etwas im Argen und auch in „Ich beobachte dich“ zerplatzt ganz schnell die schöne Seifenblase in der Lindsey lebt, die recht jung ihren Andrew geheiratet und mit dem sie eine Tochter namens Sophie hat. Aus der geplanten Familienidylle wird ein Alptraum, denn Andrew tyrannisiert sie, besonders unter Alkoholeinfluss wird er ihr gegenüber gewalttätig, aber noch viel schlimmer ist sein immer unberechenbarer werdender Gemütszustand, so dass Lindsey ständig auf der Hut ist. Die Jahre vergehen und die Situation wird immer unerträglicher bis es schließlich lebensbedrohlich für sie wird. Da endlich bringt sie den Mut auf, sich ihre kleine Tochter schnappt und ihn in einer „Nacht- und Nebenaktion“ verlässt.
Doch Andrew lässt sie nicht so leicht entkommen und er setzt sich in alkoholisiertem Zustand in seinen Wagen und auf der Suche nach den beiden verursacht er einen schweren Autounfall bei dem eine Frau ums Leben kommt und Andrews im Verlauf zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wird…..
In diesen zehn Jahren baut sich Lindsey mit ihrer Tochter ein neues Leben auf, doch dann hat Andrew seine Strafe abgesessen und er kommt frei.
Bald fühlt sich Lindsey unwohl und hat das Gefühl sie wird beobachtet. Dieses ungute Gefühl hatte sie schon lange nicht mehr gespürt und nur immer als Warnung ihres Körpers aufgefasst, wenn Andrew mal wieder psychisch sehr angespannt und kurz vor der „Explosion“ stand.
Aber er weiß ja nicht wo sie jetzt leben, bis sie ihm eines Tages unvermittelt in der Stadt gegenübersteht…..
Es passieren weitere merkwürdige Dinge, u.a. wird ihr Hund vergiftet und Lindseys mulmiges Gefühl ist wieder ständig da und sie fürchtet um ihr Leben. Sie wendet sich an die Polizei und erwirkt ein Kontaktverbot, doch die Lage spitzt sich weiter zu …….
In unterschiedlichen Zeitabschnitten erzählen Lindsey und Sophie  aus ihrer  Sicht die spannende Geschichte, die einen von der ersten Seite an fesselt. Meisterhaft versteht es die Autorin die Anspannung, die sich durch das ganze Buch zieht, in Worte zu kleiden, so dass man die Gemütsregungen der Beteiligten sehr gut nachempfinden kann. Besonders das Gefühls-Chaos, dass Sophie durchläuft als sie sich das erste Mal verliebt oder auch die Schilderung der Landschaftsidylle, die dann aber zum Ende hin Kulisse eines weiteren Alp-Traum-Szenarios wird, hat man direkt vor Augen.
Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt, die Erzählweise ist bildhaft, die Figuren gut gezeichnet und besonders die unheilvolle Anspannung ist von Anfang an gegeben.  Zwar hatte ich immer im Hinterkopf eine vage Vermutung, wie es sich dann am Ende auch herauskristallisierte, aber so einen Showdown hatte ich dann doch nicht erwartet. Die Handlung ist so mitreißend geschrieben, dass ich das Buch nicht aus den Händen legen mochte und ich es als lesenswerten, spannungsgeladenen Page-Turner bezeichnen möchte, welcher sich in die Reihe der besonders empfehlenswerten vorherigen Bücher der Autorin wie z.B. „Those Girls“ oder „That Night“ einordnet.
Fazit: Page-Turner mit Spannung von der ersten bis zur letzten Seite!
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