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Marissa Stapley: Das Glück an Regentagen

Audiobuch
Angezogen vom schön gestalteten Cover des Hörbuchs, war ich gespannt was die mir bis dato unbekannte  Autorin hier zu erzählen hat…
Die Schauspielerin Svenja Pages hat den Part der Vorleserin von „Das Glück an Regentagen“ übernommen, dessen Inhalt ich hier ein wenig zusammenfasse:
Es wird hier in ständig wechselnden Zeitrastern die Lebensgeschichte der Familie Summers erzählt, die seit Generationen im beschaulichen Alexandria Bay am St. Lorenz-Strom leben.
Mae Summers Leben in New York hat einen Riss bekommen, da sich ihr Verlobter Peter von ihr trennt bzw. untertaucht, da er offenbar in kriminelle Machenschaften verwickelt ist…
Als sie sich mit gemischten Gefühlen wieder in Richtung Alexandria Bay aufmacht, da dort immer noch ihre Großeltern Lilly und George leben, erinnert sie sich schmerzlich an ihre erste große Liebe Gabriel Broadbent, den sie seit frühester Jugend kennt und mit dem sie sich durch gemeinsame schicksalshafte Ereignisse für immer verbunden fühlte. Doch eines Tages war er verschwunden und Mae weiß nicht warum….
In der Gegenwart spielt Maes weiterer Lebensweg, der dann immer wieder durch Erinnerungen an Maes auf tragische Weise verstorbene Eltern, ihr Aufwachsen bei den Großeltern und ihr Weggang nach New York durchschnitten wird.
Hier muss man schon genau zuhören um die vielen Mitwirkenden bzw. Familienmitglieder genau einzuordnen!
Etwas klarer wird es dann als Mae aus New York zurück ist,  doch die zehn Jahre, die sie nicht am gleichen Ort wie ihre Großeltern verbracht hat, haben nicht nur bei Mae Spuren hinterlassen, besonders die kürzlich erfolgte Trennung ihrer Großeltern gibt Mae Rätsel auf. Doch um hier Licht ins Dunkel zu bringen, braucht es etwas Feingefühl und ist ein weiterer Handlungsstrang, der hier eingewoben ist….
Welches Geheimnis die Familie Summers verbirgt, bleibt hier natürlich unerzählt.
Eigentlich können generationsübergreifende Familiengeschichten, die dann als „Bonbon“ auch noch ein „Geheimnis“ verbergen genauso spannend sein wie ein Krimi. Das hätte bei diesem Roman auch der Fall sein können, doch ich habe mich etwas schwer getan mit dem ständigen Wechsel an zeitlichen, örtlichen und menschlichten Zusammenhängen und die Vorleserin schafft es auch nicht wirklich hier einen besseren Durchblick zu verschaffen. Was eigentlich schade ist, denn in der Gesamtschau hätte diese teils auch anrührende und schicksalshafte Familiengeschichte durchaus besser „verpackt“ bzw. „rübergebracht“ werden können. Auch bleiben für mich noch einige Fragen offen, besonders was genau in New York vorgefallen ist, bleibt irgendwie nebulös im Gegensatz zum Rest des Romans.
Fazit: Schade, trotz schicksalsträchtiger und anrührende Familiengeschichte,  fehlt hier die spannende Erzählweise um den Zuhörer richtig zu fesseln, was auch die Vorleserin nicht auffangen kann
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Hakan Nesser: Der Fall Kallmann

Wer sich hier auf einen spannenden Krimi freut, dem sei gleich vorweg gesagt, es gibt eine Krimi-Handlung, sie ist aber in einem verschachtelten Roman vorborgen, der im Jahr 1995 beginnt. Der Kriminalfall bleibt lange Jahre ohne Abschluss bzw. verläuft im Sande, bis dann im Jahr 2015  sich alle Puzzlesteine erst an die richtige Stelle legen und man somit als Leser etwas Geduld aufbringen muss, die sich aber im Nachhinein durchaus lohnt!
Eigentlich können wir Fans von Hakan Nessers Büchern da ja von Glück sprechen, dass es  hier zu einen Abschluss bzw. einer Auflösung im Fall Kallmann“ kommt, denn der Autor hatte ja seine geneigte Leserschaft vor geraumer Zeit bei dem Buch „Kim Novak badete nie im See von Genezareth“ richtig auf die Folter gespannt und erst viele Jahre später mit Die Wahrheit über Kim Novak und den Mord an Berra Albertssondie Geschichte zu Ende erzählt und den wahren Täter entlarvt.
Aber ganz einfach macht es der Autor uns auch diesmal nicht,  denn aus verschiedenen Perspektiven wird der Frage nachgegangen, ob der Tod des etwas eigenwilligen,  aber bei den Schülern sehr beliebten Lehrers Eugen Kallmann nun ein tragischer Unfall oder gar Mord war…
Während vielen Gedanken nachgegangen wird, werden hier unterschiedliche Lebensgeschichten beleuchtet, die dann irgendwie in Zusammenhang zu stehen scheinen. Im Jahr 1995 gibt es einen kleinen Außenseiter mit Namen Charlie, der seine Klassenkameradin Andrea interviewt und sie mit merkwürdigen Fragen über ihre Herkunft und die Mitglieder ihrer Familie überhäuft, die Andrea irritieren, was sich aber  dann im Verlauf zu einem wichtiger Handlungsstrang der Geschichte entwickelt…
Auch ein neuer Lehrer mit Namen Leon, der den Platz von Eugen Kallmann in der Schule übernimmt und seine frühere Studienkollegin Ludmilla, die eine Kollegin des Verstorbenen war, sind ein Puzzle-Teil der Handlung, da sie sich im weiteren Geschehen mit einem anderen Lehrer zusammentun und sich als Detektive betätigen, denn Leon hatte eigenartige tagebuchartige Aufzeichnungen von Kallmann gefunden, die es zu entschlüsseln gilt, denn dort wird über einen Mord berichtet…..
Aber nicht nur der Tod Kallmanns wirft Fragen auf, denn an der Schule, wo er einst tätig war, gibt es zunehmend fremdenfeindliche Aktionen, in deren Verlauf dann auch ein Schüler auf spektakuläre Weise zu Tode kommt, was wiederum Fragen aufwirft…
Bis es dann zu einer Auflösung der vielen Andeutungen, der Entwirrung von Realität und Fiktion kommt,  die unterschiedlichen Lebensgeschichten durchleuchtet und in die richtige Konstellation gebracht werden, dauert es wie bereits erwähnt einige Zeit und man muss schon etwas Geduld haben, bis sich der Nebel lichtet.  Aber das Dranbleiben lohnt sich auf jeden Fall, denn es gibt doch auf jeden Fall noch einen unvorhersehbaren Schluss-Akkord, der dem Autor auf jeden Fall gelungen ist!
Fazit: Eher ruhige Romanerzählung aus verschiedenen Perspektiven zusammengefügt, die aber eine fein eingewobene Kriminalgeschichte beinhaltet, die das ganze Buch durchzieht und mit einem besonderen und unvorhersehbaren Schluss-Akkord aufwarten kann und daher lesenswert ist! 

 

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Gisa Pauly: Venezianische Liebe

Die Autorin wandelt mal wieder auf „Abwegen“ und hat wie bereits schon mal zuvor bei  Der Mann ist das Problem“ nun erneut einen eigenständigen Roman mit dem Titel „Venezianische Liebe“ geschrieben, der zwar in Italien spielt, aber Mamma Carlotta kommt nicht darin vor.
Maria ist voll im „glückseligen Stress“ gefangen, denn ihre einzige Tochter Amelie will in Venedig heiraten! Während sie sich gedanklich mit Gästelisten, Tisch-Deko etc. beschäftigt, kommt sie in dem angemieteten Haus in Venedig an, so ist die ganze Familie unter einem Dach untergebracht, was einerseits praktisch gedacht ist, aber auch Maria etwas Bauchschmerzen bereitet, denn sie wird nach langer Zeit ihren Ex-Mann Adrian wiedersehen und auch ihr Bruder Cyrill, ein berühmter Modeschöpfer, der natürlich für das perfekte Brautkleid zuständig ist, plant sich hier mit seiner großen Liebe zu treffen, was heikel ist, darf doch niemand von dieser Liebe wissen. Außerdem soll auch noch Marias beste Freundin Judy mit in dem Haus wohnen, die als Patentante von Amelie natürlich bei den Hochzeitsvorbereitungen unbedingt dabei sein will….
Obwohl Maria durch das bevorstehende Zusammentreffen mit ihrem Ex-Mann ja schon etwas angespannt ist, passiert dann etwas, was sie völlig aus der Bahn wirft, denn während sie ihren Espresso auf einem der idyllischen Plätze Venedigs einnimmt, ertönt plötzlich eine ihr sehr bekannte Melodie, die von einem etwas ungepflegt wirkenden Mann auf einer Geige gespielt wird. Maria erstarrt, denn der Künstler, der vor vielen Jahren mit dem Lied „Venezianische Liebe“ berühmt wurde, ist tot! Doch irgendetwas an dem Mann, der da vor ihr steht, erinnert sie an den Künstler von einst, aber kann das sein???? Plötzlich verschwindet er aus Marias Sichtfeld und ist wie vom Erdboden verschluckt….
Maria unternimmt einiges um herauszufinden, wer der Mann ist. Sollte es wirklich der Künstler von einst sein, dann käme es zu reichlich Komplikationen bei der anstehenden Hochzeit, denn July, ihre beste Freundin war einst mit ihm verheiratet und ihr Bruder Cyrill bekäme sicherlich eine seiner „Krisen“, wenn er dem Totgeglaubten begegnen würde, hat er doch noch ein „Hühnchen mit ihm zu rupfen“…
Durch den Covertext wird man ja schon auf ein „Verwirrspiel“ hingewiesen und durch den mysteriösen Geigenspieler, der eine wichtige Rolle spielt, gibt es auch eine Ungewissheit im Handlungsablauf, die dann mit einigen humorvollen Einlagen vermengt wird. Aber mir waren es einfach zu viele Geheimnisse, die hier verdeckt/aufgedeckt wurden. Das Gefühlswirrwarr verkompliziert die Handlung und auch der Erzählstil ist irgendwie anders als sonst bzw. wie man ihn aus den „Sylt-Krimis“ kennt.
Fazit: Zwar kann man das italienische Flair spüren und sich auch durch die bildhafte Beschreibung der Örtlichkeiten gut in Venedig zurechtfinden, aber für mich war es einfach zu „emotional“, turbulent und durch die Geheimniskrämerei zu verwirrend um an das gewohnte Lesevergnügen anzuknüpfen, so dass ich nur 4 von 5 Sternchen vergebe.

 

 

 

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Gisa Pauly: Vogelkoje

Es gibt einen guten Grund für Mamma Carlotta mal wieder einen Besuch auf Sylt zu machen, wo die Familie ihrer verstorbenen Tochter lebt. Ihre Enkelin Carolin wird 18 Jahre alt, das ist doch ein Grund zum Feiern.
Doch wer die Geschichten um Mamma Carlotta kennt, der weiß genau, dass meistens Turbulenzen entstehen, wenn sie mit ihrem Temperament über die Insel „peest“ und dabei so einiges aufschnappt, was eigentlich im Verborgenen bleiben soll und sie  dann auch noch ganz nebenbei für ihre Lieben  italienische Leckereien auf den Tisch zaubert….
Im Hause ihres Schwiegersohns Erik Wolf, der auf der Insel ja als Kriminalhauptkommissar arbeitet, wird in einigen Räumen renoviert, was Eriks neue Freundin Swea vorangetrieben hat, nur in der Küche, wo Mamma Carlotta sofort wieder mit Begeisterung den Kochlöffel schwingt, ist alles beim Alten geblieben.
Ronnie, ein junger Mann, der unter Swea Fittichen steht, ist für die Malerarbeiten engagiert worden, was besonders gut bei Caroline ankommt…
Doch dieser junge Mann rückt schnell in den Focus von Mamma Carlotta,  denn sie entdeckt ihn bei einem ihrer Besuche in ihrer Lieblingskneipe „Käptan’s Kajüte“ und dort scheint er in undurchsichtige Machenschaften verwickelt zu sein….
Diesmal stehen die Aufregungen und Ereignisse rund um die Familie Wolf doch ziemlich im Mittelpunkt, obwohl Kommissar Wolf und sein Kollege Sören doch beruflich sehr eingespannt sind, denn auf Sylt finden gehäuft illegale Autorennen statt. Bei ihren Recherchen in dieser Sache werden die beiden dann Augenzeugen eines makaberen Zwischenfalls, denn während eines dieser Rennen verunglückt ein bestückter Leichenwagen, dessen Inhalt dann auf der Straße landet…..
Wie gewohnt liest sich das Buch flüssig und ist mit viel Humor angereichert. Im Verlauf treten sehr viele Personen auf und da werden auch mal falsche Angaben zur Identität gemacht,  was dann zu einigen Verwirrungen führt, so dass man schon genau aufpassen muss, wer hier alles im Geschehen auftaucht.  Nichtsdestotrotz ist auch „Vogelkoje“ (übrigens ein Naturschutzgebiet, wo man in der Handlung eine Leiche entdeckt) wieder heiter-spannender Lesestoff, der sich gut als Ferienlektüre eignet.
Übrigens hat Mamma Carlotta erneut einige ihrer Rezepte verraten, die am Ende des Buches abgedruckt sind und zum Nachkochen anregen.
Fazit: Durch falsche Identitätsangaben wird es im Mittelteil etwas wuselig, so dass man aufpassen muss, dass man sich nicht den Überblick verliert. Nichtsdestotrotz unterhält Mamma Carlotta wieder durch ihr Temperament und ihre Spürnase, so dass man hier von einem heiteren humorvollen, aber auch spannenden Buch sprechen kann!

 

Gisa Pauly: Vogelkoje – Hörbuch

Wer nicht so gerne selber liest, dem kann ich nur das Hörbuch des Sylt-Krimis empfehlen, dass bei audio media erschienen ist.
Schon das Cover ist wieder ansprechend gestaltet und man kann erahnen, wohin es handlungsmäßig (I love Sylt) geht und das hohe Geschwindigkeit (Autorennen) sicherlich einen Part übernimmt.
Erneut hat mit ihrer markanten Stimme Christiane Blumhoff den Part der Vorleserin übernommen. Besonders gut und mit Wiedererkennungsfaktor verkörpert sie die Figur der Mamma Carlotta, deren italienischer Akzent hier besonders gut zur Geltung kommt. Aber auch andere Mundart kommt ihr sehr gut über die Lippen, was man dann bei einigen anderen Personen in der Handlung heraushören kann.
Obwohl die ungekürzte Lesung 16 Stunden dauert, war es nie langweilig und durch die gekonnte Vortragsart von Frau Blumhoff, waren die im Buch erscheinenden Figuren gut zu unterscheiden und besonders, die Situationen in denen es zu „ungewolltem Körperkontakt“ auf Seiten Mamma Carlottas kommt, hatte man direkt vor Augen, so dass man auch mal herzhaft lachen kann…
Fazit: Durch Christiane Blumhoffs Stimme wird Mamma Carlotta lebendig, so dass man hier von einem heiter-vergnüglichen, aber auch spannenden Hörerlebnis sprechen kann! Davon kann man durchaus noch mehr vertragen!
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Elisabeth George: Bedenke, was du tust

Ein Inspector-Lynley-Roman!
Ich muss gestehen, ich kenne bisher die Geschichten um Inspector Lynley und seiner öfters mal ins Fettnäpfen tretenden Mitarbeiterin Barbara Havers nur als Verfilmung aus dem Fernsehen.
Da mir diese spannenden Filme immer gut gefallen haben, war ich auf die Buchvorlage des neuen Romans um Inspector Lynley  mit dem Titel „Bedenke, was du tust“ gespannt. Ich habe  mir das Buch in der vollständigen Lesung – die übrigens über 20 Stunden dauert und von Stefan Wilkening toll vorgetragen wird – angehört.
Erst einmal ist für mich seit der letzten Verfilmung einiges in der Rahmenhandlung passiert und aktuell steht Barbara Havers auf der Abschussliste ihrer Chefin und sie arbeitet nicht mehr offiziell mit Inspector Thomas Lynley zusammen.
Auch im Privatleben der beiden hat sich einiges getan, Thomas Lynley ist frisch verliebt, aber von fester Beziehung kann man noch sprechen. Barbara wird von einer Kollegin auf Trapp gehalten, die versucht ihr einen neuen Kleidungsstil angedeihen zu lassen und lässt außerdem nichts unversucht, Barbara irgendwie zu verkuppeln.
Da es Barbaras Kollegin wirklich gut meint, da sie um die Probleme mit der Vorgesetzten weiss und Havers alles versucht um ihre Chefin bei Laune zu halten um nicht in irgendein Provinznest versetzt zu werden, lässt Barbara sich auf die eine oder andere Unternehmung ein und bei einer dieser Gelegenheiten lernt sie zufällig die Bestsellerautorin Clare Abbott kennen. Wenige Tage später erfährt sie vom Tod dieser Frau und kurze Zeit später kontaktiert Rory Stratham, die Freundin und Lektorin von Clare Abbot Barbara, denn sie glaubt nicht an eine natürliche Todesursache…
Im Verlauf setzt sich Lynley sehr für Babara Havers ein und sie erhält die Erlaubnis nebst einem neuen Kollegen den Tod von Clare Abbott etwas genauer zu betrachten…..
Tatsächlich gibt es kleine Ungereimtheiten und Barbaras Ermittler-Instinkt ist geweckt, besonders als sie kurze Zeit später Rory in deren Wohnung mehr tot als lebendig auffindet…..
So zusammengefasst, ist dies aber nur ein Puzzle-Teil der Gesamthandlung, die eigentlich eine tragische und krankhafte Familiengeschichte ist, denn es gibt hier einige auffällige Personen bzw. eigenwillige Beziehungen, die zum Verwirrspiel um die Auflösung der Kriminalgeschichte beitragen.
Wer sich hier knisternde Spannung und „blutige Szenen“ erhofft, der liegt hier ganz falsch.  Elisabeth George hat einen sehr angenehmen und besonders anschaulichen Erzählstil, der mir gut gefällt. Allerdings fehlt mir tatsächlich hier die fesselnde Spannung in der Handlung, obwohl man aber unbedingt hinter die Auflösung der Geschichte kommen möchte. Die  Fokussierung auf eine Verdächtige und der Versuch diese Person eines vermutlichen Verbrechens zu überführen, steht im Vordergrund der Ermittlungen. Wer die anderen Geschichten aus dieser Reihe kennt, der weiss, dass meist das Böse im Verborgenen liegt, was sich hier wieder einmal bestätigt…
Da es ein Roman ist und nicht in der Kategorie Krimi oder Thriller herausgegeben wurde, kann ich dies nur bestätigen, das Hörbuch ist unterhaltsam, aber man muss sich schon etwas Zeit nehmen um hinter alle Fassaden schauen zu können. Der Vorleser Stefan Wilkening macht seine Sache wirklich gut und ihm ist es auch zu verdanken, dass dieser Roman lebendig wird und man ins Geschehen abtaucht, was ein ganz besonders wichtiger Punkt für mich ist um bei so langen „Vorträgen“ überhaupt am Ball zu bleiben und das hat sich hier auf jeden Fall gelohnt.
Fazit: Kein spannender und fesselnder Krimi, aber eine hörenswerte tragisch/krankhafte, aber auch mörderische Familiengeschichte, die wunderbar von Stefan Wilkening vorgetragen wird!
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Andrea Sawatzki: Ihr seid natürlich eingeladen

Bei Familie Bundschuh ist wieder Trubel angesagt: Nachdem der 19-jährige Rolf,  der älteste Spross der drei Kinder von Gundula und Gerald Bundschuh seine Mutter aus Amerika anruft und ihr ganz nebenbei mitteilt, dass sie demnächst Oma wird und man plane noch vor der Niederkunft seiner geliebten Candy in Deutschland zu heiraten, ist Gundula erst einmal baff, sprachlos und dann fließen bei ihr die Tränen, denn ohne ein weiteres Wort legt Rolfi auf….
Nun sind Gerald Bundschuhs angeblichen gute Englischkenntnisse gefragt um Näheres über die geplante Anreise und Hochzeit zu erfahren. Doch das Telefonat mit den Eltern der Braut ist dann alles andere als klärend und führt dann doch über den Teich hinweg zu einigen Mißverständnissen…
Nach der ersten Schockphase plant Gundula Bundschuh dann die Hochzeit ihres Sohnes. Besonders für die Unterbringung der über zehn anreisenden neuen Mitglieder der Familie muss gesorgt werden, da ja auch Gundulas Eltern, Bruder Hadi nebst Gattin Rose und ihre Schwiegermutter zu diesem Fest zu Besuch kommen. Um die Feier ganz familiär zu gestalten, plant man eine Gartenparty, wo dann Gerald ein Spanferkel grillen will, was sich noch als große Herausforderung entpuppen soll…
Nun wer die beiden vorherigen Bücher über Familie Bundschuh gelesen hat, der weiß ganz genau, bei „Ihr seid natürlich eingeladen“ sind mit Sicherheit Turbulenzen zu erwarten und Gundula malt sich ja bereits einige Holpersteine aus, aber dass was hier alles rund um die Hochzeit ihres Sohnes passiert, ist schon alptraumhaft und verlangt von ihr mal wieder stahlharte Nerven und da ist es gut, dass ihr Psychotherapeut gleich in der Nähe wohnt…
Wer die turbulenten  Geschichten über die Familie Bundschuh noch nicht kennt, da bietet sich handlungsmäßig  jetzt zur  Weihnachtszeit das erste Buch der Reihe mit dem Titel „Tief durchatmen, die Familie kommt“ an und auch Buch Nr. 2 „Von Erholung war nie die Rede“ sollte man ebenfalls nicht verpassen!
Ich fand es wunderbar, dass Andrea Sawatzki auch gleich bei der Verfilmung des ersten Buches die Hauptrolle der Gundula Bundschuh übernommen hat. Axel Milberg als Gerald Bundschuh finde ich auch treffend besetzt, genau wie Judy Winter als Gundulas weinselige Schwiegermutter Susanne. Durch die Verfilmung hatte ich beim Lesen des wieder wunderbar erzählten und mit ganz viel Humor angereicherten  „Hochzeits-Chaos“ genau die mitwirkenden  Personen vor Augen, was dann wie ein Kopfkino war und mir sehr gut gefallen hat.
Fazit: Hier bleibt kein Auge trocken, gelungene humorvolle Fortsetzung der „Bundschuh“-Reihe, die hoffentlich in dieser Form fortgesetzt wird.

 

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Wendy Walker: Dark Memories

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Die Lesung der Hörbuchfassung hat Sascha Rothermund übernommen. Er  hat eine angenehme einfühlsame Stimme, was sehr gut zur Handlung von  „Dark Memories“ passt, denn die Tortur, die die sechszehnjährige Jenny Kramer über sich ergehen lassen muss, wird hier sehr detailliert erzählt:
Sie schafft es mit letzter Kraft aus dem Wäldchen heraus, wo der maskierte Täter sie nach der brutalen Vergewaltigung hat liegen lassen, so dass Passanten auf sie aufmerksam werden und man sie ins Krankenhaus bringt. Dort kann man zwar alle inneren und äußeren Verletzungen behandeln und die Ärzte versichern ihr und ihren Eltern, dass sie wieder gesund wird, aber so ein Trauma psychisch zu verarbeiten, das ist eine ganz andere Hürde, die Jenny meistern muss.  Auf Wunsch ihrer Eltern hatte man ihr im Krankenhaus ein Medikament verabreicht, das jegliche Erinnerung an den brutalen Übergriff und somit auch an den Täter ausgelöscht hat.  Doch Jenny kommt damit nicht gut zurecht, denn sie hat körperlich so viel durchgemacht, dass sie die „Schwärze“ in ihrem Kopf nicht mehr ertragen kann….
Hier kommt dann der Psychiater Dr.  Alan Forrester ins Spiel und gemeinsam mit Jenny will er Licht ins Dunkeln bringen, damit der Täter endlich gefasst wird…
Der Psychiater hat in diesem Buch auch den Part des Erzählers übernommen. Doch dieser Erzählstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn ich finde seine Art etwas überheblich und im Verlauf  auch sein Handeln egoistisch und manipulativ. Außerdem dreht es sich nicht nur um die Aufarbeitung von Jennys Schicksal, sondern auch die Probleme ihrer Eltern kommen zur Darstellung und Dr. Forrester therapiert sie dann gleich noch mit. Außerdem öffnet er noch weitere Krankenakten wie z.B. die von Shaun, einem ehemaligen Soldaten, der nach einem Auslandeinsatz traumatisiert ist.  Einen seriösen Eindruck macht der liebe Doktor auf  mich nicht  und seine medizinischen „Erklärungen“ fand ich auch entbehrlich, denn man hatte schon als Zuhörer genug damit zu tun, die ganzen Lebensläufe nicht durcheinander zu bringen und besonders den Täter fand ich dann „wie aus dem Hut gezaubert“, denn so richtig nachvollziehen konnte ich nicht warum Jenny sein Opfer wurde….
Fazit: Sascha Rothermunds Lesung ist es zu verdanken, dass ich das Hörbuch überhaupt zu Ende gehört habe. Fesselnde Spannung kam durch den eigenwilligen Erzählstil, die teils sehr detaillierten Situationsbeschreibungen und die Öffnung zu vieler Patientenakten hier für mich nicht auf.

 

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