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Gerit Bertram: Die Flöte von Rungholt

1360: Auf der Suche nach Arbeit als Dolmetscher durchquert Endres Wolfhard das Land. Er hat nur noch wenige Habseligkeiten, denn durch widrige Umstände hat er alles was ihm lieb und teuer war, verloren.
Bald darauf führt ihn sein Weg an die Nordseeküste, wo Wattenmeer und die vom Wasser umgebenen Halligen das Landschaftsbild prägen. Im Handelsort Rungholt bekommt er Arbeit und er lernt Levke, die Tochter eines Schäfers kennen und lieben. Levke ist auch von ihm angetan, doch sie wird bereits seit einiger Zeit hartnäckig von dem wohlhabenden Hinnerk umworben, der es sich in den Kopf gesetzt hat, auf Teufel komm raus mit ihr den Bund der Ehe einzugehen…
Nicht nur der hartnäckige Galan Hinnerk sorgt für Aufregung, sondern dann kommt es zu einer zerstörerischen Sturmflut und von Rungholt und seinen Bewohnern bleibt kaum etwas übrig, nur Levke und Endres können sich in letzter Minute retten. Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt, denn auch Hinnerk hat die Naturkathastrophe überlebt und er macht sich auf nach Levke zu suchen…..
Mehr Einblick ins Geschehen gibt es von meiner Seite nicht, denn „Die Flöte von Rungholt“ lohnt sich auf jeden Fall zu lesen.  Das alte Musikinstrument fungiert im Roman als Glücksbringer, den man nicht kaufen, sondern geschenkt bekommt, bzw. findet die Flöte schon seit unzähligen Jahren immer wieder selbst den Weg zu den Menschen…
…… dann schreibt am das Jahr 1944, wo der Ort Rungholt nicht mehr existiert bzw. nur noch sagenumwoben irgendwo im Wattenmeer liegend, vermutet wird, nur die Flöte taucht wiederum als Glückbringer auf….
Mir gefällt der gut formulierte, leicht zu lesende und bildhafte Schreibtstil. Beim Lesen entstehen Bilder „vor dem inneren Auge“, so dass man schnell in der Handlung verankert ist.  Auch die Idee eine alte Tonflöte als Glückbringer „durch die Zeit“ reisen zu lassen, gefällt mir; es hat etwas Magisches und passt gut ins Geschehen und bei den vielen Hindernissen und harten Proben, die das Liebespaar hier meistern muss, kann es gut einen Glückbringer gebrauchen…
Fazit: Eine zerstörerische Naturkatastrophe, ein junges Paar, dessen Liebe auf eine sehr harte Probe gestellt wird und eine magisch anmutende alte Tonflöte als Glückbringer sind einige der Puzzlesteine dieses gut geschriebenen, spannend erzählten und lesenswerten Romans

Auch unterhaltsam und lesenswert: „Die Tochter des Medicus“ oder auch „Das Lied vom schwarzen Tod

 

 

 

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John Grisham: Forderung

Der Titel „Forderung“ des neuen Romans von John Grisham fasst gleich zusammen, um was es hier geht, nämlich um die Rückzahlung der hohen Beträge der Studienkredite, die sich bei den Jurastudenten ansammeln und die nach bestandenem Examen fällig werden. Aber Examen bedeutet nicht gleich lukrativer Job, denn der Markt ist heiß umkämpft und wer gar keinen Job bekommt, der hat ganz große Schwierigkeiten, die Schulden zu begleichen….
Im Mittelpunkt der Handlung stehen vier Jurastudenten, die sich kurz vor ihrem Examen befinden. Gordy und Zola haben eine Beziehung und Todd und Mark sind mit ihnen befreundet. Doch diese Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt….
Gordy treibt ein Gedanke um, der sich um das das Thema Studiengebühren, Universitätsabschlüsse, Anwaltskanzleien und betrügerische Machenschaften dreht. Obwohl manches plausibel klingt, ist der Beweis für seine Gedankengänge in der Realität schwierig zu erbringen. Doch im Verlauf wird manches deutlicher, aber man fragt man sich auch, wer betrügt hier eigentlich wen…
Dann passiert etwas Gravierendes….
Nach einer kurzen Erholungspause schmieden die Freunde einen wagemutigen Plan, der auch anfangs mehr recht als schlecht aufgeht, weswegen aber trotzdem ihre krummen Geschäfte nicht verborgen bleiben. Im Verlauf wird es dann ganz eng und es bleibt ihnen nur eine Option…..
Mehr möchte ich von Inhalt nicht preisgeben, denn das Buch liest sich gut.
John Grisham hat einen angenehmen Erzählstil und mich hat die Geschichte schnell gepackt. Diesmal ist er auch nicht so ins Detail gegangen, wenn es sich um Paragraphen oder sonstige Gegebenheiten des amerikanischen Justizsystems handelt.
Obwohl ich mich an manchen Stellen gefragt habe, ob man tatsächlich so leicht auf „Jobfang“ gehen kann,  verbuche ich das mal unter „schriftstellerischer Freiheit“.
Doch etwas gestört hat mich die „Unbedarftheit“ und offensichtliche „Ahnungslosigkeit“ der drei befreundeten Jurastudenten wenn es um Strafen für dieses oder jenes Vergehen oder auch z.B. die „unterschiedliche Gesetzgebung der Bundesstaaten“ ging, da hätte ich mehr juristisches „Input“ erwartet….
Fazit: Nichtsdestotrotz ist das Buch gut schrieben, unterhaltsam und  mit langsam ansteigender Spannung erzählt, auch wenn die Handlung da und dort für mich ein paar „Hänger“ hat, möchte ich doch insgesamt vier von fünf möglichen Punkten geben

Auch lesenswert vom Autor: „Das Komplott“ oder auch „Die Erbin

 

 

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Stephan Bartels: Vatertage

Heyne Verlag

Eigentlich bekommt man mit dem Buch „Vatertage“ gleich zwei Geschichten in einem Buch erzählt, zwar verbinden die sich im Verlauf, aber dies nur so am Rande gleich mal vorweg.
Der Prolog beginnt am 31.08.1968, wo man die junge Jarmila Havlicekova kennenlernt, die sich auf dem Weg von Prag nach Hamburg befindet. Jarmila erzählt von ihrer großen Liebe, dem deutschen jungen Mann mit Namen Michael Petersen und weswegen sie sich auf den Weg nach Deutschland macht….
Dann kommt ein Zeitsprung und man landet im Jahr 2008 als Simon Havlicek ganz unvermittelt ein amtliches Schreiben zugestellt bekommt, worin ihm das Sozialamt mitteilt, dass er knapp 700 EUR Pflegebeteiligung für seinen Vater Michael Petersen zahlen müsse. Das prekäre an diesem Schreiben ist, dass Simon seinen Vater gar nicht richtig kennt bzw. er hat noch nie ein Wort mit ihm gewechselt und nun soll er für seine Pflege aufkommen. So ein großer Betrag liegt gar nicht im Budget von Simons Familie mit zwei kleinen Kindern…
Ein Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter des Sozialamtes erbringt auch keine Aussicht auf Besserung, nur den Aufenthaltsort seines Vaters erfährt er und dass er noch zwei Halbgeschwister hat, die sich allerdings an den Kosten nicht beteiligen könnten….
War das amtliche Schreiben schon ein Schock, ist er total sprachlos als er das Wort Geschwister hört, denn bis dato wusste er von ihnen nichts….
Wie die Geschichte weitergeht, erzähle ich hier nicht, nur noch ein kleiner Hinweis:
In der Ankündigung des Buches stand „Lachgarantie“ und ich muss sagen, zu Lachen hat Simon hier erst einmal nichts. Er macht zwar das Beste aus der ganzen Situation, er engagiert sich, setzt alle Hebel in Bewegung um eine Lösung zu finden, aber auch das alles hat bei mir nicht die Lachmuskeln aktiviert. Vielmehr bekommt man hier eine doch recht tragische Lebensgeschichte eines Mannes erzählt, die einst so romantisch im Jahr 1968 mit der Begegnung von Jarmila und Michael begann. Das Buch liest sich flüssig, ist ein realistischer Blick in die heutige Zeit und ist gut nachvollziehbar, aber für mich eben eher eine Lebensgeschichte, die zwar ganz unterhaltsam ist, aber keineswegs von Humor nur so strotzt, sondern eher zum Nachdenken anregt.
Fazit: Aus zwei Handlungssträngen wird im Verlauf eine doch recht tragische Lebensgeschichte, die unterhaltsam ist, aber mich eher nachdenklich gemacht hat, als zu Lachsalven animierte.

 

 

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Marissa Stapley: Das Glück an Regentagen

Audiobuch
Angezogen vom schön gestalteten Cover des Hörbuchs, war ich gespannt was die mir bis dato unbekannte  Autorin hier zu erzählen hat…
Die Schauspielerin Svenja Pages hat den Part der Vorleserin von „Das Glück an Regentagen“ übernommen, dessen Inhalt ich hier ein wenig zusammenfasse:
Es wird hier in ständig wechselnden Zeitrastern die Lebensgeschichte der Familie Summers erzählt, die seit Generationen im beschaulichen Alexandria Bay am St. Lorenz-Strom leben.
Mae Summers Leben in New York hat einen Riss bekommen, da sich ihr Verlobter Peter von ihr trennt bzw. untertaucht, da er offenbar in kriminelle Machenschaften verwickelt ist…
Als sie sich mit gemischten Gefühlen wieder in Richtung Alexandria Bay aufmacht, da dort immer noch ihre Großeltern Lilly und George leben, erinnert sie sich schmerzlich an ihre erste große Liebe Gabriel Broadbent, den sie seit frühester Jugend kennt und mit dem sie sich durch gemeinsame schicksalshafte Ereignisse für immer verbunden fühlte. Doch eines Tages war er verschwunden und Mae weiß nicht warum….
In der Gegenwart spielt Maes weiterer Lebensweg, der dann immer wieder durch Erinnerungen an Maes auf tragische Weise verstorbene Eltern, ihr Aufwachsen bei den Großeltern und ihr Weggang nach New York durchschnitten wird.
Hier muss man schon genau zuhören um die vielen Mitwirkenden bzw. Familienmitglieder genau einzuordnen!
Etwas klarer wird es dann als Mae aus New York zurück ist,  doch die zehn Jahre, die sie nicht am gleichen Ort wie ihre Großeltern verbracht hat, haben nicht nur bei Mae Spuren hinterlassen, besonders die kürzlich erfolgte Trennung ihrer Großeltern gibt Mae Rätsel auf. Doch um hier Licht ins Dunkel zu bringen, braucht es etwas Feingefühl und ist ein weiterer Handlungsstrang, der hier eingewoben ist….
Welches Geheimnis die Familie Summers verbirgt, bleibt hier natürlich unerzählt.
Eigentlich können generationsübergreifende Familiengeschichten, die dann als „Bonbon“ auch noch ein „Geheimnis“ verbergen genauso spannend sein wie ein Krimi. Das hätte bei diesem Roman auch der Fall sein können, doch ich habe mich etwas schwer getan mit dem ständigen Wechsel an zeitlichen, örtlichen und menschlichten Zusammenhängen und die Vorleserin schafft es auch nicht wirklich hier einen besseren Durchblick zu verschaffen. Was eigentlich schade ist, denn in der Gesamtschau hätte diese teils auch anrührende und schicksalshafte Familiengeschichte durchaus besser „verpackt“ bzw. „rübergebracht“ werden können. Auch bleiben für mich noch einige Fragen offen, besonders was genau in New York vorgefallen ist, bleibt irgendwie nebulös im Gegensatz zum Rest des Romans.
Fazit: Schade, trotz schicksalsträchtiger und anrührende Familiengeschichte,  fehlt hier die spannende Erzählweise um den Zuhörer richtig zu fesseln, was auch die Vorleserin nicht auffangen kann
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Hakan Nesser: Der Fall Kallmann

Wer sich hier auf einen spannenden Krimi freut, dem sei gleich vorweg gesagt, es gibt eine Krimi-Handlung, sie ist aber in einem verschachtelten Roman vorborgen, der im Jahr 1995 beginnt. Der Kriminalfall bleibt lange Jahre ohne Abschluss bzw. verläuft im Sande, bis dann im Jahr 2015  sich alle Puzzlesteine erst an die richtige Stelle legen und man somit als Leser etwas Geduld aufbringen muss, die sich aber im Nachhinein durchaus lohnt!
Eigentlich können wir Fans von Hakan Nessers Büchern da ja von Glück sprechen, dass es  hier zu einen Abschluss bzw. einer Auflösung im Fall Kallmann“ kommt, denn der Autor hatte ja seine geneigte Leserschaft vor geraumer Zeit bei dem Buch „Kim Novak badete nie im See von Genezareth“ richtig auf die Folter gespannt und erst viele Jahre später mit Die Wahrheit über Kim Novak und den Mord an Berra Albertssondie Geschichte zu Ende erzählt und den wahren Täter entlarvt.
Aber ganz einfach macht es der Autor uns auch diesmal nicht,  denn aus verschiedenen Perspektiven wird der Frage nachgegangen, ob der Tod des etwas eigenwilligen,  aber bei den Schülern sehr beliebten Lehrers Eugen Kallmann nun ein tragischer Unfall oder gar Mord war…
Während vielen Gedanken nachgegangen wird, werden hier unterschiedliche Lebensgeschichten beleuchtet, die dann irgendwie in Zusammenhang zu stehen scheinen. Im Jahr 1995 gibt es einen kleinen Außenseiter mit Namen Charlie, der seine Klassenkameradin Andrea interviewt und sie mit merkwürdigen Fragen über ihre Herkunft und die Mitglieder ihrer Familie überhäuft, die Andrea irritieren, was sich aber  dann im Verlauf zu einem wichtiger Handlungsstrang der Geschichte entwickelt…
Auch ein neuer Lehrer mit Namen Leon, der den Platz von Eugen Kallmann in der Schule übernimmt und seine frühere Studienkollegin Ludmilla, die eine Kollegin des Verstorbenen war, sind ein Puzzle-Teil der Handlung, da sie sich im weiteren Geschehen mit einem anderen Lehrer zusammentun und sich als Detektive betätigen, denn Leon hatte eigenartige tagebuchartige Aufzeichnungen von Kallmann gefunden, die es zu entschlüsseln gilt, denn dort wird über einen Mord berichtet…..
Aber nicht nur der Tod Kallmanns wirft Fragen auf, denn an der Schule, wo er einst tätig war, gibt es zunehmend fremdenfeindliche Aktionen, in deren Verlauf dann auch ein Schüler auf spektakuläre Weise zu Tode kommt, was wiederum Fragen aufwirft…
Bis es dann zu einer Auflösung der vielen Andeutungen, der Entwirrung von Realität und Fiktion kommt,  die unterschiedlichen Lebensgeschichten durchleuchtet und in die richtige Konstellation gebracht werden, dauert es wie bereits erwähnt einige Zeit und man muss schon etwas Geduld haben, bis sich der Nebel lichtet.  Aber das Dranbleiben lohnt sich auf jeden Fall, denn es gibt doch auf jeden Fall noch einen unvorhersehbaren Schluss-Akkord, der dem Autor auf jeden Fall gelungen ist!
Fazit: Eher ruhige Romanerzählung aus verschiedenen Perspektiven zusammengefügt, die aber eine fein eingewobene Kriminalgeschichte beinhaltet, die das ganze Buch durchzieht und mit einem besonderen und unvorhersehbaren Schluss-Akkord aufwarten kann und daher lesenswert ist! 

 

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Gisa Pauly: Venezianische Liebe

Die Autorin wandelt mal wieder auf „Abwegen“ und hat wie bereits schon mal zuvor bei  Der Mann ist das Problem“ nun erneut einen eigenständigen Roman mit dem Titel „Venezianische Liebe“ geschrieben, der zwar in Italien spielt, aber Mamma Carlotta kommt nicht darin vor.
Maria ist voll im „glückseligen Stress“ gefangen, denn ihre einzige Tochter Amelie will in Venedig heiraten! Während sie sich gedanklich mit Gästelisten, Tisch-Deko etc. beschäftigt, kommt sie in dem angemieteten Haus in Venedig an, so ist die ganze Familie unter einem Dach untergebracht, was einerseits praktisch gedacht ist, aber auch Maria etwas Bauchschmerzen bereitet, denn sie wird nach langer Zeit ihren Ex-Mann Adrian wiedersehen und auch ihr Bruder Cyrill, ein berühmter Modeschöpfer, der natürlich für das perfekte Brautkleid zuständig ist, plant sich hier mit seiner großen Liebe zu treffen, was heikel ist, darf doch niemand von dieser Liebe wissen. Außerdem soll auch noch Marias beste Freundin Judy mit in dem Haus wohnen, die als Patentante von Amelie natürlich bei den Hochzeitsvorbereitungen unbedingt dabei sein will….
Obwohl Maria durch das bevorstehende Zusammentreffen mit ihrem Ex-Mann ja schon etwas angespannt ist, passiert dann etwas, was sie völlig aus der Bahn wirft, denn während sie ihren Espresso auf einem der idyllischen Plätze Venedigs einnimmt, ertönt plötzlich eine ihr sehr bekannte Melodie, die von einem etwas ungepflegt wirkenden Mann auf einer Geige gespielt wird. Maria erstarrt, denn der Künstler, der vor vielen Jahren mit dem Lied „Venezianische Liebe“ berühmt wurde, ist tot! Doch irgendetwas an dem Mann, der da vor ihr steht, erinnert sie an den Künstler von einst, aber kann das sein???? Plötzlich verschwindet er aus Marias Sichtfeld und ist wie vom Erdboden verschluckt….
Maria unternimmt einiges um herauszufinden, wer der Mann ist. Sollte es wirklich der Künstler von einst sein, dann käme es zu reichlich Komplikationen bei der anstehenden Hochzeit, denn July, ihre beste Freundin war einst mit ihm verheiratet und ihr Bruder Cyrill bekäme sicherlich eine seiner „Krisen“, wenn er dem Totgeglaubten begegnen würde, hat er doch noch ein „Hühnchen mit ihm zu rupfen“…
Durch den Covertext wird man ja schon auf ein „Verwirrspiel“ hingewiesen und durch den mysteriösen Geigenspieler, der eine wichtige Rolle spielt, gibt es auch eine Ungewissheit im Handlungsablauf, die dann mit einigen humorvollen Einlagen vermengt wird. Aber mir waren es einfach zu viele Geheimnisse, die hier verdeckt/aufgedeckt wurden. Das Gefühlswirrwarr verkompliziert die Handlung und auch der Erzählstil ist irgendwie anders als sonst bzw. wie man ihn aus den „Sylt-Krimis“ kennt.
Fazit: Zwar kann man das italienische Flair spüren und sich auch durch die bildhafte Beschreibung der Örtlichkeiten gut in Venedig zurechtfinden, aber für mich war es einfach zu „emotional“, turbulent und durch die Geheimniskrämerei zu verwirrend um an das gewohnte Lesevergnügen anzuknüpfen, so dass ich nur 4 von 5 Sternchen vergebe.

 

 

 

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Gisa Pauly: Vogelkoje

Es gibt einen guten Grund für Mamma Carlotta mal wieder einen Besuch auf Sylt zu machen, wo die Familie ihrer verstorbenen Tochter lebt. Ihre Enkelin Carolin wird 18 Jahre alt, das ist doch ein Grund zum Feiern.
Doch wer die Geschichten um Mamma Carlotta kennt, der weiß genau, dass meistens Turbulenzen entstehen, wenn sie mit ihrem Temperament über die Insel „peest“ und dabei so einiges aufschnappt, was eigentlich im Verborgenen bleiben soll und sie  dann auch noch ganz nebenbei für ihre Lieben  italienische Leckereien auf den Tisch zaubert….
Im Hause ihres Schwiegersohns Erik Wolf, der auf der Insel ja als Kriminalhauptkommissar arbeitet, wird in einigen Räumen renoviert, was Eriks neue Freundin Swea vorangetrieben hat, nur in der Küche, wo Mamma Carlotta sofort wieder mit Begeisterung den Kochlöffel schwingt, ist alles beim Alten geblieben.
Ronnie, ein junger Mann, der unter Swea Fittichen steht, ist für die Malerarbeiten engagiert worden, was besonders gut bei Caroline ankommt…
Doch dieser junge Mann rückt schnell in den Focus von Mamma Carlotta,  denn sie entdeckt ihn bei einem ihrer Besuche in ihrer Lieblingskneipe „Käptan’s Kajüte“ und dort scheint er in undurchsichtige Machenschaften verwickelt zu sein….
Diesmal stehen die Aufregungen und Ereignisse rund um die Familie Wolf doch ziemlich im Mittelpunkt, obwohl Kommissar Wolf und sein Kollege Sören doch beruflich sehr eingespannt sind, denn auf Sylt finden gehäuft illegale Autorennen statt. Bei ihren Recherchen in dieser Sache werden die beiden dann Augenzeugen eines makaberen Zwischenfalls, denn während eines dieser Rennen verunglückt ein bestückter Leichenwagen, dessen Inhalt dann auf der Straße landet…..
Wie gewohnt liest sich das Buch flüssig und ist mit viel Humor angereichert. Im Verlauf treten sehr viele Personen auf und da werden auch mal falsche Angaben zur Identität gemacht,  was dann zu einigen Verwirrungen führt, so dass man schon genau aufpassen muss, wer hier alles im Geschehen auftaucht.  Nichtsdestotrotz ist auch „Vogelkoje“ (übrigens ein Naturschutzgebiet, wo man in der Handlung eine Leiche entdeckt) wieder heiter-spannender Lesestoff, der sich gut als Ferienlektüre eignet.
Übrigens hat Mamma Carlotta erneut einige ihrer Rezepte verraten, die am Ende des Buches abgedruckt sind und zum Nachkochen anregen.
Fazit: Durch falsche Identitätsangaben wird es im Mittelteil etwas wuselig, so dass man aufpassen muss, dass man sich nicht den Überblick verliert. Nichtsdestotrotz unterhält Mamma Carlotta wieder durch ihr Temperament und ihre Spürnase, so dass man hier von einem heiteren humorvollen, aber auch spannenden Buch sprechen kann!

 

Gisa Pauly: Vogelkoje – Hörbuch

Wer nicht so gerne selber liest, dem kann ich nur das Hörbuch des Sylt-Krimis empfehlen, dass bei audio media erschienen ist.
Schon das Cover ist wieder ansprechend gestaltet und man kann erahnen, wohin es handlungsmäßig (I love Sylt) geht und das hohe Geschwindigkeit (Autorennen) sicherlich einen Part übernimmt.
Erneut hat mit ihrer markanten Stimme Christiane Blumhoff den Part der Vorleserin übernommen. Besonders gut und mit Wiedererkennungsfaktor verkörpert sie die Figur der Mamma Carlotta, deren italienischer Akzent hier besonders gut zur Geltung kommt. Aber auch andere Mundart kommt ihr sehr gut über die Lippen, was man dann bei einigen anderen Personen in der Handlung heraushören kann.
Obwohl die ungekürzte Lesung 16 Stunden dauert, war es nie langweilig und durch die gekonnte Vortragsart von Frau Blumhoff, waren die im Buch erscheinenden Figuren gut zu unterscheiden und besonders, die Situationen in denen es zu „ungewolltem Körperkontakt“ auf Seiten Mamma Carlottas kommt, hatte man direkt vor Augen, so dass man auch mal herzhaft lachen kann…
Fazit: Durch Christiane Blumhoffs Stimme wird Mamma Carlotta lebendig, so dass man hier von einem heiter-vergnüglichen, aber auch spannenden Hörerlebnis sprechen kann! Davon kann man durchaus noch mehr vertragen!
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