TOP

Elisabeth George: Bedenke, was du tust

Ein Inspector-Lynley-Roman!
Ich muss gestehen, ich kenne bisher die Geschichten um Inspector Lynley und seiner öfters mal ins Fettnäpfen tretenden Mitarbeiterin Barbara Havers nur als Verfilmung aus dem Fernsehen.
Da mir diese spannenden Filme immer gut gefallen haben, war ich auf die Buchvorlage des neuen Romans um Inspector Lynley  mit dem Titel „Bedenke, was du tust“ gespannt. Ich habe  mir das Buch in der vollständigen Lesung – die übrigens über 20 Stunden dauert und von Stefan Wilkening toll vorgetragen wird – angehört.
Erst einmal ist für mich seit der letzten Verfilmung einiges in der Rahmenhandlung passiert und aktuell steht Barbara Havers auf der Abschussliste ihrer Chefin und sie arbeitet nicht mehr offiziell mit Inspector Thomas Lynley zusammen.
Auch im Privatleben der beiden hat sich einiges getan, Thomas Lynley ist frisch verliebt, aber von fester Beziehung kann man noch sprechen. Barbara wird von einer Kollegin auf Trapp gehalten, die versucht ihr einen neuen Kleidungsstil angedeihen zu lassen und lässt außerdem nichts unversucht, Barbara irgendwie zu verkuppeln.
Da es Barbaras Kollegin wirklich gut meint, da sie um die Probleme mit der Vorgesetzten weiss und Havers alles versucht um ihre Chefin bei Laune zu halten um nicht in irgendein Provinznest versetzt zu werden, lässt Barbara sich auf die eine oder andere Unternehmung ein und bei einer dieser Gelegenheiten lernt sie zufällig die Bestsellerautorin Clare Abbott kennen. Wenige Tage später erfährt sie vom Tod dieser Frau und kurze Zeit später kontaktiert Rory Stratham, die Freundin und Lektorin von Clare Abbot Barbara, denn sie glaubt nicht an eine natürliche Todesursache…
Im Verlauf setzt sich Lynley sehr für Babara Havers ein und sie erhält die Erlaubnis nebst einem neuen Kollegen den Tod von Clare Abbott etwas genauer zu betrachten…..
Tatsächlich gibt es kleine Ungereimtheiten und Barbaras Ermittler-Instinkt ist geweckt, besonders als sie kurze Zeit später Rory in deren Wohnung mehr tot als lebendig auffindet…..
So zusammengefasst, ist dies aber nur ein Puzzle-Teil der Gesamthandlung, die eigentlich eine tragische und krankhafte Familiengeschichte ist, denn es gibt hier einige auffällige Personen bzw. eigenwillige Beziehungen, die zum Verwirrspiel um die Auflösung der Kriminalgeschichte beitragen.
Wer sich hier knisternde Spannung und „blutige Szenen“ erhofft, der liegt hier ganz falsch.  Elisabeth George hat einen sehr angenehmen und besonders anschaulichen Erzählstil, der mir gut gefällt. Allerdings fehlt mir tatsächlich hier die fesselnde Spannung in der Handlung, obwohl man aber unbedingt hinter die Auflösung der Geschichte kommen möchte. Die  Fokussierung auf eine Verdächtige und der Versuch diese Person eines vermutlichen Verbrechens zu überführen, steht im Vordergrund der Ermittlungen. Wer die anderen Geschichten aus dieser Reihe kennt, der weiss, dass meist das Böse im Verborgenen liegt, was sich hier wieder einmal bestätigt…
Da es ein Roman ist und nicht in der Kategorie Krimi oder Thriller herausgegeben wurde, kann ich dies nur bestätigen, das Hörbuch ist unterhaltsam, aber man muss sich schon etwas Zeit nehmen um hinter alle Fassaden schauen zu können. Der Vorleser Stefan Wilkening macht seine Sache wirklich gut und ihm ist es auch zu verdanken, dass dieser Roman lebendig wird und man ins Geschehen abtaucht, was ein ganz besonders wichtiger Punkt für mich ist um bei so langen „Vorträgen“ überhaupt am Ball zu bleiben und das hat sich hier auf jeden Fall gelohnt.
Fazit: Kein spannender und fesselnder Krimi, aber eine hörenswerte tragisch/krankhafte, aber auch mörderische Familiengeschichte, die wunderbar von Stefan Wilkening vorgetragen wird!
Read More
TOP

Andrea Sawatzki: Ihr seid natürlich eingeladen

Bei Familie Bundschuh ist wieder Trubel angesagt: Nachdem der 19-jährige Rolf,  der älteste Spross der drei Kinder von Gundula und Gerald Bundschuh seine Mutter aus Amerika anruft und ihr ganz nebenbei mitteilt, dass sie demnächst Oma wird und man plane noch vor der Niederkunft seiner geliebten Candy in Deutschland zu heiraten, ist Gundula erst einmal baff, sprachlos und dann fließen bei ihr die Tränen, denn ohne ein weiteres Wort legt Rolfi auf….
Nun sind Gerald Bundschuhs angeblichen gute Englischkenntnisse gefragt um Näheres über die geplante Anreise und Hochzeit zu erfahren. Doch das Telefonat mit den Eltern der Braut ist dann alles andere als klärend und führt dann doch über den Teich hinweg zu einigen Mißverständnissen…
Nach der ersten Schockphase plant Gundula Bundschuh dann die Hochzeit ihres Sohnes. Besonders für die Unterbringung der über zehn anreisenden neuen Mitglieder der Familie muss gesorgt werden, da ja auch Gundulas Eltern, Bruder Hadi nebst Gattin Rose und ihre Schwiegermutter zu diesem Fest zu Besuch kommen. Um die Feier ganz familiär zu gestalten, plant man eine Gartenparty, wo dann Gerald ein Spanferkel grillen will, was sich noch als große Herausforderung entpuppen soll…
Nun wer die beiden vorherigen Bücher über Familie Bundschuh gelesen hat, der weiß ganz genau, bei „Ihr seid natürlich eingeladen“ sind mit Sicherheit Turbulenzen zu erwarten und Gundula malt sich ja bereits einige Holpersteine aus, aber dass was hier alles rund um die Hochzeit ihres Sohnes passiert, ist schon alptraumhaft und verlangt von ihr mal wieder stahlharte Nerven und da ist es gut, dass ihr Psychotherapeut gleich in der Nähe wohnt…
Wer die turbulenten  Geschichten über die Familie Bundschuh noch nicht kennt, da bietet sich handlungsmäßig  jetzt zur  Weihnachtszeit das erste Buch der Reihe mit dem Titel „Tief durchatmen, die Familie kommt“ an und auch Buch Nr. 2 „Von Erholung war nie die Rede“ sollte man ebenfalls nicht verpassen!
Ich fand es wunderbar, dass Andrea Sawatzki auch gleich bei der Verfilmung des ersten Buches die Hauptrolle der Gundula Bundschuh übernommen hat. Axel Milberg als Gerald Bundschuh finde ich auch treffend besetzt, genau wie Judy Winter als Gundulas weinselige Schwiegermutter Susanne. Durch die Verfilmung hatte ich beim Lesen des wieder wunderbar erzählten und mit ganz viel Humor angereicherten  „Hochzeits-Chaos“ genau die mitwirkenden  Personen vor Augen, was dann wie ein Kopfkino war und mir sehr gut gefallen hat.
Fazit: Hier bleibt kein Auge trocken, gelungene humorvolle Fortsetzung der „Bundschuh“-Reihe, die hoffentlich in dieser Form fortgesetzt wird.

 

Read More
TOP

Wendy Walker: Dark Memories

978-3-8398-1490-1
Die Lesung der Hörbuchfassung hat Sascha Rothermund übernommen. Er  hat eine angenehme einfühlsame Stimme, was sehr gut zur Handlung von  „Dark Memories“ passt, denn die Tortur, die die sechszehnjährige Jenny Kramer über sich ergehen lassen muss, wird hier sehr detailliert erzählt:
Sie schafft es mit letzter Kraft aus dem Wäldchen heraus, wo der maskierte Täter sie nach der brutalen Vergewaltigung hat liegen lassen, so dass Passanten auf sie aufmerksam werden und man sie ins Krankenhaus bringt. Dort kann man zwar alle inneren und äußeren Verletzungen behandeln und die Ärzte versichern ihr und ihren Eltern, dass sie wieder gesund wird, aber so ein Trauma psychisch zu verarbeiten, das ist eine ganz andere Hürde, die Jenny meistern muss.  Auf Wunsch ihrer Eltern hatte man ihr im Krankenhaus ein Medikament verabreicht, das jegliche Erinnerung an den brutalen Übergriff und somit auch an den Täter ausgelöscht hat.  Doch Jenny kommt damit nicht gut zurecht, denn sie hat körperlich so viel durchgemacht, dass sie die „Schwärze“ in ihrem Kopf nicht mehr ertragen kann….
Hier kommt dann der Psychiater Dr.  Alan Forrester ins Spiel und gemeinsam mit Jenny will er Licht ins Dunkeln bringen, damit der Täter endlich gefasst wird…
Der Psychiater hat in diesem Buch auch den Part des Erzählers übernommen. Doch dieser Erzählstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn ich finde seine Art etwas überheblich und im Verlauf  auch sein Handeln egoistisch und manipulativ. Außerdem dreht es sich nicht nur um die Aufarbeitung von Jennys Schicksal, sondern auch die Probleme ihrer Eltern kommen zur Darstellung und Dr. Forrester therapiert sie dann gleich noch mit. Außerdem öffnet er noch weitere Krankenakten wie z.B. die von Shaun, einem ehemaligen Soldaten, der nach einem Auslandeinsatz traumatisiert ist.  Einen seriösen Eindruck macht der liebe Doktor auf  mich nicht  und seine medizinischen „Erklärungen“ fand ich auch entbehrlich, denn man hatte schon als Zuhörer genug damit zu tun, die ganzen Lebensläufe nicht durcheinander zu bringen und besonders den Täter fand ich dann „wie aus dem Hut gezaubert“, denn so richtig nachvollziehen konnte ich nicht warum Jenny sein Opfer wurde….
Fazit: Sascha Rothermunds Lesung ist es zu verdanken, dass ich das Hörbuch überhaupt zu Ende gehört habe. Fesselnde Spannung kam durch den eigenwilligen Erzählstil, die teils sehr detaillierten Situationsbeschreibungen und die Öffnung zu vieler Patientenakten hier für mich nicht auf.

 

Read More
TOP

Jan Büchsenschuß: Oleander – Vom Lesen und Töten

Büchsenschuß_Oleander_1400px

Simon Oleander ist tot. Sein Testament soll verlesen werden und dazu hat man sich im Mai 2012 in der Villa des Verstorbenen versammelt.
Eigentlich brauchte es kein Testament zu geben, denn die Familie Oleander hat einen Familiencodex den „Lex Oleandrin“, der genau regelt wer der nächste „Hüter des Familienbesitzes“ ist.
Simon hatte ein Faible für das geschriebene Wort, dass ihm sozusagen in die Wiege gelegt wurde. Im Verlauf der vielen bereits zurückliegenden Generationen der Familie Oleander, die sich alle für Literatur begeistern konnten, hat sich ein großer Schatz angesammelt, sprich unzählige Bücher sind überall in der Villa zu finden und in einer groß angelegten Bibliothek untergebracht.  Man fühlt sich in der Familie Oleander dazu verpflichtet, dieses Erbe zu schützen.
Und so halten alle anwesenden Familienmitglieder das vorgetragene Testament, das u.a. lautet: … eigentlich ist Hagen der Erbe, aber ich möchte, dass ihr alle etwas tut und Euch das Geld redlich verdient, sonst ist es weg!“  auch anfangs für eine „Marotte“ des Verstorbenen, doch bald wird ihnen allen klar, dies ist „blutiger Ernst“ und es heißt in kürzester Zeit ein Codewort zu finden, welches sich aus Hinweisen zusammensetzen soll, dass in den unzähligen Büchern versteckt ist…….
Während man als Leser die Familienmitglieder auf der Suche nach dem besagten Codewort begleitet, gibt es interessante Einblicke in die spannende Welt der Literatur……
Das Buch liest sich gut und auch das „Geheimnis“ der Familie Oleander kommt er ganz langsam zum Vorschein, so dass der Spannungsbogen gehalten wird und man im Verlauf der durchaus blutigen Schnitzeljagd dann seiner Phantasie freien Lauf lassen kann, was es mit dem Testament auf sich hat……
Allerdings sind recht häufig Fremdwörter im Text eingestreut, die den „ungeübten“ Leser vielleicht etwas verschrecken, was schade wäre, denn der Roman „Oleander“ ist nicht nur eine spannende Familiengeschichte, die ein düsteres Geheimnis birgt, sondern eigentlich eine Art Liebeserklärung an das geschriebene Wort bzw. das Lesen von Büchern, die man hier durch das Abtauchen in die umfangreiche Bibliothek der Familie Oleander vorgestellt bekommt….
Aus dem Lebenslauf des Autors geht hervor, dass er Architektur studiert hat, was sich dann hier im Buch auch widerspiegelt, denn wer so spannend von unterschiedlichsten Geheimgängen schreiben kann, der muss davon auch etwas verstehen…
Fazit: Um hinter das düstere Geheimnis der Familie Oleander zu kommen, muss man nur eines tun: Dieses Buch lesen!
Read More
TOP

Joel Dicker: Die Geschichte der Baltimores

f3193935cf

Im September 2013 habe ich das erste in Deutschland erschienene Buch von Joel Dicker „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ mit Begeisterung gelesen und darüber hier berichtet.
Nun gibt es einen neuen Roman mit dem Titel „Die Geschichte der Baltimores“ und erneut hat  Joel Dicker ein von der ersten Seite an fesselndes und spannendes Buch geschrieben. Es geht um die Familiengeschichte des erfolgreichen Schriftstellers Marcus Goldman, der auch im ersten Buch eine wichtige Rolle gespielt hat. Doch man muss es nicht zwangsläufig gelesen haben um die neue Geschichte zu verstehen.
Ich überlebe was ich von dieser Familiengeschichte überhaupt hier preisgegeben darf, denn sie ist einfach zu interessant und mit viel Einfühlungsvermögen geschrieben. Der Schreibstil ist flüssig, fesselnd und die Charaktere sind so gut gezeichnet, dass man sie direkt vor Augen hat.
Marcus Goldman ist auf der Suche nach einer Idee für sein neues Buch und da kommt ihm ein zugelaufener Hund zur Hilfe, der ihn zu einer Frau führt,  die er seit seiner Jugend kennt und später dann geliebt hat. Die Trennung war schmerzlich für beide und er merkt, dass er immer noch Gefühle für Alexandra Neville hegt….
Durch sie erinnert er sich an die für ihn schönsten Jahre seiner Kindheit und Jugend, die er größtenteils bei der Familie seines wohlhabenden und angesehenen Onkels Saul in Baltimore verbracht hat:
Sein Cousin Hillel, Woody, ein Junge der bei der Familie Goldman lebt und Marcus  sind im gleichen Alter und eine eingeschworene unzertrennliche Gemeinschaft, die durch dick und dünn geht und damals sogar einen wichtigen Pakt geschlossen haben…
Durch unterschiedliche Schulbesuche bzw. Studium an unterschiedlichen Universitäten verlaufen die in der Jugend erträumten Lebenswege der Drei dann doch ganz anders und im Verlauf der Geschichte kommt es zu mehreren Stolpersteinen, die die Freundschaft auf eine harte Probe stellt und da oftmals im Leben alles anders kommt als geplant, beginnt die Erzählung am 24.10.04 als Marcus Goldman einen Anruf seines Onkel Saul bekommt der wie folgt lautet:
„Marcus, Du musst sofort herkommen, es ist etwas Schreckliches passiert…..“
Doch man erfährt nicht gleich was passiert ist, nein es geht geheimnisvoll und spannend von einem Lebensabschnitt zum nächsten und erst ganz am Schluss kann man lesen, welch eine Katastrophe sich ereignet hat….
Mehr gebe ich hier nicht preis, denn dieser fesselnde Roman ist nicht nur eine Familiengeschichte, sondern hier geht es um tiefe Freundschaft, Liebe, Eifersucht, Neid, Trennung und Verlust. Einfühlsam und packend erzählt, so dass man sogähnlich ins Geschehen katapultiert wird und nach kurzer Zeit hat man das Gefühl die Figuren bzw. Personen persönlich zu kennen, so dass sie vor dem geistigen Auge erscheinen. Und genau diese Art zu schreiben hat mich schon beim ersten Roman von Joel Dicker fasziniert und es wundert mich nicht, dass er für seine Bücher bereits mit einigen Preisen ausgezeichnet wurde.
Fazit:  Fesselnder vielschichtiger Roman, der einen sogähnlich ins Geschehen katapultiert, so dass die Seiten nur so dahin fliegen! An diesem Roman kommt man einfach nicht vorbei, also unbedingt lesen!
Read More
TOP

Nele Löwenberg: Straße nach Nirgendwo

9783548287386_cover
Die erste Begegnung mit Sheridan Grant im Buch „Sommer der Wahrheit“ endete mit dem Fortgang der Siebzehnjährigen von der Willow Creek Ranch in Nebraska um in New York ihr Glück als Sängerin zu suchen. Zu viel war im Vorfeld geschehen, so dass sie nur einen Ausweg sieht um ihrem Stiefbruder Esra und ihrer von Hass erfüllten Adoptivmutter zu entkommen: Sie macht sich heimlich von dannen, auch wenn ihr der Abschied vom Rest der Familie sehr schwer fällt…..

Und so geht es jetzt dann weiter:

Doch sehr weit kommt sie nicht, denn während sie Pause in einer Raststätte macht, muss sie aus dem Fernsehen erfahren, dass ihr Stiefbruder Esra zum Amokläufer geworden ist und auf der Willow Creek Ranch ein Massaker verübt hat, man spricht von Toten und Schwerverletzten….
Ist diese Nachricht nicht schon furchtbar, beginnt für Sheridan jetzt der eigentliche Alptraum, denn sie wird im Zusammenhang mit den Vorkommnissen auf der Ranch gesucht,  es wird vermutet,  sie habe etwas damit zu tun. Kurze Zeit später wird sie dann noch auf der Raststätte verhaftet……
Im Verlauf der Geschichte muss sich Sheridan gegen die böswilligen Anschuldigen ihrer Adoptivmutter wehren, die dass Massaker überlebt hat. Sheridan wird zum Spielball der Medien und es wird kein gutes Haar an ihr gelassen…..
Der zuständige Detective Jordan Blystone kann dann endlich Licht in die wirklichen Vorgänge auf der Ranch bringen und er hilft Sheridan sich aus dem Blitzlichtgewitter der Medien zu entfernen um in Ruhe ihren Schulabschluss zu machen.
Doch irgendwie zieht Sheridan Schwierigkeiten an und es dauert nicht lange und sie ist erneut einer Hetzkampagne in den Medien ausgesetzt, was dazu führt, dass sie sich von ihrem ehemaligen Lebensziel weit entfernt und untertaucht, so dass niemand erfährt wo sie sich aufhält…..
Es vergehen Jahre und Sheridan macht sehr schmerzliche Erfahrungen im zwischenmenschlichen Bereich , fällt immer wieder auf die falschen Männer herein und gerät dadurch sogar in Lebensgefahr….
Ob Sheridan noch ihr Glück findet, sollte jeder selbst herausfinden, denn Nele Löwenberg ist mit „Straße nach Nirgendwo“ eine lesenswerte Fortsetzung  gelungen. Zwar fand ich Sheridan manchmal etwas naiv und blauäugig wie sie in manche Situationen hineinrutscht, aber nichtsdestotrotz wünscht man ihr nach all den Geschehnissen, dass sie bald zur Ruhe kommt und sie ihren Traum als Sängerin doch noch verwirklicht.
Ich für meinen Teil hoffe, dass Sheridan Grant auf ihrem Lebensweg noch viel erlebt, weil ich gerne eine weitere Fortsetzung der Reihe lesen würde!
Fazit: Gelungene Fortsetzung der Reihe um Sheridan Grant, deren weiterer Lebensweg mit allen Höhen und Tiefen hier spannend erzählt wird, wovon man durchaus noch mehr Lektüre vertragen könnte!

 

 

 

 

Read More
TOP

Leon Specht: Das dunkle Echo – LTMs erster Fall

Das dunkle Echo

LTM steht für Leonie Theophila Möller, eine junge quirlige aufgeweckte Kommissarin, die mit ihrem Chef Thomas Seibold im Frankfurter Raum in Sachen Mord ermittelt.
Thomas Seibold ist ausgepowert, ein Wanderurlaub im Spessart  –   im sagenumwobenen Jossgrund  –  ist geplant. Auf der Fahrt dorthin bahnt sich eine Erkältung an und so  kehrt er kurzerhand in der nächstbesten Pension ein. Das schmucke Häuschen wird von der wortkargen Martha Bulling nebst einer Katze und einem Raben geführt. Durch ihr naturheilkundliches Wissen versorgt sie ihren gesundheitlich angeschlagenen Gast mit heilsamem Tee und leichter Kost.
In der Nacht wird Seibold dann plötzlich aus dem Schlaf gerissen: Merkwürdige Geräusche und ein Vibrieren durchziehen das gesamte Haus und draußen hört er eigenartige Tierlaute,  auch der Rabe unten in der Gaststube krächzt markerschütternd. Frau Bulling erklärt dem erschrockenen Kommissar,  dass es sich um ein Erdbeben gehandelt hat und „Jemand sei ermordet worden“, dass hätten ihr die Tierstimmen verraten…..
Als dann kurze Zeit später ein bekannter Bienenforscher tot aufgefunden wird, ist der Spürsinn des Kommissars geweckt und er beordert seine junge Kollegin in den Spessart um den mysteriösen Tod des Mannes zu untersuchen.  Informationen von den Einheimischen zu bekommen ist schwierig, haben sie doch so ihre Eigenarten und plötzlich scheint jeder etwas zu verbergen haben….
Der Autor hat „Das dunkle Echo“ in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten geht es um den Tod des Bienenzüchters. Als Zwischensequenz gibt es dann  eine kleinen Rückblick auf das zuvor erschiene Buch „Der stille Schrei„. Einige Personen daraus tauchen jetzt im zweiten Teil der Handlung  auf:
Es ist etwas Zeit vergangen und der Kommissar erneut auf dem Weg in den Jossgrund, wo er sich wieder bei Frau Bulling angemeldet hat.  Doch das kleine Häuschen ist verschlossen und es regt sich nichts im Inneren. Hatte sie ihn vergessen? Beim Nachbarn erfährt er dann, dass seine noch vor kurzem von Lebensenergie strotzende Vermieterin plötzlich verstorben und auch schon vor einer Woche beerdigt worden sei. Kam das dem Kommissar schon alles etwas merkwürdig vor, ist die Testamentseröffnung dann eine kleine Sensation…
Die eingestreuten Fremdwörter und die Darlegung von Krankheiten mit vielen Fachausdrücken lassen den Lesefluss stocken und sie tragen auch nicht zum Aufbau von Spannung bei. Etwas zu sehr im Vordergrund stehend, fand ich das zwischenmenschliche Geplänkel des väterlichem Vorgesetzten und der jungen engagierten Kollegin.
Als Krimi würde ich dieses Buch nicht unbedingt bezeichnen, eher als einen Roman mit Lokalkolorit, der mit ungeklärten Todesfällen angereichert ist, denn alles was anfangs mysteriös und merkwürdig erscheint, entpuppt sich als Verwirrspiel und am Ende erkennt man einem ganz böse durchdachten Plan..
Nichtsdestotrotz würde ich ein weiteres Buch mit diesem Team durchaus lesen!
Fazit: Spessartroman, der mit ungeklärten Todesfällen angereichert ist
Read More