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Catherine Shepherd: Winterkalt

Kafel Verlag

Nach „Moores Schwärze“ und „Nachtspiel“ ist „Winterkalt“ nun der dritte Einsatz für die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz, die in Köln agiert.
Im Prolog bekommt man Einblick in die Gedankenwelt eines der Opfer, das sich in eisiger Gefangenschaft befindet…
Wie schon der Titel des Buches suggeriert, spielt die Handlung im Winter. In Köln herrschen frostige Temperaturen und es liegt Schnee. Diese eisige Stimmung durchzieht die Handlung…..
Kommissar Florian Kessler steht an einem zugefrorenen See im Mediapark und es hat ihm regelrecht die Sprache verschlagen, denn was er in der großen vor ihm stehenen Eisskulptur erblickt, ist die Leiche einer jungen Frau…
Die hinzugerufene Rechtsmedizinerin Julia Schwarz hat so etwas  auch noch nicht gesehen, aber um die näheren Todesumstände der Frau zu klären, braucht es etwas Zeit, denn dazu muss sie erst aus ihrer eisigen Hülle befreit werden, was kein einfaches Unterfangen ist..
Während die Eisskulpur langsam schmilzt, versuchen die Ermittler zu enträtseln, wie und wann dieses Kunstwerk an den See gekommen ist, denn Zeugen gibt es keine dafür. Doch der Täter lässt ihnen keine Zeit zum Nachdenken, denn bereits kurze Zeit später wird erneut eine Eisskulptur mit schaurigem Inhalt entdeckt….
Die Ermittlungen sind schwierig und die Künstler-Szene, die solche Eis-Skulpturen erschaffen kann, ist speziell und ihre Mitglieder lassen sich nicht gern bei ihrem Wirken in die Karten schauen…
Während Florian Kessler und Julia Schwarz gemeinsam versuchen diesen kniffligen Fall zu lösen, heftet man sich als Leser an ihre Fersen und ist hautnah dabei, wenn dann letztendlich „das Eis schmilzt“….
Erneut hat die Autorin einen unheimlich fesselnden Thriller geschrieben, so dass die Seiten nur so dahinfliegen und man gebannt der Auflösung entgegenfiebert. Ein ganz besonderes „Händchen“ hat Frau Shepherd, wenn es darum geht, am Ende den oder die Mörder zu präsentieren, die während der Gesamthandlung im Verborgenen bleiben und auch diesmal erst mit einem Schluss-Akkord zum Vorschein kommen, was ein ganz großer Pluspunkt ist!
Ich weiß nicht, wie Frau Shepherd es schafft, immer wieder Page-Turner zu schreiben, aber alle bisherigen Bücher, die ich von ihr kenne, kann ich nur so bezeichnen und auch diesmal möchte ich meine unbedingte Leseempfehlung für diesem eiskalten Thriller geben!
Fazit: An diesem spannend erzählten, eiskalten Thriller kommt am einfach nicht vorbei! Unbedingt lesen!
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Gilly Macmillan: Bad Friends

Knaur

„Was habt ihr getan?“ Diese Frage stellen sich die Familien der beiden Jungen, die hier im Mittelpunkt des Geschehens stehen.
Bad Friends“ ist ein spannendes Buch, das aus unterschiedlichen Sichtweisen bzw. von mehreren Personen erzählt wird. Auch setzt sich die Gesamthandlung aus mehreren Ereignissen zusammen, die teils aktuell in Bristol stattfinden, aber auch in Somalia einige Zeit zuvor.
Die beiden 15 Jahre alten besten Freunde Noah Sadler, mit dessen Gesundheit es nicht zum Besten steht und Abdi Mahal, der mit seiner Familie aus Somalia geflohen ist, gehen zusammen in eine Schulklasse, verbringen viel Zeit miteinander und sind eigentlich unzertrennlich, bis es zu einer Katastrophe kommt:
Offenbar haben die beiden Freunde sich heimlich nachts zusammen weggeschlichen um etwas zu erleben. Doch dieses Abenteuer endet in einem Desaster, denn Noah wird bewusstlos aus einem Kanal geborgen und Abdi spricht seitdem kein Wort mehr…..
Was genau am Kanal passiert ist, dieses Rätsel gilt es für die herbeigerufene Polizei zu lösen. Was ein sehr schwieriges Unterfangen ist, denn durch die angespannte Lage hinsichtlich der vielen Flüchtlinge und die schwerwiegende Erkrankung Noahs müssen die Ermittler mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen.
Das Buch liest sich eigentlich gut und die Erzähltechnik der Autorin, wie sie die einzelnen Handlungsstränge zusammenfügt, ist interessant, aber eine bessere Abgrenzung/Markierung aus welcher Sicht hier gerade erzählt wird, wäre doch ganz hilfreich gewesen.
So ganz einfacher „Stoff“ ist dieses Buch wirklich nicht, es geht ganz schön unter die Haut, was man hier zu lesen bekommt. Die „Auflösung“, was am Kanal letztendlich passiert ist, klärt sich erst ganz am Schluss, so dass lange Zeit eine düstere Anspannung/Ungewissheit vorherrscht. Allerdings hatte ich bald  eine Ahnung, die sich dann als richtig erwiesen hat. Auch bezüglich der traumatischen Ereignisse, die die Mitglieder der Familie Mahal hinter sich haben, lag ich richtig und ich konnte mich mit dem Ausgang dieses Handlungsstrangs auch nicht so ganz anfreunden. Das aber nur am Rande, denn letztendlich dreht sich dieses spannend abgefasste Buch um eine ganz besondere Freundschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird und die Aufarbeitung der Frage wie es zu der Katastrophe gekommen ist, ist der Autorin gut gelungen.
Fazit: Trotz kleiner „Wackler“ in der Handlung, ist das Buch über eine Freundschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird, spannend abgefasst und lesenswert!

 

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John Grisham: Forderung

Der Titel „Forderung“ des neuen Romans von John Grisham fasst gleich zusammen, um was es hier geht, nämlich um die Rückzahlung der hohen Beträge der Studienkredite, die sich bei den Jurastudenten ansammeln und die nach bestandenem Examen fällig werden. Aber Examen bedeutet nicht gleich lukrativer Job, denn der Markt ist heiß umkämpft und wer gar keinen Job bekommt, der hat ganz große Schwierigkeiten, die Schulden zu begleichen….
Im Mittelpunkt der Handlung stehen vier Jurastudenten, die sich kurz vor ihrem Examen befinden. Gordy und Zola haben eine Beziehung und Todd und Mark sind mit ihnen befreundet. Doch diese Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt….
Gordy treibt ein Gedanke um, der sich um das das Thema Studiengebühren, Universitätsabschlüsse, Anwaltskanzleien und betrügerische Machenschaften dreht. Obwohl manches plausibel klingt, ist der Beweis für seine Gedankengänge in der Realität schwierig zu erbringen. Doch im Verlauf wird manches deutlicher, aber man fragt man sich auch, wer betrügt hier eigentlich wen…
Dann passiert etwas Gravierendes….
Nach einer kurzen Erholungspause schmieden die Freunde einen wagemutigen Plan, der auch anfangs mehr recht als schlecht aufgeht, weswegen aber trotzdem ihre krummen Geschäfte nicht verborgen bleiben. Im Verlauf wird es dann ganz eng und es bleibt ihnen nur eine Option…..
Mehr möchte ich von Inhalt nicht preisgeben, denn das Buch liest sich gut.
John Grisham hat einen angenehmen Erzählstil und mich hat die Geschichte schnell gepackt. Diesmal ist er auch nicht so ins Detail gegangen, wenn es sich um Paragraphen oder sonstige Gegebenheiten des amerikanischen Justizsystems handelt.
Obwohl ich mich an manchen Stellen gefragt habe, ob man tatsächlich so leicht auf „Jobfang“ gehen kann,  verbuche ich das mal unter „schriftstellerischer Freiheit“.
Doch etwas gestört hat mich die „Unbedarftheit“ und offensichtliche „Ahnungslosigkeit“ der drei befreundeten Jurastudenten wenn es um Strafen für dieses oder jenes Vergehen oder auch z.B. die „unterschiedliche Gesetzgebung der Bundesstaaten“ ging, da hätte ich mehr juristisches „Input“ erwartet….
Fazit: Nichtsdestotrotz ist das Buch gut schrieben, unterhaltsam und  mit langsam ansteigender Spannung erzählt, auch wenn die Handlung da und dort für mich ein paar „Hänger“ hat, möchte ich doch insgesamt vier von fünf möglichen Punkten geben

Auch lesenswert vom Autor: „Das Komplott“ oder auch „Die Erbin

 

 

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Krishan Koch: Pannfisch für den Paten

Der Audio Verlag

Ein neuer Fall für Polizeiobermeister Thies Detlefsen und seine Kollegin Nicole Stappenbek!
Im letzten Jahr gab Thies noch „Backfischalarm“ , doch was jetzt nach Fredenbüll schwappt, das ist ein ganz anderes Kaliber:
Das schön gestaltete Cover des Hörbuchs „erzählt“ schon bildhaft um was es diesmal geht:
Im Ort gibt es einen familiären Neuzugang, der sich im Ferienhaus von Müller-Siemsen einquartiert hat. Die vierköpfige Familie ist aus Amerika angereist und sie werden erst einmal vorsichtig von den Bewohnern beäugt, denn dunkle „Gestalten“ patroullieren vor dem  Haus. Tony, der Vater der Familie hat italienische Wurzeln und er bringt sich gleich gut ins Dorfleben ein, denn er legt Wert auf ein gepflegtes Äußeres und so ist er oft im Friseurladen anzutreffen….
Wäre das nicht schon Aufregung genug, denn Tony hat Schlag bei den Frauen und die sind alle hin und weg, wenn er aufkreuzt.  Aber es gibt noch mehr Unruhe im Ort, denn ein großer Windparkbetreiber will noch mehr Windräder aufbauen, was allerdings auf Widerstand bei den Naturschützern stößt, denn es heißt unbedingt die Rotbauchunke zu schützen….
Dieser Trubel perlt noch an Thies Detlefsen ab, aber dann wird ein Toter im frischen Beton eines Windradsockels gefunden und bei näherem Betrachten ist er keines natürlichen Todes gestorben…..
Während Nicole Stappenbek bei diesem Fall hinzugezogen wird, fallen Schüsse, die anfangs noch ihr Ziel verfehlen, aber im Verlauf gibt es dann weitere tierische und auch menschliche Opfer zu beklagen….
Krishan Koch hat die ungekürzte Lesung von „Pannfisch für den Paten“ übernommen. Er macht seine Sache ganz toll, denn er kann seine Stimme sehr gut modulieren, so dass  man die Figuren gut unterscheiden kann.  Auch den „Küstenslang“ hat er gut drauf, was hier natürlich ganz besonders gut passt.
Neben der spannenden Krimihandlung ist natürlich auch wieder reichlich Humor  eingewoben, der die Küstenkrimis von Krischan Koch so besonders machen und  somit gute Unterhaltung garantiert ist.
Fazit: Krishan Koch liest gekonnt mit „Küstenslang“ seinen neuesten Krimi vor, der wieder Spannung und Humor geschickt vereint, so dass man hier wie gewohnt gut unterhalten wird!
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Jane Corry: Lass mich los

Diana Verlag

Nach einer Pressemeldung 2015 im Daily Telegraph geht es erst einmal 15 Jahre in die Vergangenheit, wo die junge Anwältin Lily und der Künstler Ed gerade geheiratet haben.
Beruflich startet Lily gerade erst als Anwältin und ihr erster komplizierter Fall dreht sich um den wegen Mordes an seiner Freundin verurteilten und in Haft sitzenden Joe Thomas, der seine Unschuld beteuert und durch neue Beweise ein neues Gerichtsverfahren erwirken will.
Der erste Gang ins Gefängnis zu ihrem Mandanten fällt Lily schwer. Als sie Joe Thomas dann gegenübersitzt, umgibt diesen eine faszinierende Aura. Seine eigenwillige Art in Rätseln zu sprechen und sein gesamtes Auftreten erinneren Lily dann schmerzlich an jemanden aus ihrem näheren Umfeld…
Während sie sich in ihre Arbeit stürzt, gerät ihr Eheleben in Schieflage…
Im gleichen Haus wohnt die kleine Carla mit ihrer Mutter Francesca. Die Mutter ist alleinerziehend und Carla hat es schwer in der Schule, wo sie vielen Hänseleien ausgesetzt ist.
Im Verlauf der Handlung wird Carla die meisten Sonntage bei Lily und Ed verbringen. Ed hat eine künstlerische Ader und er ist von der kleinen Carla und ihrem Wesen fasziniert und er malt sie. Ein ganz besonderes Bild entsteht, das dann im weiteren Verlauf Ed zu einem gewissen Ruhm verhilft.
Irgendwann verschwindet dann Carla mit ihrer Mutter von der Bildfläche, Lily und Ed werden Eltern eines Sohns, der ihnen allerdings durch eine Erkrankung viele Sorgen bereitet und so vergehen die Jahre…
Im zweiten Teil des Buches sind zwölf Jahre vergangen und der Leser begegnet der jungen Carla, die sich auf den Weg nach London macht um ihr Jurastudium zu vervollständigen.
Carla ist eine Schönheit geworden und sie weiß um ihr Aussehen und die damit verbundenen Chancen zu nutzen…
Carlas, Lilys und Eds Wege kreuzen sich wieder, was allerdings im Verlauf schwerwiegende Veränderungen bei allen zur Folge hat und letztendlich wieder zu der Pressemitteilung im Jahr 2015 im Daily Telegraph führt…..
In unterschiedlichen, immer wieder wechselnden Sichtweisen von Lily und Carla wird diese Geschichte hier erzählt. Man hat während des Lesens die Mitwirkenden gut vor Augen, auch wenn keiner davon mir so richtig sympathisch ist, denn alle scheinen irgendwie Geheimnisse zu haben.
Auch als richtigen Psychothriller möchte ich „Lass mich los“  nicht unbedingt einordnen, sondern eher als gut gelungenes, packendes Ehedrama, was aber nicht weniger spannend und fesselnd erzählt wird. Zwar ist es stellenweise etwas „wackelig“ in der Handlung, da man den Verlauf manchmal erahnen kann, aber die Autorin kriegt immer wieder zu guter Letzt die Kurve, was mir gut gefallen hat. Das ganze Buch hindurch schwebt eine „Ungewissheit“ über dem ganzen Geschehen und man wartet eigentlich immer darauf, dass gleich etwas Schlimmes passiert, was ja dann auch tatsächlich mehrfach stattfindet….
Fazit: Ich habe dieses Buch gern gelesen, ungern aus der Hand gelegt, da die Handlung fesselnd war und ich kann nur hoffen, dass die Autorin weitere spannende Bücher dieser Art formuliert!

 

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Geir Tangen: Seelenmesse

Es geht nach Norwegen. Der Autor Geir Tangen betreibt dort seit 2012 einen Krimi-Blog, wo er Krimis und Thriller rezensiert. Nun hat er sich seinen Traum verwirklicht  und mit „Seelenmesse“ seinen ersten eigenen Krimi veröffentlicht.
Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten mit den für mich ungewöhnlich klingenden Namen der Mitwirkenden, so dass ich mir während des Lesens einige Notizen gemacht habe. Das hat mir in der Anfangszeit des Lesens auch geholfen, handlungsmäßig alles richtig einzuordnen, denn es wird in unterschiedlichen Zeitzonen berichtet, die zwar gekennzeichnet sind, aber auch zu unterschiedlichen Orten führen, deren Namen für ungeübte Leser in Sachen Norwegisch auch „fremd“ klingen und da waren die kurzen Notizen für mich jedenfalls sehr hilfreich.
Doch diesen „Spickzettel“ brauchte ich bald nicht mehr, denn dieser Thriller ist so fesselnd, dass man das Buch nicht aus den Händen legen kann und dann ganz schnell ins Geschehen „abgleitet“.
Allerdings sollte man starke Nerven haben, wenn man dieses Buch liest, denn ein selbsternannter Richter,  treibt hier sein Unwesen. Er wendet sich per Mail an den einst sehr erfolgreichen Journalisten Viljar Ravn Gudmundsson und kündigt einen Mord an, denn jemand habe Schuld auf sich geladen, wurde dafür aber vom Gericht nicht belangt. Ins Detail geht der Mörder nicht und Viljar ist sich nicht sicher was er von dieser Mail halten soll.
Als dann einige Zeit später eine Frau auf spektakuläre Weise ums Leben kommt und Mord nicht auszuschließen ist, wird Viljar hellhörig. Allerdings hat er seinen „Biss“ von früher verloren, denn er ist psychisch zu angeschlagen um spontan weitere Nachforschungen zu betreiben…..
Es kommen weitere Mails und es passieren weitere Morde, die die Polizei auf Trapp halten.  Der Mörder hinterlässt zwar Spuren an den Tatorten, doch wer er ist, dass erfährt man erst ganz am Schluss, so gut hat der Autor ihn in der Handlung versteckt.
Ich möchte gar nichts weiter über das Handlungsgeschehen schreiben, denn dieses Buch ist es wirklich wert, gelesen zu werden. Der Autor überrascht mit interessanten Wendungen im Verlauf und hat auch ab und an die Gedankengänge des Mörders eingewoben, was aber beim „Identifizieren“ dem Leser nicht weiterhilft….
Trotz anfänglicher Leseschwierigkeiten bzw. der Einordnung der norwegischen Personen- und Ortsnamen hat mich  das Buch total begeistert und die Handlung gefesselt. Zwar muss man wie erwähnt gute Nerven haben, aber es lohnt sich wirklich, sich diesem Nervenkitzel auszusetzen und daher kann ich nur sagen „Volle Punktzahl“ für dieses  gelungene Erstlingswerk und bitte weiter so!
Fazit: Für dieses Erstlingswerk gibt es die volle Punktzahl, denn Unvorhersehbarkeit, überraschende Wendungen und Nervenkitzel machen diesen spannenden Thriller aus! Bitte mehr davon!
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Krischan Koch: Backfischalarm

Ein neuer Fall für Polizeiobermeister Thies Detlefsen und seine Kollegin Nicole Stappenbek!
Telje und Tadje Detlefsen, die Zwillinge von Thies, dem „Dorfsheriff“ von Fredenbrüll werden von ihm zur Fähre nach Dagebüll gefahren, denn die ganze Klasse fährt zur Schulfreizeit nach Amrum. Thies sieht nun dem ruhigen Zuhause entgegen und auch sonst ist in Sachen Polizeiarbeit wenig zu tun, so dass dann auch noch etwas Zeit bleibt um bei Antje in der „Hidde Kist“ vorbeizuschauen.
Während der Überfahrt kommt es zu „Schlecht Wetter“ und Gewitter und Sturm begleiten die Fähre. Die Jugendlichen vertreiben sich die Zeit mit Handyvideo, SMS bzw. Erkunden auch bei Wind und Regen das Außendeck der Fähre, was zu einem regen Treiben an Bord führt….
Besonders der gutaussehende Lehrer Niddermeyer hat es den Schülerinnen angetan, was zu Aufregung und Gefühlschaos führt. Doch auch unter den Jugendlichen läuft so einiges, was allerdings auch kriminelle Aspekte hat und bald für reichlich Wirbel sorgt.
Aus der erträumten Ruhe von Thies wird mal wieder nichts, denn an Bord der Fähre auf der sich die Schulklasse befindet, entdeckt man eine Leiche…
Eine natürliche Ursache kann schnell ausgeschlossen werden und so eilen dann Thies und Nicole zum Tatort, wo dann starke Nerven gefragt sind, den Teenager zu befragen, ist kein Zuckerschlecken und wenn sich dann auch noch die Lehrer  im Piraten-Stil kleiden und einen auf   „Captain Sparrow“ machen, dann ist Aufregung vorprogrammiert…..
Auf Amrum erfolgen dann die Ermittlungen und des bleibt nicht bei dem einen Toten, der sich als Juniorchef einer Hamburger Reederei entpuppt. Im Verlauf tauchen brisante Handyaufnahmen und verkohlte Geldscheine am Strand auf. Es gibt reichlich Gefühlschaos auf Seiten der Teenager, was auch kriminelle Energien freisetzt, die in Erpressung münden….
Dies alles zusammen vermengt sich zu einem turbulenten Inselkrimi, wo Spannung und Humor genau aufeinander abgestimmt sind.
Krischan Koch hat es sich diesmal nicht nehmen lassen und die ungekürzte Lesung seines Buches „Backfischalarm“ selbst übernommen, was er wirklich gut hinbekommen hat. Allein der Erzählstil im Jargon der heutigen Jugend ist echt klasse. Die Figuren formt er durch unterschiedliche Stimmnuancen, so dass sie ein „Gesicht“ bekommen und man schnell im Geschehen verankert ist und sich nach sechs Stunden Hörgenuss fragt, wo die Zeit geblieben ist und man noch „Nachschlag“ haben möchte.
Fazit: Spannung und norddeutscher Humor vereinen sich durch die gekonnte Autorenlesung zum Hörgenuss, der unbedingt fortgesetzt werden sollte!

Auch hörenswert vom selben Autor: Rollmopskommando

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