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Bernd Mannhardt: Giftzwerg

Den wohlbeleibten Ermittler Kriminalhauptkommissar Freisal und seine Kollegin Yasmine Gutzeit, die in Berlin auf Verbrecherjagd gehen, „kenne“ ich schon etwas länger: Sie ermittelten einst in der Krimi-Kurzgeschichte „Alex liest vor“, die man in „Du kommst mir gerade richtig“ nachlesen oder sich von Ernst Mathias Holzmann in der Hörbuchfassung „Mordsalibi“ vortragen lassen kann.
Nun ist im be.bra-Verlag ihr neuer Fall erschienen: In einer Laubenpiperkolonie oder auf hochdeutsch Kleingartenanlage in Berlin-Moabit wird die Leiche eines älteren Mannes gefunden. Ein anonymer Anruf hatte die Polizei alarmiert. Zwar hatte der Tote offensichtlich zu Lebzeiten schon Schwierigkeiten mit seiner Atmung und benötigte ein entsprechendes medizinisches Hilfsmittel,  aber ganz besonders auffällige Male im Bereich des Halses lassen den Kommissar vermuten, dass hier jemand „nachgeholfen“ hat und es sich nicht um eine natürliche Todesursache handelt…
Nachdem der Getötete als Horst Kessler identifiziert wurde und die beiden Ermittler von mehreren Seiten keine netten Sachen über ihn erfahren haben, kommen eigentlich als Tatverdächtige alle Mitglieder der Kleingartenanlage in Frage, denn Kessler alias der „Giftzwerg“ hatte nicht nur an allem oder jeden etwas rumzumeckern, sondern lies die Gemüter immer wieder hochkochen, sei es nun wegen eines zu großen Baumhauses oder tierischer Hinterlassenschaften, die angeblich in großen Mengen vor seiner Gartenpforte platziert wurden….
Aber nicht nur die Gartennachbarn waren nicht gut auf ihn zu sprechen, auch der Sohn des Toten ist nicht gerade zu Tränen gerührt, als er vom Ableben seines Vaters erfährt.  Da schon in der Gegenwart reichlich böses Blut geflossen ist, wird es beim Blick in die Vergangenheit von Horst Kessler nicht besser und so haben Freisal und Gutzeit reichlich viel zu tun um diesen kniffligen Fall aufzulösen….
Es macht einfach Spaß diese beiden doch sehr unterschiedlichen Ermittler-Charaktere bei der Arbeit zu begleiten. Wie ein „altes Ehepaar“ geben sie  sich in den Gesprächen Paroli, lösen aber als „eingespieltes Team“ diesen nicht auf den ersten Blick durchschaubaren/lösbaren Fall. Den Berliner-„Slang“ höre bzw. lese ich sehr gern und ich konnte mir die „Typen“, die hier befragt werden, richtig gut vorstellen. Auch der schwarze Humor hat wieder seinen Platz in diesem Krimi gefunden: Schon allein die Lage der Kleingärten nebst Friedhof lässt einen die Nackenhaare hochstehen, ist aber eine gut ausgesuchte „Kulisse“ für diesen wunderbar gelungen und lesenswerten Krimi!
Fazit: Ein gut gezeichnetes Ermittler-Duo, ein kniffliger Fall, ganz viel Lokalkolorit und reichlich schwarzer Humor ergeben zusammen volle Punktzahl für diesen gelungenen Krimi! Bitte mehr davon!

 

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Geir Tangen: Seelenmesse

Es geht nach Norwegen. Der Autor Geir Tangen betreibt dort seit 2012 einen Krimi-Blog, wo er Krimis und Thriller rezensiert. Nun hat er sich seinen Traum verwirklicht  und mit „Seelenmesse“ seinen ersten eigenen Krimi veröffentlicht.
Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten mit den für mich ungewöhnlich klingenden Namen der Mitwirkenden, so dass ich mir während des Lesens einige Notizen gemacht habe. Das hat mir in der Anfangszeit des Lesens auch geholfen, handlungsmäßig alles richtig einzuordnen, denn es wird in unterschiedlichen Zeitzonen berichtet, die zwar gekennzeichnet sind, aber auch zu unterschiedlichen Orten führen, deren Namen für ungeübte Leser in Sachen Norwegisch auch „fremd“ klingen und da waren die kurzen Notizen für mich jedenfalls sehr hilfreich.
Doch diesen „Spickzettel“ brauchte ich bald nicht mehr, denn dieser Thriller ist so fesselnd, dass man das Buch nicht aus den Händen legen kann und dann ganz schnell ins Geschehen „abgleitet“.
Allerdings sollte man starke Nerven haben, wenn man dieses Buch liest, denn ein selbsternannter Richter,  treibt hier sein Unwesen. Er wendet sich per Mail an den einst sehr erfolgreichen Journalisten Viljar Ravn Gudmundsson und kündigt einen Mord an, denn jemand habe Schuld auf sich geladen, wurde dafür aber vom Gericht nicht belangt. Ins Detail geht der Mörder nicht und Viljar ist sich nicht sicher was er von dieser Mail halten soll.
Als dann einige Zeit später eine Frau auf spektakuläre Weise ums Leben kommt und Mord nicht auszuschließen ist, wird Viljar hellhörig. Allerdings hat er seinen „Biss“ von früher verloren, denn er ist psychisch zu angeschlagen um spontan weitere Nachforschungen zu betreiben…..
Es kommen weitere Mails und es passieren weitere Morde, die die Polizei auf Trapp halten.  Der Mörder hinterlässt zwar Spuren an den Tatorten, doch wer er ist, dass erfährt man erst ganz am Schluss, so gut hat der Autor ihn in der Handlung versteckt.
Ich möchte gar nichts weiter über das Handlungsgeschehen schreiben, denn dieses Buch ist es wirklich wert, gelesen zu werden. Der Autor überrascht mit interessanten Wendungen im Verlauf und hat auch ab und an die Gedankengänge des Mörders eingewoben, was aber beim „Identifizieren“ dem Leser nicht weiterhilft….
Trotz anfänglicher Leseschwierigkeiten bzw. der Einordnung der norwegischen Personen- und Ortsnamen hat mich  das Buch total begeistert und die Handlung gefesselt. Zwar muss man wie erwähnt gute Nerven haben, aber es lohnt sich wirklich, sich diesem Nervenkitzel auszusetzen und daher kann ich nur sagen „Volle Punktzahl“ für dieses  gelungene Erstlingswerk und bitte weiter so!
Fazit: Für dieses Erstlingswerk gibt es die volle Punktzahl, denn Unvorhersehbarkeit, überraschende Wendungen und Nervenkitzel machen diesen spannenden Thriller aus! Bitte mehr davon!
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Catherine Shepherd: Nachtspiel

Eigentlich war „Nachtspiel“ noch gar nicht an Reihe von mir gelesen zu werden, denn es warten noch ein paar andere Exemplare darauf. Doch kaum hatte ich die Postsendung geöffnet, wagte ich einen kurzen Blick in den Prolog. Ja, und dann habe ich nicht aufhören können zu lesen, denn der fesselnde Schreibstil der Autorin hat mich ganz schnell in die Handlung abtauchen lassen und innerhalb kürzester Zeit habe ich das Buch „verschlungen“.
Es ist übrigens nach „Moores Schwärze“ der zweite Einsatz der Rechtsmedizinerin Julia Schwarz,  die nicht nur wegen ihrer Fachkompetenz immer wieder von Kommissar Florian Kessler um Mithilfe bei Ermittlungen gebeten wird. Ein Handlungsstrang befasst sich diesmal mit ihr persönlich, da sie in letzter Zeit immer wieder von Alpträumen geplagt wird, die sich um den gewaltsamen Tod ihres Bruders drehen. Warum gerade nach so vielen Jahren plötzlich wieder Alpträume ihr die nächtliche Ruhe zerstören, kann sich Julia nicht erklären, aber sie wirkt auf ihre Umwelt psychisch angeschlagen und man rät ihr, sich auszuruhen…..
Doch daraus wird anfangs nichts, denn der brutale Mord an einer Polizistin gibt Rätsel auf. Zwar begeht der mutmaßliche Mörder kurze Zeit später offensichtlich Selbstmord, aber so ganz anfreunden kann sich Julia damit nicht. Während sie sich noch einmal in der Wohnung der ermordeten Polizistin umschaut, gerät sie selbst in höchste Lebensgefahr und nur der beherzte Einsatz von Kommissar Kessler kann Schlimmeres verhindern….
Dies ist nur ein kleiner Einblick ins spannende Geschehen. Im Verlauf ereignen sich noch weitere Morde, wovon einer dann Julia zu einer Auszeit zwingt. Ihr  Nervenkostüm wird bis zum Zerreißen strapaziert, was der Leser hautnah mitbekommt. Auch sonst sollte man wieder starke Nerven haben, denn der Einblick in der Rechtsmedizin und auch die Todesfälle haben es in sich und lassen einen die Nackenhaare hochstehen.
Besonders gut gefällt mir der Schreibstil der Autorin, sie erzählt ohne Längen bzw. die Details, die man präsentiert bekommt, sind genau richtig dosiert. Diesmal passieren auf den ersten Blick nicht zusammenhänge Morde, es gibt reichlich Nebenschauplätze, die sogar auf eine dubiose Internetplattform führen, aber man verliert nie den Überblick, gekonnt werden die Fäden zum Schluss entwirrt,  die dann den „Vorhang“ öffnen und die Puzzleteilchen fallen alle an ihren richtigen Platz. Ich hatte zwar zwischenzeitlich eine kleine Ahnung, was es mit den Alpträumen von Julia auf sich hat, aber den Ausgang des Thrillers hätte ich in keiner Weise vorhergesehen, was ein ganz großer Pluspunkt ist! Aber nicht nur der „Thrill“ kommt in diesem Buch zum Einsatz, es knistert auch zwischenmenschlich ganz zart bei Julia und Florian, was aber vom roten Faden nie ablenkt, sondern ab und an geschickt in die Handlung eingewoben ist.
So muss ein Thriller sein: Von der ersten Seite an fesselnd, niemals langweilig und obwohl viele Nebenschauplätze vorkommen, ist das nie verwirrend und bis zum Schluss handlungsmäßig nicht vorhersehbar.
Wer starke Nerven hat, der sollte sich dieses Buch auf keinem Fall entgehen lassen!
Fazit:  Meisterhaft erzählter, unbedingt lesenswerter nervenaufreibender Thriller, dessen Reihe unbedingt fortgesetzt werden sollte!

 

 

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Candice Fox: Crimson Lake

Handlungsmäßig geht es nach Down Under bzw. zum australischen „Crimson Lake“, wohin sich der ehemalige Detective des Drogendezernats Ted Confaffey nach seinem mehrmonatigen Haftaufenthalt „verzieht“. Anfangs dachte er noch an einen schlechten Scherz seiner Kollegen als er sich im Verhörraum wiederfindet und man ihm Vergewaltigung und versuchten Mord vorwirft….
In Rückblicken erfährt der Leser, wie es zu diesem Tatvorwurf kommt.  Besonders wegen des großen Medien-Interesses an diesem Fall ist Teds Gesicht auf allen Titelseiten vertreten und die Bevölkerung macht regelrecht Jagd auf ihn…
Ted verkriecht sich dann in einem abgelegenen Haus und er ist psychisch durch das Geschehen angeschlagen, sein Anwalt rät ihm zur Kontaktaufnahme mit einer gewissen Amanda Pharrell, die wie sich im Verlauf rausstellt eine verurteilte Mörderin ist. Amanda ist eine „Erscheinung“, überall tätowiert und seit frühester Jugend offenbar bereits eine Außenseiterin. Genau diese Frau hat ein Detektivbüro eröffnet und sie bietet Ted einen Job als Ermittler an, denn der bekannte, aber auch umstrittene Schriftsteller Jake Scully ist verschwunden und seine Frau will endlich Klarheit darüber, was mit ihm passiert ist…
Das Buch, das im Suhrkamp-Verlag erschienen ist, liest sich gut, doch die Handlung selbst finde ich etwas „kopflastig“ durch die vielen „Schauplätze“ bzw. die unterschiedlichen Ermittlungen, nichtsdestotrotz ein sehr spannendes Buch!
Bei der Figur „Ted“ hätte ich mir etwas mehr Kampfgeist gewünscht um seinen „Fall“ aufzuarbeiten, zumal er ja von jetzt auf gleich sein bisheriges Leben verloren hat. Das ungewöhnliche Ermittler-Duo findet dann aber gut zusammen und da für mich noch einige Fragen offen sind, könnte ich mir durchaus einen weiteren Einsatz der beiden vorstellen.
Die Umgebung in der dieser Thriller spielt, ist gut gezeichnet besonders die „Schlüsselszene“ im Regenwald nebst anwesenden Krokodilen etc. kann man sich gut vor Augen führen, so dass hier die Nackenhaare Arbeit bekommen.
Fazit: Australien, Krokodile und ein sehr ungewöhnliches Ermittler-Duo kommen hier zum Einsatz und bilden ein sehr spannendes Leseerlebnis, das durchaus fortgesetzt werden darf!

 

 

Candice Fox: Crimson Lake – Das Hörbuch

Wenn man das Cover des Hörbuchs aufschlägt, zuckt man erst einmal etwas zusammen, schaut man doch direkt ins Maul eines riesigen Krokodils. Das hat ja auch einen wichtigen Part in der spannenden Handlung übernommen, denn menschliche Überreste wurden im Magen eines solchen gefunden…….
Ein ehemaliger Polizist, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und eine vorbestrafte Mörderin als Privatdetektivin – Was für eine Kombination um ein Ermittler-Duo zu bilden! Die beiden stellen sich aber dann im Verlauf der Gesamthandlung jedoch als effektiv und erfolgreich heraus und Candice Fox hat einen spannungsgeladenen Thriller mit ihnen als Hauptakteure geschrieben. Echt klasse!
Die passende ungekürzte Lesung des spannenden Thrillers „Crimson Lake“ ist bei DAV erschienen. Uve Teschner hat hier den Part des Vorlesers übernommen und ich muss sagen, das ist eine sehr gute Wahl!
Er moduliert seine Stimme für die jeweilige Person in der Handlung, die man sich dann bildlich gut vorstellen kann. Auch die angespannte Atmosphäre bringt er dem Zuhörer treffend näher und durch den etwas ungewöhnlichen Erzählstil ist man durch den tollen Vorleser dann ganz schnell im Geschehen gefangen und „hängt regelrecht an seinen Lippen“.
Die Gesamthandlung ist für mich noch nicht „auserzählt“, das eigenwillige Ermittler-Duo bekommt im Verlauf durchaus Sympathiepunkte und ich könnte mir einen neuen Fall mit ihnen durchaus vorstellen.
Fazit: Uve Teschner als Vorleser ist hier eine sehr gute Wahl um den spannungsgeladenen australischen Thriller lebendig werden zu lassen, den Candice Fox mit einem sehr ungewöhnlichen Ermitter-Duo ausgestattet hat, das dann im Verlauf aber voll punkten kann, so dass die beiden durchaus weiter ermitteln sollten!

 

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Thomas Enger: Tödlich

Ich weiß noch ganz genau, wie begeistert ich  2011 gewesen bin, als ich das erste Buch „Sterblich“ aus der Henning-Juul-Reihe gelesen hatte. Ich konnte die Veröffentlichungen der weiteren Bücher „Vergiftet“, „Verleumdet“ und „Gejagt“ kaum erwarten und es waren für mich alles unbedingt lesenswerte spannende Thriller, denn besonders der rote Faden bzw. die unermüdliche Suche nach den Hintergründen für den mysteriösen Wohnungsbrand sind auch über die Jahre bei mir im Gedächtnis geblieben….
Nun ist mit „Tödlich“ der fünfte und offenbar auch finale Teil der Reihe erschienen!
Vom ersten Buch an beschäftigt den Journalisten Henning Juul die Frage: Weshalb es in seiner Wohnung zu einem Brand kam, der dann seinem Sohn Jonas der Leben kostete. Auch Juul selbst ist nur knapp dem Flammentod damals entronnen und viele Brandnarben am Körper erinnern ihn täglich daran…
Nach seiner langsamen Genesung kehrt Juul dann an seinen alten Arbeitsplatz bei der Onlinezeitung „123nyheter“ zurück. Der Gedanke, dass es sich bei dem Brand in seiner Wohnung um Brandstiftung handeln könnte, lässt ihn nicht los und er fängt an Nachforschungen zu betreiben.
Einen wichtigen Hinweis darauf, dass er mit seiner Vermutung richtig liegt, bekommt Juul von einem in Haft sitzenden verurteilten Mörder und ehemaligen Geldeintreiber. Als Henning alle Informationen erhalten soll, ist seine Quelle für immer versiegt….
Besonders schockierend wird die Suche nach dem Warum und Wieso, als sich Henning Juul fragen muss, was eigentlich seine Schwester mit der Sache zu tun hat?
Henning bleibt über viele Hindernisse hinweg immer am Ball und oftmals steht er vor dem ersehnten Durchbruch, aber dann sterben seine Hinweisgeber oder er selbst gerät immer mal wieder in akute Lebensgefahr, wie man es gleich im „Prolog“ zum aktuellen Buch lesen kann.
Bevor aber sich alle Puzzle-Teile am richtigen Fleck befinden, vergeht noch einige Zeit. Ein alter Todesfall aus dem Jahre 1996 bringt dann endlich Licht ins Geschehen…
Tatsächlich lüftet Thomas Enger in diesem Thriller endlich das Geheimnis um den Brand in Henning Juuls Wohnung und auch was dahinter steckt. Wer aber keines der vier vorherigen Bücher der Reihe kennt, wird es schwer haben sich in der Gesamthandlung zurechtzufinden, denn die besonderen Feinheiten bzw. die weitreichenden Zusammenhänge werden nur ansatzweise reflektiert und selbst mir ist es beim Lesen anfänglich etwas schwer gefallen, die Personen und Fakten wieder zuzuorden.
Besonders einige Teile der Handlung gehen unter die Haut, da viele Menschen aus Juuls Umgebung bzw. mit denen er Kontakt hatte, sterben und meistens nicht eines natürlichen Todes…..
Ganz viel kriminelle Energie durchzieht das aktuelle Buch, es geht um Erpressung, Geldwäsche und Mord und bald weiß Henning Juul nicht mehr wem er überhaupt noch trauen kann
Das Buch ist genau wie seine Vorgänger sehr fesselnd geschrieben. Bis dann endlich Klarheit herrscht, passiert noch einiges, so dass man auch hier wie gewohnt spannende Unterhaltung geboten bekommt.
Fazit: Keine einfache Rätsellösung, da viele Verwicklungen erst einmal entwirrt und die vielen Puzzleteile in die richtige Position gebracht werden müssen. Nichtsdestotrotz spannender und wichtiger Abschluss der Reihe, den man nicht verpassen sollte!

 

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Nancy Bush: Dafür musst Du sterben

Wow, Nancy Bush hat es mal wieder geschafft, dass ich rings um mich alles vergessen habe und in jeder freien Minute „Dafür musst du sterben“ gelesen habe!
Es ist das fünfte Buch aus der spannenden Thriller-Reihe um die Detectives September (Nine) und August (Auggie) Rafferty. Allerdings ermittelt diesmal nur der weibliche Teil des Geschwister-Paares mit ihrer Kollegin Gretchen vom Laurelton PD in einem kniffligen Fall, wo im Keller eines Wohnhauses  menschliche Überreste von mehreren Personen gefunden wurden. Nur ein Teil der Knochenfunde kann zugeordnet werden, weswegen im Verlauf Nine und Gretchen die Anwohner der Straße in der Nähe des beschaulichen Lake Schultz befragen. Sie wollen herausfinden, um wen es sich handeln könnte.  Allerdings scheint niemand die Bewohner besagten Hauses gekannt zu haben, bzw.  man ging ihnen lieber aus dem Weg…..
Im Prolog des Buches kommt ein „Spieler“ zu Wort. Als Leser erfährt man, dass jedwede Art von Spielen von ihm gemocht wird, das Non-plus-Ultra bzw. sein Lieblingsspiel heißt Mord!
Und die Morde haben es in sich: Der Unbekannte macht sich an Frauen heran, einmal in seine Fänge geraten, schmachten sie nach ihm, denn er ist sehr einfühlsam im Bett. Allerdings geht das nur kurze Zeit gut, dann zeigt er ihnen sein wahres Gesicht, doch dann ist es auch schon zu spät……
Ein weiterer Handlungsstrang führt zu Andrea Wren, deren Mann Greg kürzlich bei einem Autounfall starb. Nun hat Andrea die Anteile ihres Mannes an der großen Baufirma Wren Development geerbt. Ein neues Bauvorhaben in Form einer großen Hotelanlage direkt am Wasser des idyllischen Schultz Lake steht an. Andrea ist im Begriff in ein altes Cottage an diesem See zu ziehen. Hatte am Umzugstag ein Arztbesuch sie schon in Aufregung versetzt, irritiert sie dann ein weißer Briefumschlag, den sie in ihrem neuen Schlafzimmer vorfindet. Als sie ihn öffnet und die furchteinflößende Nachricht liest, bekommt sie ein ganz mulmiges Gefühl…..
Andrea engagiert den Privatdetektiv Luke Denton, denn rund um den Lake Schultz sterben junge Frauen, auf den ersten Blick sind es tragische Unfälle….
Wie anfangs im Prolog angekündigt, bekommt es das Laurelton PD hier mit einem „spielsüchtigen“ machtbesessenen Mörder zu tun, der für sein eigentliches Ziel über unzählige Leichen geht und der sich so gut zu tarnen weiß, dass er erst ganz zum Schluss sichtbar wird. In keinster Weise war der Täter vorhersehbar und ganz besonders wie die Autorin den Leser teilhaben lässt, wenn dieser seine völlig unbedarften Opfer „einfängt, mit ihnen spielt und sie dann beseitigt“ lässt einen die Nackenhaare hochstehen. Puh!
Bisher waren alle Bücher der Reihe unheimlich spannende Page-Turner, nur im vierten Buch „Dafür wirst Du leiden“ gab es von mir  handlungsmäßig einen kleinen Punktabzug. Doch dieser aktuelle Thriller bekommt von mir wieder die volle Punktzahl, denn hier gibt es Nervenkitzel von Anfang bis Ende, der einen sofort in den Bann zieht, man in die Handlung abtaucht und die Zeit vergißt, so fesselnd geschrieben ist er. Ich für meinen Teil würde mich freuen, wenn es noch weitere Bücher aus dieser Reihe gibt!
Fazit: Volle Punktzahl für diesen Page-Turner, der einen dann und wann die Nackenhaare hochstehen lässt!

 

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Arne Dahl: Sechs mal Zwei

Ein Jahr ist vergangen und Arne Dahl präsentiert mit „Sechs mal zwei“ nun die Fortsetzung von „Sieben minus Eins“, wo sich Sam Berger und Molly Bloom als neues Ermittler-Duo vorstellte.
Hatte ich damals von einem spannenden Page-Turner gesprochen, muss ich diesmal sagen, mich hat die Fortsetzung anfangs eher verwirrt. Arne Dahl verlangt diesmal seinen Lesern einiges ab, denn man kann nie richtig sagen, handelt es sich um die Realität, Beobachtungen Dritter, drogenumnebelte Eingebungen, Identitätsklau bzw. wem kann Sam Berger noch vertrauen, selbst seine Kollegin Molly scheint nicht mit offenen Karten zu spielen…
Zum Inhalt: Die aus dem Polizeidienst ausgeschiedenen Ermittler Sam und Molly sind in der unendlichen schneebedeckten Weite untergetaucht, denn ihr vorheriger Fall hat in Geheimdienstkreisen für Wirbel gesorgt.
Sams ehemalige Kollegin und mittlerweile in höherer Position tätige Kommissarin der Stockholmer Polizei Desiré Rosenkvist bekommt einen an sie persönlich gerichteten  merkwürdigen Brief, der mitten im Satz aufhört. Die Absenderin ist als Querulantin und Verschwörungstheoretikerin den Ermittlungsbehörden hinlänglich bekannt, aber einige Stellen im Brief machen die Kommissarin stutzig und sie kontaktiert Sam und Molly um sie als „Außenstehende“ zu engagieren, denn die Briefeschreiberin fühlt sich bedroht, sie hört merkwürdige Geräusche aus ihrem Keller,  hat aber auch Kenntnisse über nicht in den Medien bekanntgegebene Details von teils ungeklärten Mordfällen….
Sam und Molly sollen sich selbst einen Eindruck von der Briefeschreiberin machen und herausbekommen, ob sich tatsächlich jemand in ihrem Keller „eingenistet“ hat. Bei einem Ortstermin kommt es dann zu einem folgenschweren Zwischenfall, der zu einem Blutbad führt…
Da bereits ein Jahr vergangen ist nachdem ich den Debüt-Thriller mit Begeisterung gelesen habe, fiel mit der Start in die aktuelle Handlung etwas schwer, denn mir waren die Handlungsabläufe aus dem ersten Buch nicht mehr so präsent  und der Autor hilft da auch nicht wirklich weiter.  Auch wenn das Geschehen im Buch etwas undurchsichtig und verworren erscheint, hat es aber doch etwas Fesselndes, das einen am Lesen hält. Besonders die Landschaftsbeschreibungen lassen einen frösteln und so eine „Kälte“ durchzieht auch das gesamte Buch. Es gibt einen gewissen Abschluss im Fall der „Briefeschreiberin“, der allerdings den beiden Ermittlern einiges abverlangt und nicht nur zu körperlichen Blessuren führt…
Aber es bleiben am Ende doch noch viele Fragezeichen stehen, weswegen ich davon ausgehe, dass das aktuell vorliegende zweite Buch aus der Reihe nur eine Art „Zwischensequenz“ ist und im Buch Nr. 3 (davon gehe ich ganz stark aus!) dann eine Aufarbeitung erfolgt….
Fazit: Das zweite Buch mit Berger und Blom wirft mehr Fragen auf als es Antworten gibt, weswegen ich von einer „Zwischensequenz“ der Buchreihe ausgehe, es ist aber trotzdem fesselnd geschrieben und verlangt unbedingt nach einer baldigen Fortsetzung!

 

 

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