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Tony Parsons: Die ohne Schuld sind


Anfang letzten Jahres hatte DC Max Wolfe in „Die Essenz des Bösen“ während eines spektakulären Kriminalfalls dann einen beruflichen, aber auch ganz persönlichen Verlust zu beklagen.
Doch so richtig Zeit zum Trauern hat Max Wolfe kaum, denn in „Die ohne Schuld sind“ wird er von seiner Vorgesetzten zu einem Tatort gerufen, wo man die junge Mutter Jessica Lyle vor ihrer Wohnung aus dem Wagen gerissen, sie entführt und ihren sechs Monate alten Sohn auf der Rückbank liegen gelassen hatte…
Während man den kleinen Jungen zu seinen Großeltern bringt, erfährt Max, dass Jessica die bildhübsche Tochter eines ehemaligen Kollegen ist, der unbedingt an der Suche nach seiner Tochter mitmischen will und im weiteren Verlauf auch durch eigenmächtiges Handeln die Ermittlungen erschwert….
Schnell kommt der Verdacht auf, dass Jessica offenbar das falsche Opfer ist, denn den Wagen hatte sie sich von ihrer Mitbewohnerin Snezia geliehen und deren Geliebter ist der polizeibekannte Gangster Harry Flowers, der sich zwar offiziell aus dem Drogengeschäft zurückgezogen hat und nun einen Schrottplatz betreibt und seriös geworden sein soll, aber so ganz glauben können die Ermittler das nicht, weswegen sie ihn kontaktieren wollen, da man vermutet dass man eher seine Geliebte kidnappen wollte um ihn zu erpressen…
Doch Flowers kommt der Polizei zuvor und wartet schon vor Max Wolfes Wohnung auf ihn und bietet seine volle Unterstützung bei der Suche nach Jessica an, denn er kann sich keinen Grund vorstellen, dass die Entführung etwas mit ihm zu tun hat….
Niemand der Ermittler nimmt dem smart auftretenden Harry Flowers seine Unschuld ab und dann erhält dieser ganz entgegen seiner Beteuerungen eine vielsagende Erpresser-Mail…
Mehr zum Inhalt des Buches gibt es hier nicht an Vor-Information, denn Tony Parsons hat erneut einen sehr spannenden Kriminalroman geschrieben, der nicht nur in die menschlichen Abgründe, sondern auch in den düsteren Untergrund Londons führt. Zwar muss man etwas aufpassen, damit man bei den „Wer-mit-wem-Verbandelungen“ nicht durcheinanderkommt, aber die Suche nach Jessica ist mit so vielen Wendungen und unvorhersehbaren Situationen angereichert, dass ich dies Buch mal wieder „in einem Rutsch“ gelesen habe, so spannend fand ich es.
Auch Scout, die mittlerweile achtjährige Tochter von Max Wolfe und der Familienhund Stan nehmen wieder einen großen Part in der Handlung ein, was auch für mich als Fan der Reihe auf gar keinem Fall fehlen darf, sondern ein ganz besonders charmanter Teil dieser Bücher ist und nie vom Kriminalfall ablenkt, sondern sehr geschickt eingewoben ist und dann und wann auch den Spannungslevel „bedrohlich“ nach oben lenkt, wenn kriminelle Energie in das Familienidyll einbrechen will….
Fazit: So muss ein Krimi sein! Volle Punktzahl für den sechsten Einsatz von DC Max Wolfe, der spannend erzählt wird, von der ersten Seite an fesselt und nervenaufreibend ist. Bitte mehr davon und weiter so!

 

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Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenhölle – Printausgabe und ungekürzte Autorenlesung –

Fischer Verlage

Aus der „Ostfriesennacht“ schickt Klaus-Peter Wolf sein Ermittlerteam um Kommissarin Ann Kathrin Klaasen nun in die „Ostfriesenhölle“.
Die Handlung des 14. Falls aus dieser Reihe habe ich in der Taschenbuch-Version angefangen zu lesen, die übrigens mit zwei  Zitaten – eins von Kommissar Rupert und eins von Kommissar Weller – beginnt.
Vor den Augen seiner Mutter fällt Cosmo vom Rad und ist kurze Zeit später tot….
Die verzweifelte Mutter ist sich sicher, dass Cosmos Freund Marvin, der es gemeinsam mit ihm zu einer großen Anhängerschar auf You-Tube gebracht hat, für den Tod ihres Sohnes verantwortlich ist. Waren irgendwelche Drogen im Spiel?
Niemand kann sie von diesem festgefahrenen Gedanken abbringen und dann „brennen bei ihr alle Sicherungen durch“ und sie entführt Marvin vor den Augen seiner Großmutter aus deren Wohnung….
Wie gewohnt liest sich das Buch gut, man ist sofort mitten im Geschehen und man kann es kaum aus den Händen legen, da man unbedingt erfahren möchte, wie es weiter geht…..
Fazit: Böse Mächte greifen hier um sich, so dass Realitätsbezug und Spannung von Anbeginn vorhanden sind, aber auch genug Humor ins Geschehen einfließt. Diese ganz besondere Mischung aus Spannung und Humor ist es, was diese Krimi-Reihe ausmacht!

GoyaLit

Dann brachte mir der Postbote die ungekürzte Hörbuchfassung von Ostfriesenhölle ins Haus, weswegen ich ganz schnell den CD-Player startete, der mir dann Meeresrauschen und gesummt den „Ostfriesenblues“ von Bettina Goeschel als Einleitung zur Autorenlesung in die Kopfhörer schickte…
Die Fortsetzung der Handlung gelang mir genau an der richtigen Stelle, denn die nummerierten Tracks der zwei CD’s sind im Cover aufgeführt, die auch die ersten Worte des jeweiligen Abschnitts beinhalten, die man im Buch dann schnell wiederfinden kann, weswegen ich auch unterwegs immer auf die Buchversion zurückgreifen und dann zuhause der Lesung weiter zu folgen konnte.
Neben dem Mord- und Entführungsfall, der „hohe Wellen“ aufwirft, da Marvin neben seinem You-Tube-Ruhm auch noch der Enkel des Innenministers ist, fehlt auch diesmal der Humor in diesem Buch nicht.
Kommissar Rupert ist wieder voll in seinem Element, weswegen hier die Lachmuskeln auch wieder einiges aushalten müssen. Aber seine besondere Art und Weise wird diesmal auch von Kommissarin Klaasen ganz gezielt eingesetzt, was ich gut fand und daher, die kleinen „Wackler“ in der Story hier unerwähnt bleiben, dann dies ist wieder ein „Wohlfühlkrimi“ ganz nach meinem Geschmack, dem gern noch viele weitere folgen dürfen.
Da Klaus-Peter Wolf seit langem mit seiner unverkennbaren Stimme seine Bücher selbst gekonnt vorträgt, dauert es nicht lange und vor den Augen beginnt das Kopfkino, wo es spannend wird, aber auch teils mit wie aus dem Nichts kommenden Humoreinlagen gekrönt wird.
Fazit: Spannung und Humor gehen hier Hand in Hand und machen Lust auf mehr von davon!

 

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Paul Finch: Angstbringer

Piper Verlag

Etwas Zeit ist bereits vergangen, denn Ende 2017 hatte Detective Mark „Heck“ Heckenburg in „Feuerläufer“ seinen letzten Einsatz und der war nichts für schwache Nerven, aber spannend bis zuletzt!
Der Titel „Angstbringer“ für diesen aktuellen Thriller von Paul Finch ist gut gewählt, umschreibt er doch genau die Sparte von Verbrechern um die es diesmal geht:
In einer groß angelegten Sonderkommission sollen Großbritanniens „most wanted“ bzw. meistgesuchte Schwerverbrecher ausfindig und dingfest gemacht werden…
Wäre Mark Heckenburg auf sich gestellt – so wie er am liebsten arbeitet – wäre dieser Einsatz für ihn kein Problem, nur dass ihn diesmal seine Vorgesetzte Gemma Piper dazu verdonnert in einem Zweier-Team zu arbeiten und dann auch noch mit einer „neuen“ Kollegin, da äußert er dann doch seine Bedenken, was ihm aber nichts nutzt und als er dann DC Gail Honeyford gegenübersteht, bekommt er „Bauchschmerzen“…
Da es sich hier um die meist gesuchten britischen Schwerbrecher handelt, sind auch die Verbrechen, die sie begangen haben kaum in Worte zu fassen und man braucht gute Nerven um diesen Thriller zu lesen. Geiselnahme, Raub, Mord und Folter sind Umschreibungen, die viel zu „seicht“ sind um die Brutalität und Abartigkeit der Taten zu beschreiben, weswegen ich mir hier Details  erspare…
Doch wer sich auf dieses Buch einlässt, der erlebt „Heck“ in Höchstform;  ist der Hinweis auch nur so klein und auf den ersten Blick unbedeutend, wenn Hecks Nervenenden anfangen zu kribbeln, dann geht er seinem Gespür nach, komme was da wolle….
Die gewohnten intensiven Verfolgungen sei es zu Fuß oder motorisiert, lassen einem als Leser wieder hautnah dabei sein, so man sich z.B.  plötzlich in einem Kugelhagel befindet, der einen in Deckung gehen lässt oder Zuschauer von „echten“ Gladiatorenkämpfen wird, die einem die Nackenhaaren hochstehen lassen….
Nur eins ist neu in diesem Band: Der Schlussakkord ist brutal und emotional, überrascht aber mit offen Fragen,  die hoffentlich in einer baldigen Fortsetzung münden, die ich auf jeden Fall wieder gerne lesen würde!
Fazit: Das lange Warten hat sich gelohnt! Wer gute Nerven hat, der erlebt „Heck“ in Höchstform und auch der spannende Thriller selbst erzielt die volle Punktzahl! Bitte weiter so!

 

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Julia Hofelich: Nebeljagd

Bastei Lübbe

Bereits der Debüt-Krimi „Totwasser“ von Julia Hofelich, den ich im Januar 2019 hier vorgestellt habe, war ein fesselnder Page-Turner!
Nun ist mit „Nebeljagd“ der zweite Fall für die Stuttgarter Anwältin Dr. Linn Geller erschienen:
Ihr Mandant Johann Haug steht im Verdacht seine Pflegemutter ermordet zu haben. Damit nicht genug, denn vor Jahren wurde seine Freundin Vanessa auf bestialische Weise getötet  und der Mörder nie gefasst. Doch die Bewohner des kleinen schwäbischen Dorfes, wo er einst wohnte, sind sich sicher, dass auch nur Johann diesen Mord begangen haben kann…
Dieser Fall konfrontiert Linn Geller mit einem Mandanten, der schon zu seiner Kindheit mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hatte. Besonders das Verhältnis zu einer Pflegemutter war nicht sonderlich gut und ein liebevolles Elternhaus hat er nie richtig kennengelernt.
Auch bei den Recherchen zu den beiden Mordfällen, spürt die Anwältin am eigenen Leib mit welchen Anfeindungen und Vorurteilen Johann Haug in seinem Heimatort zu kämpfen hatte. Aber er ist auch kein einfacher Mensch, denn durch seine Art und sein Verhalten eckt er durchaus an. Zu den Anschuldigungen befragt,  ist er wortkarg, wirkt undurchsichtig und hat dem wenig entgegenzusetzen.  Linn Geller ist hin- und hergerissen, ob sie den Unschuldsbeteuerungen ihres Mandanten glauben kann, da es auf der anderen Seite einige Fakten gibt, die auf ihn als möglichen Täter hinweisen…..
Erneut ist es der Autorin gelungen, einen sehr spannenden, teils sehr düsteren und nervenaufreibenden Krimi zu schreiben. Von Anfang an nimmt einen die Handlung in Beschlag, man rätselt mit, ob Johann Haug nun zu Recht wegen Mordes vor Gericht steht, oder ob hier doch  – wie er selbst glaubt – eine Art Komplott gegen ihn seit seiner Kindheit geschmiedet wurde…
Von mir gibt es hier die volle Punktzahl für diesen erstklassig abgefassten Page-Turner, der nicht nur nervenaufreibende Spannung beinhaltet, sondern noch einen unvorhersehbaren Schlussakkord oben drauf setzt!
Fazit: Nervenaufreibender Page-Turner, der mit einem unvorhersehbaren Schlussakkord noch zusätzlich punkten kann!
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L. Jackson, N. Bush, R. Noonan: Diabolic – Fatales Vergehen

Droemer-Knaur

Im Mai letzten Jahres begann mit “Greed –Tödliche Gier” die „Wyoming-Reihe“, die ich als gut lesbaren Mix aus Familiengeschichte, Romantik und eingewobenen Krimi-Teil eingeordnet hatte.
Nun haben die drei amerikanischen Bestseller-Autorinnen sich erneut zusammengetan und dies ist ihr neuestes Werk. Zwar ist es keine eigentliche Fortsetzung des ersten Buches, aber es tauchen in den „Nebenrollen“ bekannte Personen auf, die in Prairie Creek leben wie z.B. einige Mitglieder der Familie Dillinger, die damals im Mittelpunkt der Handlung standen. Aber man braucht keine Vorkenntnisse um sich in der aktuellen Handlung zurechtzufinden:
Diese beginnt vor 15 Jahren als die drei Teenager-Freundinnen Shiloh, Kat(rina) und Ruth(ie) sich entgegen aller Warnungen ihrer Eltern zu einem nächtlichen Bad in einem abgelegenen Waldsee treffen, wo es dann zu einem brutalen Übergriff kommt, in deren Verlauf ein maskierter Mann sich eine der Freundinnen schnappt und sich an ihr vergeht…..
Die Handlung setzt sich dann in der Jetztzeit fort. Die drei Freundinnen haben sich nach dem traumatischen Ereignis von damals getrennt und auch nie wiedergesehen. Was aus ihnen geworden ist wird aus der jeweiligen Perspektive von Shiloh, Ruth und Katrina in drei unterteilten Kapiteln erzählt, wo auch die Romantik nicht zu kurz kommt.
Im Verlauf treffen die drei Freundinnen dann doch wieder aufeinander und sie tun sich zusammen um endlich ihren Peiniger von einst dingfest zu machen….
Eingewoben in diese drei „Lebensläufe“ ist dann die „Krimi-Handlung“, wo es um das spurlose Verschwinden eines jungen Mädchens geht. Während die Polizei auf Hochtouren nach ihr sucht, wird in einem Waldgebiet eine weibliche Leiche gefunden….
Wie bereits das Vorgänger-Buch ist „Diabolic“ wieder ein lesenswerter Mix aus Lebensläufen, Romantik und einer integrierten Kriminalgeschichte. Zwar gibt es in der Gesamthandlung kleine „Wackler“ und auch Textwiederholungen, was aber den Unterhaltungswert des gut lesbaren Buches nicht sonderlich schmälert und ich vier von fünf möglichen Punkten vergebe und auf ein weiteres Buch aus Wyoming hoffe.
Fazit: Gut lesbarer unterhaltsamer Mix, der insbesondere mit dem spannenden „Krimi-Teil“ punkten kann
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Lene Schwarz: Waldesgrab – Print- und Hörbuchversion

rororo

Den Harz als Kulisse für einen spannenden Krimi, konnte ich mir gut vorstellen, denn diese eindrucksvolle und sagenumwobene Gebirgslandschaft ist mir durch viele Besuche gut bekannt, liegt sie doch „gleich um die Ecke“.
Begonnen habe ich „Waldesgrab“ in Buchform zu lesen. Schon im Prolog  kommt es zu einem recht gruselig anmutenden Leichenfund. Leon Bosch, Koch der Gastwirtschaft „Quellbach“ findet die von einem Tierfell ummantelte tote Frau. Der Anblick ist schrecklich und verstörend, denn der Toten wurden die Organe entnommen und damit nicht genug, denn vor ihm liegt seine geschätzte Arbeitskollegin Linda…
Die herbeigerufene Polizei macht dann im Verlauf noch eine bizarre Entdeckung, denn an der Stelle, wo sich einst das Herz der Frau befand, hat der Mörder einen scharzen Quarzstein hinterlassen….
Das Morden geht weiter, Leon rückt in den Fokus der Polizei, denn er kennt alle Mordopfer…
Das Buchcover ist gut gewählt, aber die Geschichte liest sie stellenweise etwas stockend, da manche Wörter bzw. Sätze etwas umständlich formuliert sind bzw. dann wieder Szenen oder Personen zu wortreich dargestellt werden.
Fazit: Gut gewählte Naturkulisse, die dann aber durch die zu „überfrachtete“ Geschichte nebensächlich wird und nur noch wenig Spannungspotential rüberkommen lässt

Audiobuch

Parallel zur Buchfassung lag mir dann auch die leicht gekürzte Hörbuchfassung von Waldesgrab“ vor.  Der Schauspieler Frank Stieren hat den Part des Vorlesers übernommen.
Durch seinen Vortrag verlor sich dann das „Stocken“ in der Erzählweise.
Die Gesamthandlung des Buches setzt sich aus verschiedenen Handlungssträngen zusammen, die teils in die Vergangenheit von Leon Boschs Privatleben führen, wo er einen schweren Schicksalsschlag verdauen,  sein eigenes Leben wieder in die Spur bringen und sich um seine Teenager-Tochter kümmern muss, die ebenfalls einen besonderen Part in der Geschichte einnimmt.
Die teils sehr brutalen und bizarren Morde, wo die Leichen dann auch noch mit besonderen Mineralien/Steinen „geschmückt“ werden; die vorhandene, gut gewählte Naturkulisse wird anscheinend durch irgendetwas zerstört;  ein dunkles Geheimnis in der Vergangenheit des Hauptakteurs, der schnell als Verdächtiger von der Polizei fokussiert wird und dann auch noch zwischenmenschliche Irrungen und Wirrungen, das war einfach zu viel „Input“ um das „Böse“ darzustellen und im Verlauf zu verbergen, denn wer hinter diesen Morden steckt, war mir leider recht schnell klar, wenn auch die Autorin versucht, diesbezüglich viele falsche Fährten auszulegen.
Leider schafft es auch Frank Stierens Lesung nicht mich für diesen Krimi zu begeistern. Die Autorin hat für meinen Geschmack einfach „zu viel des Guten“ hineingepackt. Der Anfang ist noch interessant und hätte auch durchaus spannend werden können, aber der Funke sprang bei mir einfach nicht rüber und machmal ist einfach „weniger mehr“!
Fazit: Trotz gutem Vorleser wird aus dieser inhaltlich zu überladenen Geschichte kein spannender Krimi
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Mads Peder Nordbro: Eisgrab

Fischer Verlage

Ende letzten Jahres hatte ich hier “Eisrot“ vorgestellt und ich war von der „eiskalten Spannung aus dem Hohen Norden! begeistert, weswegen ich meine Leseempfehlung aussprach und auf eine Fortsetzung hoffte.
Nun ein Jahr später liegt die vor und unter dem Titel „Eisgrab“ gibt es Neuigkeiten aus Grönland!
Der dänische Reporter Matthew Cave hatte ja 2014 durch einen privaten Schicksalsschlag einen Neuanfang in Grönland gestartet, ohne vorher zu ahnen, dass er schon gleich bei seiner ersten Reportage, mitten in eine weitreichende Mordermittlung gerät, die dann auch noch ganz persönliche familiäre Neuigkeiten nach sich zog.
Eisgrab setzt genau dort 2014 an, wo Eisrot endet. Informationen zu den Vorkommnissen des ersten Bandes hat der Autor geschickt ins aktuelle Geschehen eingewoben, aber zum besseren Verständnis finde ich es persönlich schöner, wenn man spannende Geschichten von Anfang an verfolgt, so dass man auch bei Band 1 anfangen sollte!
Eine wichtige Wegbegleiterin hatte Matthew ja in Tupaarnaq gefunden. Ihre bewegende Geschichte ist ein Teil des ersten Bandes. Sie verschwand am Ende ohne ein Wort des Abschieds…
Während Matthew noch die Geschehnisse verarbeitet, macht sich seine Halbschwester Arnaq mit einigen Internatsfreunden aus Dänemark auf einen Camping-Ausflug um ihnen die Gegend zu zeigen. Doch nach ganz kurzer Zeit gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihnen und als Matthew und die wieder aufgetauchte Tupaarnaq sich auf die Suche nach den Jugendlichen machen, ahnen sie noch nicht auf welch lebensbedrohliche, gefährliche Mission sie sich begeben…
Die Fortsetzung des spannungsgeladenen Thrillers geht genauso nervenaufreibend weiter und von der ersten Seite an, konnte ich das Buch kaum aus den Händen legen.
Die Vorkommnisse auf der amerikanischen Air Base im grönländischen Thule im Jahr 1990 sind ein wichtiger Handlungsstrang, genau wie die Suche nach Arnaq und ihren Freunden. Man sollte aber gute Nerven haben, denn was man hier zu Lesen bekommt, ist „hard stuff“. Ich mag den Erzählstil des Autors und auch das Schwenken von der Vergangenheit in die Gegenwart und umgekehrt gelingt ohne Schwierigkeiten. Die anschaulich geschilderten eiskalten Kulissen passen zum Geschehen und man taucht ganz schnell ab und ist hautnah dabei, wenn es in die abgelegensten Winkel Grönlands geht. Bis auf den etwas holprig wirkenden „Showdown“ hat mir das Buch wieder sehr gut gefallen und da Tupaarnaq mal wieder ohne Gruß verschwindet, hoffe ich auf eine weitere spannende Fortsetzung.
Fazit: Eiskalter nervenaufreibender Pageturner, der unbedingt fortgesetzt werden sollte!

 

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