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Chevy Stevens: Ich beobachte Dich

Fischer Scherz

Das Buchcover zeigt ein idyllisches Landschaftsbild, so wie man es durchaus an der kanadischen Westküste oder auf einen der vorgelagerten Inseln vorfinden kann, wo auch die Handlung des Buches, nämlich in Vancouver und auf Vancouver Island angesiedelt ist.
Doch wer die Bücher von Chevy Stevens kennt, der weiß, hinter der schönen Fassade liegt meistens etwas im Argen und auch in „Ich beobachte dich“ zerplatzt ganz schnell die schöne Seifenblase in der Lindsey lebt, die recht jung ihren Andrew geheiratet und mit dem sie eine Tochter namens Sophie hat. Aus der geplanten Familienidylle wird ein Alptraum, denn Andrew tyrannisiert sie, besonders unter Alkoholeinfluss wird er ihr gegenüber gewalttätig, aber noch viel schlimmer ist sein immer unberechenbarer werdender Gemütszustand, so dass Lindsey ständig auf der Hut ist. Die Jahre vergehen und die Situation wird immer unerträglicher bis es schließlich lebensbedrohlich für sie wird. Da endlich bringt sie den Mut auf, sich ihre kleine Tochter schnappt und ihn in einer „Nacht- und Nebenaktion“ verlässt.
Doch Andrew lässt sie nicht so leicht entkommen und er setzt sich in alkoholisiertem Zustand in seinen Wagen und auf der Suche nach den beiden verursacht er einen schweren Autounfall bei dem eine Frau ums Leben kommt und Andrews im Verlauf zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wird…..
In diesen zehn Jahren baut sich Lindsey mit ihrer Tochter ein neues Leben auf, doch dann hat Andrew seine Strafe abgesessen und er kommt frei.
Bald fühlt sich Lindsey unwohl und hat das Gefühl sie wird beobachtet. Dieses ungute Gefühl hatte sie schon lange nicht mehr gespürt und nur immer als Warnung ihres Körpers aufgefasst, wenn Andrew mal wieder psychisch sehr angespannt und kurz vor der „Explosion“ stand.
Aber er weiß ja nicht wo sie jetzt leben, bis sie ihm eines Tages unvermittelt in der Stadt gegenübersteht…..
Es passieren weitere merkwürdige Dinge, u.a. wird ihr Hund vergiftet und Lindseys mulmiges Gefühl ist wieder ständig da und sie fürchtet um ihr Leben. Sie wendet sich an die Polizei und erwirkt ein Kontaktverbot, doch die Lage spitzt sich weiter zu …….
In unterschiedlichen Zeitabschnitten erzählen Lindsey und Sophie  aus ihrer  Sicht die spannende Geschichte, die einen von der ersten Seite an fesselt. Meisterhaft versteht es die Autorin die Anspannung, die sich durch das ganze Buch zieht, in Worte zu kleiden, so dass man die Gemütsregungen der Beteiligten sehr gut nachempfinden kann. Besonders das Gefühls-Chaos, dass Sophie durchläuft als sie sich das erste Mal verliebt oder auch die Schilderung der Landschaftsidylle, die dann aber zum Ende hin Kulisse eines weiteren Alp-Traum-Szenarios wird, hat man direkt vor Augen.
Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt, die Erzählweise ist bildhaft, die Figuren gut gezeichnet und besonders die unheilvolle Anspannung ist von Anfang an gegeben.  Zwar hatte ich immer im Hinterkopf eine vage Vermutung, wie es sich dann am Ende auch herauskristallisierte, aber so einen Showdown hatte ich dann doch nicht erwartet. Die Handlung ist so mitreißend geschrieben, dass ich das Buch nicht aus den Händen legen mochte und ich es als lesenswerten, spannungsgeladenen Page-Turner bezeichnen möchte, welcher sich in die Reihe der besonders empfehlenswerten vorherigen Bücher der Autorin wie z.B. „Those Girls“ oder „That Night“ einordnet.
Fazit: Page-Turner mit Spannung von der ersten bis zur letzten Seite!

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