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David Lagercrantz nach Stieg Larsson: Verschwörung

Verschwoerung von David Lagercrantz

Von Anfang an war ich mir nicht ganz klar darüber, ob nach der Millenium-Trilogie noch etwas nachfolgen sollte.
Die Verfilmung der Bücher Verblendung, Verdammnis und Vergebung finde ich gelungen und sehenswert, aber kann jemand anders in die großen Fußstapfen von Stieg Larsson treten und den Erfolg fortsetzen???
Während des Lesens von „Verschwörung“ war mir schnell klar, NEIN die drei Bücher im Vorfeld setzen sich von diesem hier klar und deutlich ab und ich hatte Schwierigkeiten den sonst überaus engagierten Journalisten Mikael Blomkvist oder auch seine im Untergrund hackende gute „Fee“ Lisbeth Salander wieder zu erkennen:
Die Zeitschrift „Millenium“ ist nicht mehr was sie einmal war, es gibt neue Investoren und weitere Inhaber. Mikael Blomkvist ist durch Anfeindungen im Netz und auch sonst schwer angeschlagen und dümpelt irgendwie vor sich hin. Mit Lisbeth Salander hatte er schon lange keinen richtigen Kontakt mehr und nur eine kleine Datei auf seinem Computer ist eine zarte Verbindung zu ihr.
Einen herausragenden Artikel hat Mikael lange nicht mehr geschrieben, da wendet sich Prof. Frans Balder, ein genialer Mathematiker bzw. Informatiker, der in den USA an brisanten Forschungen rund um die Künstliche Intelligenz beteiligt war und nun in Stockholm zurück ist, da er sich um seinen autistischen Sohn August kümmern will, mitten in der Nacht telefonisch an ihn und bittet dringend um einen sofortigen Besuch in seinem Haus, da er das Gefühl hat in Gefahr zu sein und er will unbedingt sein Gewissen erleichtern, hat er doch Informationen von gewisser Sprengkraft….
Was Prof. Balder Mikael Wichtiges mitteilen wollte, bleibt sein Geheimnis, denn Mikael findet ihn erschossen in der Wohnung und ein etwa achtjähriger Junge wirft sich neben ihm immer wieder gegen die Wand…
Auf Seite 189 passiert dieser Mord, dazwischen wird der Leser – was ich wirklich entbehrlich finde und nicht unbedingt zur Spannung, sondern eher zur Verwirrung beiträgt – mit Fachwissen und Einblicke in das Cyperspace konfrontiert. Es geht um alle möglichen Hackerangriffe, wovon einer, nämlich das Hacken des sogenannten Intranet der NSA zum Haupttenor des Buches wird, da dieses extrem gesicherte Netz als unangreifbar gilt und da ist Krisenstimmung angesagt, denn der Hacker hat keine Spuren hinterlassen. Hat hier Lisbeth Salander ihre Finger im Spiel?
Nach dem Mord am Professor steht der Sohn unter besonderem Schutz, hat er den Mörder doch gesehen. Da August aber nicht spricht, ist seine einzige Art zu kommunizieren das Malen von brillanten Bildern….
Gestrafft erzählt wäre hier sicherlich mehr Spannung aufgekommen, auch dass das Geschehen aus verschiedenen Sichtweisen erzählt wird, hat irgendwie etwas von einer Wiederholung und man muss aufpassen, dass man den roten Faden nicht verliert. Schwierigkeiten hatte ich auch mit der Auflösung, wer oder was hinter allem steckt, da passte manches nicht so zusammen bzw. war etwas unrealistisch.
Zwar gibt es auch spannungsgeladene Szenen und Abläufe, aber alles in allem reicht dies Buch nicht an die Millenium-Trilogie heran.
Fazit: Reicht nicht an die Millenium-Trilogie heran und manchmal ist es besser keine Fortsetzung zu schreiben!

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