TOP

Dora Heldt: Mathilda oder Irgendwer stirbt immer

GoyaLit

Die Schauspielerin Katja Danowski hat den Part der Vorleserin des neuen Romans „Mathilda oder Irgendwer stirbt immer“ aus der Feder von Dora Heldt übernommen, was eine gelungene Besetzung ist.
Schon nach kurzer Zeit des Anhörens ist man mitten im Geschehen und die Mitwirkenden werden lebendig, da Frau Danowski für jeden eine eigene Stimmnuance findet, die oben an der norddeutschen Küste angesiedelt ist und somit gleich die passende Atmosphäre aufkommt…
Die Titelfigur Mathilda lebt zusammen mit ihrem Mann Gunnar, dem Hund George und ihrer streitsüchtigen und rechthaberischen Mutter Ilse in dem kleinen Küstenort Dettebüll. Ihre beiden erwachsenen Kinder Nele und Max leben außer Haus. Mathilda liebt ihre beiden Enkelkinder und hat ein Faible für das englische Königshaus.
Das Leben in Dettebüll ist dörflich beschaulich, die Bewohner des Ortes kennen einander und die Nachbarschaft funktioniert. Doch Mathildas Mutter Ilse sorgt immer wieder für „schlechte Schwingungen“ in der Familie und lässt kein gutes Haar an Gunnar – hatte sie doch einen ganz anderen Schwiegersohn im Sinn – und ihr Sohn Pit ist Luft für sie. Mathilda bemüht sich immer wieder um „gut Wetter“, obwohl ihre Mutter ihr einiges abverlangt.  Dann passiert es, dass durch Ilses unverschämtes Verhalten selbst Mathilda „böse Gedanken“ bekommt…
Wie überall funktioniert auch der Dorfklatsch in Dettebüll wunderbar, wo es z.B. um einfaches Weideland geht, was plötzlich jeder kaufen will und dubiose Gestalten im Ort auftauchen…
Die ländliche Idylle wird dann ganz abrupt gestört, als dann plötzlich Ilse tot auf der Terrasse liegt…
Dora Heldt hat ein besonderes Auge für Menschen, sie beschreibt ihre Figuren so, dass man das Gefühl hat „die/den kenn‘ ich doch aus meiner Nachbarschaft…..“. Das Dorfleben kann man sich lebhaft vorstellen und auch, dass in Dettebüll Geheimnisse nicht lange geheim bleiben….
Der Roman bietet nicht nur einen wunderbaren Blick in eine Dorfidylle, sondern beim genauen Hinschauen lugt der feine Humor an vielen Ecken hervor, der auch noch recht  schräge/schwarzhumorige Todesfälle zum Vorschein bringt, die wie „nebenbei“ passieren und als „normal“ abgetan werden. Was Dora Heldt zu Papier gebracht hat,  ist wieder gelungen und durch die besondere Vortragsweise von Katja Danowski  taucht ganz schnell die ländliche Szenerie vor Augen auf! Tolle Kombination!
Fazit: Hörenswert!  Katja Danowski findet für jede Figur eine an der norddeutschen Küste angesiedelte Stimmnuance, so dass die passende Atmosphäre aufkommt, das Dorfleben lebendig wird, der feine Humor auflebt und die „schrägen“ Todesfälle noch eins obendrauf setzen!

Leave a Reply

Your email is never published nor shared.

You may use these HTML tags and attributes:<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>