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George Tenner: Der Tod zwischen den Inseln

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Im August 2014 hatte ich hier „Monet und der Tod auf der Insel“ vorgestellt, wo Kommissar Lasse Larsson auf der Insel Usedom das Verschwinden eines kleinen Jungen untersuchte. Der Fall entwickelte sich dann zu einem regelrechten spannenden Agententhriller….
Seit dem letzten Fall ist geraume Zeit vergangen, im Privat- und Berufsleben des Ermittlers hat sich einiges verändert. Zwar lebt er noch auf der schönen Insel Usedom,  doch beruflich ist er jetzt für das BKA tätig und hat daher oft wechselnde Einsatzorte…
Insel Usedom 2007: Im Urlaub ereilt Lasse Larsson ein Anruf seines Chefs, der ihn über seinen neuen Einsatz informiert: Ein großes Motorsegelschiff, das auf Fehmarn gechartert wurde und über Nacht in Ralswiek auf Rügen gelegen hatte, ist spurlos verschwunden…..
Eigentlich kümmert sich das BKA ja nicht um solche Angelegenheiten, aber die vierköpfige Besatzung des Schiffes ist interessant, zumal es sich um einen Briten und drei Afrikaner handelt, die allesamt die afrikanische Kiliwhite Limited repräsentieren. Die Geschäfte dieser Firma sind dubios und undurchsichtig. Es wird vermutet, dass sie zahlungskräftigen Afrikanern auf verschlungenen Wegen unerkannt eine Passage nach Europa ermöglichen.
Um ihr Treiben zu verschleiern,  investiert Kiliwhite z.B. in deutsche Firmen, die in Schieflage geraten sind. Besonders interessant sind für den afrikanischen Investor Betriebe, die Werkzeuge oder z.B. spezielle Zentrifugen herstellen. Diese Produkte sind wie kleine Puzzleteile, die über Drittländer exportiert werden und im Empfängerland dann z.B. für die Urananreicherung benötigt werden….
Auf was für ein gefährliches Terrain Lasse Larsson sich diesmal begibt, wird deutlich, als seine ganze Familie plötzlich in Lebensgefahr schwebt….
Die unterschiedlichsten Geheimdienste geben sich hier die Klinke in die Hand, was bei den geschilderten brisanten Themen durchaus vorstellbar ist, aber man muss auch genau aufpassen, um die weitreichenden internationalen Verwicklungen genau zu erfassen. Reale Personen und politische Geschehnisse aus den 1980ziger Jahren sind hier geschickt in die Handlung eingewoben und haben mir mal wieder vor Augen geführt, dass die Öffentlichkeit immer nur einen kleinen Teil der Wahrheit – wenn überhaupt – erfährt….
Der Autor schafft in „Der Tod zwischen den Inseln“ eine Szenerie, die in die Welt der Geheimdienste führt, was zum einen interessant und spannend ist, aber durch die eingewobenen realen Geschehnisse in den 80ziger Jahren, einen doch auch nachdenklich macht.
Fazit: Leichte Kost ist dieser Kriminalroman nicht, aber spannend geschrieben und unbedingt lesenswert!

 

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