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Gerit Bertram: Das Lied vom Schwarzen Tod

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Durch eine sehr nette Geste bin an dieses Buch gekommen! Da ich zumeist Krimis lese, die im Hier und Jetzt spielen, war dies mein erster historischer Roman und ich war gespannt, was mich erwartet.
Schon nach den ersten Seiten fühlte ich mich ins Jahr 1522 versetzt und es dauerte nicht lange und ich war in der Handlung gefangen. Zwar hatte ich zuerst noch etwas Schwierigkeiten mit den für mich unbekannten Begriffen wie Büttel oder Metze, doch ich fand am Ende des Buches  Abhilfe, denn dort wurden diese und andere Begriffe erklärt.
Obwohl ich noch nie in Nürnberg gewesen bin, hatte ich das Gefühl beim Lesen einen Zeitsprung zu vollführen um 1522 vor Ort zu landen und durch die damaligen Gassen zu gehen.  Vor meinem inneren Augen sah ich regelrecht die hier erzählte Geschichte ablaufen, was sicherlich mit dem Schreibstil und der bildhaften Sprache des Buches zusammenhängt. Besonders gut hat mir auch gefallen, das historisch belegbare und bekannte Personen wie z.B. der Maler Albrecht Dürer und seine Frau Agnes  oder auch Martin Luther in die Handlung eingewoben sind und somit der Eindruck entsteht,  die Geschichte könne sich wirklich so abgespielt haben:
Wie in vielen anderen deutschen Städten wütet 1522 in Nürnberg der Schwarze Tod, wie auch die Pest genannt wird. Viele Familien werden durch diese furchtbare Seuche ausgelöscht. Auch die Familie Stäubling besteht seit kurzem nur noch aus Anna und ihrem Bruder Sebastian, die in die Obhut ihres Onkels, dem Gewandschneider Gerald Pfanner, kommen. Dieser lebt mit seinem Ziehsohn Martin zusammen in einem Haushalt. Es dauert nicht lange und Anna und Martin verlieben sich ineinander, was allerdings nicht im Sinne des Onkels ist, denn der hat andere Pläne für seinen Ziehsohn.  Auf Geheiß des Onkels wird Anna dann von heute auf morgen in ein Kloster in Regensburg geschickt und ihr Bruder Sebastian bekommt eine Lehrstelle bei einem Beinschnitzer zugewiesen. Den Geschwistern bleibt kaum Zeit zum Abschied und ob sie sich je wiedersehen, bleibt hier unerzählt…
Die Zeit vergeht und Anna hofft inständig ihr geliebter Martin holt sie aus dem Kloster, was aber nicht geschieht. Bald schmiedet sie Fluchtpläne und ihr gelingt es tatsächlich zu entkommen…
Sebastian hält es auch bei seinem Lehrherrn nicht aus und er gerät in die Fänge der Bruderschaft des ehemaligen Mönches Kilian Pankratius, der sich als von Gott gesandt sieht und gegen Martin Luther predigt.  Was seine Gefolgsleute zuerst nicht wissen, ist,  dass er selbst vor Mord nicht zurückschreckt, wenn es darum geht seine Ansichten durchzusetzen….
Wie es Anna auf und nach der Flucht ergeht und ob sie jemals ihren geliebten Martin oder ihren Bruder wiedersieht, verrate ich hier nicht, denn „Das Lied vom Schwarzen Tod“ ist nicht nur ein historischer Roman, der eine Liebes- und Leidensgeschichte erzählt, sondern es ist ganz gekonnt eine mörderische Handlung eingewoben, die das ganze Buch abrundet. Soviel sei nur verraten, nach vier Tagen hatte ich die mehr als 500 Seiten verschlungen…
Fazit: Hier passt alles zusammen: Historie, Spannung und Erzählkunst, die einen bis zum Ende gefangen nimmt!

 

 

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