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Hakan Nesser: Der Fall Kallmann

Wer sich hier auf einen spannenden Krimi freut, dem sei gleich vorweg gesagt, es gibt eine Krimi-Handlung, sie ist aber in einem verschachtelten Roman vorborgen, der im Jahr 1995 beginnt. Der Kriminalfall bleibt lange Jahre ohne Abschluss bzw. verläuft im Sande, bis dann im Jahr 2015  sich alle Puzzlesteine erst an die richtige Stelle legen und man somit als Leser etwas Geduld aufbringen muss, die sich aber im Nachhinein durchaus lohnt!
Eigentlich können wir Fans von Hakan Nessers Büchern da ja von Glück sprechen, dass es  hier zu einen Abschluss bzw. einer Auflösung im Fall Kallmann“ kommt, denn der Autor hatte ja seine geneigte Leserschaft vor geraumer Zeit bei dem Buch „Kim Novak badete nie im See von Genezareth“ richtig auf die Folter gespannt und erst viele Jahre später mit Die Wahrheit über Kim Novak und den Mord an Berra Albertssondie Geschichte zu Ende erzählt und den wahren Täter entlarvt.
Aber ganz einfach macht es der Autor uns auch diesmal nicht,  denn aus verschiedenen Perspektiven wird der Frage nachgegangen, ob der Tod des etwas eigenwilligen,  aber bei den Schülern sehr beliebten Lehrers Eugen Kallmann nun ein tragischer Unfall oder gar Mord war…
Während vielen Gedanken nachgegangen wird, werden hier unterschiedliche Lebensgeschichten beleuchtet, die dann irgendwie in Zusammenhang zu stehen scheinen. Im Jahr 1995 gibt es einen kleinen Außenseiter mit Namen Charlie, der seine Klassenkameradin Andrea interviewt und sie mit merkwürdigen Fragen über ihre Herkunft und die Mitglieder ihrer Familie überhäuft, die Andrea irritieren, was sich aber  dann im Verlauf zu einem wichtiger Handlungsstrang der Geschichte entwickelt…
Auch ein neuer Lehrer mit Namen Leon, der den Platz von Eugen Kallmann in der Schule übernimmt und seine frühere Studienkollegin Ludmilla, die eine Kollegin des Verstorbenen war, sind ein Puzzle-Teil der Handlung, da sie sich im weiteren Geschehen mit einem anderen Lehrer zusammentun und sich als Detektive betätigen, denn Leon hatte eigenartige tagebuchartige Aufzeichnungen von Kallmann gefunden, die es zu entschlüsseln gilt, denn dort wird über einen Mord berichtet…..
Aber nicht nur der Tod Kallmanns wirft Fragen auf, denn an der Schule, wo er einst tätig war, gibt es zunehmend fremdenfeindliche Aktionen, in deren Verlauf dann auch ein Schüler auf spektakuläre Weise zu Tode kommt, was wiederum Fragen aufwirft…
Bis es dann zu einer Auflösung der vielen Andeutungen, der Entwirrung von Realität und Fiktion kommt,  die unterschiedlichen Lebensgeschichten durchleuchtet und in die richtige Konstellation gebracht werden, dauert es wie bereits erwähnt einige Zeit und man muss schon etwas Geduld haben, bis sich der Nebel lichtet.  Aber das Dranbleiben lohnt sich auf jeden Fall, denn es gibt doch auf jeden Fall noch einen unvorhersehbaren Schluss-Akkord, der dem Autor auf jeden Fall gelungen ist!
Fazit: Eher ruhige Romanerzählung aus verschiedenen Perspektiven zusammengefügt, die aber eine fein eingewobene Kriminalgeschichte beinhaltet, die das ganze Buch durchzieht und mit einem besonderen und unvorhersehbaren Schluss-Akkord aufwarten kann und daher lesenswert ist! 

 

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