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Luca D’Andrea: Der Tod so kalt

penguin-Verlag

Kürzlich hatte ich von Luca D‘Andrea „Das Böse, es bleibt“ gelesen und war von dem Page-Turner sehr angetan, weswegen ich nun das davor erschienene Buch „Der Tod so kalt“ vorstellen möchte.
Die Rahmenhandlung ist in den Dolomiten in Südtirol angesiedelt. Siebenhoch, ein abgelegenes Bergdorf ist 1985 Schauplatz eines fürchterlichen Verbrechens gewesen. Die Leichen dreier junger Menschen aus dem Ort wurden in der nahegelegenen Bletterbach-Klamm, einer von riesigen Felswänden umgebenen Schlucht schrecklich zugerichtet, aufgefunden. Die Einheimischen sprechen in diesem Zusammenhang vom Bletterbach-Massaker. Wer die Drei getötet und was dort genau vorgefallen war, ist bis heute ungeklärt…
30 Jahre später verlegt die dreiköpfige Familie Jeremiah, Annelise und Clara Salinger ihren Wohnsitz von Amerika nach Siebenhoch, wo Annelise einst aufgewachsen ist. Jeremiah, der die Geschichte in der Ich-Form erzählt, ist Dokumentarfilmer und mit seinem Freund und Geschäftspartner Mike hat er bereits einige aufsehenerregende Doku-Serien veröffentlicht.
Dann kommt es während Dreharbeiten in den schneebedeckten Bergen zu einem folgenschweren Unfall mit mehreren Toten, den auch Jeremiah nur ganz knapp überlebt. Ein Jahr Auszeit hatte er seiner Frau versprochen, damit die Wunden richtig verheilen und besonders sich seine schwer angeschlagene Seele richtig erholen kann. Clara, seine fünfjährige Tochter schafft es ihn aus seiner düsteren Stimmung und ihn aus seinem Schneckenhaus herauszuholen und er fängt an mit ihr kleine Wanderungen in der schönen Landschaft zu unternehmen. Und genau auf einer dieser Spaziergänge kommt ihm die Geschichte des Bletterbach-Massakers zu Ohren.  Anfänglich denkt er noch an sein Auszeit-Versprechen, doch bald hat ihn dieser ungelöste Mordfall total vereinnahmt und er will nur noch eins, herausbekommen, was damals geschah…
Nach den ersten Seiten hatte mich die Geschichte eingefangen. Der Schreibstil des Autors ist etwas ungewöhnlich, aber er schafft es mit Worten, dass man die wunderschöne Landschaft, die Menschen, die dort leben und besonders auch die düstere Szenerie des Mordfalls direkt vor Augen hat. Die teils etwas unheimliche Stimmung wird durch die eingewobenen Sagen und Mythen der Einheimischen noch untermalt, was mir gut gefallen hat.
Zwar hatte ich zweitweise etwas Mühe die vielen Personen immer richtig zuzuordnen, aber beim Weiterlesen kam man dann doch immer in die „richtige Spur“. Von den Mitwirkenden war mir eigentlich nur die kleine Clara so richtig sympathisch. Jeremiah Salingers Gefühlswelt spiegelt sich gut in seiner Erzählweise wieder. Auch die eingebauten Twists in der Handlung lassen einen als Leser immer wieder „aufhorchen“ und man fragt sich, ob die Wahrheit tatsächlich irgendwann ans Licht kommt…
Und genau wegen dieser Frage, habe ich das Buch in Windeseile gelesen und ich hoffe, Luca D’Andrea schreibt weiterhin so spannende Bücher.
Fazit: Ein abgelegenes Bergdorf, ein alter ungelöster Mordfall und ein traumatisierter Dokumentarfilmer, der wie besessen diesen Fall recherchiert sind Teile dieses Buches, das einen von Anfang an fesselt und man es nicht aus den Händen legen mag, weswegen ich hier von einem Page-Turner sprechen möchte!

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