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Dan Brown: Origin

Lange Zeit war es still um Robert Langdon, den Professor für Kunstgeschichte und Symbolik, der immer wieder ungewollt in rätselhafte Ereignisse hineingezogen wird und dabei auch körperlich einige Blessuren abbekommt. Seinen letzten Einsatz hatte er 2013, als er um den Globus hastete um ein „Inferno“ zu verhindern…
In „Origin “ – das man übrigens zu Deutsch mit Ursprung übersetzen würde – bekommt Robert Langdon eine geheimnisvolle Einladung ins spanische Bilbao von seinem einstigen Schüler an der Harvard Universität, dem Computerwissenschaftler und Futurologen Edmond Kirsch, der seine bahnbrechende Entdeckung der Öffentlichkeit präsentieren will.  Ein Jahr zuvor hatten sich die beiden zuletzt gesehen und überraschenderweise hatten sie sich nicht wie sonst über Kunst, sondern auf Wunsch von Kirsch, einem bekennenden Atheisten, über Gott unterhalten…
Als Robert Langdon sich auf den Weg zum Veranstaltungsort macht, ahnt er noch nicht,  dass sich Kirsch im Vorfeld mit drei angesehenen Geistlichen getroffen hatte um ihnen seine brisante Entdeckung zu präsentieren. Deren anfängliche Skepsis, was dieser Mann wohl für wichtige Dinge herausgefunden haben könnte, verwandelt sich nach ihrem Gespräch in Entsetzen….
Bevor Prof. Langdon nun auf seinen Freund Edmond Kirsch trifft, wird er von seinem persönlichen Guide Winston durch das Guggenheim-Museum begleitet, wo die Präsentation stattfinden soll. Dieser Guide wird im Verlauf von eine wichtige Rolle spielen..
Nachdem die bezaubernde Ambra Vidal, die eine ganz besondere Beziehung zum zukünftigen spanischen König unterhält, die Veranstaltung mit ein paar einleitenden Worten eröffnet, warten alle nur noch auf den Auftritt von Edmond Kirsch und natürlich auf seine bahnbrechende Entdeckung, die sich mit den Fragen nach dem Ursprung des Lebens beschäftigt, was allerdings nicht nur Begeisterungsstürme hervorruft, sondern auch Neider/Gegner aufschreckt, die die Veröffentlichung verhindern wollen…
Als Kirsch dann endlich auf der Bühne erscheint um dem gebannten Publikum seine Entdeckung zu präsentieren, fällt ein Schuss und er bricht tödlich getroffen zusammen……
Robert Langdon hat ab jetzt nur ein Ziel: Er will den Mörder seines Freundes finden und versuchen der Welt die brisante Entdeckung Kirschs doch noch zu enthüllen. Unterstützt wird er dabei von Ambra Vidal…
Nun, mehr mag ich eigentlich nicht verraten, denn wie gewohnt lüftet Robert Langdon im Verlauf einige Geheimnisse und deckt brisante Zusammenhänge auf, die dann für ihn mal wieder lebensgefährlich werden…
Der Thriller führt dabei den Leser an ganz besondere/sehenswerte, aber auch eher (für mich) noch unbekannte Orte, die ich dann mit Hilfe des Internets ebenfalls besucht habe um mir die Örtlichkeiten besser vorstellen zu können, obwohl Dan Brown sie sehr anschaulich schildert. Das Buch liest sich gut, eine spannende Ungewissheit durchzieht die gesamte Handlung bis zum Schluss und führt diesmal u.a. in die Welt der Supercomputer und beeindruckt mit den Fähigkeiten künstlicher Intelligenz…
Fazit: Robert Langdons erneuter Einsatz ist gelungen, Spannung und Unvorhersehbarkeit machen diesen Thriller besonders lesenswert und die Reihe darf gern noch fortgeführt werden.

 

ORIGIN – Das Hörbuch

Wie  bereits bei den vier vorherigen Büchern aus der Reihe hat erfreulicherweise die Lesung für die Hörbuchfassung von „Origin “ wieder Wolfgang Pampel (bekannt auch als Synchronstimme z.B. von Harrison Ford) übernommen, was ein ganz großer Pluspunkt ist! Buch und Hörbuch sind im Bastei Lübbe Verlag erschienen.
Schon bei den ersten Sätzen hänge ich an seinen „Lippen“ und verfolge gebannt seinem Vortrag. Durch ihn werden die Schauplätze wie z.B. im Prolog die Zahnradbahn in Katalonien oder auch die Zusammenkunft der drei Geistlichen des Parlaments der Weltreligionen lebendig. Die Mitwirkenden bekommen durch die unterschiedlichen Stimmen ein „eigenes Gesicht“, so dass man sie gut unterscheiden kann.
Besonders die Gespräche zwischen Winston und Prof. Langdon sind gelungen und es lugt auch untergründig feiner Humor hervor.
Die sechs CD’s habe ich gleich hintereinander genossen und ich kann dieses Hörerlebnis nur jedem empfehlen, der nicht so gern über 600 Seiten Text lesen möchte.
Fazit: Dan Brown’s Thriller werden durch die Lesung von Wolfgang Pampel lebendig und bieten dem Zuhörer ein Hörerlebnis der besonderen Art! Bitte mehr davon!

 

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Yrsa Sigurdardóttir: Sog

Letztes Jahr hatte Kommissar Huldar seinen ersten Auftritt, damals hatte man ihm die Leitung der Ermittlungen im „DNA“-Fall übergeben. Da in den Fall Kinder als Zeugen befragt werden mussten, bekam Huldar Unterstützung durch die Kinderpsychologin Freyja vom Jugendamt. Hatte mir damals die ansonsten in den Büchern der isländischen Autorin bisher immer vorhandene Spannung gefehlt, kann ich gleich im Vorfeld zu dem aktuellen Thriller „SOG“ anmerken, dass dies Buch mich nicht enttäuscht hat.
Im Prolog erfährt man, dass im Jahr 2004 die achtjährige Vaka verschwindet…
2016:  Für ein Schulprojekt wurde vor zehn Jahren eine „Zeitkapsel“ auf einem Schulgelände vergraben.  Nun wurde sie geborgen und man findet Aufsätze von Schülern darin, die beschreiben, wie sie sich das Leben im Jahr 2016 in Island vorstellen. Einer der Aufsätze erregt Aufsehen, denn dort steht: „Im Jahr 2016 werden folgende Menschen getötet…“ Es folgen Buchstaben und –kombination, die vermuten lassen, dass es sich um die Initialen von Personen handeln könnte…
Da Huldar im DNA-Fall nicht sonderlich gut punkten konnte, hat man ihm die Leitung entzogen und nun muss er beweisen, was er kann. Er wird auf den mysteriösen Aufsatz „angesetzt“. Er soll herausbekommen,  wer ihn verfasst hat und was sich hinter den aufgezählten Buchstaben verbirgt. Wie man diese düstere Zukunftsvision deuten soll, dazu will Huldar sich mit Freyja besprechen, die ihm ja schon einmal „assistiert“ hat. Allerdings ist auch zwischen ihnen nicht alles zum Besten, gab es doch zwischenmenschliche Reibereien. Aber auf beruflicher Ebene ist Freyja dann bereit Huldar zu unterstützen…
Zu den Kriminalfällen, die mit abgetrennten Händen beginnen, kommen dann  noch ein bizarrer Todesfall in einem Parkhaus sowie ein gruseliger Fund auf einer Müllkippe hinzu. Doch das sind nur einige der nervenaufreibenden Ereignisse, die sich hier wie Perlen an einer Schnur aufreihen. Die Ermittler haben alle Hände voll zu tun und denkt man als Leser auf der richtigen Spur zu sein, wendet sich das Blatt…
Wie bereits erwähnt, braucht man bei diesem Thriller gute Nerven.  Man wird als Leser durch den fesselnden Erzählstil und die spannende Handlung schnell gefangen genommen.  Durch die anhaltende Ungewissheit und die immer neuen Wendungen gab es zwar reichlich Verdächtige, aber richtig „greifbar“ war keiner davon, was dann noch mit einem überraschenden Ende gekrönt wird, was mir gut gefallen hat!
Fazit: Hier braucht man starke Nerven, eiskalter spannend erzählter Thriller, der noch zusätzlich mit einem unvorhersehbaren Ende punkten kann!

 

 

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Candice Fox: Crimson Lake

Handlungsmäßig geht es nach Down Under bzw. zum australischen „Crimson Lake“, wohin sich der ehemalige Detective des Drogendezernats Ted Confaffey nach seinem mehrmonatigen Haftaufenthalt „verzieht“. Anfangs dachte er noch an einen schlechten Scherz seiner Kollegen als er sich im Verhörraum wiederfindet und man ihm Vergewaltigung und versuchten Mord vorwirft….
In Rückblicken erfährt der Leser, wie es zu diesem Tatvorwurf kommt.  Besonders wegen des großen Medien-Interesses an diesem Fall ist Teds Gesicht auf allen Titelseiten vertreten und die Bevölkerung macht regelrecht Jagd auf ihn…
Ted verkriecht sich dann in einem abgelegenen Haus und er ist psychisch durch das Geschehen angeschlagen, sein Anwalt rät ihm zur Kontaktaufnahme mit einer gewissen Amanda Pharrell, die wie sich im Verlauf rausstellt eine verurteilte Mörderin ist. Amanda ist eine „Erscheinung“, überall tätowiert und seit frühester Jugend offenbar bereits eine Außenseiterin. Genau diese Frau hat ein Detektivbüro eröffnet und sie bietet Ted einen Job als Ermittler an, denn der bekannte, aber auch umstrittene Schriftsteller Jake Scully ist verschwunden und seine Frau will endlich Klarheit darüber, was mit ihm passiert ist…
Das Buch, das im Suhrkamp-Verlag erschienen ist, liest sich gut, doch die Handlung selbst finde ich etwas „kopflastig“ durch die vielen „Schauplätze“ bzw. die unterschiedlichen Ermittlungen, nichtsdestotrotz ein sehr spannendes Buch!
Bei der Figur „Ted“ hätte ich mir etwas mehr Kampfgeist gewünscht um seinen „Fall“ aufzuarbeiten, zumal er ja von jetzt auf gleich sein bisheriges Leben verloren hat. Das ungewöhnliche Ermittler-Duo findet dann aber gut zusammen und da für mich noch einige Fragen offen sind, könnte ich mir durchaus einen weiteren Einsatz der beiden vorstellen.
Die Umgebung in der dieser Thriller spielt, ist gut gezeichnet besonders die „Schlüsselszene“ im Regenwald nebst anwesenden Krokodilen etc. kann man sich gut vor Augen führen, so dass hier die Nackenhaare Arbeit bekommen.
Fazit: Australien, Krokodile und ein sehr ungewöhnliches Ermittler-Duo kommen hier zum Einsatz und bilden ein sehr spannendes Leseerlebnis, das durchaus fortgesetzt werden darf!

 

 

Candice Fox: Crimson Lake – Das Hörbuch

Wenn man das Cover des Hörbuchs aufschlägt, zuckt man erst einmal etwas zusammen, schaut man doch direkt ins Maul eines riesigen Krokodils. Das hat ja auch einen wichtigen Part in der spannenden Handlung übernommen, denn menschliche Überreste wurden im Magen eines solchen gefunden…….
Ein ehemaliger Polizist, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und eine vorbestrafte Mörderin als Privatdetektivin – Was für eine Kombination um ein Ermittler-Duo zu bilden! Die beiden stellen sich aber dann im Verlauf der Gesamthandlung jedoch als effektiv und erfolgreich heraus und Candice Fox hat einen spannungsgeladenen Thriller mit ihnen als Hauptakteure geschrieben. Echt klasse!
Die passende ungekürzte Lesung des spannenden Thrillers „Crimson Lake“ ist bei DAV erschienen. Uve Teschner hat hier den Part des Vorlesers übernommen und ich muss sagen, das ist eine sehr gute Wahl!
Er moduliert seine Stimme für die jeweilige Person in der Handlung, die man sich dann bildlich gut vorstellen kann. Auch die angespannte Atmosphäre bringt er dem Zuhörer treffend näher und durch den etwas ungewöhnlichen Erzählstil ist man durch den tollen Vorleser dann ganz schnell im Geschehen gefangen und „hängt regelrecht an seinen Lippen“.
Die Gesamthandlung ist für mich noch nicht „auserzählt“, das eigenwillige Ermittler-Duo bekommt im Verlauf durchaus Sympathiepunkte und ich könnte mir einen neuen Fall mit ihnen durchaus vorstellen.
Fazit: Uve Teschner als Vorleser ist hier eine sehr gute Wahl um den spannungsgeladenen australischen Thriller lebendig werden zu lassen, den Candice Fox mit einem sehr ungewöhnlichen Ermitter-Duo ausgestattet hat, das dann im Verlauf aber voll punkten kann, so dass die beiden durchaus weiter ermitteln sollten!

 

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Unlocked

Man nehme namhafte Darsteller wie hier in „Unlocked “ die Hauptakteurin  Noomi Rapace, die die CIA-Agentin und Verhörspezialistin Alice Racine spielt. Alice arbeitet aber nach einem beruflichen Tiefschlag, weil sie nicht rechtzeitig ein Attentat verhindern konnte, auf eigenen Wunsch „undercover“ als Sachbearbeiterin in einer Behörde und führt in London ein eher unaufgeregtes Leben.
Diese Beschaulichkeit ändert sich schlagartig als ein verdächtiger Kurier festgenommen wird, der mutmaßlich Informationen zu einem geplanten Chemiewaffen-Anschlag auf die Londoner Bevölkerung  hat. Da man keine Zeit verlieren will,  aktiviert man Alice um den Verdächtigen „zu knacken“. Das gelingt ihr auch recht schnell, aber bevor sie alle Informationen an ihre Vorgesetzten weitergeben kann, bekommt sie einen Anruf von einem ehemaligen Kollegen, der sie aufhorchen lässt, denn offenbar ist auch sie nur Mittel zum Zweck und ehe sie sich versieht, steht sie selbst „auf der Abschussliste“….
Ab hier wird es undurchsichtig und Alice befindet sich auf der Flucht. Alle Vertrauten, die sie kontaktiert und um Unterschlupf bittet, wie z.B. ihren Mentor Eric Lasch (Michael Douglas) oder ihre Kollegin beim MI5 (Toni Collette) sind machtlos gegen den unsichtbaren Feind, der sie immer wieder aufspürt, denn offenbar wurde die CIA unterwandert bzw. es gibt einen Maulwurf….

Nichtsdestotrotz hat Alice ein wichtiges Ziel vor Augen, den terroristischen Anschlag zu verhindern und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt…..
Weitere  Rollen haben John Malkovich und Orlando Bloom übernommen und bei diesem Staraufgebot lohnt es sich schon einen Blick in diesen actiongeladenen Spielfilm zu werfen.

Die Handlung an sich ist nicht neu, immer neue Wendungen bringen eher Verwirrung als Klarheit und wenn so ein Staraufgebot wie hier mitspielt, dann kann ich immer schon Eins und Eins zusammenzählen und den Bösewicht recht schnell erkennen, so dass man hier zwar reichlich Action, aber wenig tiefergehende Handlung geboten bekommt.
Hier gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack in Form des Trailers
Fazit: Trotz hohem Staraufgebot, allen voran Noomi Rapace, nur durchschnittliche, aber sehenswerte actionreiche Handlung!

 

 

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Susanne Mischke: Alte Sünden

Getreu dem Motto des letzten Krimis aus dem Jahr 2016 mit dem Titel „Warte nur ein Weilchen“, ist die Zeit jetzt rum und die Autorin hat mit „Alte Sünden“ einen neuen Kriminalfall für Kommissar Bodo Völxen und sein Team, das in und um Hannover ermittelt, veröffentlicht.
Im „Prolog“ geht es über zehn Jahre zurück und dem Leser offenbart sich – wie man dann im Verlauf des Buches erfährt – Einblick in den Mordfall der 15-jährigen Schülerin Kristina Brandt, deren Mörder nun in der Jetztzeit in der Haft verstorben ist. Das Brisante an der Sache ist, dass der Mörder nur aufgrund von Indizien und wegen seines auffälligen Verhaltens bzw. Stalking des Opfers verurteilt wurde…
Kurz vor seinem Ableben hatte der Verurteilte noch ein Gespräch mit einem Geistlichen und dort beteuert er, nicht der Mörder von Kristina zu sein und erzählt dann von einer Beobachtung, die er gemacht hat…
Wurde ein Unschuldiger verurteilt? Sollte der wahre Mörder tatsächlich noch dort draußen sein?
Kommissar Völxen und noch einigen älteren Kollegen ist der Fall noch präsent. Als er vom Geistlichen über die Beobachtung unterrichtet wird, setzt der Kommissar Jule Wedekin nochmals an die Akten des alten Falls, denn sie war damals noch nicht beim Team…..
Parallel zu dem „alten Fall“ ist bei Jule Wedekin privat einiges los, denn sie will ihren Fernando heiraten, was dann im Verlauf zu einigen Turbulenzen führt. Als dann endlich alle vor der Kirche eintreffen, wo die Trauung stattfinden soll, sind alle da, nur der Geistliche nicht, denn der liegt tot in seiner Wohnung….
Ich lese die Bücher um das Team von Kommissar Völxen immer gern, da der Erzählstil der Autorin einfach zum Lesen „auffordert“. Das Ermittlerteam ist mittlerweile bestens bekannt (ist ja schon der 7. Fall), die Handlung ist gut nachvollziehbar, auch wenn Zeitsprünge und einige Wendungen eingearbeitet sind.
Ob tatsächlich ein Unschuldiger in Haft saß, wird hier natürlich nicht verraten, nur so viel noch: Des Rätsels Lösung lugt ab und zu durch und berührt letztendlich auch etwas!
Fazit: Ein alter Fall sorgt für Aufregung, eine Hochzeit mit Turbulenzen lockert das Geschehen auf, so dass man gute Krimi-Unterhaltung präsentiert bekommt. Bitte mehr davon!

 

 

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Lutter – Die Gesamtedition –

Pandastorm Pictures bringt jetzt ein echtes Schmankerl für Krimi-Fans als Gesamtedition für das Heimkino heraus, nämlich alle sechs Fälle des Ruhrpott-Ermittlers „Lutter “, passend und treffend besetzt mit Joachim Król!
Die ersten beiden Folgen stammen aus dem Jahr 2007 und dort ermittelte neben dem fußballbegeisterten und auch mal zu unkonventionellen Methoden greifenden Hauptkommissar  Lutter,  der etwas schüchtern wirkende, aber Schlag bei den Frauen habende assistierende Kollege Bergmann, übrigens toll gespielt von Lucas Gregorowicz!
Beim ersten Fall der beiden wird ein städtischer Beamter ermordet, der für den Bau eines großen Einkaufzentrums federführend war. Allerdings ist dieses Großprojekt nicht jedermanns Sache, besonders die kleinen Händler sehen ihre Existenz bedroht. …
Privat knistert es zwischen Lutter und der zuständigen Staatsanwältin Deniz.  Die sieht beim Mord des Beamten einen Zusammenhang zwischen einem anstehenden Prozess, wo es um Bestechung und Steuerhinterziehung geht und wo der Angeklagte nur seinen Hals aus der Schlinge ziehen kann, wenn er aussagt…..

ZDF und Michael Boehme

Lutters beste Kumpel sind Sunny (Jochen Nickel) und Höcki (Timo Dierkes), dem die Kneipe „Höckenrath“ gehört, die unter Lutters Wohnung liegt, wo er sich dann abends zum gemütlichen Plausch mit ihnen auf ein Bier trifft.

ZDF und Michael Boehme

Ab der dritten Folge übernimmt die Assistentenrolle Mathias Koeberlein, ein toller Schauspieler, allerdings fand ich seine Rolle als junger werdender Vater etwas überzeichnet, an manchen Stellen zwar noch humorvoll, aber irgendwie dann auch etwas unpassend für einen Krimi.

ZDF und Michael Boehme

Auch im Verlauf sind dann die Staatsanwältin und der bisherige Pathologe aus der Reihe verschwunden, was ich immer schade finde, denn so ein „Kollegium“ macht doch gerade die ganze Serie aus.
Die Kriminalfälle sind nicht auf den ersten Blick durchschaubar, werden teils durch „Actionszenen“ verfeinert, mit prominenten Darstellern in den Nebenrollen abgerundet und Lutter gibt erst Ruhe, wenn er für sich den Fall abgeschlossen hat, oftmals zum Leidwesen einer Vorgesetzen…..
Joachim Król brilliert in seiner Rolle und ich fand es auch schade, dass die Reihe nach sechs Folgen eingestellt wurde! Neben Fussball, Bierchen, Ruhrpottkulisse und einer guten Portion Humor, kommen aber die vielschichtigen Kriminalfälle nie ins Hintertreffen und dass Lutter auch mal seine beiden besten Kumpels einspannt um „abseits“ der Polizei-Richtlinien hinter die Fassade der Menschen zu schauen, macht diese Serie aus!
Fazit: Joachim Król verkörpert diese Rolle, bzw. ist ihm auf dem Leib geschrieben und auch zehn Jahre nach der Erstausstrahlung ist das besondere Flair, das hier eingefangen wurde, nicht verblasst und bietet hier einen „Krimi-Klassiker“ vom Feinsten!

 

 

 

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Der junge Inspektor Morse

Als großer Fan der britischen Krimi-Reihe „Lewis“ war ich erst skeptisch ob ich mir den „Ableger“  (Inspektor Morse ist der spätere „Ausbilder“ von Inspektor Lewis“)  anschauen sollte. Doch schon nach dem Pilotfilm hatte mich „Der junge Inspektor Morse“ „eingefangen“ und ich kann nur sagen, die Briten verstehen was davon, Kriminalserien zu produzieren und da gibt es ja schon einige, die man allerdings auch nicht mehr missen möchte wie z.B. „Vera“ oder „Inspector Banks“ usw.
Schauplatz der Serie ist Oxford in den 1960ziger Jahren mit seiner schönen Kulisse, die auch handlungsmäßig gleich zu Beginn zur Universität der Stadt führt.
Jung, unerfahren, schlaksig, scheu bzw. und immer irgendwie verloren wirkend, das ist der erste Eindruck, den man vom jungen Endeavor Morse hat, der seinen Dienst bei der örtlichen Polizei antritt. Fred Thursday nimmt ihn unter seine Fittiche.

Photographer – Jonathan Ford

Der Vermisstenfall einer 15-Jährigen  beschäftigt die Ermittler und Morse achtet auf Feinheiten bzw. er stellt Verbindungen her, die im Kollegenkreis Aufsehen erregen, allerdings nicht unbedingt im positiven Sinne. Aber als er merkwürdig ausgefüllte Kreuzworträtsel in Zimmer der Vermissten genauer betrachtet und dahinter einen verschlüsselten Code entdeckt, der maßdienlich bei der Aufklärung des Falles dient, wird er bei den kommenden Fällen dann zumindest bei den Ermittlungen hinzugezogen und er verblüfft seine Kollegen immer wieder mit seinem „brillianten Gespür“ für die Dinge.

Der neue Polizeichef Bright ist allerdings nicht so angetan von den eigenwilligen und für ihn nicht immer ganz nachvollziehbaren, von der damaligen Norm abweichenden Ermittlungsmethoden von Morse, so dass Thursday ihn nur zur Probe an seine Seite bekommt und sollte Morse auch nur zu weit „vom Weg“ abkommen, sitzt er wieder am Schreibtisch…
Im Verlauf der Serie gibt es Einblick ins Privatleben von Morse, der ein leidenschaftlicher Hörer von klassischer Musik ist, was dann im „Mord nach Noten“ für die Ermittlungen ein ganz besonderer Pluspunkt ist. Auch als Zuschauer wird man mit tollen klassischen Musikeinlagen verwöhnt, die wunderbar in die Handlung hineinpassen.
Auch das zwiespältige Verhältnis zu seinem Vater ist ein Teil der Handlung, das neben den spannenden Fällen eingewoben ist. Die Rolle des jungen Morse wird sehr sympathisch von Shaun Evans und die seines kollegialen, väterlichen Fürsprechers Fred Thursday von Roger Allam dargestellt. Man merkt der ganzen Schauspielbesetzung die Spielfreude an und auch die Ausstattung und die gesamte Aufmachung dieser Serie ist wieder mal ein Highlight in der vielfältigen Serienlandschaft.
Den jungen Morse hat man schnell in sein Herz geschlossen und die Serie um ihn darf/soll unbedingt fortgesetzt werden, denn hier passt mal wieder alles zusammen, tolle Darsteller, schöne Rundumkulisse und spannende, nicht auf den ersten Blick durchschaubare/lösbare Kriminalfälle, so dass man hier sehr gut unterhalten wird.
Fazit: Diese Serie ist mal wieder ein Highlight in der Vielfalt der Kriminalserien und sollte unbedingt fortgesetzt werden!

 

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