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Brad Parks: Ich vernichte Dich

Fischer Verlage

Am Anfang des Jahres hatte ich hier „Nicht ein Wort“ von Brad Parks vorgestellt und auf weitere spannende Bücher von ihm gehofft.
Nun ist mit„Ich vernichte dich“ sein neues Buch erschienen und ich muss sagen, es hat mir wieder gut gefallen und nur wenig  Zeit in Anspruch genommen es ganz durchzulesen, denn man ist sofort in der Handlung gefangen und legt das Buch nur ungern aus der Hand….
Nach einer kurzen „Einleitung“ beginnt der sprichwörtliche Alptraum für die berufstätige Mutter Melanie Barrick, denn während sie sich unverschuldet zeitlich verzögert auf den Weg macht um ihren kleinen Sohn Alex von der Tagesmutter abzuholen, bleibt dort erst einmal die Tür verschlossen. Doch dann nachdem Melanies hartnäckiges Klopfen an der Haustür endlich mit Erfolg gekrönt ist, bekommt sie nur von der Tagesmutter die Worte entgegen geschleudert: Alex ist nicht hier, jemand vom Sozialamt hat ihn vor Stunden abgeholt…..
Beim Versuch auf dem Sozialamt über den Verbleib ihres Kindes etwas zu erfahren, wird sie auf den nächsten Tag vertröstet…
Doch der Alptraum geht weiter, denn als sie bei ihrem Zuhause ankommt, ist die Polizei vor Ort und hat alles was ihr Mann Ben und sie besitzen durchsucht und damit nicht genug, Melanie muss sich bald vor Gericht wegen Besitz von Drogen und dem Vorwurf, sie habe ihr Kind im Internet zum Verkauf angeboten, rechtfertigen bzw. ihre Unschuld beweisen….
Aber ob ihr das gelingt bzw. ob sie gegen die unsichtbare Macht ankämpfen kann, die sie offensichtlich vernichten will, bleibt hier unerzählt…
Im Verlauf ermittelt die zuständige Staatsanwältin noch parallel zu Melanies Alptraum in einem alten unaufgeklärten Fall, der sich dann mit den aktuellen Ereignissen verknüpft, denn Melanies Alptraum hat eigentlich bereits viel früher begonnen….
Zwar ist die Gesamthandlung an manchen Stellen für mich etwas wackelig und auch wird für mein Gefühl zu viel auf Eigeninitiative selbst ermittelt, aber ein wenig schriftstellerische Freiheit muss man auch akzeptieren.
Der sehr angenehme Schreibstil des Autors gefällt mir gut, schnell ist man im Geschehen verankert, fiebert mit und man kann es kaum erwarten, wie alles ausgeht, was dieses Buch für mich zu einem spannenden Page-Turner macht.
Fazit: Lesenswerter spannender Page-Turner, von dem es gern weitere geben darf!

 

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Sabine Kornbichler: Wie aus dem Nichts

Dana, die Inhaberin einer Alibi-Agentur und Alex, der Enthüllungsjournalist genießen ihre gemeinsame Zeit, sie sind frisch verliebt ineinander, doch Alex ist nicht frei und heute soll nun der Tag sein, wo er Biggi alles erklären will, denn er ist ein Verfechter der Wahrheit und hat sich heute mit ihr zu einem klärenden Gespräch verabredet…
Als es vor der geplanten Zeit an der Tür klingelt, entschwindet Dana auf Alex Wunsch hin auf die Empore. Da sie noch nicht ganz angezogen ist, überlegt sie ob sie sich schnell ihre Sachen von unten holen soll, zögert dann aber, denn es dringen murmelnde Geräusche von unten herauf, dann fällt etwas Schweres zu Boden und ein unterdrückter Schrei lässt Dana aufhorchen und dann ist es plötzlich ganz still……
Dann beobachtet Dana aus ihrem Versteck einen mit einer Fuchsmaske maskierten muskulösen Mann, der sich an ihrer Tasche zu schaffen macht …..
Als Dana endlich aus ihrer Schockstarre erwacht und sich nach unten traut, ist alles  blutverschmiert und Alex und Biggi liegen erschossen im Flur……
So, ab hier beginnt die Mördersuche und ein Alptraum für Dana, denn nicht nur, dass sie den Tod von Alex verdauen muss, sondern alles was er ihr erzählt hat, scheint offenbar gelogen zu sein….
Dies ist der erste Kriminalroman, den ich von der Autorin gelesen habe. Ihr flüssiger Schreibstil gefällt mir gut. Allerdings habe ich immer so meine Schwierigkeiten, wenn psychische Krankheiten als Motiv oder auch als Erklärung herhalten müssen. In diesem Falle hätte mir durchaus gereicht, wenn man Alex als vermutlich notorischen Geschichtenerzähler bzw. Lügner hätte einordnen können, denn ich möchte ja spannend unterhalten werden und nicht eine Fortbildung in Sachen Psychiatrie machen…..
Ein wenig irritiert hat mich dann auch, dass lange Zeit der Leser und auch offensichtlich die Polizei in Sachen Tätersuche im Dunkeln tappt, denn der taucht eigentlich tatsächlich „Wie aus dem Nichts“ auf, so dass das sonst gut geschriebene Buch doch an einigen Stellen schwächelt.
Fazit: Gut formulierter bzw. lesenswerter Kriminalroman, der an manchen Stellen noch etwas ausgearbeitet hätte werden können
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Bernd Mannhardt: Du kommst mir gerade richtig!

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Mordsfidele Mordgeschichten für quietschvergnügte Leser
Nach einem einleitenden Vorwort des Autors findet man hier zehn Kurzgeschichten, aus denen der schwarze Humor nur so heraustropft:
Hier ein paar Beispiele:
Performance: Köhler hat einen hohen Frauenverschleiß: Einmal überdrüssig geworden hat er eine besondere Masche die Dame wieder loszuwerden, doch bei seiner letzten „Performance“ schießt er im wahrsten Sinne des Wortes über das Ziel hinaus…
Hoch hinaus: Roman Nagel ist mit Leib und Seele Bauingenieur, sein Privatleben existiert einfach nicht bzw. nur in Form seines kleinen Hundes Albert, den er über alles liebt. Nachdem er finanziell ausgesorgt hat, will er nun auch endlich eine Familie gründen und die Ehe mit Viola wird geschlossen. Doch die entpuppt sich als nicht das, was Roman sich unter einer treusorgenden Ehefrau verspricht und er will die Scheidung. Doch Viola will Geld und um ihre Forderung zu untermauern, entführt sie kurzerhand Albert…….
Sensible Geschäfte: Nadja Komorow  ist viel aus beruflichen Gründen unterwegs. Zufällig lernt sie in Rom einen Mann kennen, der sie einlädt die Blaue Grotte mal aus einer ganz anderen Perspektive kennen zu lernen…
I.N.A.: Dies ist die Geschichte eines Reporters, der auf der Suche nach Top-Stories bei Flaute im  Blätterwald selbst Hand angelegt um auf die Titelseiten zu kommen…
Alex liest vor: Die Polizei wird mit einer Mordserie an jungen Frauen in Atem gehalten. Nach umfangreichen Recherchen im Internet hat man dann endlich einen Verdächtigen, aber der hat ein Alibi mit Namen Silke. Doch so wasserdicht ist das Alibi nicht, denn die Dame hat eine Vorliebe für Webcams…
Besonders gut gefällt mir der  Schreibstil des Autors, der seine Figuren anfänglich völlig unbedarft und tapsig in Situationen hinein laufen lässt, aus denen sie meistens nicht mehr unbescholten herausfinden bzw.  durch eine kleine böse Wendung in der Handlung etwas Unvorhersehbares passiert….
Den Hauptakteuren aus diesen Geschichten sollte man am besten aus dem Weg gehen, bevor sie zu einem sagen: Du kommst mir gerade richtig!

 

Fazit: Schaurig schöne, bitterböse Kurzgeschichten, wunderbar geschrieben: Was blauäugig beginnt, wird schwarzhumorig gewandelt – und am Ende ist meist jemand tot

 

Auch empfehlenswert vom gleichen Autor: Servus, Krimi! Kein Thriller

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