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Hakan Nesser: INTRIGO

der Hörverlag

Dieses von Dietmar Bär vorgetragene Hörbuch beinhaltet drei Kurzgeschichten von Hakan Nesser, auf die allesamt der Titel „INTRIGO“ sehr gut passt.
„In Liebe Agnes“ ist eines der ersten Bücher  überhaupt, das ich von Hakan Nesser gelesen habe. Durch dieses spannende Buch habe ich immer wieder nach neuem Lese- oder Hörstoff von ihm gesucht. Obwohl ich mittlerweile schon eine Vielzahl von Büchern  von Herrn Nesser „verschlungen“ habe, schafft er es immer wieder  mich durch seinen leicht zu lesenden, aber gut beobachteten Erzählstil zu überraschen,  denn so manch eine Handlung entwickelt sich ganz anders als man es anfangs noch vermutetet hatte, was auch ganz genau auf die drei Erzählungen dieses Hörbuchs zutrifft:
In Liebe Agnes: Vor langer Zeit waren Agnes und Henny Freundinnen. Während Agnes der Beerdigung ihres Mannes beiwohnt, sieht sie Henny wieder, kommt aber nicht dazu mit ihr zu sprechen und so freut sie sich darüber, dass Henny ihr einen Brief zukommen lässt. Dieser ist der Anfang eines ausgedehnten Briefwechsels….
Die Wildorchidee aus Samaria: Die Ehe von Clara und Henry steht vor dem Aus. Da kommt der Anruf eines Freundes gerade recht und Henry reist in seine Heimatstadt. Jetzt wo er wieder am Ort seiner Jugend ist, erinnert er sich an seine Jugendliebe, die allerdings auf mysteriöse Weise verschwand. Als er dann eine Nachricht von ihr erhält, ist er voller Hoffnung, sie wieder zu sehen….
Tod eines Autors: David Moerk hört sich immer wieder eine ganz bestimmte Musikaufnahme an, die er mit seiner Ehefrau Eva verbindet. Dann bekommt er von seinem Verleger den Auftrag das Manuskript des bekannten Schriftstellers Germund Rein zu übersetzen, da es der Autor in einem beiliegenden Brief so verfügt hat. Moerk macht sich an die Arbeit und langsam vermutet er, dass Rein nicht mehr am Leben ist und in weiteren Verlauf wird es immer merkwürdiger, denn Moerk entdeckt während der Übersetzung des Manuskriptes immer mehr Parallelen zu seinem eigenen Leben und unheimlich wird es als es um seine Ehefrau Eva geht…..
Fazit: Hakan Nesser ist für mich ein genialer Geschichtenerzähler, die Dietmar Bär dann mit seiner Stimme zum Leben erweckt! Hörenswert!

 

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Judith Merchant: Rapunzelgrab

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Der dritte Fall für Kommissar Jan Seidel!
Man muss nicht unbedingt „Nibelungenmord“ oder auch „Loreley singt nicht mehr“ gelesen haben um sich in diesem Krimi zurechtzufinden, obwohl lesenswert und spannend waren die beiden „Vorgänger“ auf jeden Fall!
Im Prolog geht es erst einmal „märchenhaft“ zu. Das ändert sich dann aber und der Leser lernt den Bestseller-Autor Niklas Schreck kennen, der im „Hexenturm“ in Rheinbach eine Lesung abhalten wird.
Einige Stunden nach der Veranstaltung in dem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Turm,  wird die Leiche der 25 Jahre alten Liane Riefers im Außengelände vor diesem alten Gemäuer gefunden, die – wie sich später herausstellt – ermordet wurde.
Durch ihre mädchenhafte Aufmachung wie z.B. rosa Ballerinas und den blonden Zöpfen wirkt alles auf den ersten Blick merkwürdig, was später bei genauerer Betrachtung der Zöpfe dann noch bizarrer wird, denn die blonden Haare entpuppten sich als Perücke, die einen kahlen Schädel verdecken….
Dies ist erst der Anfang der Merkwürdigkeiten, die sich dann während der Obduktion der Leiche noch fortsetzen,  denn offenbar litt die Tote am „Rapunzelsyndrom“….
Liane Riefers gehörte zu einem Literaturkreis, der auch die im Turm stattgefundene Autorenlesung ins Leben gerufen hatte.
Kommissar Seidel übernimmt die Ermittlungen und stößt bald auf ein ganz besonderes „Völkchen“, die alle auf die eine oder andere Art zur schriftstellerischen Zunft gehören, was bei der Tätersuche für den Kommissar und sein Team dann zu einer echten Herausforderung wird.
Alle in Lianes Umkreis scheinen etwas zu verbergen zu haben oder ihr Verhalten ist grenzwertig, genau wie die Trauer von Lianes Mutter.
Lianes Freund Benedikt gilt anfangs als unauffindbar, entpuppt sich dann Sci-fi-Autor mit dem Hang zu lautstarken verbalen Äußerungen, die die Mitbewohner im Haus aufschrecken lässt….
Im Privatleben des Kommissars, der weiterhin mit seiner Großmutter zusammenlebt, wird es turbulent, was sein angestaubtes Liebesleben ins Wanken bringt, lernt er doch im Zuge der Ermittlungen eine junge Krimi-Autorin kennen, die ihm einerseits hilfreiche Informationen über die ihm unbekannte Literaturszene gibt, aber auch auf ganz andere Weise sein Interesse weckt…
In „Rapunzelgrab“ rückt die schreibende Zunft und alles was damit zu tun hat in den Mittelpunkt des Geschehen und ich glaube Frau Merchant hat die Charaktere, der hier im Buch mitwirkenden „Schreiberlinge“ extra etwas augenzwinkernd überzeichnet, damit man gut erkennen kann, was für ein Haifischbecken dieses Metier ist und was für  ein „Sensibelchen“ sich hinter so manchem Bestseller-Autor verbirgt….
Ich für meinen Teil habe bisher alle Bücher der Autorin „verschlungen“, denn sie weiß einen mit spannenden Geschichten zu unterhalten und das ist ihr auch diesmal mit wieder gelungen. Das Buch liest sich flüssig, man kommt auch nach einem Lesestopp wieder direkt in die Handlung und der Täter bleibt sehr lange im Verborgenen, was mir wieder gut gefallen hat.
Fazit: Etwas augenzwinkernd bekommt man hier Einblick in den Dunstkreis der schreibenden Zunft. Der dritte Fall für Jan Seidel ist spannende Krimiunterhaltung und die Reihe sollte unbedingt fortgesetzt werden!

 

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Gisa Pauly: Der Mann ist das Problem

Wer Bücher von Gisa Pauly kennt, der denkt bestimmt sofort an“ Mamma Carlotta“, doch die hat heute Pause und handlungsmäßig geht es auch nicht nach Sylt!
Zum Inhalt von „Der Mann ist das Problem
Die Hauptakteurin hier heißt Helene und ihr 50. Geburtstag steht bevor. Ihr Mann Siegfried ist erfolgreich als Rechtsanwalt tätig, doch er hat gerade verkündet, dass er kürzertreten will. Wenn dies Helene nicht schon hätte aufhorchen lassen, ist es aber auf jeden Fall die Aussage ihrer schwangeren Tochter, die meint Oma Helene wird sie tatkräftig bei der Betreuung des Säuglings unterstützen!
Doch Helene gefällt diese Vorstellung ganz und gar nicht, hatte sich ihr ganzes Tun doch bisher darum gedreht ihrem Gatten ein bequemes Leben zu ermöglichen.
Als dann die Geburtstagsparty steigt und Siegfried ihr zum Geburtstag ein gebrauchtes Wohnmobil schenkt, was schon lange  s e i n  Wunsch war und Helene dann beim genaueren Betrachten im Inneren des Wagens auch die bereits verstaute Angelausrüstung ihres Gattens entdeckt, ist das Maß voll!
Kurzentschlossen greift sie sich die Schlüssel für das Wohnmobil – denn es ist ja ihr Geburtstagsgeschenk – setzt sich hinein und fährt los!
Sie fährt und fährt und fährt, ganz ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen zu haben! Irgendwann erwacht sie aus ihrer Art „Trance“ und ihr fällt ein, dass sie ja ohne Proviant, Kleidung und ohne Geld weggefahren ist!
Doch wie ein kleines Wunder löst sich das Geldproblem von allein, findet sie doch eine große Summe Bargeld gut versteckt im Wohnmobil. Hatte Siegfried ihr Wochenendhaus zu Geld gemacht, oder wie ist er sonst an das Geld gekommen?
Irgendwann landet Helene dann in der Toscana und wird dort durch die Investition eines Teils des gefundenen Geldes Teilhaberin einer Pension. Ein feuriger Carabinieri umgarnt sie anfangs, dann trifft sie den erfolgreichen Autor Adam Nocke, der ihr den Hof macht und ihr Liebhaber wird. Niemand von ihrer Familie weis genau wo sie abgeblieben ist, doch auch das ändert sich im Verlauf der Handlung, was zu einigen Turbulenzen führt, denn plötzlich taucht Siegfried in der Toscana auf! Besonders emotional wird es, als sich herausstellt, dass Adam ihr noch nicht alle seine kleinen Geheimnisse offenbart hat…… 
Aus dem anfangs eher humorvollen Frauenroman wird ganz langsam ein Krimi, wo das gefundene Geld aus dem Wohnmobil dann neben der Beseitigung einer Leiche zum Problem wird…..
Wie gewohnt ist der Schreibstil sehr flüssig und  humorvoll. Doch die Charaktere, die hier im Vordergrund stehen fand ich etwas „überzeichnet“, denn ganz ehrlich so richtig sympathisch waren mir weder Siegfried, der als eine Art Pascha dargestellt wird, noch Adam, der mir zu schusselig bzw. tollpatschig rüber kam. Fand ich die „Flucht“ von Helene anfangs noch ganz lustig und couragiert, so änderte sich dann im Verlauf, denn die ganzen zwischenmenschlichen Wirrungen und Verwicklungen waren dann etwas zu viel des Guten, zumal dann auch noch Zeitsprünge in der Handlung etwas am roten Faden gezerren…
Fazit: Flüssig und humorvoll geschrieben, allerdings konnte mich die Handlung nicht wie gewohnt begeistern, was etwas schade ist!

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Bei audiomedia ist die Hörbuchfassung von „Der Mann ist das Problem“ erschienen. Auf fünf CD’s kann man die gekürzte Lesung verfolgen.
Das Cover des Hörbuchs ist gut gelungen und man greift unweigerlich zu. Der Klappentext ist so formuliert, dass man gerne Helene bei ihren Reißaus aus ihrem alten Leben begleiten möchte und gespannt ist, was sie so alles unterwegs erlebt…
Den Part der Vorleserin hat Dana Geissler übernommen, was gut passt. Sie bringt die Emotionen stimmlich gut zum Ausdruck, die in Helene aufgestaut sind und dann zu der Kurzschlusshandlung führen. Auch im Verlauf der Geschichte schafft sie es die Atmosphäre und das italienische Flair einzufangen, so dass man die turbulente und später teils etwas gruselige Handlung gut vor Augen hat.
Wie bereits oben erwähnt, fand ich die Charaktere und den ganzen Handlungsablauf für meinen Geschmack nicht so gut gelungen, wenn ich sie mit den anderen mir bekannten Büchern der Autorin vergleiche.
Fazit: Erst turbulenter Frauen-, dann Kriminalroman, der humorvoll und passend besetzt von Dana Geissler vorgetragen wird.

 

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George Tenner: Single, unvermittelbar

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Bisher kannte ich von George Tenner nur die spannenden Usedom-Krimis wie z.B. „Monet und der Tod auf der Insel“ .
Doch mit „Single, unvermittelbar …“ zeigt er eine ganz andere Seite seiner Schreibkunst auf. Auch der Schreibstil ist anders und ich frage mich, wer sich eigentlich hinter dem Hauptakteuer des Romans verbirgt und wieviel Recherche der eigentliche Autor, Georg Tenner , für dieses Buch betrieben hat…..
Wenn ich oben von dem eigentlichen Autor gesprochen habe, kommt das daher, dass der Roman selbst über einen ausgebrannten und nach neuem Stoff für ein Bühnenstück suchenden Autor mit Namen Gadd Tamm handelt. Da sein Agent ihn im Nacken sitzt und auf die Abgabe des lang ersehnten Stücks drängt, gerät der zuvor durchaus erfolgreiche Schreiber eher zufällig auf sein neues Projekt:
Beim Lesen der Tageszeitung stolpert er über die Annoncen-Rubik „Sie sucht Ihn“, wo Frauen auf der Suche nach Männerbekanntschaften sind. Er liest die eine oder andere Anzeige und irgendwo im Hinterkopf überlegt er, ob er dies als Stoff für sein neues Bühnenstück gebrauchen könnte…
Die Idee setzt sich bei ihm fest und daraus folgt dann, dass er auf einige dieser Anzeigen antwortet und nach einigen Kontaktaufnahmen, die eher im Sande verlaufen, dann selbst zum Stift greift und eine Anzeige für sich selbst aufsetzt, denn auch er ist tief in seinem Herzen einsam. Zwar gibt es den einen oder anderen sexuellen Kontakt, doch Gadd Tamm sucht mehr als ein Abenteuer….
Tatsächlich bekommt er zahlreiche Antworten auf seine Annonce und die eine oder andere interessierte Frau ist bereit sich mit ihm zu treffen…
So bekommt Gadd viel Stoff für sein neues Bühnenstück und sein Agent ist zuversichtlich, dass es sich gut vermarkten lässt. Während Gadd sich nun voll ins Abenteuer stürzt und so einige körperliche Aktivitäten investiert, steht anfänglich die Recherche für das Stück im Vordergrund.
Bald muss er erkennen, dass er sich selbst nach einer richtigen Partnerschaft mit Heirat nicht ausgeschlossen, sehnt. Diese Sehnsucht kommt nicht von ungefähr, denn bei den vielen Zuschriften trifft er auf eine Frau, die es ihm angetan hat und er verliebt sich. Doch diese Liebe ist sehr zerbrechlich…
Ob es Gadd Tamm wirklich gelingt die Frau seiner Träume an sich zu binden, wird hier keinesfalls verraten, denn dieser mit vielen pikanten, erotischen Situationen und Szenen, die aber nie eine gewisse Grenze überschreiten,  gespickte Roman ist sehr unterhaltsam  und sehr gut beobachtet geschrieben, was mir gut gefallen hat.
Ein Roman, wie ihn das Leben schrieb, mal heiter, mal traurig, die Situationen mal erotisch pikant, die Gedankengänge mal böse und hinterlistig, aber auch zärtlich und liebevoll.
Fazit: Krimi-Autor George Tenner mal anders, aber genauso lesenswert!
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