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Bo Svernström: Spiele

Rowohlt

Im April d. J. hatte ich hier „Opfer“, den spannenden Debüt-Krimi des schwedischen Autors vorgestellt. Da hatte das Team der Stockholmer Polizei unter Leitung von Carl Edson, seinen ersten Auftritt, welches nun in „Spiele“ wieder reichlich Arbeit bekommt:
Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und auch aus unterschiedlichen Zeitebenen, was aber gut verständlich aufgeschrieben ist und sich im Verlauf auch zu einer Gesamthandlung zusammenfügt.
In der Jetztzeit wird die Schülerin Olinda vermisst und später tot aufgefunden…
Parallel lernt man Robert Lindström kennen, der einsam und allein seinen 39. Geburtstag feiert. Die Einsamkeit hat er sich nicht ausgesucht, aber sie hat sich so ergeben durch die schlimmen Ereignisse, die 28 Jahre zurückliegen und immer noch auf ihm lasten: Als elfjähriger Junge tötete er seinen besten Freund. Zumindest hat man ihm es damals so erzählt, eine Erinnerung daran hat er selbst nicht, denn er lag bewusstlos neben seinem toten Freund, als man die beiden fand…
Die Reporterin Lexa Andersson kontaktiert Robert, da sie ein Buch über den damaligen Fall schreiben will und das mit seiner Hilfe, außerdem ist sie nicht ganz davon überzeugt, dass Robert der wahre Täter ist…
Während das Team um Carl Edson den Tod von Olinda aufklären will, geschehen weitere Todesfälle und bald rückt der 28 Jahre zurückliegende Fall nebst Robert Lindström erneut in den Fokus der Ermittler….
Das Zusammenfügen der unterschiedlichen Sicht- und Zeitebenen ist gelungen, die Gesamthandlung ist gut nachvollziehbar und flüssig lesbar. Die Beweggründe allerdings, weswegen die Todesfälle sich ereignen, sind eher tragischer Natur und für meinen Geschmack etwas „unausgefeilt“ für einen Kriminalroman.
Dies Buch hat mich nicht ganz so überzeugt,  wie das Debüt. Wer ganz genau aufpasst, der erkennt das Böse recht schnell. Auch in Sachen Spannung fehlte mir noch etwas, wahrscheinlich auch, da es sich meiner Meinung nach eher um ein Sozialdrama handelt, das mehrere Generationen durchläuft.
Hier würde ich 3 von 5 möglichen Punkten vergeben, hoffe aber, dass der Autor weiterschreibt und es noch weitere Einsätze mit dem Team um Carl Edson zu lesen gibt.
Fazit: Eher Sozialdrama als Kriminalroman, nichtsdestotrotz lesenswert und gern „to be continued“
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Bo Svernström: Opfer

Rowohlt Verlag

Dies ist der Debütroman des Autors, der jahrelang als Journalist für eine der größten Zeitungen Schwedens gearbeitet hat.
Bevor ich einen Einblick ins Geschehen gebe, möchte ich nur vorausschicken, dass man starke Nerven braucht, denn hier werden sehr „anschaulich“ brutale Morde präsentiert, die es in sich haben und einem die Nackenhaare hochstehen lassen!
Der hier ermittelnde Kommissar der Reichmordkommission heißt Carl Edson, der mit seinem Team rund um Stockholm ermittelt. Ein Bauer hatte die Polizei gerufen, da er in seiner Scheune eine schreckliche Entdeckung gemacht hatte: Einen halben Meter über dem Scheunenboden „schwebt“ ein nackter, übel zugerichteter männlicher Leichnam. Als das Ermittler-Team eintrifft, stellen sie entsetzt fest, dass der Mann noch lebt…..
Während der Mann im Krankenhaus ums Überleben kämpft, stellt sich heraus, dass es sich um den polizeibekannten Kriminellen Marco Holst handelt, der ein langes Vorstrafenregister aufweist, u.a. wegen Drogen- und Waffenbesitzes verurteilt wurde. Während Carl Edson noch über das Motiv dieses brutalen Übergriffs nachdenkt – denn dieser Mann hatte sicherlich genügend Feinde, so dass persönliche Rache oder auch Streitigkeiten im Milieu denkbar sind –, berichtet zu seinem Leidwesen die Reporterin Alexandra Bengstsson ausführlich über den Fall in der Presse….
Bevor die Polizei Marco Holst noch zu dem Tathergang befragen kann, stirbt er..
Doch damit ist Edsons-Team nicht arbeitslos, denn weitere extrem brutale Morde geschehen. Auf den ersten Blick haben diese Fälle nichts miteinander zu tun,  doch bei genauerem Betrachten fällt auf, dass alle Opfer auch Täter sind, weswegen fieberhaft nach dem gemeinsamen Nenner gesucht wird…
Während man als Leser anfangs die Ermittlungen verfolgt, ändert sich dann die Perspektive und die Geschichte wird aus der „kriminellen Richtung“ weitererzählt. Schon allein dieser geschickte Twist ist dem Autor wirklich gut gelungen. Zwar hatte ich eine klitzekleine Idee, wer hier das „Böse“ verkörpert, doch wie sich das Blatt zum Ende nochmals ändert, war nicht vorherzusehen.
Ich habe „Opfer“ als E-Book genossen. Die Handlung liest sich flüssig, die Mitwirkenden sind gut gezeichnet und die Szenerien haben „Gruselcharakter“,  weswegen – wie bereits erwähnt – dies Buch nichts für schwache Nerven ist. Trotzdem konnte ich es nicht aus den Händen legen und die Seiten flogen nur so dahin, so dass ich von einem gelungenen Debüt in Form eines Page-Turner sprechen möchte! 
Fazit: Dieses Debüt ist sehr gut gelungen, spannender Nervenkitzel erwartet den Leser, der gern bald fortgesetzt werden darf!

 

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