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Jan Büchsenschuß: Oleander – Vom Lesen und Töten

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Simon Oleander ist tot. Sein Testament soll verlesen werden und dazu hat man sich im Mai 2012 in der Villa des Verstorbenen versammelt.
Eigentlich brauchte es kein Testament zu geben, denn die Familie Oleander hat einen Familiencodex den „Lex Oleandrin“, der genau regelt wer der nächste „Hüter des Familienbesitzes“ ist.
Simon hatte ein Faible für das geschriebene Wort, dass ihm sozusagen in die Wiege gelegt wurde. Im Verlauf der vielen bereits zurückliegenden Generationen der Familie Oleander, die sich alle für Literatur begeistern konnten, hat sich ein großer Schatz angesammelt, sprich unzählige Bücher sind überall in der Villa zu finden und in einer groß angelegten Bibliothek untergebracht.  Man fühlt sich in der Familie Oleander dazu verpflichtet, dieses Erbe zu schützen.
Und so halten alle anwesenden Familienmitglieder das vorgetragene Testament, das u.a. lautet: … eigentlich ist Hagen der Erbe, aber ich möchte, dass ihr alle etwas tut und Euch das Geld redlich verdient, sonst ist es weg!“  auch anfangs für eine „Marotte“ des Verstorbenen, doch bald wird ihnen allen klar, dies ist „blutiger Ernst“ und es heißt in kürzester Zeit ein Codewort zu finden, welches sich aus Hinweisen zusammensetzen soll, dass in den unzähligen Büchern versteckt ist…….
Während man als Leser die Familienmitglieder auf der Suche nach dem besagten Codewort begleitet, gibt es interessante Einblicke in die spannende Welt der Literatur……
Das Buch liest sich gut und auch das „Geheimnis“ der Familie Oleander kommt er ganz langsam zum Vorschein, so dass der Spannungsbogen gehalten wird und man im Verlauf der durchaus blutigen Schnitzeljagd dann seiner Phantasie freien Lauf lassen kann, was es mit dem Testament auf sich hat……
Allerdings sind recht häufig Fremdwörter im Text eingestreut, die den „ungeübten“ Leser vielleicht etwas verschrecken, was schade wäre, denn der Roman „Oleander“ ist nicht nur eine spannende Familiengeschichte, die ein düsteres Geheimnis birgt, sondern eigentlich eine Art Liebeserklärung an das geschriebene Wort bzw. das Lesen von Büchern, die man hier durch das Abtauchen in die umfangreiche Bibliothek der Familie Oleander vorgestellt bekommt….
Aus dem Lebenslauf des Autors geht hervor, dass er Architektur studiert hat, was sich dann hier im Buch auch widerspiegelt, denn wer so spannend von unterschiedlichsten Geheimgängen schreiben kann, der muss davon auch etwas verstehen…
Fazit: Um hinter das düstere Geheimnis der Familie Oleander zu kommen, muss man nur eines tun: Dieses Buch lesen!
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Judith Merchant: Rapunzelgrab

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Der dritte Fall für Kommissar Jan Seidel!
Man muss nicht unbedingt „Nibelungenmord“ oder auch „Loreley singt nicht mehr“ gelesen haben um sich in diesem Krimi zurechtzufinden, obwohl lesenswert und spannend waren die beiden „Vorgänger“ auf jeden Fall!
Im Prolog geht es erst einmal „märchenhaft“ zu. Das ändert sich dann aber und der Leser lernt den Bestseller-Autor Niklas Schreck kennen, der im „Hexenturm“ in Rheinbach eine Lesung abhalten wird.
Einige Stunden nach der Veranstaltung in dem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Turm,  wird die Leiche der 25 Jahre alten Liane Riefers im Außengelände vor diesem alten Gemäuer gefunden, die – wie sich später herausstellt – ermordet wurde.
Durch ihre mädchenhafte Aufmachung wie z.B. rosa Ballerinas und den blonden Zöpfen wirkt alles auf den ersten Blick merkwürdig, was später bei genauerer Betrachtung der Zöpfe dann noch bizarrer wird, denn die blonden Haare entpuppten sich als Perücke, die einen kahlen Schädel verdecken….
Dies ist erst der Anfang der Merkwürdigkeiten, die sich dann während der Obduktion der Leiche noch fortsetzen,  denn offenbar litt die Tote am „Rapunzelsyndrom“….
Liane Riefers gehörte zu einem Literaturkreis, der auch die im Turm stattgefundene Autorenlesung ins Leben gerufen hatte.
Kommissar Seidel übernimmt die Ermittlungen und stößt bald auf ein ganz besonderes „Völkchen“, die alle auf die eine oder andere Art zur schriftstellerischen Zunft gehören, was bei der Tätersuche für den Kommissar und sein Team dann zu einer echten Herausforderung wird.
Alle in Lianes Umkreis scheinen etwas zu verbergen zu haben oder ihr Verhalten ist grenzwertig, genau wie die Trauer von Lianes Mutter.
Lianes Freund Benedikt gilt anfangs als unauffindbar, entpuppt sich dann Sci-fi-Autor mit dem Hang zu lautstarken verbalen Äußerungen, die die Mitbewohner im Haus aufschrecken lässt….
Im Privatleben des Kommissars, der weiterhin mit seiner Großmutter zusammenlebt, wird es turbulent, was sein angestaubtes Liebesleben ins Wanken bringt, lernt er doch im Zuge der Ermittlungen eine junge Krimi-Autorin kennen, die ihm einerseits hilfreiche Informationen über die ihm unbekannte Literaturszene gibt, aber auch auf ganz andere Weise sein Interesse weckt…
In „Rapunzelgrab“ rückt die schreibende Zunft und alles was damit zu tun hat in den Mittelpunkt des Geschehen und ich glaube Frau Merchant hat die Charaktere, der hier im Buch mitwirkenden „Schreiberlinge“ extra etwas augenzwinkernd überzeichnet, damit man gut erkennen kann, was für ein Haifischbecken dieses Metier ist und was für  ein „Sensibelchen“ sich hinter so manchem Bestseller-Autor verbirgt….
Ich für meinen Teil habe bisher alle Bücher der Autorin „verschlungen“, denn sie weiß einen mit spannenden Geschichten zu unterhalten und das ist ihr auch diesmal mit wieder gelungen. Das Buch liest sich flüssig, man kommt auch nach einem Lesestopp wieder direkt in die Handlung und der Täter bleibt sehr lange im Verborgenen, was mir wieder gut gefallen hat.
Fazit: Etwas augenzwinkernd bekommt man hier Einblick in den Dunstkreis der schreibenden Zunft. Der dritte Fall für Jan Seidel ist spannende Krimiunterhaltung und die Reihe sollte unbedingt fortgesetzt werden!

 

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Father Brown – Staffel 1 –

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Ich kannte bisher nur die Schwarz/Weiß-Verfilmung mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle. Da ich diese aber vor langer Zeit gesehen habe,  konnte ich mich nur noch wage an die Geschichten erinnern und war gespannt auf die Neuverfilmung mit Mark Williams in der Hauptrolle.
Angelegt sind diese Geschichten in England in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, wo nicht nur Verbrechen mit Mord und Totschlag thematisiert werden, sondern auch zwischenmenschlichen Beziehungen und die wirtschaftlichen Folgen des Krieges eine Rolle spielen.
Die Serie beginnt mit einem ökumenischen Fest und man lernt den katholischen Father Brown kennen. In dieser Folge wird jemand auf dem Friedhof erschlagen und eine Frau gesteht die Tat, doch Father Brown hat da so seine Bedenken.

Father Brown: Series 01 Father Brown: Series 01: Episode 08

Inspector Valentine ist in allen Folgen der ermittelnde Polizeibeamte und er hat so seine Schwierigkeiten mit der kriminalistischen Spürnase des Pfarrers, denn dieser durchkreuzt jedes Mal seine Ermittlungen und findet auch meistens den Täter kurz vor der Polizei!
Auch in den anderen neun Folgen geht es um Eifersucht, Mord, Selbstmord oder tragische Schicksalsschläge.
Die ganze Serie spielt in einer idyllischen englischen Landschaft und wird durch die Mode der 50ziger Jahre und den damaligen Automobilen unterstrichen.
Im Hinblick auf die Heinz-Rühmann-Verfilmungen fehlte mir in dieser Neuverfilmung etwas die Vorgeschichte, warum Father Brown in dieser Gemeinde seinen Dienst tut und warum er unter besonderem Augenmerk des Bischofs steht.
Zwar sind alle zehn Teile von „Father Brown – Staffel 1“ unterhaltsam, aber das kriminalistische Gespür des Pfarrers und seine Vorliebe für spannende Bücher gehen in den Handlungen etwas unter oder werden nur durch ganz kleine Details wie z.B. in Die Braut Christi eingefügt.
Obwohl Inspector Valtentine versucht den Pfarrer von seinen Ermittlungen fernzuhalten, gelingt ihm das nur schwer, aber die gewisse Spitzbübigkeit oder den typischen englischen Humor habe ich in dieser Serie etwas vermisst.
Fazit: Unterhaltsam, kommt aber meiner Ansicht nach nicht an die Rühmann-Verfilmungen heran
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