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Kate Penrose: Nachts schweigt das Meer

Fischer Verlage

Der Untertitel von „Nachts schweigt das Meer“ informiert über einen Krimi auf den Scilly Inseln, die übrigens zu Cornwall gehören und vor der Südwestspitze Englands liegen.
DI Ben(esek) Kitto kehrt auf seine Heimatinsel nach Bryher zurück um eine Auszeit vom Polizeidienst in London zu nehmen. Ein Onkel und eine Patentante leben noch im Ort. Sein ehemaliges Elternhaus ist zwar etwas marode, aber für seine Zwecke reicht es aus, um hier zur Ruhe zu kommen.
Es leben nur wenige Menschen auf der Insel und wenn die Urlaubssaison vorbei ist und die Urlauber verschwunden sind, kann es an diesem Ort recht einsam und wettertechnisch auch sehr rau werden.
DI Kittos Onkel Ray erzählt, dass seit kurzem die 16-jährige Laura Trescothick vermisst wird. Ben kennt seit der Schulzeit ihre Eltern. Eine großangelegte Suche nach dem Mädchen wird organisiert, die aber anfangs ergebnislos bleibt. Danny, Lauras Freund sucht bei Wind und Regen nach ihr, bis er sie dann tot am Strand vor den hohen Klippen findet. Scheint anfangs ein Sturz von den Klippen noch wahrscheinlich, ändert sich das beim näheren Betrachten, weswegen bald in Sachen Mord ermittelt wird…
Ben meint die Menschen auf der Insel gut zu kennen, besonders eben auch die Eltern der Toten, weswegen er anbietet die Ermittlungen zu übernehmen, die man ihm dann auch offiziell überträgt. Doch Bens Einschätzung die Gegebenheiten vor Ort und die dort lebenden Menschen gut zu kennen, muss er recht schnell revidieren, denn es wimmelt bald nur so vor Verdächtigen und selbst Menschen, die Ben niemals mit dem Mord an Laura in Verbindung gebracht hätte, lehren ihn eines Besseren und bald kommt fast jeder als Mörder in Betracht….
Doch es bleibt nicht bei der Suche nach Lauras Mörder, denn im Verlauf werden noch weitere Personen vermisst….
So zusammengefasst, klingt alles recht spannend, doch die Handlung plätschert eher so dahin, als dass hier fesselnde Spannung aufkommt. Obwohl es nicht an Verdächtigen mangelt, sind die Aufarbeitung, Suche und Aufklärung eher behäbig und manches auch nicht „rund“ und nachvollziehbar. Auch was hier als „Auflösung“ des Falls präsentiert wird, ist eher ein tragisches Sozialdrama als ein spannender Kriminalroman. Da dies das Debüt der Autorin ist und es heißt, dass es der Anfang einer Krimi-Reihe ist, würde ich gern das nächste Buch abwarten und sehen, ob eine Entwicklung stattgefunden hat, die dann doch eher in Richtung Kriminalroman geht.
Fazit: Dieser Anfang der Krimi-Reihe ist eher ein Sozialdrama als ein spannender Kriminalroman. Der weitere Verlauf der Reihe sollte aber abgewartet werden, in welche Richtung es weiter geht

 

 

 

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Thomas Chatwin: Post für den Mörder

rowohlt POLARIS

Das Cover von „Post für den Mörder“ stimmt einen schon auf den idyllischen Handlungsort Fowey ein, der an der Südküste Cornwalls lieg. Dort lebt Daphne Penrose mit ihrem Mann Francis.  Durch ihren Job als Postbotin kennt sie eigentlich jeden im Ort und bei ihrer Postverteilung per Rad fällt ihr schon mal auf, wenn sich bei der täglichen Routine etwas  ändert bzw. wenn offenstehende Türen Einblick ins Häuserinnere geben und am nächsten Tag die ihrerseits abgelegte Post immer noch unberührt da liegt.  Und genau das macht Daphne bei dem Haus von Sandra McKallan stutzig.  Auch auf mehrmaliges Rufen und beim Rundgang ums Haus kann Daphne sie nicht entdecken, weswegen sie vorsichtig einen Blick durch die offenstehende Haustür wirft, dort liegt auf dem Boden ein Zettel, der mit „Dein Ed“ unterschrieben ist, aber von der Bewohnerin des Hauses fehlt jede Spur..
Während Daphne noch über diesen merkwürdigen Vorfall nachdenkt, hat ihr Mann, der als Flussmeister tätig ist, keinen schönen Anblick zu verdauen, denn er muss die Leiche des ortsansässigen Reeders Edward Hammett bergen, der offenbar ermordet wurde….
DCI James Vincent ist zurück in seinem Heimatort Fowey und der zuständige Ermittler, was Daphne erst ein wenig aus dem Konzept wirft, zum einen weil sie in jungen Jahren ein kurzes Intermezzo mit ihm hatte, aber ganz besonders weil sie ihn für ungeeignet hält im Mordfall des Reeders zu ermitteln, zumal er die Menschen hier gar nicht mehr richtig kennt, denn dazu war er zu lange fort. 
Während Daphne einen Zusammenhang zwischen dem spurlosen Verschwinden von Sandra McKallan und dem Mordfall Ed Hammett sieht, ist der DCI gedanklich mit ganz anderen Dingen beschäftigt, was Daphne dann dazu verleitet, eigene Recherchen anzustellen und sie ihren Mann dazu motiviert „undercover“ zu arbeiten.  Allerdings hat das fatale Folgen, denn Daphne stolpert über zwei weitere Leichen….
Dass der Autor hier viel Herzblut in den Krimi hat einfließen lassen, merkt man gleich. Man fühlt sich wohl im Geschehen, auch wenn es hier um mehrere Morde geht, die nur durch das kriminalistische Gespür von Daphne und Francis Einsatz in die richtigen Bahnen gelenkt und letztendlich aufgeklärt werden können.
Die Figuren sind charmant und die ganze Szenerie gut vorstellbar präsentiert, so dass man sich schnell in die Gegend und den Fall eingelesen hat. Da der Mörder erst ganz zum Schluss entlarvt und in keiner Weise vorher erkennbar war, ist die Spannung bis zum Schluss gegeben und ich könnte mir durchaus einen weiteren Einsatz von Daphne und Co vorstellen.
Fazit: Gelungener „Wohlfühlkrimi“, der mit einer sympathischen Hobby-Ermittlerin punktet, aber durchaus spannungsgeladen ist, denn der Täter ist nicht erkennbar und tritt er ganz am Ende aus seinem Versteck! Toll, bitte weiter so!
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