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Sven Koch: Totenmond

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Alexandra von Stietencron ist Polizistin, aber auch Psychologin in Lemfeld.
Durch personelle Umstrukturierungen taucht plötzlich eine Vorgesetzte auf, die anscheinend nur ihr eigenes Ding durchziehen will und mit Kollegen arbeitet, die sie aus ihrer vorherigen Arbeit kennt. Die Kollegen der Mordkommission,  zu der auch Alexandra gehört, sind immer irgendwie außen vor, doch dass sollte sich bald ändern….
Es ist bitterkalt draußen als die Mitglieder einer Band vor einer alten Bauruine einer Fabrik Fotos für ihr CD-Cover schießen wollen. Nach ein paar Klicks betrachten sie auf dem Display der Kamera die Bilder,  doch was sie dort erkennen, ist der blanke Horror: Irgendetwas scheint im Innern der Bauruine von der Wand zu hängen, was die Jugendlichen dazu verleitet, doch mal genauer nachzusehen. Als sie das sperrige Tor endlich offen haben, stehen sie vor der Leiche einer Frau, die von der Decke herunterhängt. In ihrer Panik stoßen die Jungs an einen Hebel, der eine Mechanik auslöst und die Leiche zu Boden fallen lässt….
Die herbeigerufene Polizei nebst Alexandra und ihrem Kollegen Rolf Schneider haben dann einen Tatort, der einem Schlachthaus gleicht, denn die Leiche die sie vorfinden, wurde regelrecht wie von Klauen zerfetzt. An den Wänden finden sich merkwürdige Zeichen, die offensichtlich mit dem Blut des Opfers an die Wand gebracht wurden. Nachdem sie alle den Anblick mehr oder weniger verdaut haben, sagt Rolf Schneider: Das ist nicht das erste Mal!
Rolf Schneider informiert Alexandra als sie wieder im Revier sind über den Mordfall Nele Bender, der sich vor einiger Zeit ereignet hatte als Alex noch nicht zum Team dazugehörte.
Wären die beiden bestialischen Morde nicht schon Grund genug um nach dem Mörder zu suchen, scheint dieser sich daran zu weiden, dass Alex mit von der Partie ist und er fängt an ihr Botschaften zu schicken, die alle etwas mit Songtexten zu tun haben, in denen der Mond eine wichtige Rolle spielt.
Neben ihrer beruflichen Tätigkeit hat Alexandra nach sehr langer Zeit wieder ein Liebesleben und das heißt Jan, der  Vater einer Teenagertochter ist, die dann im Verlauf der Handlung zum Spielball des mittlerweile zum Serientäter avancierten Mörders wird….
Mond und bestialisch getötete Opfer, da hatte ich schon gedacht Sven Koch will uns hier mit „Totenmond“ einen Werwolf-Krimi präsentieren. Aber dem ist natürlich nicht so. Alle Bücher von Sven Koch, die ich bisher kenne, waren Krimis mit Tiefgang und von einem besonderen Thema inspiriert, was auch diesmal der Fall ist. Sein Schreibstil ist wunderbar packend und so kommt es schon vor, daß einem die Nackenhaare beim Lesen hochstehen, also Spannung pur!
Fazit: Nervenkitzel auf hohem Niveau! Bitte mehr davon!
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Dora Heldt: Jetzt mal unter uns….

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Besonders gut gefallen mir neben den eigentlichen Büchern von Dora Heldt auch die Cover ihrer Veröffentlichungen. Auch diesmal ist es wieder sehr gut gelungen und ganz schnell habe ich mich bildlich gesprochen in den weißen Dünensand gesetzt und habe die Autorin, die dort am Tischchen sitzt,  sagen hören: „Jetzt Mal Unter Uns…“ Das kann jeder nachmachen, denn das Hörbuch wird von Dora Held selbst vorgetragen.
Mir gelingt das besonders gut, denn ich hatte bereits das Vergnügen und habe der Autorin bei einer ihrer Lesungen aus der ersten Reihe lauschen dürfen.
Auf den zwei CD’s sind ihre Kolumnen zusammengefasst, die sie in der Zeitschrift „FÜR SIE“ veröffentlicht hat.
Gleich zu Anfang schildert sie wie sie in einem Telefongespräch versucht ihrer Mutter zu erklären, was denn eigentlich eine Kolumne ist. Die versteht sie nämlich falsch und denkt, die Autorin soll jetzt von dieser  Frauenzeitschrift Tipps für ihr neues Outfit oder eine neue Haarfarbe bekommen.
Nachdem der Irrtum erklärt ist, macht die Mutter den Vorschlag Dora Heldt solle doch über Läuse auf Begonien schreiben, das wäre doch bestimmt ein Thema, das jede Frau interessieren würde….
So erfährt man auch in den kleinen Alltagsgeschichten etwas über Tischmanieren von Kindern, die Bikinifigur, wie man sinnvoll einen Keller entrümpelt oder sie lüftet auch das Geheimnis ihrer schwarzen Strickjacken. Ein anderes Thema ist Kochen mit Freunden, das dann zu einer Art Wettkampf ausartet. Auch schildert sie, wie kurfristig angesetze Besuche ihrer Eltern bei ihr eine einer Art Putzpanik auslösen und ihre blitzeblanke Wohnung trotz allem ihre Mutter nicht zufriedenstellt.
Schon nach der ersten kleinen Geschichte der Autorin ertappe ich mir dabei, dass ich zustimmend nicke, denn in vielen Dingen habe ich die gleiche Erfahrung gemacht, auch kann ich vieles nachempfinden, was sie hier treffsicher niedergeschrieben hat.
Dora Heldt hat eine erfrischende Beobachtungsgabe und hat dies wörtlich auf den Punkt gebracht und in ihren Kolumnen niedergeschrieben. Es aus ihrem eigenen Mund vorgetragen zu bekommen, macht es noch einmal persönlicher und sie spricht bestimmt nicht nur mir aus der Seele, wenn sie von ihren Erlebnissen und Alltagssituationen berichtet, wie z.B. Porzellan zum Abwinken, dass von der Oma für sie seit ihrem 14. Lebensjahr gesammelt wird und von der Mutter dann noch in Panik in riesiger Menge als Restkauf angeschafft wird, denn es könne ja mal etwas kaputt gehen…..
Fazit: Einfach herrlich! Diese Kurzgeschichten treffen voll ins Schwarze!
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