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Harlan Coben: Der Junge aus dem Wald

Goldmann Verlag

Da ich schon so einige Bücher von Harlan Coben gelesen – zuletzt „Honeymoon“ oder mir angehört habe – zuletzt „Suche mich nicht“ und seinen angenehmen Erzählstil mag, war ich gespannt, was ihm diesmal wieder für eine Geschichte eingefallen ist:
Es geht über den großen Teich nach Amerika, genauer gesagt nach Westville, New Jersey, wo die Handlung angesiedelt ist.
Eines schönen Tages im Jahr 1986 wird ein kleiner Junge gefunden, der offenbar schon seit einiger Zeit allein und ohne Erinnerung an seinen Namen und woher er kommt,  im Wald gelebt hat. Man nimmt sich seiner an und nennt ihn fortan „Wilde“.
Im April 2020 lebt Wilde wieder allein im Wald und er hat zusammen mit seiner Adoptivschwester eine Privatdetektei. Zu seinem sozialen Umfeld gehört die Staranwältin Hester Crimstein und ihre Familie, die ihn dann auch kontaktiert. Hester Crimsteins Enkel Matthew ist besorgt wegen seiner Mitschülerin Naomi Pine, die spurlos verschwunden ist, weswegen er seine Großmutter um Hilfe bittet. Die kommt bei der Suche nach dem Mädchen aber nicht recht weiter und daher Wilde ins Spiel bringt…
Wilde spürt dann Naomi wohlbehalten auf und für einige Tage erscheint sie auch wieder in der Schule, wo sie allerdings von ihren Mitschülern und ganz besonders der Clique um Crash Maynard erneut böse gemobbt wird….
Kurze Zeit später verschwindet dann Crash spurlos und auch Naomi erscheint wieder nicht in der Schule. Anfangs wird ein gemeinsames „Abtauchen“ der beiden in Erwägung gezogen, doch dann sieht es bei Crash Verschwinden eher nach einer Entführung aus, da offenbar sein Vater in Besitz hochbrisanten Materials ist,  das einen aufstrebenden Politiker in Misskredit bringen könnte….
Ich hatte mir von dem Titel „Der Junge aus dem Wald“ irgendwie inhaltlich etwas anderes vorgestellt und habe hier den sonst so fesselnden Erzählstil des Autors vermisst.
Zwar lernt man den Jungen aus dem Wald hier kennen, aber sein mysteriöses Auftauchen und die Suche nach seiner Identität sind hier nicht der Haupttenor des Buches.
Was sich aus dem Verschwinden zweier Teenager für eine Geschichte entwickelt, die dann einige Nebenschauplätze hat, die sich aber nicht wirklich zu einem interessanten Gesamtbild zusammen fügen, konnte mich leider nicht wie gewohnt fesseln und schon gar nicht „thrillen“.
Fazit: Schade, hier fehlt der typische „Coben-Style“

 

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