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Frida Gronover: Ein dänisches Verbrechen

Ullstein Verlag

Gitte Madsen will sich aus privaten Gründen beruflich verändern. Da sie deutsche und dänische Wurzeln hat, lässt sie Deutschland hinter sich und macht sich auf den Weg nach Marielyst , einem idyllischen Ort in Dänemark, wo sie demnächst ihre neue Arbeitsstelle beim örtlichen Bestatter antreten will.
Schon bei der Überfahrt auf der Fähre fällt ihr ein junger etwas ängstlich wirkender südländisch aussehender Mann auf. Es kommt zu einem kurzen Gespräch, wo Gitte etwas über die Pläne des jungen Griechen Joris erfährt. An Land trennen sich ihre Wege, doch geraume Zeit später findet Gitte genau diesen jungen Mann tot auf der Terrasse ihres neuen Zuhauses, ein Messer steckt in seiner Brust…
Der zuständige Kommissar heißt Ole Ansgaard, der bald der kriminalistischen Spürnase Gitte Madsen Einhalt gebieten muss, was zu Komplikationen führt. Aber so ganz unsympathisch sind sich die beiden nicht und im Verlauf lösen die beiden durch eine Art „Geben und Nehmen“ von unterschiedlichen Informationsquellen den Fall, der allerdings durch die frisch eingeritzten Wikingerrunen auf dem Rücken des Opfers etwas mysteriös anmutet und nur eine Spur bei den Ermittlungen ist…
Der Kriminalroman „Ein dänisches Verbrechen“ liest sie gut, die Akteure sind sympathisch und gut beschrieben, so dass man sie sich gut vor Augen führen kann. Auch die vielen „dänischen Fakten“, die die Autorin hier in die Geschichte mit eingewoben hat, sind schon fast wie eine Art Reiseführer für das bessere Verständnis für Land und Leute, was mir gut gefallen hat.
Durch Gittes privater Suche nach ihrem seit vielen Jahren spurlos verschwundenen Vater, der zuletzt in Marielyst gesehen wurde, bekommt die Handlung ein weiteres Spannungsteil hinzu, das aber nicht aufgelöst wird, so dass ich mir durchaus eine Fortsetzung mit der „Spürnase“ Gitte Madsen nebst Ole Ansgaard gut vorstellen kann.
Fazit: Dieses etwas ungleiche Ermittler-Duo Madsen/ Ansgaard kommt gut rüber und auch handlungsmäßig macht dies Buch Laune auf mehr davon

 

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Lone Theils: Die Mädchen von der Englandfähre

Nachdem die Journalistin Nora Sand nebst ihrem Kollegen Pete, die beide für eine dänische Zeitung in London arbeiten, ein sehr schwieriges Interview hinter sich gebracht hat, muss sie sich gedanklich erst einmal etwas ablenken und was gibt es da besseres als Shoppen. Nora findet bei einem Händler einen schon etwas abgegriffenen Lederkoffer, der ihre Sammlung bereichern würde. Als sie zuhause dann den „erhandelten“ Koffer  genauer betrachtet und endlich das etwas klemmende Schloss aufbekommt, fällt ein kleiner Stapel Fotos heraus….
Beim näheren Betrachten hat sie das Gefühl eins der Fotos bzw. die darauf befindlichen Mädchen schon irgendwo einmal gesehen zu haben……
Nach einigen Recherchen findet Nora heraus, dass die beiden Mädchen seit 1985 als vermisst gelten, zuletzt wurden sie gesehen als sie sich an Bord einer Englandfähre befanden. Eine über Ländergrenzen reichende umfangreiche und auch zeitintensive Suche führte zu nichts. Was die Brisanz des Fotos nur noch unterstreicht, denn es zeigt die beiden Teenager Lisbeth und Lulu nach ihrem Verschwinden….
Ab hier, nein eigentlich schon gleich von Beginn an, fesselt dieses Hörbuch, das übrigens wunderbar von Solveig Duda vorgetragen wird, so dass man nur noch gebannt zuhört und verfolgt, was Nora im Verlauf alles in Bewegung bzw. mit wem sie sich in Verbindung setzt um herauszufinden, was aus den Mädchen geworden ist. Eines ihrer Gesprächspartner ist dann auch der zu lebenslanger Haft verurteilte und im Gefängnis sitzende Frauenmörder Bill Hix. Doch nach diesem nervenaufreibenden Gespräch ändert sich etwas in Noras Leben, denn erst ist es ein mulmiges Gefühl, das sie beschleicht und dann wird es Realität: Irgendjemand trachtet nach ihrem Leben……
Mehr Infos gibt es von meiner Seite nicht, denn das Hörbuch „Die Mädchen von der Englandfähre“ ist spannend und fesselnd geschrieben, außerdem überrascht die Autorin noch mit einem Ende, das man so nicht erwartet bzw. voraussehen kann, was nochmal einen Extrapluspunkt gibt.
Fazit: Spannung pur bekommt man hier geboten, die man dann durch die gekonnte Lesung von Solveig Duda auch noch direkt spüren kann! Klasse, bitte mehr davon!

 

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Trapped – Gefangen in Island

Auf geht’s ins schneebedeckte Island, genauer gesagt in ein kleines idyllisches Örtchen in der Nähe Reykjaviks. Allerdings wird diese vermeintliche Beschaulichkeit durch den Fund von menschlichen Überresten in Form eines Torso, der im Wasser des Fjords treibt, jäh gestört. Da zeitgleich in den Fjord eine dänische Fähre einlief, vermutet die Polizei, dass es jemand von der dort sein könnte. Die herbeigerufene Kriminalpolizei aus Reykjavik wird durch einen aufziehenden Schneesturm gestoppt und so muss die örtliche Polizei bzw. Kommissar Andri mit einer Kollegin und einem Kollegen schon mal mit den Ermittlungen beginnen…
Da die Passagiere die Fähre nicht verlassen dürfen, kommt schnell Missmut unter ihnen auf. Das Verhalten des Fährkapitäns ist  undurchsichtig und es kommt der Verdacht auf, dass er etwas zu verbergen hat….
Während die umfangreichen Ermittlungen die drei Polizisten sehr fordern, verschwindet der sichergestellte Torso, was die Ermittler noch mehr unter Druck setzt…..
Neben der spannenden Mördersuche, gibt es noch zwei weitere Kriminalfälle zu lösen. Zum einen werden zwei junge farbige Mädchen aus den Fängen ihres Peinigers befreit und werden von der örtlichen Polizei in Sicherheit gebracht. Menschenhandel auf der Fähre?
Desweiteren ist einer der Fährpassagiere ein junger Mann, der nach einem Gefängnisaufenthalt wieder zurück in den Ort kommt. Er wird von den Einheimischen vorsichtig beäugt, denn er soll vor einigen Jahren für einen Brand verantwortlich gewesen sein, wo es dann eine Tote gab….
Einige Bewohner scheinen in irgendwelche undurchsichtige Machenschaften verwickelt zu sein, was dann teils auch noch die Ermittlungen verkompliziert…
Als Andri und Co. dann langsam Licht in das Dunkel bringen, tauchen dann doch noch die Kripobeamten aus Reykjavik auf und sorgen für reichlich Unruhe…..
Mir hat „Trapped – Gefangen in Island – “ sehr gut gefallen. Die Rollen sind toll besetzt bzw. mit „frischen“ Gesichtern versehen, die man nicht schon aus anderen Nordic-Crime-Serien kennt. Die Schneelandschaft ist beeindruckend und man kann die „Abgeschnittenheit“ vom Rest der Welt gut nachvollziehen.
Was sich hier in der kargen Winterlandschaft für dunkle Machenschaften auftun, entwickelt sich für den Zuschauer langsam, fesselnd und im Verlauf auch gut nachvollziehbar. Die bedrückende unheilverkündende Anspannung hält die ganze Zeit an und eine Fortsetzung wäre für mich durchaus denkbar, gibt es doch noch am Ende einige offene Fragen.
Als Bonus gibt es auf der Blu-ray noch ein Making of
Fazit: Spannung eiskalt serviert bekommt man hier, die unbedingt fortgesetzt werden sollte!
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Krischan Koch: Backfischalarm

Ein neuer Fall für Polizeiobermeister Thies Detlefsen und seine Kollegin Nicole Stappenbek!
Telje und Tadje Detlefsen, die Zwillinge von Thies, dem „Dorfsheriff“ von Fredenbrüll werden von ihm zur Fähre nach Dagebüll gefahren, denn die ganze Klasse fährt zur Schulfreizeit nach Amrum. Thies sieht nun dem ruhigen Zuhause entgegen und auch sonst ist in Sachen Polizeiarbeit wenig zu tun, so dass dann auch noch etwas Zeit bleibt um bei Antje in der „Hidde Kist“ vorbeizuschauen.
Während der Überfahrt kommt es zu „Schlecht Wetter“ und Gewitter und Sturm begleiten die Fähre. Die Jugendlichen vertreiben sich die Zeit mit Handyvideo, SMS bzw. Erkunden auch bei Wind und Regen das Außendeck der Fähre, was zu einem regen Treiben an Bord führt….
Besonders der gutaussehende Lehrer Niddermeyer hat es den Schülerinnen angetan, was zu Aufregung und Gefühlschaos führt. Doch auch unter den Jugendlichen läuft so einiges, was allerdings auch kriminelle Aspekte hat und bald für reichlich Wirbel sorgt.
Aus der erträumten Ruhe von Thies wird mal wieder nichts, denn an Bord der Fähre auf der sich die Schulklasse befindet, entdeckt man eine Leiche…
Eine natürliche Ursache kann schnell ausgeschlossen werden und so eilen dann Thies und Nicole zum Tatort, wo dann starke Nerven gefragt sind, den Teenager zu befragen, ist kein Zuckerschlecken und wenn sich dann auch noch die Lehrer  im Piraten-Stil kleiden und einen auf   „Captain Sparrow“ machen, dann ist Aufregung vorprogrammiert…..
Auf Amrum erfolgen dann die Ermittlungen und des bleibt nicht bei dem einen Toten, der sich als Juniorchef einer Hamburger Reederei entpuppt. Im Verlauf tauchen brisante Handyaufnahmen und verkohlte Geldscheine am Strand auf. Es gibt reichlich Gefühlschaos auf Seiten der Teenager, was auch kriminelle Energien freisetzt, die in Erpressung münden….
Dies alles zusammen vermengt sich zu einem turbulenten Inselkrimi, wo Spannung und Humor genau aufeinander abgestimmt sind.
Krischan Koch hat es sich diesmal nicht nehmen lassen und die ungekürzte Lesung seines Buches „Backfischalarm“ selbst übernommen, was er wirklich gut hinbekommen hat. Allein der Erzählstil im Jargon der heutigen Jugend ist echt klasse. Die Figuren formt er durch unterschiedliche Stimmnuancen, so dass sie ein „Gesicht“ bekommen und man schnell im Geschehen verankert ist und sich nach sechs Stunden Hörgenuss fragt, wo die Zeit geblieben ist und man noch „Nachschlag“ haben möchte.
Fazit: Spannung und norddeutscher Humor vereinen sich durch die gekonnte Autorenlesung zum Hörgenuss, der unbedingt fortgesetzt werden sollte!

Auch hörenswert vom selben Autor: Rollmopskommando

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