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Thomas Enger: Gejagt

Gejagt von Thomas Enger

Der vierte Fall für Henning Juul!
Im ersten Teil „Sterblich“ lernt man den Journalisten Henning Juul kennen, der durch einen Wohnungsbrand seinen kleinen Sohn Jonas verloren hat. Beim Versuch ihn zu retten wird Juul selbst schwer verletzt und Brandwunden im Gesicht sind eine bleibende Erinnerung daran.  An dieser Tragödie ist auch die Beziehung zu seiner Frau Nora in die Brüche gegangen. 
Henning ist davon überzeugt, dass der Brand in der Wohnung vorsetzlich gelegt wurde, doch von wem und warum, das ist die Frage, die ihn umtreibt und als roter Faden durch die kommenden Bücher führt.
Im zweiten Teil „Vergiftet“ bittet Tore Pulli, ein in Haft sitzender Mörder Henning Juul um Hilfe, als Gegenleistung hat er Informationen zum besagten Wohnungsbrand. Einen Namen kann der Inhaftierte Henning nicht mehr verraten, denn Tore wird im Gefängnis ermordet…
Im dritten Teil „Verleumdet“ geht die Suche nach Hinweisen zum Wohnungsbrand weiter.
Dies nur als kleine Zusammenfassung für diejenigen, die die drei vorherigen sehr spannenden Bücher nicht kennen.
Das jetzt erschiene vierte Buch „Gejagt“ setzt sich aus zwei unterschiedlichen Handlungssträngen zusammen. Henning Juul hat sich freigenommen um weiter nach dem Verantwortlichen bzw. Auftraggeber für den Wohnungsbrand zu suchen. Die Freundin des Verstorbenen Tore Pulli und ein Türsteher geben ihm Hinweise in welcher Richtung er suchen muss und die führt erst einmal in einen Boxring, dem er dann sehr lädiert wieder entsteigt, aber er hat einen wichtigen Hinweis von seinem Sparringpartner erhalten, denn ein Anwalt hat wohl seine Hände im Spiel gehabt…..
Nora, Hennings Ex und ebenfalls Journalistin, wird vom Ehemann ihrer ehemaligen Mitbewohnerin um Hilfe gebeten. Hedda wollte nach dem Tod ihres Vaters eine dreiwöchige Auszeit nehmen, doch von der ist sie nicht wieder zurückgekommen und nun spurlos verschwunden. Nora fängt an vorsichtig im Umkreis der Familie zur recherchieren und erfährt, dass vor 16 Jahren Heddas Tante ebenfalls spurlos verschwunden ist. Ihre Nachforschungen werden von Seiten der Familie nicht unbedingt unterstützt, was nicht verwunderlich ist, hütet die Familie doch ein Geheimnis. Und als Nora dem auf die Spur kommt, verschwindet auch sie und gerät in Todesgefahr….
Geschickt fügt der Autor dann beide Handlungsstränge zusammen und da das vierte Buch endet während Henning Juul wichtige Informationen zum Brand auswertet,  die ihn erschrecken lassen, kann man nur gespannt sein, wie alles weitergeht…..
Thomas Enger ist es erneut gelungen, eine Fortsetzung der Reihe um Henning Juul zu schreiben, die einen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.  Auch wer die drei vorherigen Bücher nicht kennt, hat keine Schwierigkeiten der Handlung zu folgen. Die Fälle an sich sind abgeschlossen, nur die Suche nach den Hintergründen des Wohnungsbrandes gehen weiter und sind so fließend und fesselnd ins Geschehen eingewoben, dass ich dieses Buch kaum aus den Händen legen konnte, so dass ich hier von einen Page-Turner sprechen möchte!
Fazit: Thomas Enger ist ein es gelungen, auch den vierten Fall um Henning Juul so spannend zu schreiben, das die Seiten nur so dahinfliegen und ich ihn als Page-Turner bezeichnen würde, den man nur empfehlen kann! Echt klasse!

Hier kann man schon mal etwas reinlesen: leseprobe gejagt

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Blutsbande

Cover_Blutsbande
Diese zehnteilige schwedische Serie hat es in sich: Wunderschöne Landschaftsbilder des Schärengartens vor Stockholm untermalt mit stimmiger Musik, doch die Idylle trügt,  denn auf einer dieser Inseln ist nicht alles eitel Sonnenschein:
Die Familie Waldemar  betreibt ein Gästehaus seit Generationen, zum jetzigen Zeitpunkt wird der Betrieb von Mutter Anna-Lisa und der Familie ihres Sohnes Oscar mit Frau Liv und und deren Tochter Cecilia am Laufen gehalten.
Anna-Lisa hat ihren beiden anderen Kindern, die vor vielen Jahren die Insel verlassen haben und ihre eigenen Wege gehen, eine Postkarte geschickt, auf der sie sie nach Hause beordert, woraufhin sich dann Jonna, die sich langsam als Schauspielerin etabliert und Lasse, der ein Restaurant in Stockholm betreibt, aber in Geldnöten steckt, mit gemischten Gefühlen auf den Weg machen.

Szenenfoto 4

 

Beim gemeinsamen Essen werden unterschwellige Spannungen unterschiedlichster Art zwischen den Familienmitgliedern spürbar. Im Anschluss daran bittet Anna-Lisa jedes ihrer Kinder einzeln zu einem Gespräch, in denen sie jedem eine Art verstecket Botschaft übermittelt: Oscar, es ist Zeit  zu vergeben; Lasse, Du musst Dich um sie kümmern und zu Jonna sagt sie: „Du bist nicht ich“….
Noch ehe jedes ihrer Kinder richtig verstanden hat, was diese versteckte Botschaft für jeden von ihnen zu bedeuten hat, verschwindet Anna-Lisa mit dem Boot und wird später tot aufgefunden….
Ist diese Nachricht ein Schock, erschüttert Anna-Lisas Testament dann noch mehr, denn sie hat verfügt, dass ihre drei Kinder nur erben, wenn sie alle gemeinsam das Gästehaus eine Saison lang führen…. Ob das gut geht?
Was jetzt folgt ist spannend wie ein Krimi, geht es doch um verborgene Gefühle, dunkle Familiengeheimnisse, die nicht ans Licht kommen dürfen und um die Geschwister Waldemar, von denen jeder eigentlich im Leben nie richtig Fuß fassen konnte bzw. irgendwie gestandet ist….
Mit tollen Schauspielern besetzt, in einer wunderschönen Landschaft gefilmt, mit stimmiger Musik untermalt und durch die anfangs undurchsichtige, gefühlsmäßig aufrührende dunkle Familiengeschichte ist „Blutsbande“ eine wirklich sehenswerte spannungsgeladene Serie. Und ich hoffe, dass man sie baldmöglichst fortgesetzt, bleiben doch am Ende noch viele Fragen offen…
Fazit: Packende geheimnisvolle  Familiengeschichte, die wie ein Krimi aufgemacht ist und von der man durchaus noch eine Fortsetzung vertragen kann
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Donna Leon: Das goldene Ei

978-3-257-06891-7

Fall Nr. 22 für Commissario Brunetti!
Doch einen richtigen Kriminalfall gibt es diesmal eigentlich gar nicht zu lösen für den Commissario, denn nur durch Zufall stolpert er durch eine kurze Bemerkung seiner Frau Paola auf einen Todesfall, der ihn nicht mehr loslässt:
Paola erzählt vom Tod des staubstummen und wohl auch geistig behinderten „Jungen“, der mit kleinen Hilfsdiensten in der Reinigung beschäftigt war, wo Familie Brunetti seit vielen Jahren ihre Kleidung hinbringt.
Ein Anruf in der Pathologie und Brunetti erfährt, das der „Junge“ an einer Überdosis Schlaftabletten verstorben ist, ob in suizidaler Absicht oder aus Versehen ist noch unklar. Doch ganz besonders hellhörig wird der Commissario als er erfährt, dass keine organischen Missbildungen oder Erkrankungen bei dem als staubstumm geltenden Toten zu finden sind.
Da Brunetti nur einen diskreten Auftrag von Patta hat, wo es um Verbindungen zum Bürgermeister geht, hat er Zeit sich mit dem Tod des Jungen zu beschäftigen. Bei einer Nachfrage in der Reinigung wie der Name des Toten sei und wie man seine Familie bezüglich Identifizierung erreichen könne, bekommt er nur wage Andeutungen, was ihn skeptisch macht.
Der Namen des Toten wird mit Davide Cavanella angegeben und seine Mutter heißt Ana.
Commissario Brunetti bittet Signorina Elettra um Mithilfe bei der Suche nach Einträgen in den amtlichen Registern um etwas über Davide Cavanella zu erfahren.
Der erste Kontakt mit der Mutter des Toten ist merkwürdig, denn sie blockt alle Fragen, die der Commissario stellt ab.
Es wird noch merkwürdiger als Brunetti erfährt, das der Tote nirgends registriert war, kein Personalausweis, kein Nachweis, dass er überhaupt existiert hat!
Jeden den er nach Ana und Davide Cavanella fragt, blockt ab oder er stößt auf eine Mauer des Schweigen, erst als Ana schwer verletzt im Krankenhaus aufgenommen wird, kommt Bewegung in den Fall.
Brunetti setzt alle Hebel in Bewegung um Licht in diese Geschichte zu bringen. Er begegnet dabei Menschen, deren Verhaltensweisen durchaus als böse zu bezeichnen sind und langsam entschlüsselt er welche Qualen der „Junge“ vor seinem Tod zu erleiden hatte.
Donna Leon schafft es in „Das goldene Ei“  aus einem Todesfall in der Nachbarschaft eine spannende Geschichte zu machen, die dann zu einem dunklen Familiengeheimnis führt, was sich erst am Ende des Buches ganz entschlüsselt.
Fazit: Dieser Fall ist eher als große Tragödie zu bezeichen und doch darf man als Brunetti-Fan ihn keinesfalls verpassen.

 

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