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Samuel Bjørk: Federgrab

Federgrab von Samuel Bjork

Im Mai letzten Jahres hatte ich hier das Krimi- bzw. Thrillerdebut  „Engelskalt“ dieses norwegischen Autors  vorgestellt, welches ich mir damals von Dietmar Wunder in der Hörbuchfassung habe vorlesen lassen. Das Debut und besonders den Vortrag fand ich gelungen.
Nun gibt es „Nachschub“ aus Norwegen und wiederum hat Dietmar Wunder die Lesung übernommen und der Zuhörer kann sich in den neun Stunden, die die Hörbuchfassung dauert, davon überzeugen, was für ein Stimmenspektrum er besitzt. In „Federgrab“ switcht er gekonnt z.B. von einer Kinderstimme zu der des immer etwas „brummeligen“ Kommissar Munch, der die Ermittlungen leitet. Außerdem setzt sich die Gesamthandlung aus mehreren Perspektiven zusammen und da hilft einem hier die Stimme des Vorleser ganz besonders um alles richtig einzuordnen.
Zum Inhalt:
Der Hobbybotaniker Tom Pedderson durchstreift ein Waldgebiet auf der Suche nach einer besonderen Pflanze. Doch die Suche nach diesem Gewächs wird jäh unterbrochen, als er einen grausigen Fund macht: Er findet ein totes unbekleidetes Mädchen, dass von Federn umkränzt ist und eine weiße Lilie im Mund hat…
Die Ermittlungen übernimmt Kommissar Holger Munch und auch die immer noch psychisch etwas angeschlagene Mia Krüger ist wieder mit im Team dabei…
Bis die Ermittler die Identität der Toten herausgefunden haben, dauert es etwas und die Spur führt  dann zu einem Heim für junge Mädchen, wo man aber nicht unbedingt zur Aufklärung des Mordfalls beitragen kann, denn die vormals aufgegebene Vermisstenanzeige bezüglich Camilla Green wurde kurze Zeit später wieder zurückgenommen, denn sie hatte eine SMS als Lebenszeichen geschickt…
So richtig voran kommen die Ermittlungen erst als ein Hacker sich bei der Polizei meldet und auf ein bizarres Video aufmerksam macht, dass er beim „Surfen im Netz“ entdeckt hat….
Mehr möchte ich hier eigentlich gar nicht erzählen, denn wie auch der erste Fall mit dem Team um Kommissar Munch wird man hier spannend unterhalten. Zwar gibt es von Seiten des Team sehr viel „Handlungsbeiwerk“ und es wird deren psychische Verfassung (Mia) einige Male in den Vordergrund gerückt, so dass der eigentliche Fall darunter verschwindet und auch das Familienleben des Kommissars ist ein Thema, was vielleicht ein wenig zu viel des Guten ist, denn die Aufklärung des mysteriösen Falls an sich hätte mir schon gereicht, zumal auch noch aus verschiedenen Perspektiven bzw. durch unterschiedliche Personen erzählt wird.  Doch Dietmar Wunder hat es erneut geschafft, dass man genau am Ball leibt und man nicht abdriftet, denn wenn er liest, ist es immer ein ganz besonderes Hörvergnügen, so dass die „kleinen Schwächen“ in der Handlung dann nicht mehr so doll stören.
Fazit: Ein bisschen mehr Konzentration auf den spannenden Mordfall wäre hier wünschenswert gewesen, aber durch die gekonnte Lesung von Dietmar Wunder werden diese kleinen Beanstandungen gekonnt ausgeglichen, so dass man hier spannend unterhalten wird.

 

 

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