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Anna Grue: Die guten Frauen von Christianssund

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Sommerdahls erster Fall
Dieses Hörbuch steht und fällt mit dem Vortrag durch Dietmar Wunder. Ob er nun in die Rolle des Mörders schlüpft, der hier anfangs das Geschehen bestimmt und den Zuhörer  bei der Ermordung  einer Putzfrau teilnehmen lässt (grrrr) oder ob er dem zuständigen Kommissar Flemming Torb eine Stimme gibt, man kann die Figuren alle sehr gut unterscheiden und am Tonfall wiedererkennen.
Die Handlung, die  – wie bereits erwähnt –  durch die Gedankengänge des Mörders beginnt, fand ich anfangs noch fesselnd und spannend, doch das verliert sich im Verlauf etwas. Die Idee den psychisch angeschlagenen Dan Sommerdahl, Kreativdirektor  einer Werbefirma und Freund des ermittelnden Kommissar Torp wegen seines Insiderwissen hier als als eine Art Privatdetektiv ins Geschehen einzugreifen zu lassen, fand ich etwas unpassend und irgendwie unrealistisch.
Wie der Titel des Hörbuchs „Die guten Frauen von Christianssund“ schon vermuten lässt, wimmelt es hier vom weiblichen Geschlecht:
Die ermordete Putzfrau war in der Werbeagentur, in der Dan Sommerdahl arbeitet, angestellt. Als Kommissar Fleming den Nachnamen der aus Afrika stammenden Frau herausbekommen will, staunt er nicht schlecht, denn niemand weiß ihn….
Bei der Wohnungsdurchsuchung der Toten wird teurer Champagner gefunden und weitere Indizien lassen auf eine Beziehung zu einem Mann schließen, der er teure Geschenke gemacht hat.
Die Tote wohnte mit einer Freundin zusammen, die allerdings auch bei den Ermittlungen nicht helfen kann und im Verlauf der Handlung ebenfalls ermordet wird…
Nach umfangreichen Recherchen, die immer wieder zur Werbeagentur, deren Angestellten und sogar in die Reihen der Polizei führen, entwirrt sich dann das Geschehen aus kriminellen Machenschaften, familiären Verknüpfungen und gutgemeinten Hilfsangeboten für Frauen in Not.
Fazit: Durch den Vorleser bekommt die Handlung Farbe und besonders der Mörder kristallisiert sich stimmlich  heraus
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George Tenner: Single, unvermittelbar

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Bisher kannte ich von George Tenner nur die spannenden Usedom-Krimis wie z.B. „Monet und der Tod auf der Insel“ .
Doch mit „Single, unvermittelbar …“ zeigt er eine ganz andere Seite seiner Schreibkunst auf. Auch der Schreibstil ist anders und ich frage mich, wer sich eigentlich hinter dem Hauptakteuer des Romans verbirgt und wieviel Recherche der eigentliche Autor, Georg Tenner , für dieses Buch betrieben hat…..
Wenn ich oben von dem eigentlichen Autor gesprochen habe, kommt das daher, dass der Roman selbst über einen ausgebrannten und nach neuem Stoff für ein Bühnenstück suchenden Autor mit Namen Gadd Tamm handelt. Da sein Agent ihn im Nacken sitzt und auf die Abgabe des lang ersehnten Stücks drängt, gerät der zuvor durchaus erfolgreiche Schreiber eher zufällig auf sein neues Projekt:
Beim Lesen der Tageszeitung stolpert er über die Annoncen-Rubik „Sie sucht Ihn“, wo Frauen auf der Suche nach Männerbekanntschaften sind. Er liest die eine oder andere Anzeige und irgendwo im Hinterkopf überlegt er, ob er dies als Stoff für sein neues Bühnenstück gebrauchen könnte…
Die Idee setzt sich bei ihm fest und daraus folgt dann, dass er auf einige dieser Anzeigen antwortet und nach einigen Kontaktaufnahmen, die eher im Sande verlaufen, dann selbst zum Stift greift und eine Anzeige für sich selbst aufsetzt, denn auch er ist tief in seinem Herzen einsam. Zwar gibt es den einen oder anderen sexuellen Kontakt, doch Gadd Tamm sucht mehr als ein Abenteuer….
Tatsächlich bekommt er zahlreiche Antworten auf seine Annonce und die eine oder andere interessierte Frau ist bereit sich mit ihm zu treffen…
So bekommt Gadd viel Stoff für sein neues Bühnenstück und sein Agent ist zuversichtlich, dass es sich gut vermarkten lässt. Während Gadd sich nun voll ins Abenteuer stürzt und so einige körperliche Aktivitäten investiert, steht anfänglich die Recherche für das Stück im Vordergrund.
Bald muss er erkennen, dass er sich selbst nach einer richtigen Partnerschaft mit Heirat nicht ausgeschlossen, sehnt. Diese Sehnsucht kommt nicht von ungefähr, denn bei den vielen Zuschriften trifft er auf eine Frau, die es ihm angetan hat und er verliebt sich. Doch diese Liebe ist sehr zerbrechlich…
Ob es Gadd Tamm wirklich gelingt die Frau seiner Träume an sich zu binden, wird hier keinesfalls verraten, denn dieser mit vielen pikanten, erotischen Situationen und Szenen, die aber nie eine gewisse Grenze überschreiten,  gespickte Roman ist sehr unterhaltsam  und sehr gut beobachtet geschrieben, was mir gut gefallen hat.
Ein Roman, wie ihn das Leben schrieb, mal heiter, mal traurig, die Situationen mal erotisch pikant, die Gedankengänge mal böse und hinterlistig, aber auch zärtlich und liebevoll.
Fazit: Krimi-Autor George Tenner mal anders, aber genauso lesenswert!
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