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Elisabeth Herrmann: Seefeuer

Seefeuer von Elisabeth Herrmann

Über sieben Stunden! fesselt diese spannende Familiengeschichte den Zuhörer.
Laura Maire, die eine sehr jugendliche Stimme hat, ist die ideale Besetzung um das Hörbuch „Seefeuer“ vorzutragen, denn die Hauptperson in diesem unblutigen Thriller ist die junge Marie Vosskamp, die ihr Praktikum in der Seehundaufzuchtstation in Friedrichkoog an der Nordsee absolviert um später einmal Meeresbiologie zu studieren. In das traditionsreicheTeeimportgeschäft ihrer Familie will sie auf keinem Fall einsteigen.
Als von einem Vogelwart zwei Heuler gemeldet werden, ist sie mit an Bord um diese beiden Tiere zu retten. Doch bei rauer See passiert es dann, dass irgendetwas das Boot festhält und sie es nur mit knapper Mühe wieder an Land schaffen.
Nachdem der Trawler, der die Seehunde und die Besatzung an Bord hatte mit letzter Kraft wieder im Hafen angekommen ist, wird untersucht was das Boot fast in die Tiefe gezogen hätte und man wird fündig: Ein Teil der 1951 gesunkenen „Trinity“ hatte sich daran verhakt!
Ein Aufschrei geht durch die Medien, denn die „Trinity“ hatte wertvolle Ladung an Bort u.a. ein sehr wertvolles Teeservice, das einmal der Familie Vosskamp gehörte.
Noch ahnt Marie nicht, was plötzlich alles auf sie zukommt, als sich ein Bergungstrupp im Hafen einfindet und vor hat nach den versunkenen Schätzen der „Trinity“ zu suchen.
Bei einer großangelegten Berichterstattung über die mögliche Bergung lernt Marie den gutaussehenden Taucher Vince kennen, der ihr Gefühlsleben ganz schön durcheinanderwirbelt.
Nachdem in den Medien von einem Millionenschatz berichtet wird, der dann den Nachfahren der Familie Vosskamp zusteht, passieren merkwürdige Dinge: Maries Mutter glaubt sich verfolgt und kurze Zeit später hat auch Marie das Gefühl, dass man ihr nach dem Leben trachtet…..
Puh, was für ein spannendes Hörbuch!  Ganz unblutig gelingt es der Autorin hier einen Thriller zu präsentieren, der den Zuhörer fesselt und einen nicht mehr loslässt und auch die jüngere Zuhörergeneration anspricht.
Fazit: Den Spannungspegel könnte man so definieren: Aus einer Brise wird ein Orkan, der den Zuhörer mitreißt und nicht mehr lösläßt!
Ebenfalls sehr spannend und empfehlenswert von der Autorin:
Versunkene Gräber
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Bernd Mannhardt: Servus, Krimi!

200
Der bayrische Schriftsteller Franz-Xaver Stegmayer wird wegen einer anhaltenden Schreibblockade von seinem Verleger an die deutsche Nordseeküste, sprich Friedrichskoog Spitze, geschickt um die Gegend auf sich wirken zu lassen. Land und Leute sollen Inspiration für einen neuen Krimi sein.
Doch schon nach kurzer Zeit empfindet Stegmayer den Aufenthalt an der Küste als eine Art Strafversetzung, denn es ist ihm dort einfach zu „staad“ (still) und er hat große Schwierigkeiten mit der norddeutschen Mentalität, denn in seinen Augen wird oben an der Küste einfach zu wenig geredet und wenn dann auch nur das Nötigste.
In seiner Verzweiflung schreibt er einen anklagenden Brief an seinen Verleger und lässt den Leser an seinen Gedanken teilhaben, die ihm während seines Aufenthaltes so durch den Kopf gehen und so schwadroniert er von einem Thema zum anderen…..
Man erfährt, dass Franz-Xaver als Boxer Erfahrungen im Ring gesammelt hat, die ihm während eines Spaziergang auf den Deich hilfreich ist, denn die steife Briese hätte ihn fast ausgeknockt und nur durch seine kampferprobten Techniken kann er sich auf den Beinen halten…
Man sagt ja immer, wer eine Reise tut, der kann was erzählen, und das ist hier wunderbar gelungen!
Da ich bereits selbst das platte Land besucht habe und auch Friedrichskoog und das Wattenmeer gut kenne, hatte ich den tapsigen Bayern bald vor Augen und besonders seine Hilflosigkeit zwischen unzähligen Schafen konnte ich mir gut vorstellen. Man muss nur aufpassen, wenn man das Buch außerhalb liest und dann spontan zu Lachsalven ansetzt, dass man nicht merkwürdig beäugt wird!
Hilfreich waren für mich durchaus die „Übersetzungen bzw. Anmerkungen“ hinsichtlich der bayrischen Wortwahl. Ob der Bayer noch seinen Krimi geschrieben hat, bleibt hier überzählt!
Ich finde „S e r v u s, K r i m i ! “ ist eigentliche eine Liebeserklärung  an Dithmarschen/ Schleswig-Holstein, denn alles was der bayrische Protagonist als störend empfindet (z.B. die Ruhe), ist für viele Reisende eine willkommene Landschaft zum Relaxen vom hektischen Berufsleben und spricht für den Charme der Gegend.
Fazit: Wer noch Urlaubslektüre braucht, hier ist welche!
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