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Elisabeth Herrmann: Stimme der Toten

Goldmann Verlag

Die Autorin hat sechs Jahre nach der Veröffentlichung des spannenden Thrillers „Zeugin der Toten“ nun die Fortsetzung geschrieben.
Wie es dazu gekommen ist und wer sie inspiriert bzw. motiviert hat, erzählt Elisabeth Herrmann selbst am Ende des Buches in „Danke!“.
Zwar war mir der „rote Faden“ des ersten Buches noch im Gedächtnis geblieben und zu Beginn von „Stimme der Toten“ gibt es auch eine kleine „Einführung“ was im Vorfeld passiert ist, aber zum richtigen „Einstimmen“ habe ich mir dann erst noch einmal die gelungene Verfilmung von Zeugin der Toten mit Anna Loos in der Hauptrolle angeschaut, was sehr hilfreich war.
Darum geht es im aktuellen Buch:
Berlin, 2016: Judith Kepler arbeitet immer noch als Cleanerin (Tatortreinigerin), also wenn die Polizei und Spurensicherung ihre Arbeit an einem Tatort beendet haben, dann ist ihr Einsatz gefragt um die Spuren des Todes zu beseitigen:
Sie wird von ihrem Chef Dombrowski zu dem großen CHL-Bank-Gebäude geschickt, wo ein Mann sich durch Sturz in die Tiefe suizidiert habe. Doch als Judith vor Ort ist und sich die vorhandenen Blutspuren und das „Drumherum“ genauer anschaut und dann auch noch etwas findet, was die Spurensicherung offensichtlich noch nicht in Augenschein genommen hat, ist sie skeptisch ob es sich hier tatsächlich um Selbstmord handelt….
Vorschriftsmäßig präsentiert sie ihre Entdeckung dem zuständigen Ermittler und ist völlig unbedarft nach dem Gespräch und sie ahnt nicht was für eine Flut von Ereignissen sie damit lostritt….
Es dauert nicht lange und sie befindet sich erneut mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und plötzlich taucht ein alter Bekannter, nämlich Quirin Kaiserley, auf und sagt ihr, dass er mal wieder ihr Schutzengel sein muss…. 
Das Buch ist wie gewohnt fesselnd und spannend geschrieben. Obwohl ich mich immer etwas schwer tue mit dem ganzen Tun und Wirken der unterschiedlichsten Geheimdienste, ist mir natürlich durchaus bewusst, dass es sie gibt und so manches, was hier in der Geschichte passiert, einen realen Hintergrund haben könnte.
Die Handlung des Buches ist neben der Aufarbeitung von Judith Keplers Lebensgeschichte, aber auch am Puls der Zeit und die Autorin hat geschickt aktuell/brisante/politische Themen eingearbeitet.
Vielleicht sollte Frau Herrmann wieder etwas Zeit verstreichen lassen und noch ein drittes Buch über das weitere Leben von Judith Kepler schreiben, denn das Ende der Geschichte ist ja eigentlich offen und ich hätte nichts gegen eine erneute spannende Fortsetzung……
Fazit: Trotz erneutem Geheimdienst-Wirrwarr, ist die Fortsetzung spannend gelungen und hat durchaus noch Potential für einen Nachschlag!

 

Elisabeth Herrmann: Stimme der Toten – Hörbuch

der Hörverlag

Ich habe „Zeugin der Toten“ vor sechs Jahren als Hörbuch genossen, was von Nina Petri vorgetragen wurde. Auch bei der Fortsetzung „Stimme der Toten“ hat sie erneut die Lesung übernommen, so dass man ganz schnell durch ihre bekannte sympathische Stimme wieder in der Handlung gefangen ist.
Neben der Vergangenheitsbewältigung und dem aktuellen „Fall“ gibt es diesmal noch eine kleine Parallelhandlung, die Judith Kepler selbst zu einer Art „Beschützerin“ eines kleinen Mädchens namens Tabea werden lässt, das in einem Haus gegenüber ihrer Wohnung lebt.
Mehrfach war sie Judith aufgefallen und sie wirkte auf sie irgendwie „hilflos/verloren“. Als sich dann eines Abends die Situation zuspitzt, ist Judith genau zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle und kann der Kleinen in einer traumatischen Situation beistehen, was zu dem teils wieder sehr turbulenten „Wirrwarr“ der Geheimdienste ein schöner Ausgleich ist.
Allerdings ist auch in der „Nebenhandlung“ nicht alles nur eitel Sonnenschein, denn nachdem Tabea Berlin verlassen musste, lebt sie bei mit ihrem Vater in einem kleinen Ort, wo Judith als Besucherin auftaucht. Ihr Erscheinen wird von den Bewohnern aufmerksam beäugt und es herrscht eine merkwürdige Stimmung vor.  Als Judith Tabea schweren Herzens, aber diese merkwürdige Gemeinschaft nur zu gern verlassen will, werden plötzlich Hunde auf sie gehetzt und sie muss um ihr Leben fürchten…..
Fazit: Spannende Fortsetzung des Thrillers, der durch Nina Petri gekonnt vorgetragen wird.

 

 

 

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Raymond Khoury: Furia

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Die Hörbuchausgabe von „Furia“ wird von den zwei exzellenten Sprechern Simon Jäger und David Nathan vorgetragen. Was für mir persönlich schon ein großer Anreiz war um dieses Buch überhaupt anzuhören, da ich vom Autor bisher noch nichts gehört bzw. gelesen habe.
Zum Inhalt:
Sean Reilly ist ein FBI-Agent, der in New York in einem Mord- und in einem Vermisstenfall ermitteln muss. Durch einen Sturz aus einem Fenster wurde ein Mitarbeiter des russischen Konsulats getötet. Es stellt sich heraus, dass er gestoßen wurde. Merkwürdigerweise ist der Inhaber der Wohnung, aus deren Fenster der Mann gefallen war,  ein Physiklehrer mit Namen Leo Sokolov, wie vom Erdboden verschluckt.
Im Verlauf der Handlung bekommt Agent Reilly Unterstützung von einer attraktiven Agentin des russischen Geheimdienstes, mit der er dann zusammen nach dem Vermissten sucht, der offensichtlich jemand ganz anderes ist, als er allen weißmachen wollte…
Der Inhalt eines alten Tagebuches, das in die Zeit des russischen Zaren führt, als der berühmt berüchtigte Wunderheiler Grigori Jefimowitsch Rasputin dort von sich reden machte, fließt in die Handlung ein, was ich für meinen Teil aber etwas verwirrend fand.
Die tolle Sprecher-Besetzung hat mit sehr geholfen, bei dieser komplexen Handlung überhaupt den Überblick zu behalten, denn es wimmelt hier nur so von Agenten, Geheimdiensten und es wird in der Gegenwart erzählt und aus einem alten Tagebuch vorgelesen und die Ereignisse von damals kommen dann auch in der Gegenwart zum Tragen….
Puh, doch am Ende der Geschichte blickt man dann doch noch etwas besser durch und Vieles erklärt sich und es kommt zu einem Show down, der dann für mich in Richtung Science Fiction abdriftet, denn es geht um Gedanken-kontrolle und ein futuristisches Gerät, dass großen Schaden anrichten kann, wenn es in die falschen Hände gelangt….
Ich für meinen Teil habe das Duo Simon Jäger und David Nathan als tolle Kombination empfunden und kann mich nur bei den beiden bedanken, dass sie mir durch ihre Vortragskunst, das Hin- und Herswitchen zwischen den Geheimdiensten, den Agenten und der gesamten Handlung nachvollziehbar gemacht haben.
Fazit: Tolles Sprecherduo (Simon Jäger/David Nathan), dass einem hilft die sehr komplexe Handlung zu entwirren

 

 

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