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Hakan Nesser: Die Lebenden und die Toten von Winsford

Die Lebenden und Toten von Winsford von Hakan Nesser

Auf dem Buchcover steht „Roman“, doch die Geschichte, die uns Hakan Nesser wieder in seiner wunderbaren Art des Erzählens präsentiert, hat auch etwas von einem Psychogramm. Das ganze Buch über liegt eine ungewisse Spannung in der Luft, die mich bei Lesen dieses Buches eingefangen hat.
Von der Handlung möchte ich eigentlich nur kleine Teile wiedergeben, denn „Die Lebenden und Toten von Winsford“ sollte man sich nicht entgehen lassen!
Die Geschichte ist in der Ich-Erzählweise geschrieben und gibt die Erlebnisse und Gedankengänge der schwedischen Mitfünfzigerin Maria wieder, die ihren Nachnamen dann und wann ändert.
Eines Tages beschließt sie ihren Hund zu überleben. Warum und wieso, dass erzählt sie in diesem Buch…..
Einst war Maria eine Schönheit und als Moderation und Produzentin aus dem schwedischen Fernsehen vielen Menschen bekannt. Maria und ihr Mann Martin verlassen Stockholm in Richtung Marokko, so die offizielle Version für Familie und Freunde.
16 Tage später mietet sich eine schwedische Schriftstellerin mit Namen Maria in einem abgelegen Haus im englischen Dörfchen Winsford ein. Sie ist nur in Begleitung ihres Hundes und sie liebt die Abgeschiedenheit dieser Heidelandschaft. Die wenigen Kontakte zu den Dorfbewohnern scheinen ihr zur genügen und Marc Britton, würde sagen, Maria umgibt eine geheimnisvolle Aura….
Im örtlichen Pub lernen Maria und Marc sich kennen, der wegen seines kranken Sohnes in die Einsamkeit dieser Gegend gezogen ist.
Die beiden kommen sich näher und auf dieser Vertrauensbasis scheint es Maria möglich, Marc von ihrem Gefühl zu erzählen, sie werde von jemanden gestalkt. Doch Beweise hat sie nicht, nur so eine Ahnung und dann ist plötzlich eines Abends ihr Hund spurlos verschwunden…
Ist diese Frau, die allein in England aufgetaucht ist, jene Maria aus Schweden, die mit ihrem Mann Richtung Marokko abgereist ist? Doch wo ist ihr Mann?
Diese Fragen werde ich hier nicht beantworten, denn das kann der Autor viel besser als ich. Trotz der Zeitsprünge die man als Leser durchläuft, hat man keine Mühe der gesamten Handlung zu folgen. Man hat die Landschaft und die Personen direkt vor Augen, was auf auf die bildhafte Sprache  zurückzuführen ist.
Fazit: Ich habe diesen Roman genossen, und hoffe auf weitere Bücher von diesem Autor, die einem wunderbar  Zeit  und Raum vergessen  lassen!

Die Lebenden und Toten von Winsford von Hakan Nesser

Im Hörverlag ist die ungekürzte Lesung des Romans „Die Lebenden und Toten von Winsford“ erschienen.
Auf den Inhalt möchte ich nicht weiter eingehen, dass  habe ich oben bereits zur Genüge getan.
Hat bisher Dietmar Bär die Bücher von Hakan Nesser vorgetragen, wurde das diesmal von der bekannten Schauspielerin Eva Mattes (z.B. Tatort-Kommissarin) übernommen, was natürlich auch zu der ganzen Handlung und dem Ich-Erzähl-Stil besonders gut passt.
Ihr gelingt es den Zuhörer mit ihrer Stimme ganz schnell einzufangen und die Emotionen der Erzählerin Maria so vorzutragen, dass man die Person direkt vor Augen hat.
Die Ungewissheit, die für lange Zeit im Raum schwebt, was eigentlich im Leben von Maria vorgefallen ist, lässt Raum für Spekulation und als dann aus Ungewissheit Gewissheit wird, schafft es die Vorleserin durch ihre ruhige und besondere Vortragsart Sympathie und Erleichterung zu vermitteln und beim Zuhörer läßt langsam die Anspannung nach, aber die Geschichte ist da noch nicht zu Ende!
Fazit: Was will man mehr: Einfühlsame Vorleserin und eine Geschichte die einen bis zum Ende fesselt!
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