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Poznanski/Strobel: Invisible

Wunderlich
Dies ist der zweite Einsatz des Ermittlerduos Nina Salomon und Daniel Buchholz, die in Hamburg ihren Dienst tun.
Das Buch beginnt mit einem bizarren Mordfall, wo während einer Herz-Op plötzlich ein angesehener Chirurg des Krankenhauses im Op-Saal auftaucht, den eigentlichen Operateur wegschiebt und vor aller Augen den Patienten mit einem Skalpell ersticht…..
Dies ist nicht der einzige bizarre Mord der im Verlauf der Handlung passiert. Nina und Daniel haben alle Hände voll zu tun um in den Fällen zu ermitteln. Alle Täter sprechen im Verhör davon „irgendwie fremdgesteuert/manipuliert“ gewesen zu sein  und was die Ermittlungen noch weiter erschwert ist, dass Opfer und Täter sich meist nicht bzw. nur oberflächlich kannten….
Da es viel Arbeit gibt, bekommt das Ermittlerteam mit Phillip einen neuen Kollegen hinzu. Daniel hat so seine Schwierigkeiten mit dem Neuen, ganz im Gegenteil zu Nina, was im Verlauf dann noch zu einigen Turbulenzen führt. Aber nicht nur der neue Kollege bereitet Daniel Kopfzerbrechen, auch die Beziehung zu Isabell strapaziert seine Nerven, was bei diesen komplizierten Mordermittlungen so gar nicht in sein Konzept passt….
Dachte ich bei dem Titel „Invisibleirgendwie an eine „chemische/toxische“ Manipulation, die die Menschen zu diesen weitreichenden Handlungen bringt, so war ich da schon mal auf dem Holzweg! Genau wie der erste Fall der beiden Ermittler mit dem Titel „Anonym“, der ja auf eine Internetplattform führte, geht es im aktuellen Fall auch in Richtung Internet, führt zu riesigen Datensammlungen, die dann für manipulative Zwecke genutzt wurden….
Wie das alles zusammenfängt, werde ich hier nicht verraten. Das Buch liest sich gut, wird immer abwechselnd aus Ninas oder Daniels Sicht erzählt, was mir gut gefallen hat. Lange Zeit hatte ich keine Ahnung in welcher Richtung „der Täter“ zu suchen ist, was die Spannung hochgehalten hat. Doch dann gibt es nach ca. Zweidrittel der Handlung einen  unschönen „Break“:  Eine Person verschwindet plötzlich aus der Handlung,  die sich daraus ergebene Situation ist kaum nachvollziehbar und letztendlich die Auflösung der Mordfälle war dann doch überraschend.  Zwar war das Motiv nach der „Vernehmung“ dann erkennbar, aber doch irgendwie anders als ich es erwartet hatte, was ja auf der einen Seite positiv ist, da die Spannung lange gehalten wird, aber so ganz schlüssig nachvollziehen konnte ich es nicht, weswegen ich hier auch nur vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Spektakuläre Mordfälle halten den Leser und die Ermittler lange in Atem, bis es dann zu einem unschönen „Break“ kommt, weswegen ich hier dem anfänglichen Page-Turner einen Punktabzug gebe, so dass es nur noch 4 von 5 am Ende sind! Nichtsdestotrotz sollte die Reihe aber fortgesetzt werden!

 

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Stephan Bartels: Vatertage

Heyne Verlag

Eigentlich bekommt man mit dem Buch „Vatertage“ gleich zwei Geschichten in einem Buch erzählt, zwar verbinden die sich im Verlauf, aber dies nur so am Rande gleich mal vorweg.
Der Prolog beginnt am 31.08.1968, wo man die junge Jarmila Havlicekova kennenlernt, die sich auf dem Weg von Prag nach Hamburg befindet. Jarmila erzählt von ihrer großen Liebe, dem deutschen jungen Mann mit Namen Michael Petersen und weswegen sie sich auf den Weg nach Deutschland macht….
Dann kommt ein Zeitsprung und man landet im Jahr 2008 als Simon Havlicek ganz unvermittelt ein amtliches Schreiben zugestellt bekommt, worin ihm das Sozialamt mitteilt, dass er knapp 700 EUR Pflegebeteiligung für seinen Vater Michael Petersen zahlen müsse. Das prekäre an diesem Schreiben ist, dass Simon seinen Vater gar nicht richtig kennt bzw. er hat noch nie ein Wort mit ihm gewechselt und nun soll er für seine Pflege aufkommen. So ein großer Betrag liegt gar nicht im Budget von Simons Familie mit zwei kleinen Kindern…
Ein Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter des Sozialamtes erbringt auch keine Aussicht auf Besserung, nur den Aufenthaltsort seines Vaters erfährt er und dass er noch zwei Halbgeschwister hat, die sich allerdings an den Kosten nicht beteiligen könnten….
War das amtliche Schreiben schon ein Schock, ist er total sprachlos als er das Wort Geschwister hört, denn bis dato wusste er von ihnen nichts….
Wie die Geschichte weitergeht, erzähle ich hier nicht, nur noch ein kleiner Hinweis:
In der Ankündigung des Buches stand „Lachgarantie“ und ich muss sagen, zu Lachen hat Simon hier erst einmal nichts. Er macht zwar das Beste aus der ganzen Situation, er engagiert sich, setzt alle Hebel in Bewegung um eine Lösung zu finden, aber auch das alles hat bei mir nicht die Lachmuskeln aktiviert. Vielmehr bekommt man hier eine doch recht tragische Lebensgeschichte eines Mannes erzählt, die einst so romantisch im Jahr 1968 mit der Begegnung von Jarmila und Michael begann. Das Buch liest sich flüssig, ist ein realistischer Blick in die heutige Zeit und ist gut nachvollziehbar, aber für mich eben eher eine Lebensgeschichte, die zwar ganz unterhaltsam ist, aber keineswegs von Humor nur so strotzt, sondern eher zum Nachdenken anregt.
Fazit: Aus zwei Handlungssträngen wird im Verlauf eine doch recht tragische Lebensgeschichte, die unterhaltsam ist, aber mich eher nachdenklich gemacht hat, als zu Lachsalven animierte.

 

 

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Ursula Poznanski/Arno Strobel: Anonym

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Beide Schriftsteller haben eigenständig schon erfolgreich Spannungsliteratur veröffentlicht. „Anonym“ ist bereits das zweite Buch, das sie gemeinsam geschrieben haben.
Die beiden Autoren wissen genau wie sie den Leser fesseln können! Neben der spannenden Handlung, die übrigens in Hamburg spielt und die einem teils die Nackenhaare hochstehen lässt, hat das Ermittlerpaar David Buchholz und Nina Salomon hier ihren ersten gemeinsamen Auftritt. Wie so häufig ist die Zusammenarbeit und das erste „Beschnuppern“ nicht so harmonisch, was sich aber im Verlauf der Handlung dann aber doch positiv entwickelt.
Zahlreiche anonyme Anrufer bei der Polizei melden einen Leichenfund auf einem alten Fabrikgelände. David Buchholz fragt sich gerade noch, warum es so auffallend viele Anrufer sind, als man ihm erklärt, dass alle über ein bestimmtes Internetforum gesprochen haben, wo man angeblich Hinweise zu der Leiche gepostet hat….
Auf dem Fabrikgelände wird dann tatsächlich eine durch viele Schnittverletzungen im Gesicht entstellte männliche Leiche gefunden. Auf dem Rücken sind die Hände mit Kabelbinder fixiert worden…
Es bleibt nicht bei dem einen Toten, der auf schreckliche Weise ums Leben kommt, denn das von den Anrufern erwähnte Internetforum entpuppt sich als bizarre Plattform eines perfiden Mörders.
Im Forum findet man eine Liste mit Namen. Die von den Usern vorgeschlagenen und aufgelisteten Personen, haben in deren Augen Unrecht begangen, wie offensichtlich auch der Tote vom Fabrikgelände, der als Rechtsanwalt identifiziert wird. Er hatte zu Lebzeiten einen Sexualstraftäter vor Gericht „freigeboxt“. Jeder User kann seine Stimme für einen „Kandidaten“ abgeben und auf den „Gewinner“ wartet dann ….der Tod!
Falls jemand das für einen schlechten Scherz oder nur  für ein „Spiel im Internet“ hält, wird vom Mörder eines Besseren belehrt, denn er sorgt für dafür, dass jeder der gevotet hat in der Realität ankommt, denn per Livestream kann man miterleben, wie der Gewinner sein Leben verliert……
Die Polizei versucht mit allen Mitteln die Website vom Netz zu nehmen, was ein sehr schwieriges Unterfangen ist, denn auch wenn sie für kurze Zeit gestoppt wird, taucht sie an anderer Stelle im Web wieder auf….
Als Nina Salomon dann versucht per Chat den Mörder aus der Reserve zu locken, tritt sie eine Lawine von Ereignissen los, die sie so nicht gewollt hat bzw. vorhersehen konnte, denn offenbar ist der Mörder ihr immer einen Schritt voraus…….
Dieses Buch hat mich an den Film „Die Todesliste – Nr. 1 stirbt“ erinnert, den ich vor einiger Zeit angesehen habe. Es gibt einige Parallelen in der Handlung. Aber was die beiden Autoren hier verfasst haben, hat mir auf jeden Fall viel besser gefallen, zumal der Spannungsbogen bis zuletzt gehalten wird, so wie es bei einem spannenden Krimi/Thriller sein muss! Auch kann man diese Geschichte als Mahnung an alle zu unbedarften Internet-User verstehen, denn was für Gefahren dort im World Wide Web lauern, ist hier eindrucksvoll in Worte gekleidet worden…
Das etwas ungleiche Ermittler-Duo macht seine Sache  gut und mir würde es gut gefallen, wenn man mehr von ihnen zu lesen bekommt.
Fazit: Dem Autoren-Duo ist ein spannender Krimi gelungen, so dass hoffentlich noch weitere Einsätze des neuen Ermittler-Duos folgen werden!

 

 

978-3-8398-1506-9
ab 22.09.16 im Handel erhältlich!

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer sich gemütlich auf dem Sofa einrichten möchte und sich diesen spannenden Krimi lieber vorlesen lassen möchte, dem kann ich nur die morgen erscheinende Hörbuchfassung von „Anonym“ empfehlen. Über sieben Stunden kann man sich hier von Christiane Marx und Sascha Rothermund die Geschehnisse vortragen lassen. Beide Sprecher verstehen ihr Handwerk und die anfänglichen Reibereien zwischen den beiden Ermittlern sind auch gut stimmlich nachvollziehbar. Im Verlauf werden die Figuren und die Handlung lebendig, so dass man als Zuhörer ein wunderbares „Kopfkino“ geboten bekommt.
Man sitzt gebannt vorm Lautsprecher und dann und wann krabbelt einem leicht die Gänsehaut über den Rücken, wenn mal wieder ein Kandidat als Gewinner auserkoren wurde….
Wenn man Ende der Lesung angekommen ist, ist es beruhigend zu wissen, dass der Mörder gefasst wurde, denn auf dieser Liste möchte bestimmt niemand stehen!
Fazit: Durch den Vortrag der beiden Sprecher wird die Handlung lebendig und man bekommt hier ein spannendes Kopfkino geboten! Bitte mehr davon!

 

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Dora Heldt: Siebenmeter für die Liebe

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Handballfans werden sicher mit den Begriff „Siebenmeter“ etwas anfangen können und die 12-jährige Paula, die mit ihren Eltern nach Hamburg gezogen ist, sowieso, denn sie hat Talent und spielte erfolgreich in einem Verein. Paula ist bockig, denn sie mußte ihre beste Freundin und ihren geliebten Sportverein zurücklassen.
In Hamburg ist alles neu und anders. Ihre Eltern haben ihr in den Herbstferien ein besonderes Handballtraining in Aussicht gestellt, wenn sie sich gut integriert.
Nach ersten Kontakten in ihrer neuen Schule findet sie in Johanna und Frieda Freundinnen, aber sie verschweigt ihre Handballkenntnisse. Als dann die erste Sportstunde bevorsteht, erfährt sie, dass ein neuer Sportlehrer die Klasse unterrichten wird und als der dann vor der Klasse steht, bleibt Paula fast die Luft weg, denn ihr neuer Sportlehrer ist niemand anderes als ihr Lieblingshandballer und Ex-Bundesligaspieler Florian Hoffmann!
Handball ist dann auch Thema für die nächste Zeit und Paula kann sich nicht lange vor ihrem Sportidol verstecken, denn er erkennt ihre Handballkenntnisse, die sie dann auch in der neuen Mannschaft einsetzen kann, da ein Wettkampf mit anderen Schulen geplant ist.
Neben ihrem Sportidol schleicht sich langsam aber stetig noch jemand an sie heran. Sein Name ist Julius und Paula findet ihn anfangs einfach nur doof. Doch nach einigen Monaten ändert sich das um 180 Grad, denn sie hat bei Julius Anwesenheit plötzlich Schmetterlinge im Bauch….
Das Hörbuch „Siebenmeter für die Liebe“ wird wunderbar von Josefine Preuß vorgetragen. Dass Dora Heldt sehr humorvoll schreiben kann, hat sie ja schon mit zahlreichen Büchern wie z.B. „Herzlichen Glückwunsch Sie haben gewonnen“ bewiesen. 
Dies Hörbuch ist ja für die jüngere Generation gedacht, der Schreibstil ist sehr locker und humorvoll im Tonfall von Teenagern verfaßt.
Als erwachsener Zuhörer fühlt man sich wieder herrlich in  seine Jugendzeit zurück versetzt. Auch das Handballspiel ist so bildlich aufgeschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst jubelnd auf den Zuschauerrängen zu sitzen.
Fazit: Handball und erste Liebe verschmelzen hier zu einem hörenswerten locker-flockigen Jugendroman
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