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Ophelia

Kochmedia-Film VÖ 30.04.20

Basierend auf einem Buch der Autorin Lisa Klein, erzählt dieser Film eine Neuinterpretation von Shakespeares „Hamlet“, dieses Mal aus der Sicht von „Ophelia“:
Seit Kindesbeinen an leben Ophelia (Daisy Ridley) und ihr Bruder Laertes (Tom Felton) mit ihrem Vater  –  der die beiden nach dem Tod seiner Frau ganz allein aufzieht –  am königlich dänischen Hof. Während man dort Intrigen schmiedet, wachsen die Kinder unbeschwert auf. Die wissensdurstige Ophelia lernt sogar durch ihren Bruder Lesen, da Schulunterricht im 17. Jahrhundert  nur Jungen vorbehalten war.
Im Verlauf nimmt Königin Gertrude (Naomi Watts) Ophelia in ihre Obhut und beschäftigt sie als ihre Zofe. Auch wenn Ophelia von den anderen Zofen eher „belächelt“ wird, ist die Königin ihr sehr zugetan und bald wird sie ihre engste Vertraute. Diese schwört auf ganz besondere Kräuterelixiere, die sie stärken. Doch die sind nicht so einfach zu bekommen, weswegen Ophelia heimlich für sie in den Wald gehen muss, wo im Verborgenen eine kräuterkundige Hexe lebt, die diese besonderen Stärkungsmittel herstellt…
Mit den Jahren ist Ophelia zu einer klugen, selbstbewußten Schönheit herangewachsen, was auch dem heimkehrenden jungen Kronprinzen Hamlet nicht verborgen bleibt. Auch Ophelia kann sich der Anziehungskraft zwischen ihnen nicht entziehen und entgegen aller Verbote hinweg, werden die beiden ein Liebespaar…
Während die beiden sich im Geheimen treffen, stirbt der König. Sein intriganter Bruder Claudius (Clive Owen) umwirbt erfolgreich die Königin und schnappt so Hamlet kurzerhand den Thron weg…
Ab hier wird des turbulent, denn Hamlet will sich das nicht gefallen lassen und er sinnt auf Rache. Ob die Liebe der beiden eine Zukunft hat, bleibt hier unerwähnt. Es lohnt sich auf jeden Fall schon wegen der tollen darstellerischen Besetzung und der gesamten Ausstattung diese Shakespeare-Anleihe anzuschauen.  Die Betrachtung aus der weiblichen Perspektive auf die „altbekannte Geschichte“ und besonders Daisy Ridley als Ophelia –  die vielleicht einige aus der Star-Wars-Trilogie kennen – hat mir gut gefallen.
Im Bonusmaterial finden sich noch Interviews und es gibt auch einen Blick hinter die Kulissen
Fazit: Darstellerisch toll besetzter, sehenswerter „weiblicher Blick“ auf Shakespeares „Hamlet“

 

 

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Bernd Mannhardt: Der Hamlet und die Schokolinse

 

Schardt-Verlag

Ich finde es immer wieder spannend und unterhaltsam in das Leben anderer Menschen Einblick zu erhalten.
Bernd Mannhardt, dessen Bücher ich hier bereits mehrfach vorgestellt habe, wie z.B.  den Kriminalroman „Giftzwerg“ und den ich für seinen schwarzen Humor schätze, ist nun hinabgetaucht in seine Kindheit und lässt sie für den geneigten Leser in „Der Hamlet und die Schokolinse“ Revue passieren:
Man erfährt, dass er als „Dreikäsehoch“ regelmäßig bei seinen Großeltern „geparkt“ wurde, was auch Ausgangspunkt für alle sechs hier enthaltenen Kapitel ist.
Ob nun die Großmutter ihren Kochkünsten frönte und Eintöpfe in vielerlei Variationen kochte oder die Spaziergänge mit dem Großvater zum Ku’Damm oder zum Frisör –  wo der sonst eher wortkarge „Steppke“ erstmals seinen Willen kundtut und gegen den Vorschlag des Großvaters rebelliert, als er das Wort „Fassonschnitt“ hört – , es sind die kleinen Dinge des Lebens, die hier Beachtung finden und humorvoll aufgeschrieben wurden.
Der Leser lernt Hamlet kennen, taucht ein in die Anfänge der Fernsehausstrahlungen und erinnert sich vielleicht auch selbst daran als der kauzige Festus in den „Rauchenden Colts“ Einzug ins Wohnzimmer nahm.
Der Autor sinniert und rekapituliert seine Erinnerungen an die Lausbubenstreiche in der Schule,  wandelt auf den Straßen der ehemaligen Wohnbezirke in Berlin, wo er manches noch am „alten Fleck“ vorfindet, aber auch im Laufe der Jahre viele Veränderungen stattgefunden haben…
Man liest von den ersten Gehversuchen als Musiker und Sänger in der Schule, dann als Duo, als Texter von Liedern und Autor von Hörspielen bis er dann zum Krimi-Autor avancierte…
Ich bin gern abgetaucht in die beschriebene Zeit, konnte Parallelen entdecken, oftmals schmunzeln, lachen und auch schwarzen Humor entdecken und es gab auch den einen oder anderen „Ach-Ja-Effekt“, wenn ich daran denke wie schnell die Zeit der Kindheit verflogen ist!
Fazit:  Autobiographische Zeitreise – gekonnt humorvoll in Szene gesetzt!
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