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Yrsa Sigurdardóttir: Sog

Letztes Jahr hatte Kommissar Huldar seinen ersten Auftritt, damals hatte man ihm die Leitung der Ermittlungen im „DNA“-Fall übergeben. Da in den Fall Kinder als Zeugen befragt werden mussten, bekam Huldar Unterstützung durch die Kinderpsychologin Freyja vom Jugendamt. Hatte mir damals die ansonsten in den Büchern der isländischen Autorin bisher immer vorhandene Spannung gefehlt, kann ich gleich im Vorfeld zu dem aktuellen Thriller „SOG“ anmerken, dass dies Buch mich nicht enttäuscht hat.
Im Prolog erfährt man, dass im Jahr 2004 die achtjährige Vaka verschwindet…
2016:  Für ein Schulprojekt wurde vor zehn Jahren eine „Zeitkapsel“ auf einem Schulgelände vergraben.  Nun wurde sie geborgen und man findet Aufsätze von Schülern darin, die beschreiben, wie sie sich das Leben im Jahr 2016 in Island vorstellen. Einer der Aufsätze erregt Aufsehen, denn dort steht: „Im Jahr 2016 werden folgende Menschen getötet…“ Es folgen Buchstaben und –kombination, die vermuten lassen, dass es sich um die Initialen von Personen handeln könnte…
Da Huldar im DNA-Fall nicht sonderlich gut punkten konnte, hat man ihm die Leitung entzogen und nun muss er beweisen, was er kann. Er wird auf den mysteriösen Aufsatz „angesetzt“. Er soll herausbekommen,  wer ihn verfasst hat und was sich hinter den aufgezählten Buchstaben verbirgt. Wie man diese düstere Zukunftsvision deuten soll, dazu will Huldar sich mit Freyja besprechen, die ihm ja schon einmal „assistiert“ hat. Allerdings ist auch zwischen ihnen nicht alles zum Besten, gab es doch zwischenmenschliche Reibereien. Aber auf beruflicher Ebene ist Freyja dann bereit Huldar zu unterstützen…
Zu den Kriminalfällen, die mit abgetrennten Händen beginnen, kommen dann  noch ein bizarrer Todesfall in einem Parkhaus sowie ein gruseliger Fund auf einer Müllkippe hinzu. Doch das sind nur einige der nervenaufreibenden Ereignisse, die sich hier wie Perlen an einer Schnur aufreihen. Die Ermittler haben alle Hände voll zu tun und denkt man als Leser auf der richtigen Spur zu sein, wendet sich das Blatt…
Wie bereits erwähnt, braucht man bei diesem Thriller gute Nerven.  Man wird als Leser durch den fesselnden Erzählstil und die spannende Handlung schnell gefangen genommen.  Durch die anhaltende Ungewissheit und die immer neuen Wendungen gab es zwar reichlich Verdächtige, aber richtig „greifbar“ war keiner davon, was dann noch mit einem überraschenden Ende gekrönt wird, was mir gut gefallen hat!
Fazit: Hier braucht man starke Nerven, eiskalter spannend erzählter Thriller, der noch zusätzlich mit einem unvorhersehbaren Ende punkten kann!

 

 

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Yrsa Sigurdardóttir: DNA

DNA von Yrsa Sigurdardottir

In Islands Hauptstadt Reykjavík geht das Grauen um: Elisa ist allein zuhause mit ihren drei kleinen Kindern, denn ihr Mann Sigvaldi ist zu einer medizinischen Konferenz gereist. In der Nacht steht plötzlich die kleine Margrét vor Elisa Bett und erzählt ihr, dass jemand im Haus ist…..
Einige Stunden später wird die Polizei von der Nachbarin alarmiert, denn die beiden kleinen Söhne von Elisa stehen in der Kälte auf der Straße. Auf mehrmaliges Klingeln und Klopfen der Nachbarin  hatte sich nicht im Haus geregt. Dann machen die eingetroffenen Polizisten eine schreckliche Entdeckung:  Elisa liegt grauenvoll zugerichtet tot in ihrem Bett…..
Für die Polizisten ist es ein schrecklicher Anblick, aber welchen Alptraum muss die kleine Margrét durchlebt haben,  denn man findet sie zusammengekauert unter dem Bett der toten Mutter…..
Die Befragung der einzigen kleinen Zeugin ist schwierig und bedarf besonderer Fachkenntnisse. Freya vom Jugendamt kommt da ins Spiel und im Verlauf übernimmt sie eine ganz besondere Aufgabe…
Der ermittelnde Beamte heißt Huldar und da es sein erster großer Fall ist, muss er seinem Chef beweisen, dass er dieser Verantwortung gewachsen ist, denn dieser verlangt schnelle sichtbare Ermittlungsergebnisse. Doch leider bleibt es nicht bei der einen grausam zugerichteten Toten und Huldar und sein Team haben alle Hände voll zu tun, zumal der Täter rätselhafte Botschaften hinterlässt….
Dies ist ein Handlungsteil. In einem weiteren lernt der Leser Karl und seine beiden Freunde kennen. In ihrer Freizeit beschäftigen sie sich mit Amateurfunk. Eines Tages empfängt Karl auf einer Frequenz merkwürdige Zahlenkombinationen, die ihm Rätsel aufgeben…
Es gibt noch weitere Puzzleteilchen, die sich dann im Verlauf zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Fand ich das Rätselraten um die Zahlenkombinationen und die Entschlüsselung der Botschaften noch spannend und interessant, so muss ich einige Abstriche beim Nachvollziehen des Motivs des Täters bzw. den Auslöser für diese brutalen Taten machen. Die langwierige Suche nach dem „gemeinsamen Nenner“ der Opfer und dann die „kurze“ Erklärung wie alles zusammenhängt, passen irgendwie nicht zu dem sonst bekannten Schreib- bzw. Erzählstil der Autorin. Besonders die anhaltende beklemmende Spannung wie ich sie z.B. aus „Nebelmord“ kenne, fehlt mir hier bei „DNA“ ganz.
Fazit: Schade, aber dies Buch reicht m.E.  nicht an die vorherigen Bücher der Autorin heran

 

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