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Arnaldur Indridason: Der Reisende

Lübbe

Als ich die ersten Seiten dieses Buches gelesen hatte, kamen mir die beiden Ermittler –  Flóvent von der Reykjavíker Polizei und Thorson, dem kanadischen Militärangehörigen mit isländischen Wurzeln – irgendwie bekannt vor.
Tatsächlich entdeckte ich sie in „Schattenwege“, einen spannenden Thriller der bereits 2016 in Deutschland erschienen war und den ich hier auch vorgestellt hatte. Allerdings war der damalige Fall zeitlich später angesiedelt als „Der Reisende“ und die aktuelle Handlung somit der erste Einsatz der beiden Ermittler:
Mitten im 2. Weltkrieg sind viele britische und amerikanische Soldaten auf Island stationiert, weswegen Thorson von seinen Vorgesetzten den Auftrag erhält bei den Ermittlungen eines Mordfalls die isländische Kriminalpolizei zu unterstützen.
Flóvent bearbeitet den heimtückischen Mord an einem Handlungsreisenden. Durch einen Kopfschuss ist nicht mehr viel vom Gesicht über, die Polizei vermutet aber, dass es sich um den Mieter der Wohnung Felix Lunden handelt, da man den Toten im Eingangsbereich der Wohnung aufgefunden hat. Da der tödliche Schuss offenbar aus einer Militärwaffe abgefeuert wurde, soll Thorson am Fall mitarbeiten, aber auch als Verbindungsglied zwischen den Einheimischen und den Besatzermächten fungieren…
Bei der Durchsicht der Wohnung und der „Arbeitstaschen“ des Toten wird eine kleine gefüllte Kapsel gefunden, deren Inhalt sich als brisant herausstellt und die Frage aufwirft, ob das Mordopfer für Deutschland spioniert hat….
Während mühseliger Kleinarbeit im Umfeld des Getöteten, wendet sich dann das Blatt, was erneut die Ermittlungen in eine andere Richtung schwenken lässt und nun auch eine Beziehungstat aus Eifersucht in Frage kommt…
Der Autor schafft es durch seinen besonderen ruhigen Erzählstil, der auch diesmal wieder eine „kleine Geschichtsstunde über Island“ beinhaltet, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln und durch einige Schwenks die Handlung immer wieder in eine andere Richtung laufen lässt, so dass der Spannungsbogen bis zum Schluss erhalten bleibt.
Besonders die akribische Art wie die beiden Ermittler nur durch Gespräche mit vielen Personen der Lösung des Falls Stück für Stück näher kommen, hat mir gut gefallen. Selbst dem kleinsten Hinweis gehen sie unbeirrbar nach, was nie langweilig/-atmig ist, sondern diesen spannenden, nicht vorhersehbaren Krimi ausmacht! Toll!
Fazit: Spannend konstruierter, nebst kleiner „Geschichtskunde“ fesselnd erzählter, gut gelungener Kriminalroman!

 

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I remember you

Concorde Home Entertainment VÖ 18.01.18

Die Handlung des Films basiert auf der Buchvorlage „Geisterfjord“ der isländischen Schriftstellerin Yrsa Sigurdardottir.
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern wie ich vor einigen Jahren dieses unheimliche, an den Nerven zerrende, aber sehr spannende und fesselnd geschriebene Buch gelesen habe. Auch die Handlung war mir immer noch einigermaßen präsent, so nachhaltig hat mich dieser Thriller beeindruckt!
Der Film „I remember you “ setzt sich aus zwei Handlungssträngen zusammen:
Ein junges Ehepaar und eine gute Freundin wollen auf der verlassenen isländischen Insel Hesteyri eine Frühstückspension eröffnen, dazu fahren sie bei Wind und Wetter hinaus um ein altes Haus zu renovieren. Da es keine Elektrizität gibt, ist Kerzenlicht angesagt und ein Holzofen ist die einzige Wärmequelle während draußen der Wind heult.
Die Drei beginnen trotz der schlechten Witterungsverhältnisse mit den Renovierungsarbeiten. Was sie anfangs noch als „Ächzen des alten Hauses“ abtun, wird zu einer intensiven unheimlichen Geräuschkulisse, dann es dauert nicht lange und es passieren merkwürdige Dinge und bald haben sie das unbestimmte Gefühl, dass sie jemand beobachtet….
Der zweite Handlungsstrang erzählt von dem traumatisierten Psychiater Freyri, dessen Sohn Benni vor einiger Zeit spurlos verschwand. Über diesen Verlust ist er bis heute nicht hinweg,  aber er hat nie aufgehört nach Benni zu suchen…
Freyri wird von der Polizei bei dem Selbstmord einer alten Frau zu Rate gezogen, denn auf ihrem Rücken finden sich merkwürdige Male. Gewisse Umstände durch den Tod der alten Frau lassen plötzlich das Verschwinden seines Sohnes wieder aktuell werden und er beginnt mit der zuständigen Ermittlerin in alten Akten zu stöbern…
Wie sich dann beide Handlungsstränge zusammenfügen, werde ich hier nicht verraten..
Nachdem ich den Film nun angesehen habe, bin ich doch sehr beeindruckt, wie dicht am Buch die Handlung filmisch in eindrucksvoller isländischer Landschaft umgesetzt wurde. Ich könnte mir fast vorstellen, dass die Autorin während des Buchschreibens auf der abgelegenen Insel gesessen hat, denn ich habe einige beschriebene markante Punkte der Handlung im Film durchaus wiederkennen können. Die unheimliche Atmosphäre des alten Hauses mit seinen knarren Dielen nebst okkulten Elementen der Handlung  wurde filmisch toll umgesetzt, so dass hier die „Nackenhaare reichlich Arbeit“ bekommen.
Die mitwirkenden Figuren wurden darstellerisch passend besetzt.  Die eindrucksvolle isländische, mal schneebedeckte, mal düstere und windgepeitschte Kulisse und die spannende, zum Teil auch unheimliche Handlung fügt sich hier filmisch sehr gut zusammen und es ist den Filmemachern ein sehenswerter Thriller mit Gänsehauteffekt gelungen, der der Buchvorlage wirklich gerecht wird, was ich hier besonders erwähnen möchte, denn meist hat mich die filmische Umsetzung eines spannendes Buches eher enttäuscht.
Fazit: Spannende, gelungene und sehenswerte Verfilmung mit Gänsehauteffekt, die sehr nah an die Buchvorlage herankommt und somit eine tolle virtuelle Umsetzung des Thrillers ist!
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Yrsa Sigurdardóttir: Sog

Letztes Jahr hatte Kommissar Huldar seinen ersten Auftritt, damals hatte man ihm die Leitung der Ermittlungen im „DNA“-Fall übergeben. Da in den Fall Kinder als Zeugen befragt werden mussten, bekam Huldar Unterstützung durch die Kinderpsychologin Freyja vom Jugendamt. Hatte mir damals die ansonsten in den Büchern der isländischen Autorin bisher immer vorhandene Spannung gefehlt, kann ich gleich im Vorfeld zu dem aktuellen Thriller „SOG“ anmerken, dass dies Buch mich nicht enttäuscht hat.
Im Prolog erfährt man, dass im Jahr 2004 die achtjährige Vaka verschwindet…
2016:  Für ein Schulprojekt wurde vor zehn Jahren eine „Zeitkapsel“ auf einem Schulgelände vergraben.  Nun wurde sie geborgen und man findet Aufsätze von Schülern darin, die beschreiben, wie sie sich das Leben im Jahr 2016 in Island vorstellen. Einer der Aufsätze erregt Aufsehen, denn dort steht: „Im Jahr 2016 werden folgende Menschen getötet…“ Es folgen Buchstaben und –kombination, die vermuten lassen, dass es sich um die Initialen von Personen handeln könnte…
Da Huldar im DNA-Fall nicht sonderlich gut punkten konnte, hat man ihm die Leitung entzogen und nun muss er beweisen, was er kann. Er wird auf den mysteriösen Aufsatz „angesetzt“. Er soll herausbekommen,  wer ihn verfasst hat und was sich hinter den aufgezählten Buchstaben verbirgt. Wie man diese düstere Zukunftsvision deuten soll, dazu will Huldar sich mit Freyja besprechen, die ihm ja schon einmal „assistiert“ hat. Allerdings ist auch zwischen ihnen nicht alles zum Besten, gab es doch zwischenmenschliche Reibereien. Aber auf beruflicher Ebene ist Freyja dann bereit Huldar zu unterstützen…
Zu den Kriminalfällen, die mit abgetrennten Händen beginnen, kommen dann  noch ein bizarrer Todesfall in einem Parkhaus sowie ein gruseliger Fund auf einer Müllkippe hinzu. Doch das sind nur einige der nervenaufreibenden Ereignisse, die sich hier wie Perlen an einer Schnur aufreihen. Die Ermittler haben alle Hände voll zu tun und denkt man als Leser auf der richtigen Spur zu sein, wendet sich das Blatt…
Wie bereits erwähnt, braucht man bei diesem Thriller gute Nerven.  Man wird als Leser durch den fesselnden Erzählstil und die spannende Handlung schnell gefangen genommen.  Durch die anhaltende Ungewissheit und die immer neuen Wendungen gab es zwar reichlich Verdächtige, aber richtig „greifbar“ war keiner davon, was dann noch mit einem überraschenden Ende gekrönt wird, was mir gut gefallen hat!
Fazit: Hier braucht man starke Nerven, eiskalter spannend erzählter Thriller, der noch zusätzlich mit einem unvorhersehbaren Ende punkten kann!

 

 

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Arnaldur Indridason: Tage der Schuld

Der junge Kommissar Erlendur ermittelt mit seinem Kollegen Marian Briem.
Wer bereits die Bücher und Verfilmungen über den isländischen grüblerischen Kommissar Erlendur kennt, der wird sich freuen ihn nun verjüngt in den Anfängen seiner beruflichen Laufbahn als Ermittler zu erleben. Sein langjähriger Freund und Kollege Marian Briem ist ebenfalls mit von der Partie.
Zeitlich ist die Handlung 1978 angesiedelt und dem Autor ist es gelungen hier mit dem Leser eine Zeitreise zu unternehmen, die man direkt vor Augen hat. Besonders interessant ist auch die geschichtliche „Untermalung“, so dass man Einblick in die  isländischen „Vorbehalte“ gegen den amerikanischen Stützpunkt und das Leben dort auf dem Militärgelände bekommt.
Zur Handlung: Um für ihre Gesundheit etwas Gutes zu tun, schwimmt eine Frau in einem etwas schwer zugänglichen Warmwassersee, der als Geheimtipp gilt und mitten in  einer bizarren Lavalandschaft  liegt. Im Wasser entdeckt sie die Leiche eines Mannes treiben…..
Erlendur und Marian übernehmen die Ermittlungen. Nachdem dann endlich die Identität des Toten feststeht, führt die berufliche Tätigkeit des Mannes auf die nahegelegene US-Militärbasis, wo aber die isländischen Ermittler nicht gern gesehen sind und sie viele Hürden nehmen müssen um überhaupt ermitteln zu können, was den ganzen Fall noch zusätzlich verkompliziert, denn im See ist der Mann nicht gestorben……
Neben dem aktuellen Fall geht Erlendur wieder seinem Hobby nach und beschäftigt sich mit alten Vermisstenfällen, die ihm keine Ruhe lassen. Auch diesmal durch den aktuellen Fall und den Ermittlungen auf der US-Militärbasis erinnert er sich an die Suche nach einem jungen Mädchen, die in den 50ziger Jahren spurlos verschwand und bald gibt es keinen mehr der sich an einen so alten Fall erinnert, deswegen wendet sich Erlendur an die einzige noch lebende Verwandte der Vermissten, die ihn dann beauftragt noch ein letztes Mal auf Spurensuche zu gehen…….
Beide Fälle entfalten von Anfang an eine Spannung, die so fesselnd ist, dass man „Tage der Schuld“ nicht aus der Hand legen mag. Besonders die Hartnäckigkeit  und Akribie die Erlendur hier wieder an den Tag legt und auf seine besonnene Art und Weise den Vermisstenfall erneut aufrollt, macht einfach nur Spaß zu Lesen und ich bedanke mich bei dem Autor, das er die Zeit zurückgedreht hat, so dass der grüblerische, aber ganz besondere Denker und Spurensucher Kommissar Erlendur wieder präsent ist und nun auch mit seinem Freund Marian im Einsatz ist, so dass der geneigte Leser vielleicht noch auf weitere Kriminalfälle aus der Jugend Erlendurs hoffen kann.
Fazit: Klasse! Kommissar Erlendur ist verjüngt zurück und er zeigt erneut,  dass man selbst verzwickte Kriminalfälle auch nur durch Denkarbeit lösen kann! Bitte mehr davon!

 

 

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Trapped – Gefangen in Island

Auf geht’s ins schneebedeckte Island, genauer gesagt in ein kleines idyllisches Örtchen in der Nähe Reykjaviks. Allerdings wird diese vermeintliche Beschaulichkeit durch den Fund von menschlichen Überresten in Form eines Torso, der im Wasser des Fjords treibt, jäh gestört. Da zeitgleich in den Fjord eine dänische Fähre einlief, vermutet die Polizei, dass es jemand von der dort sein könnte. Die herbeigerufene Kriminalpolizei aus Reykjavik wird durch einen aufziehenden Schneesturm gestoppt und so muss die örtliche Polizei bzw. Kommissar Andri mit einer Kollegin und einem Kollegen schon mal mit den Ermittlungen beginnen…
Da die Passagiere die Fähre nicht verlassen dürfen, kommt schnell Missmut unter ihnen auf. Das Verhalten des Fährkapitäns ist  undurchsichtig und es kommt der Verdacht auf, dass er etwas zu verbergen hat….
Während die umfangreichen Ermittlungen die drei Polizisten sehr fordern, verschwindet der sichergestellte Torso, was die Ermittler noch mehr unter Druck setzt…..
Neben der spannenden Mördersuche, gibt es noch zwei weitere Kriminalfälle zu lösen. Zum einen werden zwei junge farbige Mädchen aus den Fängen ihres Peinigers befreit und werden von der örtlichen Polizei in Sicherheit gebracht. Menschenhandel auf der Fähre?
Desweiteren ist einer der Fährpassagiere ein junger Mann, der nach einem Gefängnisaufenthalt wieder zurück in den Ort kommt. Er wird von den Einheimischen vorsichtig beäugt, denn er soll vor einigen Jahren für einen Brand verantwortlich gewesen sein, wo es dann eine Tote gab….
Einige Bewohner scheinen in irgendwelche undurchsichtige Machenschaften verwickelt zu sein, was dann teils auch noch die Ermittlungen verkompliziert…
Als Andri und Co. dann langsam Licht in das Dunkel bringen, tauchen dann doch noch die Kripobeamten aus Reykjavik auf und sorgen für reichlich Unruhe…..
Mir hat „Trapped – Gefangen in Island – “ sehr gut gefallen. Die Rollen sind toll besetzt bzw. mit „frischen“ Gesichtern versehen, die man nicht schon aus anderen Nordic-Crime-Serien kennt. Die Schneelandschaft ist beeindruckend und man kann die „Abgeschnittenheit“ vom Rest der Welt gut nachvollziehen.
Was sich hier in der kargen Winterlandschaft für dunkle Machenschaften auftun, entwickelt sich für den Zuschauer langsam, fesselnd und im Verlauf auch gut nachvollziehbar. Die bedrückende unheilverkündende Anspannung hält die ganze Zeit an und eine Fortsetzung wäre für mich durchaus denkbar, gibt es doch noch am Ende einige offene Fragen.
Als Bonus gibt es auf der Blu-ray noch ein Making of
Fazit: Spannung eiskalt serviert bekommt man hier, die unbedingt fortgesetzt werden sollte!
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Yrsa Sigurdardóttir: DNA

DNA von Yrsa Sigurdardottir

In Islands Hauptstadt Reykjavík geht das Grauen um: Elisa ist allein zuhause mit ihren drei kleinen Kindern, denn ihr Mann Sigvaldi ist zu einer medizinischen Konferenz gereist. In der Nacht steht plötzlich die kleine Margrét vor Elisa Bett und erzählt ihr, dass jemand im Haus ist…..
Einige Stunden später wird die Polizei von der Nachbarin alarmiert, denn die beiden kleinen Söhne von Elisa stehen in der Kälte auf der Straße. Auf mehrmaliges Klingeln und Klopfen der Nachbarin  hatte sich nicht im Haus geregt. Dann machen die eingetroffenen Polizisten eine schreckliche Entdeckung:  Elisa liegt grauenvoll zugerichtet tot in ihrem Bett…..
Für die Polizisten ist es ein schrecklicher Anblick, aber welchen Alptraum muss die kleine Margrét durchlebt haben,  denn man findet sie zusammengekauert unter dem Bett der toten Mutter…..
Die Befragung der einzigen kleinen Zeugin ist schwierig und bedarf besonderer Fachkenntnisse. Freya vom Jugendamt kommt da ins Spiel und im Verlauf übernimmt sie eine ganz besondere Aufgabe…
Der ermittelnde Beamte heißt Huldar und da es sein erster großer Fall ist, muss er seinem Chef beweisen, dass er dieser Verantwortung gewachsen ist, denn dieser verlangt schnelle sichtbare Ermittlungsergebnisse. Doch leider bleibt es nicht bei der einen grausam zugerichteten Toten und Huldar und sein Team haben alle Hände voll zu tun, zumal der Täter rätselhafte Botschaften hinterlässt….
Dies ist ein Handlungsteil. In einem weiteren lernt der Leser Karl und seine beiden Freunde kennen. In ihrer Freizeit beschäftigen sie sich mit Amateurfunk. Eines Tages empfängt Karl auf einer Frequenz merkwürdige Zahlenkombinationen, die ihm Rätsel aufgeben…
Es gibt noch weitere Puzzleteilchen, die sich dann im Verlauf zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Fand ich das Rätselraten um die Zahlenkombinationen und die Entschlüsselung der Botschaften noch spannend und interessant, so muss ich einige Abstriche beim Nachvollziehen des Motivs des Täters bzw. den Auslöser für diese brutalen Taten machen. Die langwierige Suche nach dem „gemeinsamen Nenner“ der Opfer und dann die „kurze“ Erklärung wie alles zusammenhängt, passen irgendwie nicht zu dem sonst bekannten Schreib- bzw. Erzählstil der Autorin. Besonders die anhaltende beklemmende Spannung wie ich sie z.B. aus „Nebelmord“ kenne, fehlt mir hier bei „DNA“ ganz.
Fazit: Schade, aber dies Buch reicht m.E.  nicht an die vorherigen Bücher der Autorin heran

 

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Life on Fire – Wildes Leben am Vulkan

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Diese Dokumentation beschäftigt sich mit den unterschiedlichsten Erscheinungsformen von Vulkanen. Ob nun lange Zeit vergangen ist seitdem Lava aus dem Erdinnern geflossen ist oder ob es sich um immer noch aktive Feuerspeier handelt, die auch unter Wasser ihren Ursprung haben können, alle diese Formationen werden hier ausführlich in Szene gesetzt.

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Beindruckend ist, was für eine Lebensenergie trotz der großen Hitze und Zerstörungswut rund um diese zum Teil immer noch Feuer speienden geologischen Wunderwerke, vorherrscht, denn selbst wenn nur noch erkaltete Lava die Landschaft prägt, so ist dort doch immer wieder Leben entstanden und durch die vielen Mineralien die aus dem Erdinnern an die Oberfläche gekommen sind, sprießen dann irgendwann wieder Pflanzen und Bäume auf diesen Flächen und sie gedeihen prächtig.

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Auch Tiere haben sich mit diesen widrigen Lebensumständen gut arrangiert und es haben sich ganz besondere Arten auf diese Landschaftsformen spezialisiert und sie bilden eine Art Symbiose mit diesen Naturphänomenen. Tiere und Pflanzen müssen sich mit den toxischen Gasen arrangieren, die immer wieder in die Atmosphäre gelangen und der Natur ist es tatsächlich gelungen sich anzupassen.

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Diese eindrucksvolle Dokumentation berichtet  über Vulkane, die über die ganze Erde verteilt sind, wie z.B. in Alaska, wo sich sogenannte Stratovulkane befinden. Dort ist der Lebensraum von Rotlachsen, die auf der Suche nach ihren Laichgründen eine extrem schwierige Wanderung unternehmen müssen. Durch das riesige Lachsvorkommen erscheinen auch die Fressfeinde in Form von Möwen oder auch Bären, die sich dann auf die springenden Lachse stürzen…….

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Weitere Stationen dieser Reise aus Feuer und Eis sind Papua-Neuginea, Nicaragua oder auch Island, wo ja immer noch über 30 aktive Vulkane existieren und die wie vor einigen Jahren dann auch schon mal durch ihre Dampfwolken den Flugverkehr extrem behindern.
Neben eindrucksvollen Aufnahmen der unterschiedlichsten Vulkanformen kommen hier die Tiere ins Bild, die rund um diese Naturphänomene leben wie z.B. Einsiedlerkrebse, Großfußhühner, Fledermäuse oder auch riesige Aale und tanzende Delphine um nur einige zu nennen. Alle Tier- und Pflanzenarten sind Überlebenskünstler in einer Landschaftsform, die sich immer wieder extrem verändern kann und dies gelingt ihnen auf wundersame Weise….

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Besonders informativ ist auch das Making of dieser Naturdokumentation, denn die schönen und auch teils atemberaubenden Bilder, die man bei „Life on Fire“ zu sehen bekommt, sind durch aufwendige Kameraeinstellungen und unter sehr schwierigen Gegebenheiten entstanden. Außerdem kann man die ganze Berichterstattung dann noch aus einem ganz anderen Blickwinkel bestaunen. Faszinierend und sehr lehrreich ist diese spannende Reise zu den Regionen aus Feuer und Eis und man bekommt eindrucksvolle Bilder zu sehen, so dass ich diese DVD nur empfehlen kann.
Fazit: Atemberaubende Reise quer über den Globus zu Feuer und Eis, die man sich nicht entgehen lassen sollte!
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