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Jess Walter: Die finanziellen Abenteuer des talentierten Poeten

Die finanziellen Abenteuer des talentierten Poeten von Jess Walter
Den Inhalt dieses Romans könnte man auch so zusammenfassen: Ehe man sich versieht, ist der amerikanische Traum mit Vorstadthäuschen, glücklicher Familie mit Kindern, geplatzt wie eine Seifenblase, denn Arbeitslosigkeit und riskante Einsätze bei der Börse lassen schnell alles in einem ganz anderen Licht erscheinen.
So zumindest ist die Kurzfassung des bisherigen Lebens von Matt Prior, der seinen Job als Wirtschaftsjournalist wie viele andere auch,  von heute auf morgen verliert.
Doch das schmucke Häuschen, die Privatschule und der Lebensstandard soll irgendwie gehalten werden. Aber gut bezahlte Stellenangebote lassen auf sich warten und anfangs gaukelt sich Matt selbst noch vor, dass er mit einigen „Umschichtungen seiner Finanzen“ irgendwie das immer größer werdende Finanzloch stopfen kann.
Doch nicht nur die Finanzen der Familie Prior stecken in einer Krise, auch in der Beziehung zwischen Lisa und Matt ist etwas nicht in Ordnung und Matt vermutet, dass seine Frau eine Affäre hat.
Außerdem musste er seinen an Demenz erkrankten Vater zu sich holen, weil der zuvor in Reno eine Nachtclubtänzerin kennengelernt und später von ihr und ihrem Lover abgezockt wurde. Matt fand seinen Vater völlig verwahrlos und hilflos auf seiner Farm, so dass er ihn mit zu sich nach Hause genommen und auf Dauer in die Familie integriert hat.
Diese ganzen Probleme belasten Matt und er ist schlaflos und eines Nachts fährt er zu einer Tankstelle, wo er die vergessene Frühstücksmilch für seine Söhne einkaufen will.
Dort begegnet er Jamie und Skeet, zwei Jugendlichen, die ihm kurzerhand mal an ihrem Joint ziehen lassen, was er seit seiner Studentenzeit nicht mehr getan hat und er wundert sich, was sich in Sachen Drogen so alles getan hat in den letzten Jahren. Durch den Kontakt mit den beiden soll sich Matts Leben von Grund auf ändern, denn in seinem immer mehr bekifften Gedankengängen kristallisiert sich ein irrer Plan:
Er will mit seinem letzten 9 000 Dollar eine größere Menge Dope kaufen und sie gewinnbringend an Freunde verticken…..
Na, wenn das man gut geht!?
Die Storyline des Buches mit dem irren Titel: „Die finanziellen Abenteuer des talentierten Poeten“ findet man gut verpackt zwischen umnebelten Gedankengängen , kuriosen und amüsanten Ereignissen, die in der Ich-Form von einem sympathischen „Anti-Helden“ erzählt wird, der eigentlich nur alles was schiefgegangen ist, wieder in die richtige Spur bringen will, egal mit welchen Mitteln.
Ich persönlich hätte für manche Begriffe aus dem Drogenmilieu  eine erklärende Fußnote begrüßt, denn manches musste ich nachschlagen.
Fazit: Eine wirtschaftliche Krise wird hier satirisch aufgearbeitet und mit Hilfe eines sympathischen Antihelden anschaulich und humorvoll erzählt
Auch lesenswert vom Autor: „Schöne Ruinen

 

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Jess Walter: Schöne Ruinen

Schoene Ruinen von Jess Walter

Italien 1962:  Porto Vergogna, ein kleines fast unscheinbares Fischerdorf an der ligurischen Küste. Dort lebt Pasquale Tursi, der eine kleine Pension von seinen Eltern übernommen hat. Um zahlungskräftige Touristen, insbesondere Amerikaner anzulocken,  unternimmt er den Versuch, für die einzige  Pension am Ort einen Strand anzulegen. Beim Sandschaufeln träumt er von einem Tennisplatz, den er auf einem Plateau in den Klippen anlegen will. Diese Vision hat er, obwohl er vom Tennisspielen selbst gar keine Ahnung hat…
Lange Zeit passiert kaum etwas, bis eines Tages das ganze Leben von Pasquale eine Wendung nehmen sollte: Eine wunderschöne amerikanische Filmschauspielerin strandet sozusagen in Porto Vergogna. Pasquale ist von der Schönheit der blonden Amerikanerin, die sich als Dee Moray vorstellt,  fasziniert und bald fordern seine kränkelnde Mutter und seine Tante: „Lass sie nicht gehen, heirate sie!“  Doch mit Dee Moray scheint etwas nicht zu stimmen, denn sie kann kaum Nahrung bei sich behalten und dann erzählt sie eines Tages von ihrer schweren Erkrankung….
Dies Buch beinhaltet viele kleine Geschichten, die alle in unterschiedlichen Zeiträumen anfangen und der Autor switcht zwischen den Handlungen und den Beziehungen und Begegnungen von Personen hin und her, wie es z.B. bei einem Szenenwechse beim Film vorkommt.  Wer nun denkt, das  dies alles verwirrend und undurchsichtig ist, dem sei gesagt, dass dies nicht der Fall ist, denn der Autor hat eine Erzählkunst und Erzählkraft, die einen als Leser fesselt und man kann dies Buch gar nicht aus den Händen legen, denn man will unbedingt wissen, was mit den Personen passiert, die hier den Hauptteil der Handlung darstellen.  Eigentlich sind es verschiedene Biographien von Personen, die sich irgendwann treffen, kurze Zeit verweilen und dann wieder auseinanderdriften, weil das Leben eben so ist, wie es ist und nicht immer alles nach Plan funktioniert.
Dem Autor ist mit „Schöne Ruinen“ ein Roman gelungen in dem er sich mit den verschiedenen Sichtweisen der Liebe, Romantik oder einfach auch nur Sympathie befasst. Er hat daraus ein sehr ausdruckstarkes Buch gemacht, das nie kitschig wird und durch die „Zweisprachigkeit“ durchaus auch komische Momente beinhaltet.
Fazit: Diesen Roman sollte man sich nicht entgehen lassen!
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