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Kati Hiekkapelto: Kolibri

Kolibri von Kati Hiekkapelto
Die Autorin hat zuvor in Finnland als Lehrerin gearbeit und dies ist ihr erster Roman. Und die Bezeichnung Roman für das Buch „Kolibri“ finde ich persönlich auch besser als Thriller, denn für einen Thriller fehlt mir hier doch der richtige „Thrill“. Zwar geht es um sehr brutale Morde, die aber durch andere Handlungsteile nicht unbedingt im Vordergrund stehen. 
Das Buch beginnt mit einem Notruf, der bei der Polizei eingeht und von dem jungen kurdischen Mädchen Bihar getätigt wurde. Dieser Notruf und die Geschichte von Bihar durchzieht das ganze Buch, was eher von der Mordermittlung ablenkt.
Die junge Anna Fekete, die als Kleinkind aus Ungarn nach Finnland gekommen ist, tritt ihren Dienst bei der Kriminalpolizei an. Sie bekommt als Partner Esko Niemi, der nicht sonderlich erfreut darüber ist, dass er mit einer „Nichtfinnin“ arbeiten soll, was die Kommunikation zwischen den beiden nicht sonderlich fördert. Doch der Tod einer jungen Joggerin zwingt sie dazu miteinander auszukommen und zu ermitteln.
Die tote Joggerin heißt Riika und man hat ihr mit einer Schrotflinte das Gesicht weggeschossen. In ihrem Trainingsanzug findet sich ein Anhänger, der später noch eine große Rolle spielen wird.
Die Ermittlungen führen ins Leere bis wieder ein Mord an einem Jogger geschieht, der wiederum einen Anhänger in der Tasche hat.
Allerdings gibt es zwischen den beiden Toten keine Verbindungen und die Ermittlungen führen wieder zu nichts Greifbarem.
Nach dem dritten Mord gibt es dann endlich den Hauch einer Spur und die ganzen Ermittlungen können beendet werden, doch wer dann als Täter präsentiert wird und warum es zu den Taten gekommen ist, fand ich doch etwas zu nebulös und nicht befriedigend erklärt.
Im Buch geht es eigentlich mehr um die Lebensumstände von Anna Fekete, ihrer Familie sowie um Menschen mit Migrationshintergrund  und die eigentliche Krimihandlung findet eher  im Hintergrund statt, was eigentlich schade ist.
Für ein Erstlingswerk nicht schlecht, aber die Spannung und die „Täteranalyse“ sind sehr flach und wären sicherlich noch ausbaufähig gewesen.
Fazit: Eher Roman mit Krimihandlung, als spannungsgeladener Thriller
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