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Judith Merchant: Atme!

Kiwi Verlag

Nach langer Zeit meldet sich die Autorin – deren zuvor erschienen spannenden Kriminalromane ich gern gelesen habe, wie zuletztRapunzelgrab–  nun mit ihrem ersten ThrillerATME!“ zurück.
Nile hat in Ben ihre große Liebe gefunden. Bens Scheidung von seiner Frau Flo steht kurz bevor. Nile und er haben sich eine gemeinsame Wohnung genommen. Alles scheint perfekt, doch dann ist Ben von jetzt auf gleich verschwunden. Gerade wartete er noch auf einem Stuhl in der kleinen Boutique, wo Nile ein Kleid anprobiert, doch als sie es ihm vorführen will, ist er verschwunden…
Vergessen ist das Kleid, panisch sucht sie Ben überall und sie ist überzeugt es muss ihm etwas Schreckliches passiert sein….
Doch niemand glaubt so recht an Niles schlimmste Befürchtungen und sogar Bens Freund vermutet eher eine Beziehungskrise und wähnt Ben irgendwo auf Erholungsurlaub…
In ihrer größten Not wendet sich Nile an Bens Noch-Ehefrau Flo, die dann tatsächlich bereit ist, bei der Suche nach ihm zu helfen. Aber Nile ist nicht ganz sicher ob sie ihr auch trauen kann oder ob sie nicht selbst hinter dem plötzlichen Verschwinden von Ben steckt….

 

Als Leser taucht man in die Gedankenwelt Niles ein und größtenteils wird auch aus dieser Perspektive erzählt. Durch die bildhafte Sprache der Autorin kann man der Handlung gut folgen und das Buch liest sich gut und flüssig.
Ich hatte zwar noch keine Panikattacke, aber die Schilderungen hier davon sind eindrucksvoll.  Auch das es den Betroffenen schwerfällt aus so einer Situation wieder herauszukommen und wie Niles es schafft diese Extremsituationen mit Hilfe von Atemtechnik etc. zu bewältigen ist gut erklärt und nachvollziehbar.
Nile als Person war mir nicht sonderlich sympathisch und ihre Gedankenwelt zwar anfangs noch verständlich, ihre Handlungen aber kaum nachvollziehbar. Recht schnell hatte ich eine Ahnung in welche Richtung das Geschehen steuert bzw. wie das Buch endet. Betrachte ich die „Schlusssequenz“ ist die mir auch etwas zu kurz  geraten bzw.  kommt das Ende im Vergleich zu den vielen Wendungen zuvor,  dann doch recht abrupt, was etwas schade ist. Da ich wie erwähnt, die anderen Bücher der Autorin sehr gut gelungen fand, gibt es in Sachen Thriller noch Steigerungspotential und hoffentlich auch bald „Nachschub“!

 

Fazit: Gut lesbarer Thriller, der zwar wendungsreich, aber auch vorhersehbar ist, daher 3 von 5 Punkten

 

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Teresa Pütz: Ausgezeichnete Morde

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Spannende Kurzgeschichten findet man in diesem Taschenbuch. Die unterschiedlichen Verfasser sind allesamt für ihr Können, nämlich Spannungsliteratur auf ganz unterschiedliche Weise zu kreieren, mit Preisen ausgezeichnet worden. Und ich muss sagen, ganz zu Recht, denn was man hier zu lesen bekommt, kann unterschiedlicher nicht sein, ist aber unterhaltsam, spannend und sehr gekonnt zusammengestellt:
Manche Autoren-Namen waren mir bereits bekannt, denn von ihnen habe ich bereits Bücher gelesen  wie z.B.  Val McDermid, Judith Merchant, Wolfram Fleischhauer und natürlich Sebastian Fitzek.
Friedrich Ani, Judith W. Taschler, Mechthild Borrmann, Tatjana Kruse, Nina George, Thomas Kastra und Harald Gilbers sollen aber hier nicht unerwähnt bleiben, denn ihre beigesteuerten Geschichten für „Ausgezeichnete Morde“ sind ebenfalls lesenswert und haben mein Blickfeld auf die Vielzahl von Krimi-Autoren erweitert, so dass ich ab und an mal nachschauen werde ob es etwas „Druckfrisches“ aus deren Federn gibt.
Bei Kurzkrimis darf man natürlich nicht zu viel vom Inhalt erzählen und deshalb will ich nur auf einige mir besonders gut gefallene hinweisen:
„In einer kleinen Straße“ hängen Plakate an Bäumen, die auf das Verschwinden eines Kindes hinweisen. Jemand entfernt diese Plakate seit einiger Zeit und macht sich so verdächtig….
Nach jeder Geschichte erfährt man etwas über den jeweiligen Autor, nämlich in diesem Falle Sebastian Fitzek, seine weiteren Werke und die erhaltenen Auszeichnungen für sein Können.
Die Queen of Crime Val McDermid ist mit „Der Schluck des Teufels“ vertreten und dieser Text hat es in sich, denn ein uraltes Fass Whisky birgt ein Geheimnis, das eigentlich nie gelüftet werden sollte….
Judith W. Taschler schreibt in „Bis das der Tod uns scheidet“ über Liebe und Eheschließung, die mit der Geburt eines Kindes gekrönt wird. Alles könnte so schön sein, doch langsam kristallisiert sich ein Problem heraus mit dem der Ehemann zu kämpfen hat: Der starke Glaube seiner Frau…..
Alle hier aufgeschriebenen Geschichten sind auf ihre Art und Weise spannend und lesenswert. Besonders gut hat mir übrigens auch „Annette schreibt eine Ballade“ von Judith Merchant gefallen, denn hier erzählt jemand seinem Tagebuch wie er mit Hilfe eines großen Dichters die Kunst des Schreibens bzw. Formulieren erlernt, was sich dann aber ganz anders entwickelt als gedacht…..
Mich haben die unterschiedlichen Kurz-Krimis gut unterhalten, sie sind nicht nur spannend, sondern abwechslungsreich und teils auch inhaltlich überraschend, da nicht vorhersehbar!
Fazit:  Von unterschiedlichen Autoren verfasste Kurzkrimis sind hier zusammengetragen. Die Verfasser haben eins gemeinsam, sie wissen mit ihren Geschichten den Leser mörderisch zu fesseln und sind deswegen zu Recht ausgezeichnet worden!

 

 

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Judith Merchant: Rapunzelgrab

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Der dritte Fall für Kommissar Jan Seidel!
Man muss nicht unbedingt „Nibelungenmord“ oder auch „Loreley singt nicht mehr“ gelesen haben um sich in diesem Krimi zurechtzufinden, obwohl lesenswert und spannend waren die beiden „Vorgänger“ auf jeden Fall!
Im Prolog geht es erst einmal „märchenhaft“ zu. Das ändert sich dann aber und der Leser lernt den Bestseller-Autor Niklas Schreck kennen, der im „Hexenturm“ in Rheinbach eine Lesung abhalten wird.
Einige Stunden nach der Veranstaltung in dem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Turm,  wird die Leiche der 25 Jahre alten Liane Riefers im Außengelände vor diesem alten Gemäuer gefunden, die – wie sich später herausstellt – ermordet wurde.
Durch ihre mädchenhafte Aufmachung wie z.B. rosa Ballerinas und den blonden Zöpfen wirkt alles auf den ersten Blick merkwürdig, was später bei genauerer Betrachtung der Zöpfe dann noch bizarrer wird, denn die blonden Haare entpuppten sich als Perücke, die einen kahlen Schädel verdecken….
Dies ist erst der Anfang der Merkwürdigkeiten, die sich dann während der Obduktion der Leiche noch fortsetzen,  denn offenbar litt die Tote am „Rapunzelsyndrom“….
Liane Riefers gehörte zu einem Literaturkreis, der auch die im Turm stattgefundene Autorenlesung ins Leben gerufen hatte.
Kommissar Seidel übernimmt die Ermittlungen und stößt bald auf ein ganz besonderes „Völkchen“, die alle auf die eine oder andere Art zur schriftstellerischen Zunft gehören, was bei der Tätersuche für den Kommissar und sein Team dann zu einer echten Herausforderung wird.
Alle in Lianes Umkreis scheinen etwas zu verbergen zu haben oder ihr Verhalten ist grenzwertig, genau wie die Trauer von Lianes Mutter.
Lianes Freund Benedikt gilt anfangs als unauffindbar, entpuppt sich dann Sci-fi-Autor mit dem Hang zu lautstarken verbalen Äußerungen, die die Mitbewohner im Haus aufschrecken lässt….
Im Privatleben des Kommissars, der weiterhin mit seiner Großmutter zusammenlebt, wird es turbulent, was sein angestaubtes Liebesleben ins Wanken bringt, lernt er doch im Zuge der Ermittlungen eine junge Krimi-Autorin kennen, die ihm einerseits hilfreiche Informationen über die ihm unbekannte Literaturszene gibt, aber auch auf ganz andere Weise sein Interesse weckt…
In „Rapunzelgrab“ rückt die schreibende Zunft und alles was damit zu tun hat in den Mittelpunkt des Geschehen und ich glaube Frau Merchant hat die Charaktere, der hier im Buch mitwirkenden „Schreiberlinge“ extra etwas augenzwinkernd überzeichnet, damit man gut erkennen kann, was für ein Haifischbecken dieses Metier ist und was für  ein „Sensibelchen“ sich hinter so manchem Bestseller-Autor verbirgt….
Ich für meinen Teil habe bisher alle Bücher der Autorin „verschlungen“, denn sie weiß einen mit spannenden Geschichten zu unterhalten und das ist ihr auch diesmal mit wieder gelungen. Das Buch liest sich flüssig, man kommt auch nach einem Lesestopp wieder direkt in die Handlung und der Täter bleibt sehr lange im Verborgenen, was mir wieder gut gefallen hat.
Fazit: Etwas augenzwinkernd bekommt man hier Einblick in den Dunstkreis der schreibenden Zunft. Der dritte Fall für Jan Seidel ist spannende Krimiunterhaltung und die Reihe sollte unbedingt fortgesetzt werden!

 

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Judith Merchant: Die Lügen jener Nacht

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Es ist schon etwas her, dass ich die spannenden Krimis von Judith Merchant „Loreley singt nicht mehr“ oder „Nibelungenmord“ gelesen habe und war gespannt das mich bei ihrem neuen Roman „Die Lügen jener Nacht“ erwartet:
Seit zehn Jahren leben Mimi und Douglas zusammen in Schottland. Die Beziehung steht vor dem Aus und da bekommt Mimi eine Einladung zu einer Hochzeitsfeier in Deutschland. Erst hat sie keine Lust, denn eigentlich hasst sie Hochzeiten und an die ehemaligen Freundinnen kann sie sich kaum noch erinnern. Auch sonst ist sie nicht besonders kontaktfreudig,  nur ihr kleiner Garten mit vielen Pflanzen und Kräutern, von denen auch die eine oder andere als giftig gilt, wird von ihr gehegt und gepflegt. Mit der Zeit hat sie sich einiges Fachwissen angeeignet und sie kennt sich mit der Wirkung ihrer Zöglinge sehr gut aus.
Nach einem Telefonanruf aus Deutschland von Simone, die ihr die Teilnahme an der Hochzeit  von Nina und Casper abverlangt, fliegt sie dann mit einigen Samen und getrockeneten Pflanzen im Gepäck nach Bonn, denn aus Douglas Haus muss sie ausziehen, das ist beschlossene Sache und schon jetzt vermisst sie ihren geliebten Garten.
Das Wiedersehen mit Simone, Grit, Alla und Nina wird dann erst einmal extrem feuchtfröhlich mit Alkohol und Drogen bei einem nächtlichen Einbruch ins Bonner Römerbad gefeiert. Mimis Erinnerung am nächsten Tag ist lückenhaft und eigentlich weiß sie nur noch das sie Flaschendrehen gespielt haben….
Auch die weiteren Tage verlaufen mit dem Auffrischen von Erinnerungen an ihre Studienzeit unter Einsatz von viel Alkohol.
Als sich dann die gesamte Hochzeitsgesellschaft in der Kirche versammelt hat, passiert erst einmal nichts, denn das Brautpaar lässt auf sich warten. Simone versucht Nina auf dem Handy zu erreichen, was ihr aber nicht gelingt, sie geht nachsehen und kommt einige Zeit später völlig blass und irritiert zurück in die Kirche und sie schluchzt…
Was da passiert ist, wird hier natürlich nicht verraten, denn das Buch ist auf sehr interessante Weise geschrieben, so dass man als Leser Einblick in Mimis Gedankengänge bekommt. Die Handlung wird neben den Gesprächen der mitwirkenden Personen durch Mimi erzählt und da sie ja viele Erinnerungslücken an damals und heute hat, liegt immer eine spannende prickelnde Ungewissheit über der ganzen Geschichte. Zwar hätte das Ende für mich noch etwas erklärender sein können, aber das nur am Rande, denn trotz einem gewissen „open end“ ist dieser Roman durch seine besondere Schreibweise so fesselnd geschrieben, dass es mir leicht gefallen ist, das Buch zu lesen.
Fazit: Die besondere Erzählweise läßt eine spannende Ungewissheit durch des ganze Buch ziehen, bitte mehr davon!
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